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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Zitat Zitat von Petersilie72 Beitrag anzeigen
    ...

    Auch mich treiben meine so genannten ‚Fehler‘ immer wieder rum, an der Mitte meines Lebens angekommen. Ein großer Fehler von mir war, mich in meinem Leben bis vor einigen Jahren nie genug geschützt zu haben, ich habe viele Situationen ausgehalten über eine viel zu lange Zeit, um dann später wirklich Schaden erlitten zu haben.

    Ich habe es in meiner Kindheit nicht anders gelernt, und kann es deshalb auch eigentlich nicht als Fehler bezeichnen.

    Die Erfahrungen lehren uns, es in Zukunft besser zu machen. Es ist ein harter und steiniger Weg, Dinge zu lernen, die man in der Kindheit nicht mit auf den Weg bekommen hat, das wichtigste ist aber, nicht zu verbittern über verpasste Chancen, denn die kann es gar nicht geben, weil wir gar nicht wissen, was geworden wäre ....
    Statt nun über die nicht so ganz gelungene Vergangenheit nachzudenken, schauen, was kann ich heute tun, mein Leben gut zu leben, das Leben ist kurz und es gilt. Es gilt jetzt.
    Man ist nie zu alt für irgendwas.

    Liebe Grüße von Petersilchen
    So geht es mir auch,

  2. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Ich kann für mich sagen, dass ich mich in meinem Leben wohl fühle und auch im Nachhinein fast alles genauso wieder machen würde.
    Fast alles, denn einen Fehler gibt es trotzdem, der mir immer mal wieder nachgeht - ich habe 6 Jahre verloren. Es gab da einen Zeitpunkt, zu dem ich die Chance, eine Therapie zu machen, hätte ergreifen sollen; ich habe es aber erst 6 Jahre danach getan.
    Das ist kein Fehler, der sich später "zurechtgeruckelt" hätte i.S.v. "wer weiß, wozu es gut war", das sind einfach 6 verlorene Jahre. Schade drum, nicht zu ändern, ist eben so.
    Ich halte mich auch nicht mit Was-wäre-wenns auf, ich hab mir mein Leben mit den Voraussetzungen, die ich hatte, gebaut und ich bin glücklich damit. Über die Lebensmitte bin ich schon seit geraumer Zeit drüber, und meine Einstellung ist, die Dinge so zu nehmen, wie sie eben sind, und das Beste daraus zu machen. In der Vergangenheit hängenzubleiben ist nicht meins, ich arbeite lieber aktiv an meiner Gegenwart, und da habe ich nur die Dinge zur Verfügung, wie sie sind, nicht, wie sie hätten sein können.

  3. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Hm. „Der größte Fehler meines Lebens“?

    Gibt‘s nicht. Wozu auch? Ich weiß genau, in welchen Situationen ich eher nur so mittelclever gehandelt hab. Und ich weiß auch ganz genau, dass, wäre ich wieder in der gleichen Situation, ich genau das Gleiche tun würde. Einfach weil es damals halt gefühlt das Richtige für mich war.

    Hinterher über verschüttete Milch zu jammern, bringt nix. Is, wie‘s is und fertig. Und am besten ist‘s, wenn man es schafft, das Beste draus zu machen und es auch wirklich dufte zu finden!

    Und außerdem: Aus Fehlern wird man klug.

  4. gesperrt

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Ich bin kein Mensch, der über Vergangenes viele Gedanken verwendet (nicht verschwendet) und bin zu zufrieden mit meinem Leben als Gesamtkunstwerk, um ernsthaft zu hadern.

    Mit alternativen Entscheidungen wäre ich ebenso zufrieden geworden, davon bin ich fest überzeugt.

    Womit ich manchmal hadere, ist die Tatsache, dass mir ein Jahrzehnt frohes Jugendleben mit all den Erfahrungen, die da gemacht werden, komplett fehlt, da ich sehr früh familiär und beruflich große Verantwortung trug.
    Ich bin nicht gereist, habe nicht einen Tag in den Tag hinein gelebt - und nein, diese Erfahrungen, die man mit 20 nicht macht, kann man mit 45 nicht nachholen.

    Familie, Beruf - alles wirklich gut und richtig.
    Ein paar Jahre später wäre es aber immer noch gut gewesen.

  5. Moderation

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein extrem hilfreiches Verfahren ist für mich (!) dabei die Arbeit nach Feldenkrais.
    Das war meine Frage

    Ich habe - über Umwege, und so eklektisch wie mein Fach - eine sensorimotorische Herangehensweise. Da sind aber Gemeinsamkeiten, so wie ich es verstehe.



    Persönlich nehme ich teilweise viel Anregung aus meinem Körperempfinden (beruflich ja sowieso, und empfinde das auch vernetzt mit dann einschiessenden Gedanken, ein bisschen wie eine gegenseitige Schnitzeljagd, falls dieses Bild verständlich ist).

    So kann ich meine "Fehler", wenn ich sie so bezeichnen möchte - ich würde vielleicht eher sagen, die Lebensentscheidungen oder -entwicklungen ,mit denen ich noch nicht im Reinen bin - auch an meinem Körpergefühl identifizieren. Und anderherum bewahrt mich dieses auch davor, Schritte zu tun, die nicht passen.




    Neulich ein Beispiel, in diesem Kontext vielleicht ein kleines Beispiel, für mich aber eine Frage der richtigen Vollendung eines Weges, nämlich den, den ich mit einem geliebten Haustier zusammen gegangen bin.
    Es ging um die Frage der Einäscherung und wie weiter? - die ich zunächst mit der Entscheidung A beschied und auch telefonisch so veranlasste. Danach wurde mir "komisch", dann übel, und ich bekam ein Gefühl der Dringlichkeit. Und die Gewissheit, es muss Entscheidung B sein. Ich kann mit Entscheidung A nicht leben. Ich handelte entsprechend und mein Körpergefühl änderte sich. Das vor dem Hintergrund von wellenförmig verlaufender Trauer. Aber mit einem ganz anderen Gefühl von "Richtigkeit".
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja schon, aber ich würde nicht ausschließen, dass ich mich auch in andere hätte verlieben können - oder eben auch nicht. Liebe ist am Ende von Tag irgendwie austauschbar (dafür sorgen die Hormone schon ganz von selbst), verpasste Chancen sind es meist nicht.
    Ich finde, es gibt wesentlich mehr interessante Jobs als interessante, passende Männer. Jobs sind wesentlich austauschbarer.

    Mein größter Fehler ist/war es, mir viel zu viele Gedanken über "eventuelles" zu machen, ich neige dazu, sämtliche Möglichkeiten gedanklich durchzuspielen und selten bis nie kommt es tatsächlich zum Horrorszenarium. Ich hab mir viel Leichtigkeit durch diesen Wesenszug genommen und es ist ziemlich mühsam, sich das abzugewöhnen.
    Liebt Menschen und benutzt Dinge, weil das Gegenteil niemals funktioniert - The Minimalists

  7. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Wenn Job und Mann austauschbar sind, sind beides die Falschen.

    Oder man selbst ist so unzufrieden in sich selbst, daß jeder Job und Mann falsch wären.

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Hmmm. Ich mag das Wort Fehler auch nicht so. Wie hier auch schon geschrieben wurde, sehe ich mein Leben als eine Aneinanderreihung von Entscheidungen an. Manche waren perfekt und führten bereits unmittelbar zu dem gewünschten Ergebnis, andere Resultate ließen auf sich warten und bei manchen Entscheidungen waren die Resultate nicht die gewünschten. Aber letzten Endes haben mich meine Entscheidungen und der Weg, den ich gegangen bin, zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

    Klar hätte ich bessere Berufschancen mit einem anderen Beruf, der "gewöhnlicher" wäre. Vielleicht wäre ich mit einem anderen Partner schon verheiratet und hätte Kinder, Haus und Hund. Vielleicht aber auch nicht.

    Was nützt es, sich von der Vergangenheit das Heute zu vermiesen und so vielleicht Chancen auf ein besseres Morgen verstreichen zu lassen?

    Ich denke auch oft noch an z.B. meine Schulzeit und die letzten zwei Schuljahre nach. Was wäre, wenn ich Freundschaften besser gepflegt hätte? Wenn ich nicht mit meinem Ex zusammen gewesen wäre? Wenn ich öfter ausgegangen wäre? Da ich das NIEMALS erfahren werde, bringt es auch nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

    Wenn man in seiner derzeitigen Situation unglücklich ist, finde ich es irgendwie besser, man versucht die Situation für eine zufriedenstellende Zukunft zu ändern, als sich Vorwürfe dafür zu machen, dass man sich vor Jahren mal so und nicht anders entschieden hat.

    Jede Entscheidung führt dazu, dass unser Erfahrungsschatz größer wird. Und ich finde verpasste Erfahrungen viel gravierender als vermeintlich falsche Entscheidungen. Wobei man auch sagen muss, dass verpasste Erfahrungen ja auch durch falsche Entscheidungen zustande kommen. Ein Teufelskreis

  9. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Fehler – meine Güte – sicher massenweise.

    Es fällt mir aber ehrlich keiner ein, von dem ich sage „größter Fehler“.

    Fehler: Ich war zu faul in der Schule – intellektuell wäre da mehr gegangen. Bereut habe ich es nicht. Ich hatte das Glück, pragmatisch einen Ausbildungsplatz zu suchen, bei dem sich dann herausstellte, daß er meinen Neigungen sehr entsprochen hat (ja – es gibt Leute, die GERNE einen kaufmännischen Beruf haben).

    Fehler: Ich hab mir meinen ersten Bausparvertrag vom „Berater“ aufschwatzen lassen – viel zu hoch. Letztlich konnte ich ihn brauchen – und ich dadurch sehr früh gelernt, daß Berater nicht Dein Bestes im Sinn haben – und nie wieder was unterschrieben, was ich nicht gründlich recherchiert und durchdacht habe.

    Ich bedaure das Ende einer Beziehung in meinem Leben – aber wenn etwas keine Zukunft hat, muß man das halt auch akzeptieren. Das heißt ja nicht, daß man es sich nicht anders gewünscht hätte.

    Ich ärgere mich, daß manche Entscheidung im Leben (zu denen ich stehe) letztlich auch eine Stange Geld gekostet haben – da wäre ein geraderer Weg wirtschaftlicher gewesen – aber das Leben hat halt nicht nur Autobahnen zum Ziel. Manchmal ist die kurvige Strecke landschaftlich schöner.

    Fazit: Ich bin ziemlich ausgeglichen und mit mir selbst und meinen Entscheidungen durchaus im Reinen. Hätte man Dinge besser machen können – auf jeden Fall. Wäre ich dann die, die ich bin? Wahrscheinlich nicht.

  10. Moderation

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hab ich Fehler gemacht?
    Sicher.
    Würde ich wieder so entscheiden?
    Bestimmt - es schien mir ja zu dem Zeitpunkt richtig.
    Ärgert mich das?
    Nein.
    Jedes Ereignis, jede Entscheidung, jeder Schritt in der Vergangenheit haben mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin und zu dem gemacht, was ich heute bin.
    Passt.
    Ich bin zufrieden.
    Geht mir genauso. Es gibt Dinge, die ich mit dem Wissen, das ich heute habe, anders angehen würde, aber dann wäre ich vielleicht nicht da, wo ich heute bin und mich sehr wohl fühle.

    Das einzige, was mich manchmal immer noch ärgert, ist eine dumme Fächerwahl im Grundkurs-Abi. Aber da sich außer mir kein Mensch jemals um meinen Abischnitt geschert hat, lässt sich das verschmerzen. Auch wenn die 1 vorm Komma schön gewesen wäre

    Glücklicher wäre ich deshalb heute wahrscheinlich auch nicht, und meine Berufswahl stand zu dem Zeitpunkt eh schon fest. Also hätte es auch nix geändert.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn Job und Mann austauschbar sind, sind beides die Falschen.

    Oder man selbst ist so unzufrieden in sich selbst, daß jeder Job und Mann falsch wären.
    Richtig.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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