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27.06.2018, 11:53Inaktiver User
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
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27.06.2018, 11:53
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
Eine schwierige und interessante Frage, Marilyn.
Einerseits respektiere auch ich geleistete Arbeit mehr als einen "Erfolg", der einem in den Schoß fällt. Wobei die Frage bleibt, ob man Letzteres immer nachweisen kann. Manche Schwierigkeiten erkennt man von außen nicht.
Verwöhnen in der Kindheit macht einen Menschen nicht nur unselbständig, sondern auch abhängig, undankbar und schwach, finde ich. Ist letztlich auch schlecht fürs Selbstwertgefühl.
Andererseits kann ich verstehen, dass sich ein Mensch ein angenehmes Leben wünscht. Das ist auch nicht in allen Fällen gleichzusetzen mit Verwöhntsein.
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27.06.2018, 11:55Inaktiver User
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
es gehört für mich zu den großartigsten erlebnissen im leben, herausforderungen zu meistern und die eigenen kräfte zu spüren.
das ist nicht alles, aber es ist toll.
wer dazu keine gelegenheit hat, ist in aller regel unglücklich - meine erfahrung.
also heißt es für diejenigen, denen alles zufällt, dass sie sich aufgaben suchen müssen. das kann schwierig sein, zumal, wenn sie auch anerkennung suchen. je besser die voraussetzungen, desto weniger wird die leistung von der mitwelt gewürdigt...
und andersrum fällt, wenn du keine hürden hast, jeder fehler, jedes versagen, direkt auf dich zurück. die erklärung "ich hatte es ja schwer" zieht nicht.
das kann ziemlich belastend sein.
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27.06.2018, 11:58
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
Der leichte Weg mMn weder der schlechtere noch der bessere. Wer vor jedem Hindernis zurückscheut, wird nicht nur Probleme haben, etwas zu gewinnen (Fertigkeiten, Anerkennung, Erfolg), sondern auch, etwas zu behalten. Wem etwas zufliegt, dem fehlt Verständnis für die, denen es schwer fällt. (Deswegen: "Die die's könnnen, tun's, die, die's nicht können, unterrichten's". Denn wer nie mit dem Thema gekämpft hat, brauchte es nicht zu durchdringen und ist benachteiligt, wenn es darum geht, es zu vermitteln.)
Ich merke öfters, daß ich Sachen, die mir leicht fallen, nicht wirklich schätze, weil ich nicht wahrnehme, daß sie ungewöhnlich sind: "Das kann doch jeder". Während Sachen, die mir schwerfallen, anscheinend anspruchsvoll genug sind, um der Mühe wert zu sein, und Sachen, wo ich mit jahrelanger Übung gerade eben als unbegabter Anfänger durchgehe (Joggen, Tanzen, Nähen, ...) mythisch überhöht werden zu "das einzige, woran man den Wert eines Mensche messen kann".
Ich glaube, ich habe ganz klar zu viele von diesen dummen Sprüchen gehört!
Vermutlich sollte man Arbeit für sich genommen schätzen: Fokus, Entscheidungsfreude, Selbsterkenntnis, Selbstdisziplin, Frustrationstoleranz, die Fähigkeit zum Problemlösen, ... das sind auch alles wertvolle Talente und Fertigkeiten. So zu tun, als habe die Arbeit nur im Ergebnis ihre Berechtigung und das Ergebnis nur in der Arbeit ist unnötig sportlich.
Und der Fettnäpfchen sind viele auf diesem Weg! Die Frau, die nach 50 Jahren täglicher Praxis es als triviale, quasi naturgegebene Fähigkeit betrachtet, für acht Gäste ein prächtiges Essen auf den Tisch zu stellen, und ihre eigene Fertigkeit kleinredet, ist nicht bescheiden, sondern wertet die ab, die das nicht können. Dann ist "ja, *dir* fällt das leicht!" eine schnell gegebene patzige Antwort, "Für *mich* ist das harte Arbeit" und schon fühlt sich die Gastgeberin der Trägheit bezichtigt, und eine völlig fruchtlose Gifterei startet über einem Essen, das was besseres verdient hat.
Man steckt nicht drin. Man weiß nicht, was der andere für etwas getan hat, ob das schwer oder leicht war, gut oder schlecht.
Manche Bemerkungen sollte man sich einfach schenken...** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.06.2018, 12:09
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
Für mich hat das Taschengeld-Beispiel wenig mit dem letzten Satz zu tun. Ob meinem Kind mal alles zufällt und es ohne Sorgen durchs Leben kann weiß ich doch schlichtweg nicht und habe es auch nur sehr bedingt in der Hand.
Deshalb lege ich ihm sicherliche keine Steine in den den Weg, aber ein gewisses Maß an Eigeniniative und Frustrationstoleranz zu fördern finde ich richtig, damit es später mal auf eigenen Beinen stehen kann und nicht bei den geringsten Widrigkeiten hilflos da steht.
Und ich bin auch der Meinung, damit muss man früh anfangen, denn das Kind wird nicht mit 18 morgens aufwachen und spontan ein As im Managen von Finanzen sein.
Warum man seinem Kind angeblich die Unbeschwertheit nimmt wenn man das Taschengeld begrenzt verstehe ich auch nicht. Vorausgesetzt natürlich dass Kind muss mit dem Taschengeld nicht seine eigenen Heizkosten tragen u.ä.. Üblicherweise gibt es Taschengeld ja für nicht-lebensnotwendige "Luxusprodukte", also mal ein Ü-Ei zusätzlich etc., so kenne ich es zumindest.
Generell denke ich schon, dass es Neid verursachen kann, wenn jemandem bestimmte Dinge zufliegen.
Klassisches Beispiel Streber: ich war in der Schule in den meisten Fächern recht gut, ohne dass ich mich besonders angestrengt hätte, das ist schon einigen sauer aufgestoßen.
Und letztendlich sehe ich das tatsächlich nicht als besondere Leistung an, das ist halt naturgegeben.
Mich persönlich machen tatsächlich auch Dinge zufriedener, die ich mir selber erarbeitet habe.
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27.06.2018, 12:14
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
Ich bin bei dem Thema sehr ambivalent.
Schulische oder berufliche Leistungen sind natürlich leichter zu erbringen in Fächern, die einem liegen oder leicht fallen.
Ist meine "eins" deswegen weniger wert als die "zwei" von jemandem, der dafür viele stundenlang pauken musste?
Das gleiche im Studium, mein Studium und auch meine Abschlüsse sind mir nicht in den Schoß gefallen, aber wenn ich überlege, welchen Aufwand andere dafür betrieben haben, hatte ich es doch sehr leicht aus einer Kombination aus Begabung, Glück und Lockerheit. Immer mit dem Wahlspruch im Kopf "ein gutes Pferd springt knapp". Vermutlich hätte ich ein viel tolleres Examen machen können, wenn ich soviel gelernt hätte wie andere, aber das war es mir nicht wert. Ich kenne genügend andere, die mit deutlich mehr Lernaufwand trotzdem durchgefallen sind.
Ich musste im großen und ganzen als Kind nichts "leisten", sondern ich durfte hauptberuflich Kind sein. Ob mir mehr Druck in der Kindheit für mein heutiges Leben mehr Ehrgeiz oder mehr "einen an der Klatsche" eingebracht hätte - keine Ahnung. Manchmal denke ich ein paar Aufgaben im Haushalt oder so hätte mir gut getan, aber das habe ich dann eben später gelernt.
Es ist eben auch eine Frage, ob man vom Ergebnis her denkt "ein tolles Essen für acht Personen" oder ob man eher bewertet, wie viel Mühe es gemacht hat. Ich schaue, wenn ich so überlege immer auf eine gewisse Mischung aus beidem. Das kleine Abendessen einer Freundin, die nicht oft und gerne kocht, kann mich mehr beeindrucken, als das 7-Gänge-Menü einer passionierten Köchin - aber letzteres schätze ich auch wert und muss es nicht abqualifizieren, nur weil es ihre Passion ist.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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27.06.2018, 12:20
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
Naja, ob das jetzt ein zugeflogener Erfolg ist...
Das sieht eher nach Arbeit und Mühe, geboren aus mangelndem Talent, aus!
Auch da, ich sehe das als Präferenzen/Prioritäten/Werte die mit Talenten interagieren.
Aus Selbstbeobachtung: Ich brauchte nie zu lernen, und ich habe immer alles gekriegt, was ich haben wollte (mit einer wesentlichen Ausnahmen) -- aber "lernen" habe ich nie gelernt und kann es nicht, und "sparen, budgetieren, nicht-kaufen, nicht-haben-wollen" (außer bei einer wesentlichen Ausnahmen) kommt mir völlig natürlich.
Der erzieherische Aspekt des "schwer ist gut, dann lernt man's" erscheint mir als ausgesprochener Aberglaube.
Es kann sich aber jeder die Möglichkeit suchen. Nur wird "richtig schlecht in was sein" nicht respektiert -- egal, wie viel Arbeit man hineingesteckt hat.
(z.B. ein Schüler, der auf seinen Notendurchschnitt schielen muß, wäre ja behämmert, würde er Kunst belegen, weil er da immer nur eine Gnaden-Vier-Minus kriegt.)
Aber ein Erfolg.
Während eine Arbeitsleistung von 10T angestrengten Stunden nicht unbedingt ein Erfolg ist.
Völlig unterschiedliche Kategorien.
Ist das deine Beobachtung?
Ist "tief" gleich "gut"?** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.06.2018, 12:24Inaktiver User
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
Ich denke mal, die gesunde Mischung macht es...Meine "Kindheit" war ziemlich früh zu Ende, ich kannte das Wort "Freizeit" nicht in seiner praktischen Bedeutung, (ab 8 Babysitter für meine Schwester), ich kann Haushalt aus dem EffEff....kochen, waschen, bügeln, putzen mußte ich ab 13 permanent, dazu der dörfliche Acker ums Haus, auf dem Dorf war mal permanent als Arbeitskraft verplant....Schöne Kindheit geht anders...
Ich behaupte mal, es hat mich nicht zu einem besseren Menschen gemacht....Ich halte überhaupt nichts davon, es dem Kind (oder später Anderen) extra schwer zu machen, was soll das bringen?
Vor kurzem wurde ich mal gefragt (in einem Bewerbungsgespräch) , worauf ich stolz bin....mein erster Gedanke:Nix....hab dann zwar was gesagt....aber so richtig, richtig stolz??? Nee....(okay, eine private Krise hab ich gut gemeistert, da bin ich stolz drauf, dass ich heute so weit bin)
Ich müsste sogar sehr lange überlegen, was ich denn Anstrengendes gemacht habe? Mir fällt Lernen z.B. sehr leicht, mein Zweitstudium war interessant, aber ich empfand es nicht als super anstrengend....
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27.06.2018, 12:28
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?
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27.06.2018, 12:55Inaktiver User
AW: Ist ohne Anstrengung alles nichts wert?



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