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    Bonmot über die Liebe

    Ich weiß nicht genau, ob es in diese Rubrik passt, aber ich habe soeben einen wunderschönen Satz über die Liebe gelesen:

    "Die Liebe entbanalisiert die Welt und verzaubert den Alltag"
    Aus "Männer, eine Spezies wird besichtigt" von D. Schwanitz

    Ich finde, schöner kann man es nicht sagen !
    Und das, obwohl der Autor die romantische Liebe eher negativ sieht.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

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    AW: Bonmot über die Liebe

    Sehr, sehr schön
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

  3. Inaktiver User

    AW: Bonmot über die Liebe

    Zitat Zitat von beklamo Beitrag anzeigen
    Sehr, sehr schön
    stimme dem zu!!!

  4. Inaktiver User

    AW: Bonmot über die Liebe

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Und das, obwohl der Autor die romantische Liebe eher negativ sieht.
    Ich halte Schwanitz ja fuer einen entsetzlichen, pseudowissenschaftlichen Schwafler.

    Aber bei oben genanntem muss ich ihm sogar Recht geben. ‘Romantische Liebe’ ist, kunstwissenschaftlich gesehen, unerfuellte Liebe, die besten Beispiele sind Romeo und Julia - die waren nach genau einer Nacht beide tot - und Beatrice und Dante, und da ist nie was draus beworden.

    ‘Romantische Liebe’ ist das Gegenstueck zu einer funktionierenden Beziehung.

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    AW: Bonmot über die Liebe

    Mir gefällt dieser Aphorismus nicht, setzt er doch voraus, dass die Welt zunächst mal banal ist.

    Genauso gut könnte man sagen: "Die Kunst entbanalisiert die Welt" oder "Alleine frühmorgens über einen See zu blicken ..." etc.

    Aber nun halte ich die schriftliche Klappe, denn ich will Euch die Freude an diesem Spruch nicht nehmen.

  6. Inaktiver User

    AW: Bonmot über die Liebe

    Ich senfe mal auch dazu: Irgendwie bringt der Spruch in mir so gar nix zum Klingen. Ganz im Gegensatz dazu dieser kleine Absatz:

    Die große Liebe ist das, was bleibt. Es ist klein und vertraut, es ist freundlich und hat einen dicken Bauch. Geliebt werden ist: jemand erträgt dich. Er kocht dir ab und zu einen Tee und krault dir den Kopf.
    Will man sich unglücklich machen – durchaus legitim, denn es macht ja erinnernswerte Gefühle -, sollte man ruhig weiter nach den Dingen suchen, aus denen Filme gemacht werden. Ein Kreischen über neunzig Minuten.
    Da ist es doch wohliger, mit dem kleinen stillen bäuchigen Glück zufrieden zu sein, den Tod nahen zu sehen, zu bedauern, aber lächelnd die Schultern zu zucken und sich zu sagen: Was soll's, so ist es eben. Bin ja nicht alleine damit. An dem Tag, an dem ich sterbe, werden ein paar Hunderttausend mit mir kommen. Und so lange schaue ich, dass ich keinen Unfug anstelle.
    (...)
    Die Welt wird weiterhin und auch ohne mich ein Ort sein, an dem immer wieder ein paar nette Sachen passieren, die sofort von Gier und Dummheit negiert werden. Ich werde das nicht ändern, aber ich kann ja so tun, als glaubte ich, es zu können.
    Und die Liebe, mein Gott, die Liebe. Die wird ja wohl ein bisschen überschätzt. Kann ich nicht alle lieben, von Zeit zu Zeit, Kinder, Omas, Opas, meinen Mann, meine Frau, meinen Hund, den Nachbarn, den Frühling, eine Tasse Kaffee auf dem Balkon im Herbst? Es macht alles dasselbe Gefühl von Behaglichkeit, und um viel mehr kann es sich beim besten Willen nicht handeln müssen, wenn man bedenkt, dass jeder Tag aus 1440 Minuten besteht.


    Sibylle Berg – Von Jahrhunderten und wie man sich irren kann

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    AW: Bonmot über die Liebe

    Zitat Zitat von Massashi Beitrag anzeigen
    Mir gefällt dieser Aphorismus nicht, setzt er doch voraus, dass die Welt zunächst mal banal ist.

    Genauso gut könnte man sagen: "Die Kunst entbanalisiert die Welt" oder "Alleine frühmorgens über einen See zu blicken ..." etc.

    Aber nun halte ich die schriftliche Klappe, denn ich will Euch die Freude an diesem Spruch nicht nehmen.
    Guter Punkt, finde ich und ist wohl ein Teil des diffusen Gefühls, dass der Spruch für mich schräg ist.

    Meine ersten Gedanken dazu waren, dass er die Liebe auch in einen unstimmigen Gegensatz zum Alltag setzt und sie mit der Erwartung überfrachtet, den Alltag zu verzaubern.
    Letzteres kann sie, aber das können andere Dinge auch und eine dauerhafte Verzauberung oder "Entbanalisierung" ist mir eine Hausnummer zu groß.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  8. gesperrt

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    AW: Bonmot über die Liebe

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    "Die Liebe entbanalisiert die Welt und verzaubert den Alltag"
    mir gefällt der Spruch

    auch wenn ich leicht umformulieren würde: die Liebe erinnert uns daran, dass die Welt und der Alltag schon immer zauberhaft und magisch waren und sind - wir vergessen das bloss gelegentlich. Die Liebe kann uns daran erinnern.

    gruss, barbara

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    AW: Bonmot über die Liebe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich senfe mal auch dazu: Irgendwie bringt der Spruch in mir so gar nix zum Klingen. Ganz im Gegensatz dazu dieser kleine Absatz:

    Die große Liebe ist das, was bleibt. Es ist klein und vertraut, es ist freundlich und hat einen dicken Bauch. Geliebt werden ist: jemand erträgt dich. Er kocht dir ab und zu einen Tee und krault dir den Kopf.
    Will man sich unglücklich machen – durchaus legitim, denn es macht ja erinnernswerte Gefühle -, sollte man ruhig weiter nach den Dingen suchen, aus denen Filme gemacht werden. Ein Kreischen über neunzig Minuten.
    Da ist es doch wohliger, mit dem kleinen stillen bäuchigen Glück zufrieden zu sein, den Tod nahen zu sehen, zu bedauern, aber lächelnd die Schultern zu zucken und sich zu sagen: Was soll's, so ist es eben. Bin ja nicht alleine damit. An dem Tag, an dem ich sterbe, werden ein paar Hunderttausend mit mir kommen. Und so lange schaue ich, dass ich keinen Unfug anstelle.
    (...)
    Die Welt wird weiterhin und auch ohne mich ein Ort sein, an dem immer wieder ein paar nette Sachen passieren, die sofort von Gier und Dummheit negiert werden. Ich werde das nicht ändern, aber ich kann ja so tun, als glaubte ich, es zu können.
    Und die Liebe, mein Gott, die Liebe. Die wird ja wohl ein bisschen überschätzt. Kann ich nicht alle lieben, von Zeit zu Zeit, Kinder, Omas, Opas, meinen Mann, meine Frau, meinen Hund, den Nachbarn, den Frühling, eine Tasse Kaffee auf dem Balkon im Herbst? Es macht alles dasselbe Gefühl von Behaglichkeit, und um viel mehr kann es sich beim besten Willen nicht handeln müssen, wenn man bedenkt, dass jeder Tag aus 1440 Minuten besteht.


    Sibylle Berg – Von Jahrhunderten und wie man sich irren kann
    Gefällt mir auch besser
    27.7.2020

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    AW: Bonmot über die Liebe

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht genau, ob es in diese Rubrik passt, aber ich habe soeben einen wunderschönen Satz über die Liebe gelesen:

    "Die Liebe entbanalisiert die Welt und verzaubert den Alltag"
    Aus "Männer, eine Spezies wird besichtigt" von D. Schwanitz

    Ich finde, schöner kann man es nicht sagen !
    Und das, obwohl der Autor die romantische Liebe eher negativ sieht.
    Für die ersten paar Wochen auf rosaroten Wolken trifft das sicher zu
    27.7.2020

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