Guten Tag,
heute morgen habe ich nach einer etwas längeren unbeabsichtigten Pause mal wieder Tagebuch geschrieben. Das hatte diesmal wirklich einen ganz besonderen Grund.
Ich bin für bestimmte Dinge in meinem Leben wahnsinnig dankbar.
Das äußert sich darin, dass ich einfach gerne daran denke, die Dinge, wenn sie welche sind anschaue.
Und mich einfach reich fühle.
Das ist so ein sattes Glücksgefühl, unbeschreiblich.
Es kam mir sogar der Gedanke - meinem alten Vater zum Beispiel - darüber zu schreiben.
Das geht aber leider nicht. Der kriegte das in den falschen Hals.
Und da bin ich dann auch schon bei meinem Hauptanliegen:
wenn man sich als dankbar outet gerät etwas aus dem Ruder.
Eltern denken: na siehste, dann war doch alles gut, der Ex könnte denken: dann mecker doch nicht über die paar restlichen Schulden etc....
Und ganz allgemein gilt man als anspruchslos, konservativ und schlicht.
Weil ich auf solche Reaktionen keine Lust habe - teile ich sie entweder nur mit den Menschen bei denen ich mir sicher bin dass sie das so sehen wie ich es meine - oder behalte es für mich.
Weil ich dann aber manchmal regelrecht am Platzen bin - schreibe ich es auf.
Was meinen Vater betrifft - so bin ich wirklich dankbar im hohen Alter etwas erhalten zu haben was man normalerweise zu Kinderzeiten eher tut.
Mit ihm hatte ich ein paar Jahre lang mit einer Dauerkarte regelmässig den Zoo besucht, ganz langsam und gemütlich. War einfach mal shoppen. Es war wie ein Date zu haben.
Für mich löst das Gefühl der Dankbarkeit etwas sehr Schönes aus.
Nämlich gewisse Dinge aus dem Alltag heraus zu heben. Sie nicht als selbstverständlich anzusehen.
Wie auch in diesem von mir geschilderten Fall.
Man könnte das alles auch auf einer anderen Schiene sehen. Es war ja auch schön für ihn, es war finanziell von eher geringem Wert und so weiter.....
Sollte man eher heimlich dankbar sein?
Bei manchen Menschen habe ich überhaupt keine Scheu überschwänglich meine Freude zu zeigen.
Zum Beispiel ganz banal wenn ich von meinen Chefs zum Geburtstag was geschenkt bekomme, von den Kindern sowieso.
Und natürlich bedanke ich mich immer.
Nur, so dieses ganz Innere zu zeigen - damit halte ich mich heute stellenweise zurück.
Vielleicht weil es auch was ganz Persönliches ist.
Danke fürs Lesen.
Antworten
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Thema: Dankbarkeit
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03.06.2018, 11:36Inaktiver User
Dankbarkeit
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03.06.2018, 11:41Inaktiver User
AW: Dankbarkeit
danke
fürs teilen deiner gedanken.
es geht mir ähnlich- ich bin dankbar für die menschen die in meinem leben sind und dass sie so da sind wie sie sind. bei denen ich dankbar bin- die wissen das auch. das verbrate ich ihnen von zeit zu zeit.
ansonsten finde ich den folgenden kalenderspruch sehr ansprechend.
jeder mensch in deinem leben hat einen sinn. sei es eine aufgabe oder eine bereicherung.
und aufgaben- werden gelöst, aufgelöst, verarbeitet und dann zur seite gelegt.
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03.06.2018, 12:12Inaktiver User
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03.06.2018, 12:13
AW: Dankbarkeit
Nein, man "sollte" nicht heimlich dankbar sein. Denn ich finde nicht, dass man als dankbarer Mensch schlicht, anspruchslos oder sonst wie seltsam rüber kommt. Im Gegenteil. Dankbarkeit ist das wichtigste Gefühl, das es gibt und es ist wunderbar, dass du Dankbarkeit in den verschiedensten Momenten empfindest.
Wer dich dafür belächelt oder aburteilt, dem entgeht leider sehr, sehr viel im Leben
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Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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03.06.2018, 12:20
AW: Dankbarkeit
Wenn du jemandem sagst, du seist ihm dankbar, argumentierst du ein Ungleichgewicht (ein "etwas schulden", eine Unterordnung), das er vielleicht nicht beabsichtigt hat oder nicht für wünschenswert hält, und kriegt es "in den falschen Hals".
Zu zeigen, daß man sich freut, ist besser, denn idealerweise wollen die Leute einem ja was gutes tun/eine Freude machen/das Leben besser machen, und freuen sich ihrerseits, wenn es ihnen gelungen ist.
Ich habe meiner Mutter mal über etwas, was sich rückblickend als spielentscheidend für mein Leben erwies, gesagt, "daß war eine ganz großartige Sache", und warum. "Dankbar" hätte die Beziehung belastet.
Vielleicht wäre für deinen Vater etwas wie, "Ich denke immer noch gerne daran, wie wir zusammen in den Zoo gegangen sind, ich habe diese Ausflüge total genossen, es war eine wunderbare Idee von dir" leichter anzunehmen?** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.06.2018, 12:20Inaktiver User
AW: Dankbarkeit
Danke für alle eure schnellen Antworten.
Liebe beklamo: ich teile deine Einstellung.
Nur, leider kann ich ja die Welt - insbesondere die Menschen nicht ändern.
Bleiben wir mal beim Beispiel meines Vaters: er würde das wirklich als Absolution empfinden.
Würde sich mit einem eventuellen Brief schmücken.
Und das kann ich einfach nicht verantworten.
Ansonsten schäme ich mich wirklich nicht meiner Gefühle.
Ich kann heute wirklich ganz viel Dank und sogar Zärtlichkeit für meinen Vater empfinden.
Wir hatten so viele schöne Erlebnisse noch zusammen.
Was aber weiß Gott nicht heißt - man kann später wieder alles gut machen.
Man kann eine Frau mit kleinen Kindern alleine lassen.
Darum bin ich in dem Falle eben einfach heimlich dankbar - und eben auch ziemlich speziell....
Ich glaube übrigens - er weiß es sowieso.....





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03.06.2018, 12:26Inaktiver User
AW: Dankbarkeit
Liebe wildwusel.
das habe ich ja bereits getan.
Ich empfinde das aber wirklich noch tiefer.
Es ist ja nicht selbstverständlich dass ein Mensch soo alt wird.
Für mein Leben ist eben etwas komplettiert worden.
Das war wie ein Mosaiksteinchen das nachgeklebt worden ist.
Jemandes Tochter noch zu sein empfand ich als ganz priviligiert.
Ich hatte ja auch nie im Leben noch damit gerechnet.
so nun genug von der Vattern-Story - von mir aus jedenfalls.
Ich meinte das ja auch allgemein - und freue mich über eure Schilderungen und Erlebnisse.
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03.06.2018, 12:50
AW: Dankbarkeit
Das ist doch vollkommen ok. Dankbarkeit empfinden bedeutet ja nicht, dem anderen sie auch "überstülpen". Aber sie selber empfinden und den Fokus auf den vielen wunderbaren Momenten/Dingen/Erlebnissen des Lebens haben, statt über Negatives zu jammern, zeichnet dich als wunderbaren Menschen aus.Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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03.06.2018, 14:25Inaktiver User
AW: Dankbarkeit
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Geändert von Inaktiver User (17.11.2021 um 20:04 Uhr)
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03.06.2018, 16:59Inaktiver User
AW: Dankbarkeit
Danke für eure netten Worte hier.
Es heißt doch immer so schön: das Leben wird vorwärts gelebt.
Und wenn man dann mal keine Zukunft sehen kann - hab ich mich eben mal rückwärts bewegt.
Ich bin wirklich mal in einem Jahr in die Gegend gegangen in der ich mit meinen Kindern die meiste Zeit lebte.
Es war Sommer - und was passierte?
Mich überfluteten regelrecht die Erinnerungen - an die wunderbaren Sommer - an den Rhythmus den ich mit meinen Kindern lebte. Wie glücklich wir hier waren.
Und schon war ich aus den Miesen raus.
Es gibt Momente oder Situationen - da ist der Dank personifiziert - das will ich überhaupt nicht in Abrede stellen.
Was mir aber momentan durch den Kopf geht ist:
Was hat das Leben manchmal für glückliche Fügungen, das geht dann so zahnradmässig ineinander.
Dazu gehört auch, Rat angenommen zu haben und Hilfe.
Irgendwie sind das dann win-win-Situationen.
An denen man auch selber beteiligt ist.


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