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Thema: Fix und alle


  1. Registriert seit
    15.05.2016
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    23

    Fix und alle

    Hallo,
    ja fix und alle. So fühl ich mich.
    Oft frage ich mich morgens wenn ich aufstehe wie ich den Tag überstehen soll.
    Ich bin immer so müde und geschafft.
    Vor kurzem bin ich 28 Jahre geworden, lebe alleine mit meiner Katze.
    Ich fühle mich oft ausgebrannt, die Arbeitszeiten kommen mir ewig vor.
    Täglich von 8:30-18:30 mit 1 Stunde Pause.
    Einen Tag in der Woche hab ich früher aus. Komme meist auf 42 Stunden die Woche.
    Ich bin nach der Arbeit so kaputt. Sodass ich mich am liebsten sofort hinlegen würde.
    Am Wochenende muss ich mich aufrappeln etwas zu unternehmen bzw im Haushalt zu tun.
    Auch hab ich Probleme mit 2 Kolleginnen bei der Arbeit, beide sind sehr schwierig Ü60, etwas arrogant und sehr dominant.
    Andere haben auch Schwierigkeiten mit ihnen, arbeiten aber nicht so eng und oft mit ihnen zusammen wie ich.
    Ich bin oft sehr genervt und ärgere mich über deren Verhalten. Es ist einfach total anstrengend. Zudem sind wir unterbesetzt und alles sehr stressig. Hab’s Gefühl alles bleibt an mir hängen.Vor einem Jobwechsel habe ich Angst, ich hab erst ein neues Auto gekauft und habe bedenken, dass wenn ich einen neuen Job Anfänge dort gekündigt werde oder so. Ich bin Pharmazeutisch-technische Assistentin in der Apotheke.
    Privat läuft es bei mir auch eher schwierig.
    Bin seit Jahren unglücklich verliebt.
    Der Mann mit dem ich gerne zusammen wäre will mich nicht. Und ich bin immernoch traurig darüber, da er jahrelang in mich verliebt war und wir wohl einfach den Zeitpunkt verpasst haben. Ich hatte noch nie eine richtige Beziehung aufgrunddessen.
    Obwohl es Männer gab die mich anhimmelten und mir oft monatelang hinterherliefen.
    Zur Zeit treffe ich auf garkeine Männer mehr, da Frauenberuf und keine Hobbys.
    Ich hab Gefühl ich hab für nichts mehr Zeit außer für die Arbeit.
    Am liebsten würde ich 2 Monate aussetzen.
    Manchmal bin ich aber auch einfach froh gesund zu sein. Ich bin ehemaliger Krebspatient ( mit 2 Jahren erkrankt) und freue mich oft über jeden neuen Tag :)
    Zu dem ganzen kommen noch familiäre Probleme. Mutter und Oma sprechen nicht miteinander. Habe niemanden außer den beiden. Nur meinen Stiefvater gibt es noch, er ist wie mein bester Freund und leiblicher Vater.
    Meine „leibliche“ hat mich verstoßen aufgrund von Hautfarbe bzw. einfach kein Interesse.

    Ich habe zur Zeit auch das Gefühl ich versinke in Selbstmitleid, da es anderen viel


  2. Registriert seit
    04.01.2017
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    612

    AW: Fix und alle

    Hallo Sonne,

    vielleicht hilft dir Folgendes: nimm dir mehrere Blatt Papier und schreib auf jedes einen der "Jetzt-Zustände" oben hin und ganz unten hin "Wunsch-Zustand". Also z.B. "Job gerade anstrengend" und unten "neuer Job" oder "Job weniger anstrengend".

    Zwischendrin überlegst du dir Schritte, die du unternehmen kannst, um den Zustand zu verbessern und auch Institutionen, die dir dabei helfen können. Wohnst du in einer größeren Stadt, wo es eine Volkshochschule oder städtische Weiterbildungen gibt? Oder ggf. kirchliche Einrichtungen etc.?

    Und das mit dem neuen Auto: wäre es wirklich das schlimmste für dich, das Auto wieder verkaufen zu müssen, wenn es eine neue tolle Stelle in Aussicht gibt?

    Also überlegen, ob das, was du für das Schlimmste hältst, tatsächlich das Schlimmste ist.

    Du hast doch schon viel geschafft, vor allem den Krebs überstanden. Das ist eine Leistung. Das kann dir Power geben.

    Alles Gute für dich

  3. Avatar von Stina
    Registriert seit
    08.11.2006
    Beiträge
    5.971

    AW: Fix und alle

    Liebe Sonne,

    ich kenne dieses Gefühl, dass der Vollzeit-Job einen auffrisst. 42 h sind echt viel, wenn man sich dort nicht wohl fühlt.
    Deshalb würde ich diesen Bereich als erstes genauer ansehen: Wissen Deine Vorgesetzten von den Problemen und Deiner Überlastung? Nur wenn sie es wissen, können sie etwas ändern.
    Wieso fürchtest Du bei einem Jobwechsel gleich wieder gekündigt zu werden? Hast Du selbst ein schlechtes Bild von Deiner Arbeit? Auch das kann belasten. Fühlst Du Dich überfordert und wenn ja - "nur" von der Masse der Aufgabe oder auch inhaltlich?
    Da Du ja das Glück hast, dass Dein Beruf an vielen Orten gefragt ist, würde ich an Deiner Stelle schon überlegen, ob ein Wechsel nicht gut wäre? Sind die 42 h in Deiner Branche Standard?

    Das nächste wäre der Beeich Freizeit? Du schreibst von der unglücklichen Liebe (und das kann ich extrem gut nachvollziehen, ich kenne das auch. Und ich verstehe auch gut, dass es noch schwerer ist, einen Strich drunter zu machen, wenn der Mann auch mal interessiert war.) - Du schreibst nicht von anderen Freunden oder Freundinnen. Gibt es einen Freundeskreis?

    Was tut Dir in der Freizeit gut? Sport? Freunde treffen? Das Bedürfnis, Dich gleich zu verkriechen, verstehe ich auch, aber es verstärkt das Gefühl, dass das Leben nur aus arbeiten und schlafen besteht.

    Mir hat manchmal diese einfache Rechnung geholfen. Die Woche hat 7x24=168 h. Davon arbeitest Du 42 und schläfst vielleicht 52. Dann bleiben noch immer 74 h pro Woche, in denen Du nicht arbeitest! Ich weiß, dass diese 74 h keine reine Freizeit sind. Da ist der Weg zur Arbeit und das morgendliche Fertigmachen und viel Haushalt etc. dabei. Mir hat es trotzdem ab und zu geholfen, diese Zahlen zu sehen und zu merken, nein, ich bin nicht die meiste Zeit bei der Arbeit.

    Wenn es in der Familie auch kriselt, ist das natürlich doppelt blöd. Wenn Deine Mama und Deine Oma untereinander Krach haben, mit Dir aber nicht, würde ich ihnen beiden klar mitteilen, dass mir viel an ihnen liegt, ich aber ab sofort nicht mehr für Gespräche über die jeweils andere zur Verfügung stehe.

    Und zu 2 Monaten Auszeit: wenn Du einen Plan hast, was Du in der Zeit machen möchtest und dann nicht nur daheim auf dem Sofa rumhängst (das würde nämlich nichts ändern, außer die Angst vor dem ersten Arbeitstag vergrößern) - wieso nicht? Du bist jung und ungebunden, wenn Du es finanziell auch hinbekommst, vielleicht wäre das wirklich gar nicht so schlecht?
    12 26. We are Family.

  4. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
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    30.275

    AW: Fix und alle

    Hallo Sonne,

    ich seh da vier Baustellen.
    - Job: Zeit, zu hohe Arbeitslast, lästige Kolleginnen, Ängste
    - Familie: zerstritten
    - Beziehung: aussichtslos.
    - Gesundheit: zumindest belastender Hintergrund.

    Alle davon kosten Energie, und es ist kein Wunder, daß du fertig bist.
    Aber diese Baustellen haben, so wie ich deine Schilderung lese, keinerlei Abhängigkeiten voneinander, außer daß sie alle deine sind. Du bist im Grund unabhängig und autark. Du verdienst deinen eigenen Lebensunterhalt, du trägst Verantwortung nur für dich und deine Katzen.
    Das heißt, du kannst jede Baustelle einzeln lösen, das ist ein großes Glück.

    Ich würde raten, geh erst mal durch, was gelöst werden muß und was gestrichen werden kann.


    Familie:

    Hast du die Enttäuchung über deine Herkunftsfamilie bewältigt, oder geht dir das noch nach?
    Kannst du dir sagen, "Mutter und Großmutter sind zwei erwachsene Frauen, die ihre eigenen Entscheidungen treffen. Wenn sie verkracht sind, ist das nicht mein Problem und ich muß es nicht zu meinem machen. Wenn ich mit ihnen und sie mit mir zu tun haben möchte, betrachte ich sie einzeln, nicht als interagierendes Paar."
    Du kannst dich aus den Problemen also rausziehen. Tu das!

    Beziehung:

    Befindet sich nicht mal im Konjunktiv II (hätte, könnte, würde) sondern in der Vergangenheit (hätte gewesen sein können). Ich hätte auch letzte Woche im Lotto gewinnen können.
    Du weißt wahrscheinlich selber, daß es nicht so prickelnd sein wird, die nächsten 50 Jahre dem hinterherzutrauern, den du nicht gekriegt hast und dein ganzes Leben als Schrein für eine Beziehung einzurichten, die nie stattgefunden hat. Wenn du jetzt im Moment findest, daß du im Leben keinen anderen willst, sag dir zumindest, daß du damit die zweitbeste Möglichkeit für dich gewählt hast, und daß das eine Wahl ist, die du triffst (und die du jederzeit ändern kannst), und nicht ein Unglück, daß dir widerfahren ist. Das zweitbeste ist meistens locker gut genug für den Alltagsgebrauch.

    Du könntest den ganzen Beziehungsblock ohne längerfristige Konsequenzen für ein Jahr auf "Pause" setzen und dir keine Gedanken darum machen. Trag dir das im Kalender ein. Wenn du anfängst, dir Gedanken zu machen, sagst du dir, "Erst im September 2019 wieder!"

    Gesundheit:

    Es ist wie es ist. Gut, wenn jeder Tag ein Geschenk ist, schlecht, wenn jeder geschenkte Tag Sch*** ist.
    Gibt es praktische oder moralische Unterstützung, die dir fehlt, und die du dir beschaffen könntest?

    Job:

    "Job" an sich kann nicht weg.

    Aber es muß nicht dieser Job sein.

    Hast du die Ressourcen, einen Job anzunehmen, der vielleicht nicht so sicher ist, wie der, den du jetzt hast (wie sicher *ist* der, den du jetzt hast?), aber besser? Hast du finanzielle Rücklagen, um ein paar Monate zu überstehen? Bist du räumlich flexibel? Wie ist der Markt für deine Fähigkeiten? Wenn du nicht die Ressourcen hast, kannst du sie schaffen? Kannst du schon mal abklopfen, welche Möglichkeiten es für dich gibt und die vorstellen, was nötig wäre, um sie zu nutzen?

    Du kannst auch vor Ort was ändern. Wenn du den Job noch nicht lange hast (weniger als ein Jahr) fehlt dir noch die Routine, die unheimlich kraftsparend ist. Da hilft Weitermachen.
    Überleg dir mal, was als erstes anders sein müßte, damit es besser wird, und dann, wie das zu kriegen ist. Kannst du die Kolleginnen weniger wichtig nehmen? Oder ihnen gegenüber entschiedener auftreten (mit Rückendeckung, am besten)? Kannst du hilfreiches Feedback kriegen, das dir hilft, dich, deine Rolle und deine Möglichkeiten besser einzuordnen? Kannst du über die Arbeitszeiten verhandeln? Gibt es denkbare Effizienzsteigerungen? Kannst du die Arbeitslast durch Prioritätensetzen strukturieren? Es ist nicht alles "friß, Vogel, oder stirb". Als erwachsener Mensch kann man etwas ändern, sich ändern, oder weggehen.

    Allgemein:

    Bei "alles ist so anstrengend und ich schaffe es kaum, den Kopf über Wasser zu halten" muß man auf sich achten. Genug schlafen, gut essen, Licht und Luft kriegen, abschalten lernen, Leute, die schlecht für sich sind, meiden oder dich abgrenzen. Außerdem braucht (fast) jeder Leute, die auf seiner Seite stehen, durch deren Augen man Perspektive gewinnen kann, die praktische und moralische Untestützung geben, die einen einnorden, wenn man den Weg und den Überblick verliert. Hast du solche Leute, an die du dich wenden kannst? (Dein Stiefvater, wer noch? Vewandte, Freunde, Kollegen, gute Bekannte, Mentor, Coach, Therapeut, ...?) Immerhin hast du eine Katze.

    Viel Glück!
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  5. Registriert seit
    07.12.2016
    Beiträge
    71

    AW: Fix und alle

    Hallo Sonne,

    ich habe die tollen Beiträge von meinen Vorschreiberinnen gelesen :Blume:
    So super Ideen und Gedanken, auf den Punkt gebracht!

    Was mir noch einfiel:
    Stichwort Sonne: Wenn du so viele Stunden am Tag "auf Schicht" bist - lass dich mal von Arzt checken, ob hinter der - verständlichen - Müdigkeit auch ein Mangel (z.B. Vitamin D) stecken kann.

    Stichwort Kolleginnen: Die beiden Damen sind schon Ü60, wie du schreibst. Kann es sein, dass sich dieses Problem für dich bald von selber löst - sprich, dass die bald in Rente gehen und du vielleicht nette neue Kolleginnen bekommst?

    Du hast echt viel zu stemmen, und ich wünsche dir viel Kraft!

    Die Dunkelblonde

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