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    Partner als Vaterersatz

    Liebe Community,

    mir liegt etwas schweres auf dem Herzen. Mein Vater war in meiner Kindheit nie für mich da, war Alkoholiker und hat "nix drauf". Er ist nun trocken und ein lieber Mensch, der seine Fehler bereut, aber in meinem Leben macht sich die fehlende Vaterfigur immer wieder bemerkbar. Ich lernte einen Mann kennen, der mir helfen wollte, im Leben klar zu kommen. Wir verliebten uns ineinander, teilten den Humor und auch einige Interessen. Es ergab sich eine besondere Beziehung zwischen uns, aber es war nie eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Vielmehr war er mein Papaersatz. Er half mir beim Auto, erklärte mir die Welt. Er kennt sich gut mit Mechatronik und Elektronik aus, kann gut Handwerken, hat ein super Allgemeinwissen. Wenn wir spazieren waren, erklärte er mir den Brückenbau und die Pflanzenarten am Wegesrand. Er gab mir Ratschläge, wie ich mich in bestimmten Situationen zu verhalten habe. Ich habe mich nie auf ihn einlassen können, da ich unreif für eine Beziehung war. Er war sehr geduldig mit mir und forderte mich auf, Sport zu treiben und zum Psychologen zu gehen. Ich nahm seine Tipps wahr, setzte sie aber leider nicht gut genug um. Ich habe starke Schuldgefühle, dass ich nicht besser auf ihn gehört habe und mit ihm an unserer Beziehung gearbeitet habe.

    Ich bin so verloren im Leben, komplett unselbstständig und weiß einfach nicht weiter. Mir fehlt dieser Mensch so sehr. Als Vaterersatz, aber auch als Mensch. Er hat den Kontakt zu mir abgebrochen, nachdem ihm klar wurde, dass ich emotional abhängig von ihm bin. Ich hatte mich so sehr auf ihn fixiert.

    Ich weiß, dass ich mein Leben selbst in die Hand nehmen muss, doch er fehlt mir so sehr. Es tut alles so weh und ich kann mich kaum konzentrieren, mich kaum mit etwas beschäftigen.

    Ich möchte eine erwachsene Frau sein, ich bin 25 Jahre alt aber ich fühle mich wie ein kleines Kind, verloren im Leben und auf der Suche nach Halt.

  2. Inaktiver User

    AW: Partner als Vaterersatz

    Zitat Zitat von weissersand Beitrag anzeigen
    Er half mir beim Auto, erklärte mir die Welt. Er kennt sich gut mit Mechatronik und Elektronik aus, kann gut Handwerken, hat ein super Allgemeinwissen. Wenn wir spazieren waren, erklärte er mir den Brückenbau und die Pflanzenarten am Wegesrand. Er gab mir Ratschläge, wie ich mich in bestimmten Situationen zu verhalten habe. Ich habe mich nie auf ihn einlassen können, da ich unreif für eine Beziehung war. Er war sehr geduldig mit mir und forderte mich auf, Sport zu treiben und zum Psychologen zu gehen. Ich nahm seine Tipps wahr, setzte sie aber leider nicht gut genug um. Ich habe starke Schuldgefühle, dass ich nicht besser auf ihn gehört habe und mit ihm an unserer Beziehung gearbeitet habe.
    .
    Wenn ich das so lese, dann hab ich das Gefuehl, da hat das aber auch jemand sehr genossen und befoerdert, dass da eine junge Frau zu ihm aufblickt.

    Und dabei brauchst du sowas gar nicht. Du bist das Kind eines Alkoholikers, du bist als Kind (!) allein klar gekommen, weil du musstest.

    Schoen ist was anderes, ganz klar, aber hast du schon mal darueber nachgedacht, was fuer eine ungeheure Staerke du haben musst um damit klar gekommen zu sein?

    Nur so als Gedankenanreiz!

  3. Inaktiver User

    AW: Partner als Vaterersatz

    Bist du weiterhin in Therapie?
    Was meint denn dein Therapeut dazu, so vorhanden?

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    AW: Partner als Vaterersatz

    Ich beginne demnächst eine Therapie. Ich hatte das Gefühl, dass er mich mit seiner Exfreundin vergleicht und mich zu ihr "erziehen" wollte. Er sagte, ich solle mich mit meinem Studium nicht so anstellen, schließlich wäre es keine Mathematik (seine Ex hat dieses Fach studiert). Ich grübel nach, wieso sie ihn damals verlassen hat. Ihre Beziehung lief angeblich sehr gut und sie hat noch guten Kontakt zu ihm. Er wollte mich immer verbessern, mir helfen. Er hat aber irgendwann übertrieben und als ich zB die Milch nicht zudrehte und den Deckel vergessen hatte, meinte er "Wie kommst du denn überhaupt im Leben klar?" und machte mir eine Szene. Ich fühle mich nun wie eine Chaotin, die nix im Griff hat.

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    AW: Partner als Vaterersatz

    Beantworte dir mal die Frage was du von einem Vater erwartest? Ich schreibe von einem nicht von deinem Vater. Wenn du kannst, dann überprüfe ob deine Anforderungen erfüllbar sind, nicht von deinem Vater sondern allgemein von Vätern. Väter wissen nicht alles. Kein Vater, kein Mann weiß alles. Sei stolz darauf, was du als Kind geschafft hast. Du hast in einer Alkoholikerfamilie gelebt. Du hast Dinge kennengelernt, die manche Menschen ihr ganzes Leben nicht erleben. Irgendwann wirst du erkennen, wie wichtig das für dich war.

    Allgemeinwissen kann man sich aneignen in dem man viel liest, sich für Dinge interessiert. Wenn ich mich z. B. dafür interessiere wie ein Auto funktioniert, dann besorge ich mir die Informationen zumal das heute mit Internet sehr einfach ist. Wenn ich wissen möchte, wie eine Deckenlampe angeklemmt wird, dann gucke ich mir das an oder suche im Internet. Sei neugierig, wenn du etwas siehst, was du nicht kennst, dann mach dich schlau. Es ist heute so viel einfacher mit dem Internet.

    Bei mir ist eine Steckdose locker, noch zweimal ziehen, dann ist sie draußen. Bevor das passiert habe ich bei YouTube nach "lockerer Steckdose" gesucht und zack, da war die Hilfe, das kriege ich alleine hin. Handwerken kann ich ganz gut, alles selber beigebracht oder abgeguckt.

    Keiner braucht dir die Welt zu erklären oder möchtest du in der Welt eines anderen leben. Guck dir die Welt an und bilde dir deine eigene Meinung.

    Im allgemeinen werden die Menschen, die Alkoholiker in der engeren Familien haben als Co-Abhängige bezeichnet. Such dir Informationen im Internet, da gibt es jede Menge. Es gibt auch Selbsthilfegruppen.

    Sei froh, daß du den Mann los bist, wer so mit dir umgeht, der ist es nicht wert bei dir zu sein.
    Geändert von linsemo (07.08.2018 um 20:35 Uhr)
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

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    AW: Partner als Vaterersatz

    Liebe weissersand,

    wenn der Mann ein Papaersatz war ist es doch logisch, dass du keine Liebesbeziehung mit ihm eingehen konntest.

    Oder meinst du, dass du das generell nicht kannst?

    Ich schließe mich an: Väter wissen nicht alles. Früher waren sie sowieso meist gar nicht ansprechbar. Ich hatte einen besonders lieben Vater. Erklärt hat er mir nie etwas.

    Wie alt ist der Mann, dem du jetzt nachtrauert?

    Mit deinem richtigen Vater könntest du doch sicher HEUTE gute Gespräche führen?

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    AW: Partner als Vaterersatz

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Liebe weissersand,

    wenn der Mann ein Papaersatz war ist es doch logisch, dass du keine Liebesbeziehung mit ihm eingehen konntest.

    Oder meinst du, dass du das generell nicht kannst?



    Ich schließe mich an: Väter wissen nicht alles. Früher waren sie sowieso meist gar nicht ansprechbar. Ich hatte einen besonders lieben Vater. Erklärt hat er mir nie etwas.

    Wie alt ist der Mann, dem du jetzt nachtrauert?

    Mit deinem richtigen Vater könntest du doch sicher HEUTE gute Gespräche führen?
    Er ist nur 1 Jahr älter als ich und so viel reifer/weiser. Ich habe ihn nicht von Anfang an als Vatersatz gesehen. Das wurde mir erst im Nachhinein klar. Er hat mich aufgefordert, joggen zu gehen und zur Therapie zu gehen. Ich bereue es, seine Vorschläge nicht umgesetzt zu haben. Ich habe mich ihm gegenüber trotzig und launisch verhalten und frage mich nun, was gewesen wäre, hätte ich auf ihn gehört. Ich kann mit meinem Vater reden, aber die Gespräche bringen nichts. Er strahlt keine Lebenserfahrung aus, sondern ist selber hilflos und hat keine Interessen.

  8. Inaktiver User

    AW: Partner als Vaterersatz

    Hallo weissersand,

    auch wenn Du im Moment traurig bist, dass sich dieser Mann von Dir getrennt hat, das ist wahrscheinlich das Beste was Dir passieren konnte.

    Die fehlende Vaterfigur in Deiner Kindheit kannst Du in der Therapie aufarbeiten (somit hast Du ja auf den Ex „gehört).
    Mit joggen kannst Du jeden Tag anfangen und wenn Dir das keinen Spaß macht, dann halt mit was anderem. Dein Leben, Dein Sport.

    Wenn sich jemand in der Beziehung als Herr Allwissend aufspielt, kommentiert, kritisiert, ist das ganz schön übel. Willst Du wirklich mit so einem Menschen zusammensein?
    Klar gibt es jede Menge reiferere und weisere Menschen, aber das was wirklich zählt ist Herzensbildung und Empathie.
    Ich glaube, Du hast ne Menge davon. Ich meine, Du redest mit Deinem Vater, trotz Deiner Erlebnisse. Lass Dich vielleicht mal vom Therapeuten (ich glaube, eine Frau wäre besser, nicht dass Du Dich als nächstes in den männlichen Therapeuten verguckst), zum Thema Familientherapie, also mit Deinem Vater zusammen, beraten.

    Und wenn Dein Vater keine Interessen hat, kannst Du ihn manchmal mitschleppen, zu Veranstaltungen die Dich interessieren? Vielleicht lernt Ihr Euch neu kennen. Kletterpark, Wandertouren.

    Nimm mal den Fokus vom Ex und seiner Ex weg. Kümmere Dich um Dich, Du studierst, ganz so hilflos kannste also nicht sein. Und wenn Du vergisst, die Milchflasche zuzudrehen, nimm Hemme-Milch, die Tüte verschließt sich von allein. Nimms mit Humor und genieß Dein junges Leben.
    Ich wünsche Dir alles Gute, Gruß von der alten Pumpernickel-Frau

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    AW: Partner als Vaterersatz

    Zitat Zitat von weissersand Beitrag anzeigen
    Ich beginne demnächst eine Therapie. Ich hatte das Gefühl, dass er mich mit seiner Exfreundin vergleicht und mich zu ihr "erziehen" wollte. Er sagte, ich solle mich mit meinem Studium nicht so anstellen, schließlich wäre es keine Mathematik (seine Ex hat dieses Fach studiert). Ich grübel nach, wieso sie ihn damals verlassen hat. Ihre Beziehung lief angeblich sehr gut und sie hat noch guten Kontakt zu ihm. Er wollte mich immer verbessern, mir helfen. Er hat aber irgendwann übertrieben und als ich zB die Milch nicht zudrehte und den Deckel vergessen hatte, meinte er "Wie kommst du denn überhaupt im Leben klar?" und machte mir eine Szene. Ich fühle mich nun wie eine Chaotin, die nix im Griff hat.
    Weissersand,
    du musstest mit deinem Vater schon schlimme Erfahrungen machen. Dass ist sicher nicht leicht.

    Dieser Mann, der dir die Welt erklärt war eine Weile gut für dich, aber du bist jetzt selbst erwachsen, für dich selbst verantwortlich. Du schaffst dass auch ohne ihn.
    Warum es gescheitert ist bei den beiden ist nicht dein Thema. Warum willst Du dich damit belasten? Ja kann sein dass er da einen Klon seiner Verflossenen haben wollte. Bist Du nicht. Du bist Du.

    Wenn ich lese, dass er dir wegen einer offenen Milchflasche ne Szene macht, dann weiss ich schon woher der Wind weht. Solche Menschen können nicht ertragen wenn ihr „Schützling“ selbständig wird, eigene Ideen und Meinungen vertritt und Dinge tut, die nicht fremdbestimmt werden.
    Kurz und gut, versuch nicht da etwas aufrechtzuerhalten was DIR nicht mehr guttut.

    Überleg mal, was du möchtest. Einen Partner auf Augenhöhe, der Dich ernstnimmt und bei dem Du nicht länger das kleine Mädchen bist und nicht versucht dich mit Nickeligkeiten zu verunsichern und kleinzuhalten.
    Denk dran solches Verhaltensweisen werden nicht besser, sondern schlimmer.
    Er hat ja jetzt schon wenig Respekt vor dir, denn ohne ihn bist du ja Nichts. So sieht er es.
    Komm raus aus dieser Gedankenfalle „was wäre wenn“. Ex ist Ex und dass ist in dem Fall gut so.

    Du bist im Übrigen auch nicht verantwortlich für das Leben, die Bespassung deines Vaters.u
    Er hat seinen Weg gewählt.
    Linselmo hat es beschrieben mit der Co Abhängigkeit.
    Geändert von Beachnoodle (08.08.2018 um 14:24 Uhr)
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer

  10. User Info Menu

    AW: Partner als Vaterersatz

    Vielen Dank. Ich habe mit erschrecken festgestellt, dass ich Stalking-Tendenzen aufweise. Ich gucke nach, ob er mich entblockt hat, gucke auf sein Facebook Profil und das seiner Ex. Ich weiß das soll ich nicht tun, aber ich habe mich so stark an ihm orientiert und meine einzige Hoffnung besteht darin, dass er irgendwann wieder mit mir normal redet. Das bezweifle ich aber irgendwie sehr stark, aber manchmal bilde ich mir wieder andere Situationen ein. Ich interessiere mich mehr für sein Leben als für meins. Das ist alles krank und ich mache bald die Therapie, hoffentlich wird es besser.

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