Ich empfehle mal was über die Shaolin-Mönche und die dahinter stehende Zen-Philosophie zu lesen.
Vor allem über das Entstehen von Leid gibt es da sehr interessante Ansätze.
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24.06.2018, 11:37Inaktiver User
AW: Wer weiß, wofür das gut war...
Geändert von Inaktiver User (24.06.2018 um 11:59 Uhr) Grund: Link entfernt da evtl. kommerziell
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24.06.2018, 12:27Inaktiver User
AW: „Wer weiß, wofür das gut war...“
Ich bin überzeugt davon, dass der Spruch einen großen Wahrheitsgehalt hat, der sich als Trost allerdings erst entfaltet, wenn man es selbst erfährt, nicht, wenn jemand anderes es einem sagt.
Bei den großen Schicksalsschlägen glaube ich, dass ein höherer Plan dahintersteht, aber bei Karas Ausgangsfrage ging es ja mehr um die kleinen, fiesen Hindernisse des Alltags.
@Kara, Dein Beispiel kommt mir sehr bekannt vor, wie auch Deine Grundhaltung, dass Du gerne Kontrolle über Ursache-Wirkungs-Ketten in Deinem Leben hättest.
Zwar hatte ich noch keine Sportverletzung, aber das Muster "Ich bemühte mich sehr" --> "Und trotzdem reichte es nicht / kam etwas dazwischen / musste ich eine Extra-Schleife drehen" ist mir sehr vertraut.
Meine persönliche Lernaufgabe hierbei war, zu verstehen, dass ich auch mit noch so viel Einsatz ein gewünschtes Ergebnis nicht erzwingen kann und folglich den Wert meiner Bemühungen nicht am Ergebnis, sondern an der Ernsthaftigkeit des Versuchs messen sollte. Hauptsache, ich habe gesät, unabhängig von der Ernte.
"Let go the attachment to the outcome." war die Lektion, die ich durch diese Ereignisse lernte.
Dafür waren sie gut, denn heute treffen mich solche Rückschläge und Hindernisse längst nicht mehr so stark wie früher.
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24.06.2018, 12:50Inaktiver User
AW: „Wer weiß, wofür das gut war...“
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Geändert von Inaktiver User (25.06.2018 um 14:01 Uhr)
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24.06.2018, 13:12Inaktiver User
AW: „Wer weiß, wofür das gut war...“
Mmh.... ich verstehe schon, was du sagen willst, aber für das Bemühen allein gibt‘s leider meist keine Medaille - da muss das Ergebnis schon auch stimmen. Ich hatte im Leben selten Probleme damit, mich anzustrengen, aber sehr wohl Probleme damit, wenn es trotz aller Anstrengung nicht gereicht hat, denn ich verliere nicht gern. Meine aktuelle Sportverletzung ist da ein gutes Beispiel - alles gegeben, was zeitlich machbar war, trotzdem lang vor Zielerreichung verloren. Da kann ich dann für mich nicht sagen: „na, wenigstens hab ich‘s probiert“. Das interessiert nämlich keinen, weil ich gar nicht auf der Ergebnisliste stehe.
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24.06.2018, 13:45Inaktiver User
AW: „Wer weiß, wofür das gut war...“
Das ist ja gerade die (schwere) Lernaufgabe: Den Fokus weg vom Ergebnis hin zu (ausschließlich) Deinen Entscheidungen und Deinem Tun zu lenken.
Ich hatte es da wohl etwas leichter als Du, weil mein "Hadern mit dem Schicksal" nicht auf das Ausbleiben von für andere sichtbare Ergebnisse bezogen war, sondern "nur" auf das eigene Unvermögen, trotz großer Anstrengung den Ausgang von Unternehmungen nicht kontrollieren zu können.
Ich erinnere mich an eine Situation vor Jahren, als ich in der Badewanne einen Heulkrampf hatte vor Enttäuschung und v.a. Ohnmacht darüber, dass sich Dinge anders entwickelten als von mir vorgesehen.
Nach einer Häufung solcher Ohnmachtserlebnisse, Bewusstwerdung der Mechanismen und "Lebensgesetze", Arbeit mit Affirmationen, ..., konnte ich diesen Kontrollwunsch sukzessive loslassen.
Mein Verhalten selbst - ich investiere immer noch in Dinge, die mir wichtig erscheinen - hat sich nicht geändert, nur meine Zufriedenheit hängt nicht mehr von dem Ergebnis hat. Das macht auch frei.
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24.06.2018, 14:41Inaktiver User
AW: „Wer weiß, wofür das gut war...“
"Wer weiss, wozu das gut war" impliziert, dass das, was geschieht, in dem Moment, in dem es geschieht, zweckgerichtet ist, wir aber diesen Zweck (noch) nicht erkennen. Wenn ein Geschehnis zweckgerichtet ist, heisst das, dass irgendjemand oder irgendetwas das Geschehnis zu genau diesem Zweck geschehen lässt, es also einigermassen bewusst so lenkt.
Daran glaube ich nicht.
Daher ist der Satz so, wie er da steht, Unfug. Dass ich mir vor 2 Monaten die Hand gebrochen habe, ist nicht zu einem bestimmten Zweck geschehen, ist nicht geschehen, weil jemand oder etwas damit etwas bezweckt(e), ist nicht geschehen, weil ein Sinn darin oder dahinter stecken würde.
Sondern es IST einfach geschehen. Ohne jeden tieferen Grund, ohne Zweck, ohne Sinn, ohne "Lernaufgabe"* im Ereignis selbst.
Was ich mit diesem Ereignis mache, ist was ganz anderes. Dass ich es Scheisse finde - klar. Dass mir hingegen die Teilarbeitsunfähigkeit der letzten Wochen sehr gelegen kam und ich gewisse Seiten daran geniessen konnte und kann - auch klar. Das ist aber allein meine ganz persönliche Bewertung. Diejenige, die dem Geschehnis einen Sinn verleiht, bin ich selbst (falls überhaupt). Das Geschehnis an sich hat hingegen keinen Sinn, keinen Zweck und ist nicht für irgendetwas gut oder schlecht.
*Der Begriff stösst mir sauer auf wegen gewisser pseudoreligiöser, esoterischer Strömungen, die in ihrer extremen Ausprägung plädieren, dass sogar die Vergewaltigung und Ermordung eines dreijährigen Kindes deswegen stattfand, weil seine Seele "irgendetwas zu lernen hätte" und sich seine Seele genau dieses Leben und Leiden ausgesucht hätte.
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24.06.2018, 16:10Inaktiver User
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24.06.2018, 17:50
AW: „Wer weiß, wofür das gut war...“
Ja... sich auf den Prozeß zu konzentrieren, den man kontrollieren kann, statt auf das Ergebnis, das von Faktoren außerhalb von einem selber abhängt, finde ich auch besser für's Gemüt. Und wenn man auf den Prozeß guckt, sieht man eher, wenn er nicht stimmt, als wenn man aufs Ergebnis guckt -- denn man kann ja auch mal Glück haben und mit einer schlechten Vorgehensweise erfolgreich sein.
Trotzdem: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!"
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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24.06.2018, 19:26
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24.06.2018, 19:47Inaktiver User
AW: „Wer weiß, wofür das gut war...“
Für mich persönlich? Naja, geht so. Die low hanging fruits habe ich alle eingesammelt, bei den mittleren hatte ich meine Herausforderungen, und für die wirklich hohen war ich immer zu schlecht, da hat dann auch alle Anstrengung nichts genutzt. Das Ziel ist für mich das Ziel und nicht der Weg dorthin (der ist fast immer steinig, oder alternativ auch einfach nur langwierig).


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