Hallo liebe Community!
Zurzeit habe ich ein besonderes Thema entdeckt, was ich gerne mit euch beleuchten würde. Ich bin ein recht kreativer Mensch und schreibe unheimlich gerne.
Ich habe auch schon drei Bücher veröffentlicht (Selfpublishing), die sehr gute Rezis bekamen, seither aber so vor sich hindümpeln oder von mir gelöscht wurden.
Rein objektiv sind die Bücher zumindest nicht schlecht, wobei ich natürlich nicht sagen kann ob das wirklich gute Sachen sind.
Ich habe mich bisher zwei Mal bei Verlagen beworben, Leserunden bei Lovelybooks veranstaltet, aber mehr nicht.
Nicht mal mein näheres Umfeld weiß, was ich tu. Zumindest nerve ich keinen mit Werbung.
Dabei schreibe ich ganz normale, vielleicht etwas fantasievolle, Dinge.
Das ist doch seltsam, oder?
Hollande
(die etwas ändern will)
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Ergebnis 1 bis 10 von 15
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15.06.2018, 07:36Inaktiver User
Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
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15.06.2018, 11:21
AW: Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
Was ist denn seltsam?
Die wenigsten Bücher werden Bestseller.
Warum hast du die Bücher denn gelöscht? Waren sie vorher bei Amazon gelistet? Gab es sie auch als eBook?
Du könntest deine Bücher (oder erst mal eins) zur Buchmesse mitgeben. Oder auch mal gucken, ob es in deiner Region Möglichkeiten gibt, bei Lesungen mitzumachen.
Aber wie gesagt - die meisten Bücher dümpeln doch nur so vor sich hin...Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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15.06.2018, 11:42Inaktiver User
AW: Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
man zieht sich immer ein bisschen aus und ist verletzlich mit texten, die was erzählen.
schüchternheit finde ich da ganz normal, und es ist natürlich viel schöner, wenn es eine struktur gibt wie einen verlag mit pressearbeit für einschätzung, qualitätskontrolle und vermarktung.
für die meisten autoren ist das allerdings, selbst wenn sie sogar einen verlag finden, ein schöner traum...
@hollande, wenn du unsicher bist, was deine werke taugen, könntest du etwas geld investieren und einen profi drauf schauen lassen, also eine art begutachtung einholen.
darüber hinaus gibt es zwei möglichkeiten:
entweder du versuchst deine schüchternheit zu überwinden und offensiver für dich zu werben (muss ja nicht im bekanntenkreis sein).
oder du akzeptierst, dass dir das schwer fällt und suchst jemanden, der dir das marketing abnimmt (kannst ihm ja dann provision vom verkaufserlös zahlen).
deine unsicherheit wird sich nur durch feedback mindern, das wird ein schritt-für-schritt-prozess. anfänge hast du ja schon gemacht
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15.06.2018, 13:34Inaktiver User
AW: Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
Dank für Deine Frage und Einschätzung.
Ich versuche mal eine Antwort.
Seltsam ist, dass ich das auf der einen Seite mir so wünsche, dass sich im Bereich Schreiben bei mir mehr tut, auf der anderen Seite aber große Hemmungen habe, es zu tun.
Du erwähntest Lesungen. Für mich ist das ein absolutes NoGo. Vielleicht sollte ich es auch mal einfach ausprobieren, denke ich gerade. Aber mein ganzes Inneres kreischt vor Aufregung, wenn ich daran denke.
Dabei WILL ich auf der anderen Seite auch gerade das: (mehr) Aufmerksamkeit.
Die Bücher waren bei Amazon gelistet und es gab sie nur als eBook. Es begab sich nach einem Gespräch mit einer Freundin, die meinte, dass sie die Geschichte sehr berührt hat (also eigentlich ein Lob), sie aber auch gerne wissen würde, was mich dazu bewegt hat, diese Dinge zu schreiben.
Bei mir hat da was ausgesetzt. Ich dachte auf einmal: "Oh mein Gott, das ist alles viel zu privat, was ich da veröffentliche."
Und ohne weiter drüber nachzudenken, habe ich die Bücher wieder gelöscht.
... Ich sage ja. Seltsam.
(momentan bin ich dabei, mir das mal "von außen" anzusehen, was ich da die letzten Jahre gemacht habe ...)
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15.06.2018, 13:47Inaktiver User
AW: Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
Auch Dir vielen Dank. :)
Ja, man zieht sich aus, ist verletzlich ... stimmt. Wobei ich das, meine ich zumindest, in den letzten Monaten/Jahren gelernt habe, also zu unterscheiden zwischen der Geschichte und mir. Die Geschichten sind niemals Ich, sondern eben Geschichten. Kannst Du vielleicht noch mal sagen, was genau dieses Ausziehen/die Verletzlichkeit dabei ist?
Ich mache das schon seit ein paar Jahren. Angefangen mit Kursen an der VHS, sehr viel Selbststudium. Ich habe dadurch schon mit Profis zusammengearbeitet, die sehr viel konstruktive Kritik gegeben haben. Es gab nicht den Einen, der mir sagte, ich könne es, und auch nicht den Einen, der mir sagte, ich könne es gar nicht. Tendenziell war das Feedback immer recht positiv.
Was Marketing anbelangt, habe ich bisher kaum etwas unternommen. Der Hinweis, dass es auch auf anderem Wege als über Bekannte/Freunde oder Lesungen geht, ist gut. Ich denke, ich werde das mal probieren ... Ich hoffe, ich mache es auch wirklich.
Gerade habe ich Kontakt mit einer Youtuberin, die mein neues Buch bewerben möchte. Aber ich erfinde ständig Gründe, ihr das Buch nicht zu schicken. (Sie würde natürlich ein kostenloses Exemplar bekommen.) Aktuell schreibe ich z.B. hier, gestern habe ich dann noch mal gedacht, dass es sinnvoll wäre, mein Buch (also das, was ggf. beworben wird) auch als Print anzubieren ... vorher ... usw. usw.

Ich MACH es irgendwie nicht.
Seltsam ...
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15.06.2018, 16:02
AW: Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
Ich denke, du hast Angst davor, es drauf ankommen zu lassen.
Im Moment sind deine Bücher "nicht schlecht".
Wenn du versuchst, sie an den Verlag zu bringen wie sauer Bier und keiner will sie, schleicht sich der Gedanke ein, das sie schlecht sind. Und daß du es nicht gemerkt hast. Das nagt am Ego, und am Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit. Du hast, wenn ich das richtig verstehe, schon Bücher gelöscht, weil sie nicht hinreichend postiv aufgenommen wurden? Dann bist du da recht empfindlich, habe ich den Eindruck. Oder hatte das Löschen andere Gründe?
Und auf der anderen Seite: Wenn du Erfolg hast, dann erwarten die Leute, daß du es wieder tust! Und wieder! Und egal was du tust, irgendwer wird immer sagen, "Jetzt hat sie aber nachgelassen."
Was mir dagegen einfällt, ist: Weiterschreiben, während du dich informierst, welche Verlage es gibt, welchen Ruf sie haben, wie sie kontaktiert werden wollen, und das tust, während du eventuell versuchst, einen Agenten zu finden, wenn nicht mit dem Buch, das da ist, dann mit dem nächsten, das besser wird, weil du immer dazulernst. Da du in einem Arbeitsmuster bist und dir klarmachst, daß du lernst und besser wirst, kannst du dann viel lockerer wegstecken, wenn ein Buch nicht so gut ankommt.
Eventuell hast oder findest du auch einen Schreibzirkel oder -workshop. wo du mal über den Tellerrand gucken kannst und Erfahrungen austauschen?
Sachen wie Lesungen kriegt man hin, wenn man muß. Ein kleines Stimmgebungstraining, und seine Texte vorher mehrfach einem Freund oder der Katze vorzulesen, hilft enorm.Geändert von wildwusel (15.06.2018 um 20:26 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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15.06.2018, 17:49Inaktiver User
AW: Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
@Hollande: was ist denn das Ziel? Willst du nun (hauptberufliche) Schriftstellerin werden oder nicht? Wenn du das für dich klar kriegst, ist doch auch klar, wie der Weg weitergehen muss. Es gibt mittlerweile eine Heerschar von professionellen Beratern für Self-Publishing, die auch was von Thema „Wahrung der eigenen Anonymität“ verstehen. Wenn dir das Schriftstellertum was wert ist, dann solltest du 1000 Euro oder so was in der Größenordnung in die Hand nehmen.
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15.06.2018, 22:41Inaktiver User
AW: Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
die gefühle, die drinstecken, sind ja immer deine. wenn du was trauriges schreiben willst, ist es deine art, traurigkeit zu beschreiben. wenn das dann jemand kitschig findet, musst du dich schon verdammt gut abgrenzen können, zumal, wenn du den kritiker kennst.
ich beobachte eigentlich bei jedem autor immer eine gewisse anspannung, wenn sein text gelesen bzw. gegengelesen wird.
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15.06.2018, 22:42Inaktiver User
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15.06.2018, 23:51
AW: Angst vor dem Scheitern/Erfolg - oder: Warum verstecke ich mich?
Ja, es gibt auch immer Leute, die nicht zwischen dem Text und dem Autor trennen können, und manche sind Deutschleher, Kritiker, oder noch schlimmer, Psychologen, oder spielen zumindest einen im Internet.

Aber selbst wenn etwas total persönlich ist, das Schreiben schafft auch Abstand, den man nutzen kann.
Da habe ich immer gesagt, "Ich wollte gucken, was passiert", oder "Ich fand, das würde eine gute Geschichte abgeben", oder "Ich wollte eine Situation vom Typ (blah) untersuchen."
Wobei ich eine gewisse Art von Lob schon als schwere Verantwortung empfinde. "Das hat mein Leben verändert"?
Ich hoffe doch, zum Besseren...
Ist es das noch? Man ändert sich ja ständig.
Manchmal denkt man nur, etwas sei noch nahe an einem dran, weil man das schon immer so gedacht hat.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


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