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Thema: Dankbarkeit

  1. Inaktiver User

    AW: Dankbarkeit

    Ich glaube, ich würde da unterscheiden zwischen konkreten Anlässen und "Allgemeinem". Wenn jemand beim Umzug hilft, einen konkreten Rat für eine bestimmte Frage gibt, etwas zur Entlastung übernimmt, dann finde ich es schön und richtig, auch mal ehrlich "Danke!" zu sagen. Das bezieht sich dann auch auf dieses eine Konkrete und nicht aufs Allgemeine.
    Aber so etwas wie, dass dein Vater lange lebt, ist ja etwas, was ein Stück außerhalb seiner Person liegt. Dafür Dankbarkeit zu empfinden ist etwas sehr Schönes, aber das kann man auch einfach für sich selbst klar machen "Es tut gut, dass es diesen Menschen in meinem Leben gibt." (außer vielleicht zu bestimmten Anlässen wie ein "Schön, dass es dich gibt" in einer Geburtstagskarte).

    Dankbarkeit ist für mich das Gefühl, das sich einstellt, wenn ich mir klarmache, was mir Gutes widerfährt ohne dass ich direkt daran mitgewirkt habe. Da Menschen oft eher problemfixiert sind, ist das eine wunderbare Perspektivänderung, die durch das Bewusstmachen des Positiven meine "Gesamtbilanz" wieder der Realität anpasst. Von daher finde ich, liebe TE, dass du da etwas sehr Konstruktives tust.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn du jemandem sagst, du seist ihm dankbar, argumentierst du ein Ungleichgewicht (ein "etwas schulden", eine Unterordnung), das er vielleicht nicht beabsichtigt hat oder nicht für wünschenswert hält, und kriegt es "in den falschen Hals".
    So erlebe ich es auch. Ein Teil meiner beruflichen Tätigkeit besteht aus Beratungsarbeit, da kommt oft von den Fragenden ein sehr ehrliches "Danke!". Das ist dann nicht nur einer Anerkennung dessen, was ihnen durch meine Beratung besser gelingt, sondern eben auch wieder ein "Geraderücken" dieses Ungleichgewichts. Da ich dieses Bedürfnis nachvollziehen kann, ist es auch völlig in Ordnung, wenn dem "Danke!" auch eine Tafel Schokolade folgt. Das ist auch vom Wert her noch unter dem, was bei meinem Arbeitgeber unter "Korruptionsverdacht" fallen würde. Aber eben dieses Thema "Korruption" bzw. im Zwischenmenschlichen das Manipulieren/im egoistischen Sinne die Dinge beeinflussen spielt ja bei dir auch eine Rolle, liebe TE, wenn du befürchtest, dass ein Danke gegenüber deinem Vater als General-Absolution verstanden werden könnte. Da wäre ich eben auch sehr vorsichtig und würde eher bei der Variante bleiben, mich für etwas Konkretes zu bedanken.

  2. Inaktiver User

    AW: Dankbarkeit

    Riesenschnecke, ich teile deine Ansicht. Auch bin dankbar für alles Mögliche - aber ich rede nicht gerne drüber, um nicht als schlicht - einfältig, genügsam, im negativen Sinne simpel zu gelten.
    Für ich ist meine Dankbarkeit ein ganz privates, einzigartiges Gefühl - zumal ich ja Atheistin bin und erstaunte Blicke ernte, wenn ich von Dankbarkeit ect rede. Daher meide ich das Thema - ich mag...und kann...das nicht so gut erklären..meine Dankbarkeit ist ein intimes Gefühl..dabei fühle ich mich prima. Es geht nicht darum, wie andre einen sehen - sondern um das eigene Empfinden..

    Ich bin nicht ständig und für alles dankbar - aber je älter ich werde, umso dankbarer werden ich auch.

  3. User Info Menu

    AW: Dankbarkeit

    Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, weshalb ihr glaubt, dass man als "simpel, schlicht und einfältig" gelten könnte, wenn man so etwas wie Dankbarkeit empfindet und das auch äußert.

    Ruby, ich denke auch das dieses Empfinden völlig unabhängig von Religion oder Weltanschauung ist. Warum sollte ein Atheist nicht dankbar sein?
    Du hast allerdings Recht, dass der Begriff der "Dankbarkeit" zumindest im christlichen Glauben eine ziemlich prägnante Rolle spielt. Ich muss dabei immer an das Kirchenlied "Nun danket alle Gott...…" denken.

    Ich war mal einige Jahre im Kirchenvorstand, obwohl ich nicht so wirklich gläubig bin. Da habe ich bei diesen Liedern oder den Dankesformeln im Gottesdienst, immer daran denken müssen, wie das wohl Menschen empfinden, die ein wirklich schlimmes Schicksal erlitten haben.


    Ich hatte viele Jahre eine atheistische, ältere Dame als Nachbarin. Und obwohl sie nichts von der Kirche gehalten hat, was sie offen formulierte, hat sie mir oft gesagt, wie dankbar sie sei, ihr hohes Alter bei so guter Gesundheit zu erleben, eine gute Rente zu haben und zwei Weltkriege gesund überlebt zu haben...

  4. Inaktiver User

    AW: Dankbarkeit

    Schöne Gedanken. Ich bin sehr dankbar, denn für viele Dinge, die in meinem Leben passieren, kann ich nichts dafür.
    Natürlich bin ich auch Menschen dankbar, die etwas für mich tun.
    Aber ich finde es wichtig, mir selbst klar zu machen, wie gut es mir geht.
    Da sind auch so grundsätzlich Sachen dabei wie: ich lebe in Deutschland, in einer Demokratie. Ich kann meine Meinung äußern, ich kann frei wählen.
    Allein sich das bewusst zu machen könnte bei vielen Menschen schon helfen, ihr negative Einstellung zu überdenken.
    Mir geht's einfach gut. Und dafür bin ich dankbar...

  5. Inaktiver User

    AW: Dankbarkeit

    Also ich bin echt platt wie gut ich hier verstanden werde.

    Diese Formulierung: etwas Konkretes und etwas Allgemeines von NicNacNoc bringt sehr gut auf den Punkt was mir so auf dem Herzen liegt.

    Ruby, hast du auch schon die Erfahrung gemacht als dankbarer Mensch ja so genügsam zu sein - im negativen Sinne?
    Nicht die richtigen Ansprüche stellen zu können?

    Mein Ex war so. Und als er mir dann wieder mal eines der Luxusautos zeigte die seinen Ansprüchen entsprechen sagte ich einfach frei heraus: weißt du auch wieviel du dafür arbeiten musst?

    Meine "Genügsamkeit" empfinde ich als eine Art Schatz. Ich behandel ihn wie ein Geheimnis dass ich nicht jedem mitteile....

    Vanessa, auch solche elementaren Dinge wie in einer Demokratie zu leben, wählen zu können machen mich dankbar.
    Und ganz froh bin ich nicht dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte miterleben zu müssen.

    Ich stelle es mir soo schwierig vor in dieser Zeit gelebt zu haben.

    Ein wenig klaube ich mir ja aus vielem das Beste heraus - könnte man denken.
    Aber, wahllos bin ich nicht. Ich wage auch den Menschen von ich nicht so viel halte, die mich masslos enttäuschten, auch gute Absichten einzuräumen. So gibt man sich eben immer wieder ne Chance, mit der Option enttäuscht zu werden natürlich gleich eingeschlossen.

    Bei mir hat immer alles seine Zeit. Ich weiß gar nicht wie ich das finden soll.
    Es ist halt so.

  6. Inaktiver User

    AW: Dankbarkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dankbarkeit hat mit Anerkennung zu tun und so sehr sich das die Menschen wünschen- wenn sie es bekommen, ist es ihnen oft fremd oder sie können es nicht annehmen (eher unwirsch ablehnen).

    Sag mal jemandem, dass er etwas gut gemacht hat- das man dankbar dafür ist- kaum ein Mensch kann es mit einem stillen "danke" annehmen. Die Regel ist "ach ist doch gar nichts gewesen" und sonstwas an Abwertung, weil wir es oft nicht gewohnt sind.
    Genau!

    Das habe ich vor kurzem erlebt. Nämlich, als mir der nette Busfahrer mein verloren gegangenes Portemonnaie reichte.
    Es fehlte kein Cent.

    Was habe ich gemacht, Belohnung wollte er nicht. Mich per Mail an die BVG gewandt und meinen Dank eben da geschildert. Die haben mir auch prompt zurück geschrieben.

    Es ist ja schließlich nicht selbstverständlich auf ehrliche, nette und zuvorkommende Menschen zu treffen.

    Und - das hat die BVG auch erwähnt - mit Beschwerden haben sie mehr zu tun....

  7. Inaktiver User

    AW: Dankbarkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ....Und ganz allgemein gilt man als anspruchslos, konservativ und schlicht.....
    Na ja, ist dieser Satz nicht auch etwas schlicht ?

    Was heisst "ganz allgemein" ? Wer ist "man" ?

    Wenn es mir eine Erwähnung Wert ist, dann bedanke ich mich ausdrücklich, warum nicht ? Die meisten Menschen freuen sich über diese "Anerkennung".

    Ich finde es wichtig, positives Feedback zu geben, z.B. indem ich "danke" sage. Sich nur zu beschweren, wenn etwas schief läuft und alles andere als selbstverständlich zu nehmen ist mir zu wenig.

    Und ich freue mich fast täglich, dass ich gesund bin, einen guten Job, eine wohlgeratene Tochter und einen liebevollen Partner habe. Könnte man(!) auch als "dankbar" bezeichnen, warum nicht.

    Gruß Elli

  8. Inaktiver User

    AW: Dankbarkeit

    wieso könnte?

    Schlichtheit per se ist ja nichts Negatives.
    Finde ich jedenfalls. Es kommt dann eben auch auf die Einordnung an, auf die Werte die man lebt.

    Und manchmal auch auf die gesellschaftliche Stellung - habe ich die Erfahrung gemacht, lach......
    Zu meinen "Hausfrauenzeiten" hielt man es für selbstverständlich über meine Zeit verfügen zu können.
    Und sich eben nicht für meine "Gefälligkeiten" zu bedanken.

    Auf solche Menschen konnte ich dann auch gut verzichten.

  9. User Info Menu

    AW: Dankbarkeit

    Auch bin dankbar für alles Mögliche - aber ich rede nicht gerne drüber, um nicht als schlicht - einfältig, genügsam, im negativen Sinne simpel zu gelten.

    Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Besonders die kirchlich engagierten Damen schaun völlig verblüfft wenn ich ganz unaufgeregt sage, dass ich zufrieden mit meinem Leben bin. Als wäre mein Verstand zu eingeschränkt um meine Situation objektiv zu erfassen.

  10. User Info Menu

    AW: Dankbarkeit

    Bei mir ist die Dankbarkeit eher universell, also bedanke ich mich auch da (Universum, Gott, Spaghettimonster, oder was man sonst so als Übergeordnetes in seinem Weltbild hat..)

    Bei Menschen hebe ich eher das Verbindende hervor, so wie es anfangs ja schon geschrieben wurde, also zum Vater: "das waren schöne Zeiten für mich, die ich da mit dir im Zoo erlebt habe." oder so ähnlich.

    Klar gibts dann noch die konkrete Dankbarkeit, wenn ich z.B. was verloren habe, was andere finden. Da sage ich aber nicht nur Danke, sondern biete ein Schwätzchen an, eine Einladung zum Kaffee und/oder positives feedback an den Dienstherren, je nach Situation. Ich will halt gern, dass die Leut möglichst auch was davon haben, mindestens ein gutes Gefühl, das sie durch mindestens diesen Tag bringt.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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