Nein, ein Coaching war das nicht, Blue, einfach ein guter Zuhoerer, der mir zugehoert hat. (Wobei ich nicht ausschliessen will, dass Coaches auch so verfahren.) Es war auch nicht hart, bzw. ich habe es nicht als hart empfunden. Das ist bestimmt auch sehr unterschiedlich, je nach Leidensdruck.
Sie hat mir wirklich zumeist einfach nur zugehoert. Und mir gespiegelt, was sie gehoert hat. Und ein paar Vorschlaege gemacht, was ich noch probieren koennte, so als "Denkversuch", also keine konkreten Vorschlaege zum Beruf oder so, sondern eher Buchvorschlaege, "Denkrichrungen" usw..
Aber zum Beispiel hat sie gesagt: "Ich hoere, dass Dir Dein Beruf im Moment eigentlich ganz gut gefaellt". Also mit mir zusammen herausgefunden, dass dort nicht der Aenderungsbedarf ist.
Das war alles sehr niederschwellig und unspekatakulaer.Wenn man so ausfuehrlich darueber berichtet, nimmt es ein wenig mehr Raum ein, als es eigentlich hatte. Allerdings kann ich schon sagen, dass ich es sehr hilfreich fand.
Ich lese die Fragestellung der TE so, dass sie sich nach einschneidenden Veraenderungen in Beziehungen neu sortieren muss bzw. moechte und nicht so richtig weiss, wo sie anfangen soll.
So habe ich mich (-wenn auch aus anderen Gruenden-) halt auch gefuehlt und wusste, fuer mich ist es hilfreich, wenn dazu noch eine Person mit mir im Raum ist. Man muss ja auch sehen, dass ich kein enorm schwieriges Problem hatte, insofern war natuerlich auch die Hilfe und die "Loesung" recht einfach. Aber als Ansatz koennte ich es mir auch in schwierigeren Situationen vorstellen. Wuerde ich auch jederzeit wieder so versuchen.
Ich finde es sehr interessant, @Blue, dass Du durch groesseren Optimismus gleichzeitig sozusagen "kritikfaehiger" geworden bist, also auch Situationen, die sich nicht "optimieren" lassen, besser aushalten kannst. (So verstehe ich es jedenfalls.) Ein sehr schoenes Beispiel dafuer, dass Optimismus durchaus nicht gleichzusetzen ist mit "unrealistisch Denken" oder wie Du sagst: "schoen bluemeln" ().
Aber dass man dann, wenn man sich auch nicht Dinge kuenstlich "schlecht stinkelt" mehr Kraft hat, die wirklich bloeden Dinge auch anzunehmen und zu bewaeltigen.
(Korrigiere mich, wenn ich das falsch verstanden habe.)
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Thema: Bisschen verloren
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10.07.2018, 10:48
AW: Bisschen verloren
Geändert von Flau (10.07.2018 um 10:57 Uhr)
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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10.07.2018, 11:30Inaktiver User
AW: Bisschen verloren
Du hast ja sehr wenig über deine Urlaubspläne geschrieben. Daher mein Vorschlag so ins Blaue:
Wir waren vor einigen Jahren mit den Wikingern durch Schottland wandern. Die bieten das aber auch in vielen anderen Regionen an (Toscana soll genial sein).
Da wird das Gepäck ins nächste Zielhotel gebracht und man wandert mit Rucksack, einer Gruppe und einem Wanderführer, der sich super auskennt und viel erzählen kann. Ich war mit meinem damaligen Mann, es waren aber zu ca 70 % Singles in der Gruppe. Mal ist man mit dem ein Stück gegeangen, mal mit dem. Abends saßen wir alle nett zusammen.
Falls ich mal Single werden sollte mache ich das wieder.
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10.07.2018, 11:38
AW: Bisschen verloren
@cookie: Liest du das hier? Kannst du mit den Beiträgen was anfangen?
Be a voice not an echo.
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10.07.2018, 12:05
AW: Bisschen verloren
cookiefresserchen, bist du vielleicht einfach einsam, weil du noch keinen neuen Menschen gefunden hast, der in deinem Leben Spiegel, Stütze, Gesellschaft, Anregung, Motivation... ist?
Ich habe ich unheimlich allein auf weiter Flur gefühlt, als meine Kreativpartnerin krank geworden ist. Da waren Gewohnheit, Arbeitsweise, Kritik, Wertschätzung, Erwartung, die ich einfach brauchte, um was gebacken zu kriegen und Freude daran zu haben.
Oder, ein Freund von mir ist unerwartet gestorben, und es gibt absolut niemanden in den größeren Freundschafts- und Bekanntschaftstrukturen wo ich drin bin, der seine Rolle einnehmen könnte. (Ich habe einen Teil der Rolle...) Noch nach Jahren habe ich manchmal das Gefühl, als suchte ich an einem alten Baum Halt und falle statt dessen nur in ein Loch.
Es läßt sich nicht jede Lücke füllen, aber man kann immer was neues, anderes aufbauen.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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10.07.2018, 13:37Inaktiver User
AW: Bisschen verloren

pssst, nicht weitersagen: es gibt einen Baum, den umarme ich gelegentlich, wenn mich (hoffentlich) keiner sieht....und ja, es hilft mir
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10.07.2018, 21:34
AW: Bisschen verloren
Wow!! Erstmal danke JEDEM von euch für die Antworten, Ideen, Teilhaben lassen an eigenen Erfahrungen!! Ich schätze wirklich alle Antworten sehr!
So, ich probiere das Zitieren hier mal aus und hoffe es funktioniert so wie ich will ;)
Ja, sehr diffus, mir geht es da sehr ähnlich.
Beim Durchlesen der anderen Beiträge habe ich gemerkt, dass es wohl sehr viel damit zu tun hat, dass ich mich etwas verloren fühle, weil ich niemanden mehr regelmäßig treffe, wie ich es jahrelang gewohnt war. Zwar war die Trennung der letzten Beziehung nicht wirklich schlimm für mich, aber ich habe dann gemerkt (auch im Gespräch mit einem sehr guten Freund), dass ich schnell in Beziehungen "hineinstrudle", vermutlich weil ich das Gefühl so sehr mag jemanden fest in meinem Leben zu haben (wobei es mir in den Zeiten, in denen ich alleine war auch meist sehr gut ging und ich nicht Trübsal geblasen habe). Aber dieser Wunsch jemanden fest in meiner Nähe zu haben wurde wohl für eine Zeit lang durch meine beste Freundin erfüllt. Sie ist immer noch für mich da und wir haben guten Kontakt, bei meiner Schreiberei hört es sich fast so an, als wäre sie nicht mehr für mich erreichbar. Bereits kurz bevor ihrer neuen Beziehung trafen wir uns aber nicht mehr derart häufig. Dachten aber beide, dass es nur eine kurze Phase ist.
Je mehr ich darüber nachdenke hängt es viel mit meinen Freunden zusammen. Ich habe viele einzelne Freunde hier und da verstreut. Ich würde schon sagen, dass ich viel unternehme. Nur hatte ich neulich in zwei Situationen das Gefühl "verloren" zu sein, als ich merkte, dass deren Prioritäten anders gesetzt waren oder ein Verhalten von ihnen mich verletzt hat oder Situationen in denen ich merkte, dass es nicht mehr ganz wie früher ist (an sich würde ich sagen keine schwerwiegenden Situationen, aber mich hat es schon sehr beschäftigt). Ich hätte gerne wieder einen Freundeskreis, mit dem ich mich regelmäßig treffe, also quasi einen Stammtisch ;)
Ich werde auch bald 30 Jahre alt und Angst, dass zu meinem Geburtstag nicht viele Leute kommen. Das macht mir schon seit einiger Zeit etwas Sorge. Vielleicht spiegelt auch das mein Gefühl von Verlorensein wieder.
Ich werde noch etwas darüber nachdenken...
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10.07.2018, 21:40
AW: Bisschen verloren
Danke auch dir für deine Antwort! Hat mich sehr berührt!
Das mit dem Hineinspüren finde ich auch! Ich teile deine Meinung!
Ich denke es ist nicht die Beziehung per se, die noch nicht verarbeitet ist. Ich glaube es ist generell meine Sehnsucht nach Anerkennung und dem Gefühl von Verbundenheit. Wie bereits vorhin erwähnt lässt mich das denke ich schnell in Beziehungen "hineinstrudeln".
Ich komme davon immer mehr weg und denke ich bin langsam emotional unabhängiger, aber es ist schon noch ein Thema. Das dann natürlich noch mehr zutage kommt, wenn auch die Freunde/in nicht mehr so viel präsent ist wie zuvor.
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10.07.2018, 21:42
AW: Bisschen verloren
Danke auch für die Idee mit dem Glückstagebuch (das hatten mehrere von euch eingebracht - Danke an alle)
Ich kann mir das gut in Form von einem Wandkalender vorstellen.
Dabei zu reflektieren, was mich glücklich gemacht hat und wie ich das mehr in mein Leben bringe finde ich eine tolle Idee!!
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10.07.2018, 21:49
AW: Bisschen verloren
@TT333 danke für deine schönen Fragen! Sehr poetisch und schön zum Nachdenken inspirierend.
Von WEM ich verloren ging habe ich schon ein bisschen oben geschrieben. Ich denke aber auch, dass ich mich etwas selbst verlieren lies, weil ich gerne warte, dass die anderen auf mich zukommen, anstatt selbst aktiv zu werden. Das hat bis jetzt ganz gut geklappt, aber ich sollte für die Kontakte, die mich glücklich machen mehr aktiv machen und mutig genug sein nachzufragen (mutig klingt schon fast ein bisschen schräg, weil ich ja jetzt auch regelmäßig mit ihnen Kontakt habe...).
Der Fokus auf die Big 5 for Life quasi? ;) werde ich für mich wieder herausarbeiten. Ich bin gespannt, wann ich mutig genug für mein nächstes Ziel bin und wann es sich richtig anfühlt.
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10.07.2018, 21:51
AW: Bisschen verloren
Danke @overknee ;)
Wohin es gehen soll/ kann, da habe ich ganz viele tolle Ideen. Eine davon ist auch eine längere Wanderung, also gar nicht so unähnlich zu dem, was du schreibst ;)


Wenn man so ausfuehrlich darueber berichtet, nimmt es ein wenig mehr Raum ein, als es eigentlich hatte. Allerdings kann ich schon sagen, dass ich es sehr hilfreich fand.
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Wenn Deine Augen dabei leuchten und es organisatorisch moeglich ist, hoert sich das doch genau richtig an. 

