Nein, nach meiner Auffassung auch nicht. Aber wenn Menschen zusammenleben, kommt man früher oder später an den Punkt, an dem sich vielleicht grundlegende Bedürfnisse unterscheiden. Will man da einen für jeden lebbaren Weg finden, kann man das doch nicht mal eben so zwischen Tür und Angel klären, da müssen die Gespräche und Auseinandersetzungen (nicht im Sinne von "sich die Rübe einkloppen" sondern von: Ich setze mich mit seinen Bedürfnissen auseinander) doch in die Tiefe gehen. Sonst schaufelt man nur Sand drüber und wundert sich hinterher, warum es irgendwann wieder hochkommt.
Genau so. Weil dieser eine Mensch es mir wert ist.
Das auch.
Ein Partner ist für mich der Mensch, bei dem ich ich selbst sein kann, ohne Einschränkungen. Und mit dem ich den ganzen Mist im Leben besprechen kann. Und das ist selbstverständlich keine Einbahnstraße, für meinen Partner bin ICH der Mensch, bei dem er sich fallen lassen kann.
Das liegt aber auch daran, daß ich nicht der Typ bin, der alles mich sich selbst ausmachen will. Wenn ich zu sehr alleine grüble und nicht irgendwann mal mit irgendwem reden kann, dreh ich mich entweder ständig in meiner eigenen Gedankensoße oder ich platze.
Was in meinem Falle noch dazu kommt: Ich kann keine Frauenfreundschaften. Ich hab keine "beste Freundin", ich habe zwar gute Bekannte, aber niemanden, dem ich so tief vertraue wie meinem Partner.
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Thema: Warum eine Beziehung führen?
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03.09.2018, 10:39
AW: Warum eine Beziehung führen?
*lost in the woods*
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03.09.2018, 10:42Inaktiver User
AW: Warum eine Beziehung führen?
Da gibt's bei mir nix, was ich "eingesperrt" habe, was aber durchaus meine Partner schlicht nix angeht, wie z.B. Partner zuvor. Diese Fragen waren mir immer lästig. Hab auch nie nach Ex'en gefragt. Wenn drüber erzählt wurde, gut... wenn nicht, auch gut.
Ansonsten habe ich anlassgemäß bei mir stets "aufgeräumt" und keine Altlasten aufgehäuft, die es zu beichten/berichten/oder was weiß ich, gibt.
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03.09.2018, 11:14
AW: Warum eine Beziehung führen?
Wieso und was sollte ich eingesperrt haben? Und diese Dinge kann man ausscjließlich mit einem Partner herauslassen? Schlichtweg sehr schlicht gedacht, Bae.
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03.09.2018, 12:18
AW: Warum eine Beziehung führen?
Es gibt Bereiche in mir, in denen, wie R. Laing es ausgedrückt hat, niemals etwas zu sehen sein wird ausser meinen eigenen Fusstapfen.
Und es gibt intime Bereiche, in die ich nur wenige Leute vorlasse, und in die ganz intimen, einschliesslich körperlicher Intimität, lediglich meinen Partner.
Das sind keineswegs besonders unangenehme oder "verdrängte" Bereiche, sondern einfach private, sehr persönliche. Und wir werden einander schon auch auf besondere Weise spürbar, also dass ich wahrnehme, *da spüre ich wirklich diesen Menschen!*, und umgekehrt.
Ganz enge Freunde können Teile dieser Bereiche auch erfahren, aber in dem Umfang niemand ausser meinem Partner. Und das war bislang auch nicht irgendein beliebiger Partner, sondern eben dieser. Falls wir nicht mjehr zusammen wären, wüsste ich nicht, ob ich noch mal so intim mit jemandem sein könnte und/oder wollte.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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03.09.2018, 13:21
AW: Warum eine Beziehung führen?
Es ist der alte Mist unter dem Teppich, der stinkt und das Leben vergiftet. Da nützt auch Parfum drüber sprühen nur begrenzt was.
Ich will diesen Mist weg haben, nicht nur "aus den Augen, aus dem Sinn", sondern tatsächlich weg, geputzt, entsorgt. So wie die gute Hausfrau es halt im Haushalt hält.
und das geht nun mal am besten mit einem Partner, der dies für seinen alten Mist auch will und tut.
Interessanterweise ist es ja oft leichter, andern beim Putzen zu helfen, als für sich selbst zu putzen.
gruss, barbara
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03.09.2018, 13:31
AW: Warum eine Beziehung führen?
Ich hatte gerade heute wieder ein freundliches Angebot erhalten, mir ein Kind machen zu lassen, doch danke aber nein danke, nicht mehr in diesem Leben. Wenn ich früher einen solchen Mann getroffen hätte, wer weiss, vielleicht hätte ich eine Familie gewollt - aber nicht mehr jetzt. zu meinem 20. Geburtstag habe ich mich entschieden, dass ich Mutter vor 30 werde oder überhaupt nicht - jetzt ist der Fall "überhaupt nicht" eingetreten, und das ist gut so.
ich muss nicht jede Erfahrung machen, aber ich finde es schön, einem Mann so nahe zu sein, dass wir uns gegenseitig unser Eingemachtes füttern und futtern und danach den Keller aufräumen, das ist für mich etwas sehr Wertvolles und Schönes.
NicNacNoc
gegen Bewertungen ist nicht das Geringste einzuwenden. Es schadet nie, jemanden zu haben, der mir auch mal sagt "das war jetzt aber eine wirklich blöde Idee, die du da hattest".Also nicht nur "das Eingemachte" ansehen und mit-teilen, sondern es bewerten und Änderungen wünschen/einfordern ("Geh mal in Therapie, damit du nicht immer so überreagierst." o.ä.).
Und was Änderungen betrifft... ist ja gut so, ich mag es, herausgefordert zu werden, und auch in Richtungen, auf die ich selbst nicht unbedingt komme.
Ich mag es, mit einem Menschen einen Boden zu haben, der so gut trägt, dass da auch die grossen Brocken zur Sprache kommen können und angeschaut und behandelt werden, und das mit Respekt und mit gutem Willen, obwohl es auch mal schwierig ist, die Emotionen hoch gehen, die wunden Punkte sichtbar werden.
Sowas braucht kein Mensch. Hatte ich, brauch ich nicht mehr, will ich nicht mehr.Aber es gibt eben auch das Andere, dass das "Eingemachte" aufs Schmerzhafteste zur Waffe im Beziehungs-Machtkampf einsetzt.
gruss, barbara
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03.09.2018, 13:34
AW: Warum eine Beziehung führen?
Ich empfinde aber Kinder zu haben als eine vollkommen andere Art von Beziehung. Das ist eben nicht auf Augenhöhe.
Ich suche mit bzw. bei einem Partner in einer Liebesbeziehung schon auch eine Herausforderung, ich will da auch wachsen, insofern bin ich hier bei Bae - und das Gute ist dabei, dass ich weiß, bei allem, dass das Fundament eben Liebe ist und man es miteinander gut meint. Das habe ich in dieser Form eben nirgendwo anders.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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03.09.2018, 13:36
AW: Warum eine Beziehung führen?
ich gehe davon aus, dass der Mann in meinem Leben nicht nur so eine best-of-show von mir will, sondern alles. Und da geht es ihn durchaus auch an, was mit früheren Partnern war.
Wobei das nicht heisst, dass ich über jedes Detail chronologisch Protokoll führe, aber durchaus, dass er Bescheid darüber weiss, was da gelaufen ist, warum ich nicht mehr mit diesem Mann zusammen bin, was ich aus dieser Beziehung mitgenommen habe.
Ich wurde nicht perfekt geboren und finde immer wieder mal Dinge, die ich an mir gern verändere. Oft auch solche, von denen ich die längste Zeit meinte, dass sie unveränderlich zu meiner Identität gehören, aber sie tun es trotzdem nicht immer.Ansonsten habe ich anlassgemäß bei mir stets "aufgeräumt" und keine Altlasten aufgehäuft, die es zu beichten/berichten/oder was weiß ich, gibt.
gruss, barbara
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03.09.2018, 13:40
AW: Warum eine Beziehung führen?
Du hast echt nie Gedanken gehabt, die du deinen Eltern nicht erzählen würdest? oder deinem Chef? Dinge, die gemäss konventioneller Weisheit als peinlich gelten, oder absurd, oder die illegal sind, oder wo du dich heute in Grund und Boden schämst, je so einen Fehler gemacht zu haben?
ich habe solche Dinge, und ja, einige davon kann ich nur einem Liebespartner erzählen.
Das hat nichts mit Gedanken oder Theorie zu tun, sondern mit Erfahrung. So ist es halt bei mir.
gruss, barbara
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03.09.2018, 13:40Inaktiver User
AW: Warum eine Beziehung führen?
Ja, natürlich, ich meinte aber mehr den Aspekt des Mit-Sich-Konfrontiert-Werdens.
Das kann in einer Paarbeziehung geschehen, das geschieht auf andere Art mit Kindern, und es findet eben auch statt im Alleinleben.
Das sind alles unterschiedliche Arten sich zu erfahren, ich würde da keine als intensiver oder wertvoller werten wollen.



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