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  1. Registriert seit
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    Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Vorab: Ich habe weder studiert noch Abitur.
    In der Schule fehlte mir der Ehrgeiz, danach wär mir der 2. Bildungsweg neben dem Arbeiten zuviel gewesen und jetzt müsste ich es auch nicht mehr haben.
    Ich stelle gerade fest, mir fehlt immer noch der Ehrgeiz!

    Bei mir ist es so, dass ich wohl genau deshalb Menschen so bewundere, die studiert haben.
    Jetzt einmal völlig unerheblich, ob sie jetzt viel mehr Geld verdienen oder nicht oder ob sie mit ihren Tätigkeiten zufrieden sind.

    Allein für ihren Werdegang Abitur-->Studium!


    Allerdings habe ich bisher immer nur Frauen kennengelernt, die sich diesbezüglich klein machen.
    Ich zitiere mal eine ehem. Kollegin:

    Naja, man muss aufpassen (man(n) weniger, wohl eher die Frau ) sonst denken die Leute noch, man hält sich für etwas besseres!

    Als ich entgegnete:Rein Abschlusstechnisch seid ihr doch auch was besseres,guckte sie mich ganz entsetzt an.

    Ich meine, sie guckte mich entsetzt an!
    Könnte ewig so weitermachen, alles wird kleingeredet. Ob man sich durch's Abi/Studium durchkämpfen musste oder nicht, ob man danach zig Jahre wegen der Kinder zuhause war oder nicht, ist doch unerheblich.
    Fakt ist, man hat sein Abi gemacht und studiert und das ist etwas, worauf man einfach Stolz sein kann oder seht Ihr das anders?

    Ich wäre es!!!

  2. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Donnerwetter Mandelmilch, das ist ja mal interessant. Und Du hast recht: Ich war noch nicht mit dem ersten Absatz fertig, da kam bei mir (promoviert) auch schon der "Ist-alles-nicht-so-grossartig-Reflex".
    Dann danke ich Dir erstmal schoen fuer die allgemein verteilten Blumen!

    Ich meine, bei dem Thema geht es um Wertvorstellungen im Allgemeinen, und viele Werte lassen sich mit hoeheren akademischen Weihen gar nicht in Einklang bringen, eben z.B. der Wert der Gleichheit, ueber den die von Dir beschriebene Kollegin gestolpert ist.
    Fuer Frauen insbesondere, da gebe ich Dir Recht, ist auch Bescheidenheit immer noch ein ganz grosser Wert. Und ich erlebe das tatsaechlich auch so, dass es diesen "umgekehrten Snobismus" gibt, und der blosse Verweis auf eine Leistung gerne reflexartig als Arroganz ausgelegt wird - Stichwort: "Sich fuer etwas Besseres halten" (im negativen Sinne). Diese Furcht entspricht also durchaus einer Realitaet.

    Leistungen, die viel mehr Erwaehnung finden duerfen ehe Arroganz unterstellt wird, sind in meiner Erfahrung vor allem beruflicher hierarchischer Aufstieg, finanzieller Erfolg und - auch gerne bei Frauen - Multitasking (also der anspruchsvolle Job plus anspruchsvolles Hobby oder aehnliches). Alle diese sind aber voellig unabhaengig von akademischen Weihen, will heissen, man kann gerade das berufliche Fortkommen einer akademischen Ausbildung verdanken, aber es kann auch 10000 andere Wege geben. Und manche akademischen Weihen (meine zum Beispiel) stehen einem beruflichen Fortkommen tendenziell eher entgegen. Dann ist der erste Reflex der, sich quasi dafuer zu entschuldigen, dass man es in den universal anerkannten Bereichen "zu nichts gebracht" hat.

    Aber Du hast Recht! Vielfach ist hier die Rede von Selbstbewusstsein und Selbstwert usw - es sollte einfach jede(r) stolz auf das sein, was er/sie geleistet hat, egal was es ist oder was es finanziell einbringt. Und wie man an Dir sieht, braucht sich davon gar keiner angegriffen zu fuehlen, der etwas anderes geleistet hat.
    Echt danke fuer Dein Post!
    Ich werde meine Reflexe mal beobachten und sehen, wo ich mal den Kopf weniger einziehen - oder sogar hochtragen - koennte.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung


  3. Registriert seit
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Ganz ehrlich? Intellekt ist zum Großteil angeboren. Dass die Eltern genug finanzielle Spannkraft haben, um einen dann bis zum Abi und noch durchs Studium zu bringen - warum sollte ich da stolz drauf sein? Und dass ich mir Lernen schon immer Spaß gemacht hat und entsprechend leicht fiel - ist das meine Errungenschaft? Ein Grund, stolz zu sein? Nee. Find ich nicht.

    Das einzige, wofür ich wirklich wirklich wirklich geschuftet hab, waren Promotion und Karriere. Da bin ich stolz wie Oskar drauf. Da hab ICH was geleistet! Da hab ICH geglänzt. Hurra!!!

    Aber der Weg dahin - also Abi und Studium... Danke liebe Eltern für eure Gene und euer Geld. Das ging mit dem Background gar nicht anders.

  4. Avatar von FrolleinFux
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Ich habe Abitur gemacht und studiert. Ich bin froh, dass das so ist, ich empfinde es aber nicht als besondere Leistung. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich dafür kaputt gearbeitet oder "gekämpft" habe. Vermutlich wäre eine kaufmännische Ausbildung anstrengender gewesen.


  5. Registriert seit
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von FrolleinFux Beitrag anzeigen
    Ich kann nicht behaupten, dass ich mich dafür kaputt gearbeitet oder "gekämpft"
    Das mit dem Durchkämpfen war auch so gemeint, dass es zum Kleinreden dazugehörte so nach dem Motto:
    Nun ja, hab zwar studiert aber so leicht ist mirdas gar nicht gefallen etc. aber wie ich sehe, geht es auch andersherum:

    Genetik,fiel mir leicht etc. aber auch das ist doch unerheblich, oder?


  6. Registriert seit
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ich war noch nicht mit dem ersten Absatz fertig, da kam bei mir (promoviert) auch schon der "Ist-alles-nicht-so-grossartig-Reflex".
    Siehst Du?Erwischt!!

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    den Kopf weniger einziehen - oder sogar hochtragen - koennte.
    Letzteres könntest, darfst und solltest Du sogar!

  7. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Ich bin schon stolz auf mein abgeschlossenes Studium. Dass ich durchgehalten habe, trotz Aufschieberitis keine einzige Prüfung verschoben habe. Nebenher immer arbeiten war. Die Disziplin gehabt habe, das durchzuziehen, obwohl ich sonst alle Ausbildungen geschmissen habe, weil es nach 1,5 Jahren nicht mehr spannend war. Ja, da bin ich stolz auf mich.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


  8. Registriert seit
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Das kannst du auch

    Wer sich klein macht, wird auch als klein wahrgenommen und gern einmal übersehen. Gerade bei Frauen ist das ein Problem, das auch für den pay gap mitverantwortlich ist.

  9. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Ich bin schon auch stolz auf die Faehigkeiten, die ich waehrend des Studiums erworben habe. Obwohl ich kaum "praktisches Wissen" erlernt habe, nutze ich meine Faehigkeiten taeglich im Beruf. Und dabei merke ich schon auch: "Jeder" kann das tatsaechlich nicht, auch wenn es fuer mich ganz natuerlich (geworden) ist. Natuerlich macht mich das nicht besser als Andere, die etwas Anderes koennen. Aber diese Sachen kann ich schon besser als Andere.

    Dass mir das Studium mit Ausnahme der ueblichen Nervenzusammenbrueche leicht gefallen ist, sehe ich allerdings nicht als stolz-mindernd an. Bin ich eben naturschlau, ist doch auch schoen. Durchaltevermoegen brauchte ich trotzdem. Ich hab z.B. nicht so bald so viel Geld verdient wie andere, ich habe immer wieder Zelte abgebrochen und woanders ganz neu angefangen... Das ist jetzt auch ueberhaupt keine Klage, ich wollte nur sagen, es gibt auch andere Muehen, als die etwas im Kopf zu behalten oder dergleichen. Und jeder nimmt beim Erreichen seiner Ziele Muehen auf sich, ich nicht mehr, aber auch nicht durchweg weniger als Andere.

    Man, Mandelmilch, ich finde, ich hab ganz schoen viel von Dir gelernt.
    Aber jetzt sag mal: Worauf bist Du denn stolz?
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  10. Avatar von Vienna__
    Registriert seit
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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von TT333 Beitrag anzeigen
    Ganz ehrlich? Intellekt ist zum Großteil angeboren.
    "Angeboren"? Wonach richtet sich denn dieses "Angeborene" denn? Gene? Erbgut? Fällt mir nicht so viel ein zu dieser Aussage! Aber vllt. erklärst Du sie ja noch .......

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