Hi ihr Lieben,
bin nicht sicher, ob ich im richtigen Forum bin...
Derzeit fühle ich mich öfter Mal ein bisschen verloren. Früher kam meine beste Freundin jedes WE zu mir, seit ca. 6 Monaten eher unregelmäßig (wir verstehen uns immer noch sehr gut, hat andere Gründe, außerdem hat sie jetzt einen Freund). Ich bin seit Oktober Single und eigentlich geht es mir die meiste Zeit sehr gut, konnte es bis jetzt auch sehr genießen und fühle mich sehr froh, bin eigentlich sehr positiv gestimmt und habe großes Vertrauen ins Leben allgemein.
Naja, aber irgendwie habe ich in letzter Zeit eben ab und an das Gefühl verloren zu sein.
Überlege auch immer wieder hin und her für einige Monate zu verreisen (mein großer Traum, bei dem meine Augen leuchten). Und dann kommen immer wieder ABERS...
Ich erhoffe mir von euch ein paar Ideen gegen das Verloren-Sein-Gefühl und vielleicht eine Inspiration zum Reise-Thema.
Ich freue mich auf Rückmeldungen :)
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Ergebnis 1 bis 10 von 26
Thema: Bisschen verloren
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08.07.2018, 21:47
Bisschen verloren
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08.07.2018, 23:56
AW: Bisschen verloren
Hallo cookiefresserchen, ich denke erstmal schon, dass Du hier richtig bist.

Ich glaube, dass ich so ein bisschen verstehe, was Du meinst. Ich hatte im vergangenen Jahr eine Phase, die vom Grundgefuehl her vielleicht vergleichbar ist: Irgendetwas fehlte? War zuviel? War nicht in Ordnung? Nicht gut genug?
Aber immer, wenn ich auf einen Bereich genauer hinschaute, schien dort genau nicht die Ursache meines Unwohlseins (oder an bloederen Tagen auch: Ungluecks) zu liegen.
Maue Karriere? - Hmm, ich bin nicht hoch hinaus, aber die Arbeit ist erfuellend, interessant, finanziell ausreichend und sehr flexibel.
Aeusseres (Gewicht)? - Arbeite ich dran, auch mit Erfolg.
Unerfuellter Kinderwunsch? - Klar, ein Problem, aber kann man ja nur begrenzt was machen.
Immer wenn ich anfing, darueber nachzudenken, zog das "Problem" sich sozusagen in den Nebel zurueck. "Verloren", ist mir damals nicht einfallen, aber es waere eine gute Beschreibung gewesen.
Mir half, mit einer guten Bekannten, die auch seelsorgerlich versiert ist, darueber zu sprechen.
Und was noch viel mehr half, war ein "Glueckstagebuch" zu fuehren (gibt's auch als "Dankbarkeits-Tagebuch").
Darin kannst Du Momente aufschreiben, die dich gluecklich machen, wie der Name schon sagt.
Und siehe da, es kam heraus, dass ich sozusagen unerfuelltes Potenzial hatte, Lust und Kapazitaet, wieder etwas Neues, auch Kreatives zu machen.
Es kann sich also lohnen, statt nach dem "Problem" zu suchen, das anzuschauen, was gut und schoen ist.
Vorausgesetzt, Du findest meine Situation vage mit Deiner vergleichbar.
Falls es so sein sollte, ist Dein Reiseplan ja schonmal prima.
Wenn Deine Augen dabei leuchten und es organisatorisch moeglich ist, hoert sich das doch genau richtig an.
Gibt es denn Laender oder Kulturelle dinge, die Dich besonders anmachen? Soll es aktiv sein oder eher entspannend? Oder hauptsaechlich exotisch, also neu?Geändert von Flau (09.07.2018 um 17:46 Uhr)
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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09.07.2018, 08:31
AW: Bisschen verloren
Ich schreibe erstmal etwas kryptisch, okay?
So ein Verloren-Sein-Gefühl hat auch seine Ursachen.
Dieses Gefühl will gefühlt werden, die Emotionen dabei wollen gespürt werden. Dein System klopft an und sagt: *knock knock* "Hey Cookie, da sitzt eine Sehnsucht quer, die sollst du bitte hören! Aber die hast du so tief vergraben, dass du das jetzt nur noch bemerkst durch ein schwimmendes Gefühl."
Die Idee wäre nicht "gegen" dieses Gefühl anzugehen - sondern im Gegenteil: In das Verloren-Sein-Gefühl hineingehen, es zulassen, es so lange durchspüren, bis es sich gehört fühlt.
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Jetzt die alltäglichere Betrachtung.
Seit Oktober bist du Single. Also seit ca. 9 Monaten. Bis vor 6 Monaten kam deine beste Freundin jedes WE zu dir. Ihr habt sicher viel geredet, etwas unternommen. Sprich, sie hat dir auch die ersten markanten 3 Monate, in denen man vielleicht noch Kummer hat wegen der Trennung etwas erleichtert durch ihr Dasein. Vermutlich war sie damals auch noch Single - so ist man zu Zweit. Vielleicht hats auch geholfen, die eine oder andere Wolke (unbewusst?) wegzudrücken? Jetzt, wo sie selbst wieder eine Beziehung hat und du siehst, dass sie dort ihre Hauptzeit verbringt, entsteht bei dir ein verlorenes Gefühl.
Daher der Gedanke: Ist in deiner letzten Beziehung alles, was war, zu Ende gedacht, gespürt, noch Reste da an...?
Was sind deine Gedanken an Tagen, an denen du dich verloren fühlst?
Be a voice not an echo.
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09.07.2018, 08:46
AW: Bisschen verloren
Be a voice not an echo.
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09.07.2018, 12:52
AW: Bisschen verloren
So ein "Glückstagebuch" habe ich auch.
Für ein richtiges Tagebuch fehlt mir immer die Energie irgendwie und ich lasse es dann immer schnell wieder sein.
Aber mich hat ein Bekannter auf die Idee gebracht, immer aufzuschreiben, was mir positives widerfährt und mir tut das sehr gut.
Dadurch habe ich auch irgendwie gelernt, auf kleine Dinge zu achten und mich daran zu erfreuen. Mir hilft das immer sehr, auch wenn ich zurückblicke, auf die vergangenen Tage.
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09.07.2018, 14:01
AW: Bisschen verloren
Vielleicht, in dem man die Lücken sichtbar macht. Das, was auffallend *nicht* da steht.
Nach einem Monat sieht man vielleicht: "Tätigkeiten A bis F verschaffen mir jeden Tag Zufriedenheit."
Heißt das, ich mache jeden Tag *6 Sachen* gründlich genug, um mir Zufriedenheit zu verschaffen? Wann schlafe ich eigentlich? Wann langweilie ich mich und gebe dem Kopf Zeit, Mögichkeiten zu sehen statt Tätigkeiten?
Oder so.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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09.07.2018, 14:09
AW: Bisschen verloren
Auch wenn ich nicht gemeint war: So habe ich das noch nie betrachtet, oder benutzt.
Meine Bekannter hatte mir nämlich geraten, unbedingt die schlechten Dinge aus allem raus zu halten und wirklich nur das Gute dort zu vermerken.
Aber das ist ein super Ansatz und unter diesem Aspekt sollte ich das auch mal anschauen.
Danke schön
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09.07.2018, 17:58
AW: Bisschen verloren
Bei mir war das nicht der Fall, aber es kann schon sein, dass es so auch funktioniert.
Bei mir war es eben so, dass das diffuse Gefuehl: "Irgendwas stimmt nicht" nicht aus einem aktiven Problem herruehrte, das geloest werden muss (also z.B. Veraenderung der Arbeitsstelle), sondern aus einem Mangel an positiven Aktivitaeten. Das habe ich durch das Glueckstagebuch halt ganz schnell gemerkt:
Hej, wie gut ich mich heute gefuehlt habe! Warum? Ich habe (nur mal als Beispiel) eine Handarbeit fertig gestellt.
Aha, vielleicht sollte ich das oefter machen.
Hej, das war ein super Gefuehl heute, als ich beim Event von dem Verein ausgeholfen habe.
Vielleicht sollte ich da dauerhaft eintreten.
Sowas.
Ich mache seitdem wieder mehr Kreatives und arbeite wieder ehrenamtlich, und ich bin wirklich viel zufriedener.
Ich habe dadurch auch unterscheiden koennen, was mich gluecklich macht und was ich glaube, fuer andere tun zu muessen. Also z.B. das mit der Karriere - da war so ein unbewusster Gedanke: "Alle anderen machen was tolleres als ich und stecken mehr Energie hinein - da muss ich doch unzufrieden sein, mit dem, was ich mache."
Aber wie gesagt, immer wenn ich mich hinsetzte und dachte: "So jetzt krempeln wir mal die Karriere um", merkte ich schon, dass ich das eigentlich gar nicht wollte. Dass es an meiner Unzufriedenheit nichts aendern wuerde.
Dazu waren im Uebrigen die Gespraeche mit der Bekannten wahrscheinlich hilfreicher als das Glueckstagebuch, weil ich mit ihr das "Was waere wenn", detailliert durchgehen konnte. Das bin halt auch ich, dass es fuer mich hilfreich ist, das mal laut mit jemandem zu besprechen, auch gespiegelt zu werden. Muss ja nicht fuer jeden klappen.
Ich wuerde sagen: die Gespraeche haben mir geholfen zu erkennen, was ich nicht moechte. (Z.B. kam bei mir eben raus, dass ich mich derzeit nicht beruflich veraendern moechte.)
Das Glueckstagebuch hat mir geholfen zu sehen, was ich moechte.
Ich brauchte schon beides. Ich bin seither auch waehrend meiner Arbeit, um bei dem Beispiel zu bleiben, noch viel zufriedener und entspannter, weil ich sie als Quelle der Unzufriedenheit ausschliessen konnte.Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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09.07.2018, 20:29Inaktiver User
AW: Bisschen verloren
Verloren...
Was dagegen hilft?
wieder finden!
oder wiederfinden?
Nur was eigentlich?
Verloren SEIN. Also Du bist verloren? Verloren gegangen? Aktiv? Also selbst gegangen? Oder verloren worden? Und dann VON WEM?
Fragen über Fragen.
Die ganzen Eso-Ratgeber schreiben von "Finde dich selbst". Die "Suche nach..."
Halte ich nix von.
Wenn ich dieses Gefühl mal habe... also dieses "verlorene" - dann schau ich in den Spiegel. In den im Bad. Oder in den gedachten Spiegel in meinem Kopf:
Wer bin ich? Wofür brenne ich? Was will ich noch in diesem Leben? Wie kann ich das schaffen?
Und durch Fokus auf das Ziel ist es leicht, sich wieder zu FINDEN

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10.07.2018, 08:48
AW: Bisschen verloren
Klingt fast nach einem Coaching. Hat sie die Szenarien mit dir alle einzeln durchexerziert?
Ja, eine harte Kur, aber sicher eine sehr klärende.
Ich hatte damals das Glückstagebuch angefangen, weil ich mich mit Optimismus versus Pessimismus befasst habe.
Weil ich mich häufig damals ertappte bei negativem Gedankengut. Also nicht kritisches, das dich dann zur Tat schreiten lässt, sondern eben fruchtloses, z.B. Gedanken wie: "Is doch alles sinnlos, wozu streng ich mich eigentlich an?"
Ich habe mit Sachliteratur begriffen, dass man optimistisch-sein tatsächlich lernen kann, weil das Gehirn fähig ist, mit einem gewissen Training umzudenken.
In diesen Jahren habe ich so viel verändert zugunsten einer positiven, optimistischen Lebenshaltung, Lebensführung.
Gesünder gegessen, bewusster geatmet, intensiver gefühlt. Auch den Mut gewonnen, Kritisches so zu sehen, wie es ist und mir nicht schön zu blümeln.Be a voice not an echo.


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