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  1. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich gibt es den Begriff "Fehler" in diesem Kontext gar nicht.

    Es gibt nur Entscheidungen, die wir fällen und jede Entscheidung hat einen guten Grund.
    Eben.
    Ich finde so einen "saure Trauben" Strang müßig... das Nachdenken über vergangene vermeintliche "Fehlentscheidungen" ist m. M. nach nur ein Ausdruck für die Unzufriedenheit mit dem Leben, das man JETZT hat.
    Man verliert dabei aber vor lauter _hätte ich doch_ ... das Heute aus den Augen und die Möglichkeit, dass man jeden Tag neu entscheidet, was und wie man leben will.

    Hab ich Fehler gemacht?
    Sicher.
    Würde ich wieder so entscheiden?
    Bestimmt - es schien mir ja zu dem Zeitpunkt richtig.
    Ärgert mich das?
    Nein.
    Jedes Ereignis, jede Entscheidung, jeder Schritt in der Vergangenheit haben mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin und zu dem gemacht, was ich heute bin.
    Passt.
    Ich bin zufrieden.

  2. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Ich finde die Frage - sorry - dumm.

    Sie führt Dich in die Retrospektion, Du kannst Dein Leben aber nicht rückwärts leben. Entscheidungen hast Du getroffen, weil sie zu Deiner damaligen Lebenssituation passten und Du sie richtig fandest. Du kannst sie nicht mehr ändern und es ist müssig, damit zu hadern. Du vergeudest damit die Lebenszeit, die Du JETZT hast.

    Es gibt da einen sehr netten Spruch - es gibt nur zwei Tage im Leben, an denen wir absolut handlungsunfähig sind: gestern und morgen.

    Darin steckt eigentlich alles, was man braucht. Leben kann nur im Hier und Jetzt gelebt werden. Man kann auch meiner Erfahrung nach nur bedingt aus "alten Fehlern" lernen, denn wir verändern uns permanent. Gewinnbringend ist, den Zugang zu den Mechanismen zu schärfen, mithilfe derer wir gewohnheitsmässig Entscheidungen treffen. Ein gutes Stichwort wäre hier "somatische Marker". Damit lässt sich im Hier und Jetzt arbeiten und die Entscheidungsfindung erleichtern.

    Ob diese Entscheidungen dann "richtig" oder "falsch" sind, zeigt sich erst in der Retrospektive - water under the bridge. Von daher ist die Frage auch so müssig, mal abgesehen davon, dass es imho kein generelles Richtig oder Falsch gibt. Es gibt nur ein situatives, und da sind wiederum somatische Marker eine gute Hilfe.

    Die Entscheidungen, die ich traf, sind Fakt. Ich kann daran nichts ändern. Ich habe aber jetzt - und zwar an jedem Tag meines Lebens! - die Möglichkeit, Dinge zu ändern. Im Weg stehe ich mir dabei vor allem, wenn ich

    a) darauf hoffe, dass das Ganze risikolos abläuft und mit Sicherheiten verbunden sein müsste

    b) mir selbst vorgaukeln möchte, ein "rationaler" Mensch zu sein und somit die wichtige Chance verpasse, mich dem zuzuwenden, was mein Unbewusstes, das Zugriff auf einen RIESIGEN Funduns mit ganz anderen Dimensionen hat, als meine bewusste Kognition mir je ermöglichen könnte, sowie mein Organismus (somatische Marker) mir mitteilen.

    Kein Mensch ist wirklich rational. Unser Organismus ist eine Einheit aus Körper, Psyche und Geist und mannigfaltiger Reziprozitäten. Unser Geist wiederum besteht zu einem immensen Teil aus Unbewusstem, basierend auf unserem Erfahrungshintergrund. Es ist gut, dem mit Achtsamkeit zu begegnen und es als Ressource zu nutzen.

    c) zu sehr die Maßstäbe anderer / der Gesellschaft zugrunde lege. Insbesondere Leistungsansprüche sind hier sehr tricky - und vor allem auch verräterisch.

    Jeder trägt nur die Verantwortung für SEIN Leben und muss dafür am Ende nur sich selbst Rechenschaft ablegen. Eine gute Idee also, Frieden mit sich zu schliessen.

  3. Moderation

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Kenzia und Mambi - ich schliesse mich euch an.

    Dass manche Dinge im Nachhinein Fehler gewesen sein mögen, ok. Aber es gibt auch keine 100% Garantie, dass ein anderer Weg damals der komplett richtige gewesen wäre. Von daher finde ich es wirklich müssig, Dinge zu sehr zu bereuen. (Abgesehen vielleicht von Sachen wie: "Hätte ich mich bloss nicht betrunken ins Auto gesetzt, dann würde der andere noch leben").

    Das Leben ist eine ständige Aneinanderreihung von Fehlern und guten Entscheidungen. Sonst wäre es kein Leben.

    Und selbst wenn ich meine 'Fehler' anderen als Warnung weitergebe (Nichten, Neffen, Patenkinder, etc), dann bringt das auch nichts, weil deren Situation wahrscheinlich nicht 1:1 der meinen gleicht und ich dazu auch finde, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen sollte.

    Man kann sich ja aus den 'Fehlern' von früher die Erkenntnisse rauspicken, die einem bei zukünftigen Entscheidungen weiterhelfen.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  4. Moderation

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    @rotz_frech: meine Perspektiven haben ja öfter Nähe zu deinen. Eine Frage: wie arbeitest du hier konkret mit somatischen Markern?
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  5. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Guten Morgen!

    Ich habe über 10 Jahre lang mit einer Fehlentscheidung gehadert. Beruflicher Natur - sie hat meinen ganzen weiteren Lebensweg geprägt. Auf den falschen Mann habe ich mich noch dazu eingelassen.

    Also wollte ich alles aufgeben und noch mal woanders neu beginnen.

    Und auf einmal stelle ich fest: Ich sitze in einer geilen Wohnung, inmitten eines geilen Lebens, inmitten jeder Menge Menschen aus Privatleben und Beruf, die mich wertschätzen und lieben - und ich bin hier absolut richtig. Manchmal muß man sich selbst wohl wieder verlieben und sein Herz öffnen, um die Dinge klar zu sehen...

    Sin

  6. gesperrt

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    @rotz_frech: meine Perspektiven haben ja öfter Nähe zu deinen. Eine Frage: wie arbeitest du hier konkret mit somatischen Markern?
    mal ganz simpel: wenn dir was Bauchschmerzen macht, mach's nicht.

    Daraus muss man keine Geheimwissenschaft basteln, wer ein bisschen Körpergefühl kultiviert, und darauf hört, kommt eigentlich von selbst drauf...

    gruss, barbara

  7. Moderation

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun, aber bestimmte Jobchancen gibt es irgendwann nicht mehr, wenn du da nicht rechtzeitig eingestiegen bist. Wenn du bis Anfang 30 nicht in einem Konzern untergekommen bist, wirst du auch nicht mehr Aufsichtsrat in einem DAX-Unternehmen.
    Wärest du heute im Aufsichtsrat eines DAX-Unternehmens, wärest du möglicherweise ausgelaugt, müde und frustriert von dem ganzen Theater und würdest dich fragen, ob du nicht in deinen frühen 30ern etwas ganz anderes hättest machen sollen.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  8. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Mambi ... mehr gibts nicht zu sagen! Wir können die Vergangenheit nicht ändern nur die Gegenwart

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    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    ... also ich finde den Fred sehr qualitativ - vielen Dank an die TE.

    Hier von dumm zu sprechen ist wirklich nicht angebracht. Jeden Menschen treibt irgend etwas rum, und wir können es nicht leugnen, dass jeden einzelnen von uns irgendein Thema immer wieder beschäftigt .

    Toller Beitrag Kenzia.

    Auch mich treiben meine so genannten ‚Fehler‘ immer wieder rum, an der Mitte meines Lebens angekommen. Ein großer Fehler von mir war, mich in meinem Leben bis vor einigen Jahren nie genug geschützt zu haben, ich habe viele Situationen ausgehalten über eine viel zu lange Zeit, um dann später wirklich Schaden erlitten zu haben.

    Ich habe es in meiner Kindheit nicht anders gelernt, und kann es deshalb auch eigentlich nicht als Fehler bezeichnen.

    Die Erfahrungen lehren uns, es in Zukunft besser zu machen. Es ist ein harter und steiniger Weg, Dinge zu lernen, die man in der Kindheit nicht mit auf den Weg bekommen hat, das wichtigste ist aber, nicht zu verbittern über verpasste Chancen, denn die kann es gar nicht geben, weil wir gar nicht wissen, was geworden wäre ....
    Statt nun über die nicht so ganz gelungene Vergangenheit nachzudenken, schauen, was kann ich heute tun, mein Leben gut zu leben, das Leben ist kurz und es gilt. Es gilt jetzt.
    Man ist nie zu alt für irgendwas.

    An die TE: ich glaube auch nicht, dass deine Vergangenheit so schlecht war, sondern vielmehr das dein JETZT sehr unzufriedenstellend ist, genau da kannst du ansetzen.

    Liebe Grüße von Petersilchen
    ...ach wie gut, dass niemand weiß, auf wen und was ich alles schei....ja, ich könnte auch nett sein, bringt aber nix...

  10. Inaktiver User

    AW: Der "mein größter Fehler" - Thread

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    @rotz_frech: meine Perspektiven haben ja öfter Nähe zu deinen. Eine Frage: wie arbeitest du hier konkret mit somatischen Markern?
    Meinst Du das in Bezug auf mich selbst oder in der Arbeit mit anderen?

    Ich sehe das so: wollen wir somatische Marker nutzen, müssen wir uns mit der Wechselwirkung von Psyche und Körper befassen. Wahrnehmung(sfähigkeit) spielt dabei eine große Rolle und diese divergiert von Mensch zu Mensch immens. Ein guter Weg ist meines Erachtens daher die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit - Achtsamkeit für den eigenen Organismus und mit welchen Signalen, welcher Sprache er sich "bemerkbar" macht.

    Ein extrem hilfreiches Verfahren ist für mich (!) dabei die Arbeit nach Feldenkrais.

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