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Thema: Dankbarkeit

  1. Avatar von Amelie63
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    AW: Dankbarkeit

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn du jemandem sagst, du seist ihm dankbar, argumentierst du ein Ungleichgewicht (ein "etwas schulden", eine Unterordnung), ..
    Einmal mehr bringst du die Dinge auf den Punkt, Wildwusel, und bei mir geht das an.

    Ich denke, das ist der Punkt, warum ich mich nicht sehr wohl fühle, wenn mir jemand seine Dankbarkeit ausdrückt (außer, ich hab grad was von ihm gefunden oder aufgehoben). Ich bin da sehr schnell dabei, dieses gefühlte Ungleichgewicht wieder ins Gleichgewicht bringen zu wollen, indem ich z.B. sage, dass ich ja auch was davon hatte, sonst irgendwas. Nur bei dem Fall von "gefunden und aufgehoben" tuns auch Formeln wie "gerne" oder so was.

    Aktuell bin ich meiner Nachbarin sehr dankbar, weil sie mich nach meiner Knie-OP versorgt hat. Da reicht mir ein Danke aber nicht. Da gucke ich, dass ich eine Art Ausgleich anbiete. Weniger, um nicht mehr in der Schuld zu stehen, was sowieso nicht geht, wenn man überhaupt mit Schuld anfangen will, sondern mehr, um der Nähe gerecht zu werden, die ein solcher Einsatz mit sich bringt. Ausgleich eben.

    Wenn mir jemand dankbar ist, biete ich deshalb auch gerne schon so einen Ausgleich von mir an (bin offen für Pralinen oder das nächste Käffsche geht auf dich.. so was in der Art, je nach Person und Situation). Leider ist das hier in der Ecke überhaupt nicht üblich. Die geben sich übertrieben bescheiden, und ich kann dann in deren Nasen bohren,um rauszufinden, über was sie sich freuen würden.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.


  2. Registriert seit
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    AW: Dankbarkeit

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Bei mir ist die Dankbarkeit eher universell, also bedanke ich mich auch da (Universum, Gott, Spaghettimonster, oder was man sonst so als Übergeordnetes in seinem Weltbild hat..)

    Bei Menschen hebe ich eher das Verbindende hervor, so wie es anfangs ja schon geschrieben wurde, also zum Vater: "das waren schöne Zeiten für mich, die ich da mit dir im Zoo erlebt habe." oder so ähnlich.

    Klar gibts dann noch die konkrete Dankbarkeit, wenn ich z.B. was verloren habe, was andere finden. Da sage ich aber nicht nur Danke, sondern biete ein Schwätzchen an, eine Einladung zum Kaffee und/oder positives feedback an den Dienstherren, je nach Situation. Ich will halt gern, dass die Leut möglichst auch was davon haben, mindestens ein gutes Gefühl, das sie durch mindestens diesen Tag bringt.
    Damit ist eigentlich alles gesagt

    ausser - wie ich für mich festgestellt habe: man könnte auch sagen, oder müsste man das sogar vielleicht?

    Was schön ist, war?
    Ohne das große Wort Dankbarkeit zu bemühen.

    Ich habe das vor kurzem mal getan. Und habe festgestellt: wie wenig oder wie selten sagt man sich so Positives.

    Es hat etwas sehr Persönliches, fast Intimes zu einem zu sagen. wir hatten eine sehr schöne Zeit.
    Das hast du damals sehr gut gemacht.

    Und die Dankbarkeit empfindet man dann eben.

    Es ist ja immer, oder meist auch ein Zusammenwirken von "höheren Umständen".
    Mit meinem Vater - mal so als Beispiel - hätte ich diese schönen Zeiten auch nie haben können wenn: er nicht so alt geworden wäre, meine Mutter oder eine seiner Freundinnen noch gelebt hätten...

    Echt, ich hatte so manches Mal dieses kindische Gefühl: nur für mich, keiner stört.

    Ich habe für mich verinnerlicht mal jetzt noch achtsamer zu sein.
    Wie gerne hätte ich zum Beispiel mich damals bei dem Chirurgen bedenkt, oder bei Team - das den Arm meiner Tochter operiert hatte. Es war ein sehr komplizierter Ellenbogenboch, nennt man glaube ich Trümmerbruch.

    Wenn es mir nicht gelungen wäre einen aus dem Team persönlich zu erreichen - dann eben obligatorisch was spenden oder so, oder einfach ne nette Mail schreiben.

    Obwohl die nur ihre Arbeit und Pflicht tun und dafür bezahlt werden.
    Ein alter Witz lautet:
    Frage: Weißt du, wie alt ich sein werde, wenn ich gelernt habe, Klavier zu spielen?
    Antwort: Genauso alt, wie wenn du nicht Klavierspielen lernst.

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