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    AW: Konflikte austragen lernen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Als mein Kollege mir vor einigen Tagen sagte, dass ich bei einer solchen Neuregelung ja bitte schön auch mal seine unangenehmen Altfälle übernehmen solle, fiel mir erst Stunden später eine darauf passende Antwort ein.

    Hat denn dein Kollege überhaupt irgendwas zu sagen bei eurem Konflikt?
    Eigentlich muss er es doch einfach so machen...


    Hast du mal überlegt, ob du so etwas wie "Schuld" empfindest, weil du etwas änderst und sich dadurch eben auch bei ihm etwas ändert? Ich habe das auch häufig abgetan und gedacht...ach IWO....so etwas wie Schuld empfinde ich nicht, aber innerlich habe ich mich dann immer gerechtfertigt, entschuldigt, erklärt....für das was ich mache.

    Du kannst darfst und solltest deine Arbeitszeit reduzieren. Auch wenn dein Kollege im Karre springt.

  2. Inaktiver User

    AW: Konflikte austragen lernen

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen

    Diese Bekannte hatte mir in einer Zeit, in der ich eher steif und unflexibel war, ein ungewöhnliches Geschenk gemacht:
    Eine schwarzhaarige Barbie. Und zwar nicht irgendeine, sondern die Esmeralda aus dem Disneyfilm "Der Glöckner von Notre Dame". Sie sollte das Lebendige, Bunte, Zigeunerhafte, ja, das Flatterige, das Abenteuerlustige symbolisieren.
    Das ist großartig! Ich habe vor kurzem eine Doku über Frauen in Kuba gesehen - viele waren ganz ähnlich eingestellt und versuchten mit ihrer Lebensfreude, mit Tanz und Körperbetonung den widrigen Umständen entgegen zu treten. War sehr beeindruckend!

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen

    Wie steht euer Chef hierzu? Ist er allumfassend informiert über die "Arbeitshaltung" deines Kollegen? Wäre es möglich, diesen Kollegen irgendwie los zu werden (Zimmerwechsel?)? Wie steht das Team zu deinem Kollegen?
    Das Problem ist altbekannt, mein Chef resigniert - und auch einer der Sorte "Konfliktvermeider". Das restliche Team sieht meinen Kollegen ganz ähnlich wie ich; ich bin aber eben diejenige, die aufgrund der Standortnähe am meisten unter den Nachteilen zu leiden hat. Ein Büro teilen wir uns zum Glück nicht. Eine Idee war aber gewesen, dass ich aufgrund meiner Stundenreduzierung an einen anderen Standort wechsele, da die dortige Kollegin ebenfalls reduziert hat und wir tatsächlich eine Teilzeitkraft eingestellt bekommen haben, die die Stundenreduzierungen dort ausgleicht und quasi auch meine Stunden hat. Das wollte mein Chef aber nicht, da er an meinem jetzigen Standort "eine starke Frau" braucht.

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Ich denke viel in Bildern. Auch Worte sind für mich Bilder. Insofern hat sich das so entwickelt, daß mir bestimmte Worte oder Bilder viel bedeuten. Ein bestimmter Ort meiner Kindheit war schon immer mein Bild für Ruhe und Möglichkeiten. Viel habe ich mit Bildern zu Räumen, Gärten, Landschaften gearbeitet. Auch wichtige Träume passen dazu. Deswegen sage ich, das ist meine Art, kann für einige passen, für andere vielleicht nicht.
    Ich werde das mal ausprobieren. Wir hatten mal ein Coaching zum Thema Stressbewältigung, der hat auch ähnlich gearbeitet. Ich konnte damals viel damit anfangen (meinen "Seelenbaumel-Ort" kann ich bis heute spontan visualisieren). Schöner Hinweis - danke!
    Geändert von Inaktiver User (21.06.2018 um 18:23 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Konflikte austragen lernen

    Zitat Zitat von liz1980 Beitrag anzeigen
    Hat denn dein Kollege überhaupt irgendwas zu sagen bei eurem Konflikt?
    Eigentlich muss er es doch einfach so machen...
    Nein, hat er nicht. Zur Not wird das eine Dienstanweisung. Es kann eben sein, dass er darauf wieder mit einer oder mehrerer AU´s reagiert....

    Zitat Zitat von liz1980 Beitrag anzeigen
    Hast du mal überlegt, ob du so etwas wie "Schuld" empfindest, weil du etwas änderst und sich dadurch eben auch bei ihm etwas ändert? Ich habe das auch häufig abgetan und gedacht...ach IWO....so etwas wie Schuld empfinde ich nicht, aber innerlich habe ich mich dann immer gerechtfertigt, entschuldigt, erklärt....für das was ich mache.

    Du kannst darfst und solltest deine Arbeitszeit reduzieren. Auch wenn dein Kollege im Karre springt.
    Spontan hätte ich gesagt, dass ich keine Schuldgefühle habe. Schließlich wird durch die geplante Neuregelung ja erst einmal so etwas wie eine gerechte Verteilung geschaffen - im empöre mich eher dagegen, dass der Kollege das als ungerecht empfindet (selbst wenn ich schon verstehe, dass das subjektiv eine Verschlechterung für ihn darstellt). Die bei mir wegfallenden Stunden muss der Kollege ja nicht auffangen, da hätte ich auf jeden Fall verstanden, wenn ihn das geärgert hat. Für meine Stundenreduzierung bekomme ich ja schlicht und ergreifend auch weniger Geld aufs Konto, also ist das auch gerecht.

    Letztlich habe ich aber bisher selten in einem solchen Ausmaß das umgesetzt, was mir wichtig ist. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob da nicht doch so etwas wie Rechtfertigung, Entschuldigung abgeht, auch wenn ich genau weiß, dass das Quatsch ist.

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    AW: Konflikte austragen lernen

    NicNacNoc, ich frage mich jetzt: Was genau ist das Problem?

    Du hast deine Stunden reduziert - wurde genehmigt, Chef hinter dir. Der Kollege macht zwar Geschrei, aber mehr als Schall und Rauch ist es ja nicht. Der Kollege wird weder vom Chef respektiert noch von seinen Kollegen.
    Wenn er sich jetzt krank meldet und du dann als seiner Vertretung seine Aufgaben auffangen würdest müssen - dann GEHT das SO eben nicht mehr. Du hast deine Stunden reduziert...der Chef hat es genehmigt...Dann müsstest du nochmal mit dem Chef Rücksprache halten, dass du extra reduziert hast --- und die Arbeit des jetzt krank gemeldeten Mitarbeiters nicht wochenlang wirst mitmachen können...Du verdienst auch weniger Gehalt!
    Be a voice not an echo.

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    AW: Konflikte austragen lernen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Letztlich habe ich aber bisher selten in einem solchen Ausmaß das umgesetzt, was mir wichtig ist. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob da nicht doch so etwas wie Rechtfertigung, Entschuldigung abgeht, auch wenn ich genau weiß, dass das Quatsch ist.
    Mir ging es ähnlich ... obwohl ich es im Endeffekt, dann doch irgendwie rechtfertigen wollte.

    Den anderen einfach reden lassen. In zwei Wochen ist Gras drüber.
    Wenn er dich nicht mehr mag, so what?

    Wenn es eine Person wäre, die dir wichtig ist, oder mit der du klar kommen musst, könnte man drüber reden und versuchen Dinge auszubügeln oder so. Aber so wie ich dich verstanden habe, habt ihr nur ein Mitarbeiterverhältnis. Sein Verhalten ist somit unprofessionell. Letzteres könnte man ihm dann auch noch in ruhigem Ton einfach mal sagen...und dann gehen.

    Schon seit Jahren ist es vollkommen klar, dass mein Arbeitsvolumen ca. 40% höher ist als das meines Kollegen (ist anhand unseres Arbeitsprogramms problemlos nachvollziehbar). Bisher war das für mich völlig in Ordnung, der Kollege liegt weit unter dem Durchschnitt des Teams, und mit meiner Arbeit bin ich gut klargekommen. Der Chef hat es so laufen lassen.
    Was ich nicht wirklich verstehe ist, warum du freiwillig mehr machst, als du musst. Er wird dir das garantiert nie danken. Du hast davon weder geldlich etwas, noch von deinem Status her.
    Diese Art der Selbstaufgabe im Job habe ich noch nie verstanden.
    Geändert von liz1980 (21.06.2018 um 19:14 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Konflikte austragen lernen

    @NicNacNoc: Konflike scheuen klingt so negativ. Dabei ist es eigentlich eine sehr positive Eigenschaft, nur dann in einen Konflikt einzusteigen, wenn es auch tatsächlich was zu gewinnen gibt - pick your battles, wie es so schön heißt. Wenn du dem Kollegen jetzt mal richtig die Meinung sagen würdest, was würdest du gewinnen? Wahrscheinlich nichts, außer dass du dir mal Luft gemacht hättest. Das geht aber auch anders. Erfahrungsgemäß gibt es für echte Streithähne nichts Schlimmeres, als wenn der Gegenüber eine dicke Teflon-Schicht hat.

  7. Inaktiver User

    AW: Konflikte austragen lernen

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    NicNacNoc, ich frage mich jetzt: Was genau ist das Problem?

    Du hast deine Stunden reduziert - wurde genehmigt, Chef hinter dir. Der Kollege macht zwar Geschrei, aber mehr als Schall und Rauch ist es ja nicht. Der Kollege wird weder vom Chef respektiert noch von seinen Kollegen.
    Wenn er sich jetzt krank meldet und du dann als seiner Vertretung seine Aufgaben auffangen würdest müssen - dann GEHT das SO eben nicht mehr. Du hast deine Stunden reduziert...der Chef hat es genehmigt...Dann müsstest du nochmal mit dem Chef Rücksprache halten, dass du extra reduziert hast --- und die Arbeit des jetzt krank gemeldeten Mitarbeiters nicht wochenlang wirst mitmachen können...Du verdienst auch weniger Gehalt!
    Das Problem ist: Genau das habe ich aktuell durch. Und der Chef entlastet mich eben nicht. Wir hatten die Situation schon mehrfach aufgrund von Langzeit-AU´s meines Kollegen. Ich habe das angesprochen, habe sogar Lösungen angeboten. Mein Chef ist nicht darauf zugegangen. Einerseits schätzt er mich, teilt meine Meinung und Arbeitseinstellung - andererseits hat er mich da gnadenlos hängen gelassen. Ich bin nach mehrfacher(!) Langzeitvertretung immer wieder ins Gespräch gegangen, es hat nichts genützt, ich kam aus der Vertretungssituation nicht raus. Das ist es eben auch, was mich zu diesem Strangthema führt: mir ist es nicht leichtgefallen, meinem Chef gegenüber die schwierige Situation zu benennen. Ich habe es aber getan. Und es hat nichts genützt. Auch Chef-Chef hat, da wenig Interesse an weiteren Schwierigkeiten, nichts getan, als ich ihm die Lage geschildert habe.
    Das hat dazu geführt, dass ich mich jetzt intern auf eine Stelle in einer anderen Abteilung beworben habe, Vorstellungsgespräch in zwei Wochen.

    Es frustriert auch, wenn ich gegen meine Ängste angehe, trotzdem in nicht einfache Gespräche gehe - und es führt zu nix....

    Zitat Zitat von liz1980 Beitrag anzeigen


    Was ich nicht wirklich verstehe ist, warum du freiwillig mehr machst, als du musst. Er wird dir das garantiert nie danken. Du hast davon weder geldlich etwas, noch von deinem Status her.
    Diese Art der Selbstaufgabe im Job habe ich noch nie verstanden.
    Mein Arbeitsvolumen bei einer 100%-Stelle war für mich vollkommen okay und entsprach ziemlich genau dem, wo ich mich bei der Arbeit ge-, aber nicht überfordert gefühlt habe. So wie mein Kollege könnte ich nie arbeiten - ich wäre nach einigen Wochen im Bore-out. Zu viel Leerlauf ist nichts für mich. Solange also der Normalbetrieb lief (= meine Arbeit und die regulären Vertretungen), war alles im grünen Bereich für mich. Nur bei den Langzeitvertretungen wurde es schwierig. Und mit meinem jetzigen Stundenumfang ist das nicht zu händeln.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @NicNacNoc: Konflike scheuen klingt so negativ. Dabei ist es eigentlich eine sehr positive Eigenschaft, nur dann in einen Konflikt einzusteigen, wenn es auch tatsächlich was zu gewinnen gibt - pick your battles, wie es so schön heißt. Wenn du dem Kollegen jetzt mal richtig die Meinung sagen würdest, was würdest du gewinnen? Wahrscheinlich nichts, außer dass du dir mal Luft gemacht hättest. Das geht aber auch anders. Erfahrungsgemäß gibt es für echte Streithähne nichts Schlimmeres, als wenn der Gegenüber eine dicke Teflon-Schicht hat.
    Danke, Kara-Thrace, das ist noch mal ein schöner und wichtiger Gedanke, sich seine Battles sorgfältig auszusuchen...

  8. Inaktiver User

    AW: Konflikte austragen lernen

    Was ist es denn eigentlich, was du befürchtest, wenn du richtig in den Konflikt mit ihm reingingst? Ich meine gelesen zu haben, dass du befürchtest, deine anderen Kollegen (nicht er) hätten dann eine schlechte Meinung von dir. Denkst du das wirklich? und denkst du nicht, die kennen den Kollegen auch und können ihn und dich einschätzen?

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    AW: Konflikte austragen lernen

    Als mein Kollege mir vor einigen Tagen sagte, dass ich bei einer solchen Neuregelung ja bitte schön auch mal seine unangenehmen Altfälle übernehmen solle, fiel mir erst Stunden später eine darauf passende Antwort ein.
    liebe TE,

    ok...dann ist, wenn ich das richtig verstanden habe, obiges die einzig offene Sache.
    Das würde ich dann allerdings mit dem Chef besprechen und nicht mit dem Kollegen.

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    AW: Konflikte austragen lernen

    Das ist es eben auch, was mich zu diesem Strangthema führt: mir ist es nicht leichtgefallen, meinem Chef gegenüber die schwierige Situation zu benennen. Ich habe es aber getan. Und es hat nichts genützt. Auch Chef-Chef hat, da wenig Interesse an weiteren Schwierigkeiten, nichts getan, als ich ihm die Lage geschildert habe.
    Warum sollten Chef und Chefchef denn etwas ändern? Nicnacnoc ist doch so lieb und nett und macht das schon - die kriegt das hin.


    Krieg es doch einfach mal NICHT hin! Dann meldet sich Dein Kollege eben langzeit-au, ja und?

    Du machst Dir den Kopf Deines Chefs, wenn Du versuchst, die gesamte Arbeit trotzdem zu schaffen. Du wirst aber nicht bezahlt dafür, Dir den Kopf Deines Chefes zu machen - Du wirst bezahlt für DEINE Arbeit.

    Die des Kollegen lass mal liegen - erst dann, wenn Dinge liegenbleiben, bewegen sich Chefs. Vorher verlassen sie sich auf Dich.

    Sagt eine, die das ganze auch kennt - sowohl solche Chefs als auch Dein Problem.
    Deshalb lese ich hier sehr interessiert mit!
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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