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  1. Inaktiver User

    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen

    Klar ist das bewundernswert, wenn jemand Leid durchgestanden hat, vielleicht sogar bewusst in Kauf genommen hat, um ein Ziel zu erreichen. Aber warum haben wir - haben Frauen? - das Gefuehl, einzig Schmerz und Leid (gleich welcher Art) sei Stolz und Lob wert? Das waere doch mal interessant.
    Und ich glaube tatsaechlich, dass Maenner das nicht so stark miteinander verknuepfen.
    Weil es sonst ja auch „jeder“ kann. Und dann ist es nichts mehr wert. Das sieht man zB relativ deutlich am Stellenwert eines Hochschulabschlusses: in Deutschland, wo das grundsätzlich jeder ohne große finanzielle oder sonstige Klimmzüge erreichen kann, hat ein akademischer Abschluss längst nicht den gleichen Stellenwert wie in anderen Ländern, wo der Zugang zu Hochschulen über Studiengebühren limitiert ist.

  2. Moderation

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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weil es sonst ja auch „jeder“ kann. Und dann ist es nichts mehr wert. Das sieht man zB relativ deutlich am Stellenwert eines Hochschulabschlusses: in Deutschland, wo das grundsätzlich jeder ohne große finanzielle oder sonstige Klimmzüge erreichen kann, hat ein akademischer Abschluss längst nicht den gleichen Stellenwert wie in anderen Ländern, wo der Zugang zu Hochschulen über Studiengebühren limitiert ist.
    Du stellst das so alternativlos dar, aber wo ist denn die Zwangslogik?
    Nein, es kann nicht jeder, was dir leicht faellt. Haben wir jetzt schon mehrfach erklaert.
    Es gibt auch nicht nur Ruhm und Ehre und/oder Geld, wenn jemandem etwas schwer faellt. Im Gegenteil.

    Dann: Warum sollen nur Geld und Macht Anzeichen dafuer sein, worauf ich stolz sein darf? Auch wenn ich Nichtnurmamis Post nicht in allen Punkten zustimme - in einem bin ich voellig ihrer Meinung: Eine bloede Situation durchgestanden zu haben finde ich persoenlich durchaus bewundernswert, auch wenn es nicht auf dem Arbeitsmarkt honoriert wird.

    Du beschraenkst das alles auf eine Nullsummen-Marktlogik. Und die gilt ja auch, allerdings nur in einem Teilbereich der Welt. "Viele akademische Abschluesse auf dem Arbeitsmarkt vermindern aufgrund von Angebot und Nachfrage den Marktwert". Ja, stimmt.
    Aber das deckt doch nicht das Themengebiet ab, das Mandelmilch angesprochen hat.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

  3. Inaktiver User

    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    in Deutschland, wo das grundsätzlich jeder ohne große finanzielle oder sonstige Klimmzüge erreichen kann, hat ein akademischer Abschluss längst nicht den gleichen Stellenwert wie in anderen Ländern, wo der Zugang zu Hochschulen über Studiengebühren limitiert ist.
    Wenn das alles so einfach wäre, warum hat dann nicht jeder hier einen akademischen Abschluss?

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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Den Doktor kriegt man nicht fürs Forschen, sondern für‘s fertig machen - so war‘s zumindest bei mir, ich hatte da auch so meine Herausforderungen. Umgekehrt war „einfach weiter hingehen, trotz aller Widrigkeiten“ für mich am Ende einfacher als die Variante „hinschmeissen und dann vor dem Nichts stehen“. Die Promotion ist daher wirklich der Part, auf den ich am allerwenigsten stolz bin.
    Was meinen Stolz nicht im Geringsten mindert. Allerdings hätte ich mit meinem Studium durchaus auch ohne Promotion Geld verdienen können

  5. Inaktiver User

    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Vielen Dank für die Blumen (Ich fühle mich einfach mal angesprochen als "Dipl. Ing." )

    Mir ist mein Studium nur anfangs leicht gefallen, irgendwann war die Motivation komplett weg ("Warum mach ich das eigentlich???"), und ich musste anfangen zu kämpfen. Letztendlich habe ich statt 4 Jahren Regelstudienzeit 5,5 Jahre gebraucht und dafür schäme ich mich bis heute. Aber stolz bin ich dennoch, denn ich habe es durchgezogen. Mein Gehalt ist okay, nicht berauschend für eine Akademikerin, aber annehmbar (und immer noch mehr als mein Verlobter, der nicht studiert hat). Manchmal glaube ich, mein Verlobter ist stolzer auf mich als ich auf mich selbst.

    Er sagte mal, wenn er mich nicht vor meinem Abitur kennengelernt hätte sondern erst im oder nach dem Studium, hätte er sich nicht getraut, mich anzusprechen.

    Achso, Hosenanzüge mag ich übrigens nicht wirklich. Ich trage Jeans, Chucks und T-Shirts. Was ich beruflich mache, sieht man mir nicht an.

    Wenn ich irgendwo meinen Namen schreibe (z.B. in beruflichen E-Mails), lasse ich meinen akademischen Grad weg.

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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Mir geht es gefühlsmäßig wie Flau beim Lesen der Posts von Mandelmilch und der eher konträren Posts.

    Zum obigen Post von Flau möchte ich noch ergänzen, dass sich mir überhaupt nicht erschließt, warum Stolz eher mit dem Einkommen als dem akademischen (oder genauso einem nicht akademischen) Abschluss verbunden sein soll.
    Einkommen steht nicht für die eigentliche Leistung, sondern nur dafür, was irgendjemand bereit ist, für eine bestimmte Tätigkeit zu zahlen, ohne dass es in direkter Relation zum tatsächlichen Wert der Leistung steht, während der Abschluss für die erbrachte Leistung und eine Note im Idealfall für deren Qualität steht.

    Von daher bin ich stolz auf meinen Abschluss, der mir dank des Erreichens einer bestimmten Note ein Berufsfeld eröffnet hat, das mir mit dem reinen Abschluss verschlossen geblieben wäre.

    Anscheinend bin ich aber nicht frei vom Relativieren der eigenen Leistung, denn besonders freut mich, dass ich das erreicht habe, obwohl ich oft in Schule, Studium, dem praktischen Teil der Ausbildung und weiter im Berufsleben einen schwierigeren, herausfordernderen Weg zum Ziel mit viel Blick über den Tellerrand und nach rechts und links genommen habe, als allein auf den Abschluss fokussiert.

  7. gesperrt

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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Ein interessantes Thema...

    Ich hatte das Pech, eine Weile an Männer zu geraten, die aus eigener Selbstwertthematik Mühe damit hatten, dass ich promoviert bin und versuchten, das klein zu reden. Leider habe ich mich davon eine Weile beeinflussen lassen und das quasi übernommen, also zum Beispiel beim Kennenlernen aus Angst nicht mehr erwähnt, dass ich promoviert bin. Ich habe mich da eine Weile selbst klein geredet. Obwohl: Ich eigentlich Freude und Stolz über meine Promotion empfand, aber ich habe das versteckt.

    Zum Glück war das nur eine Phase und dann hat sich das wieder eingependelt (und solche Männer habe ich danach nicht mehr angezogen, mein heutiger Freund hat damit gar kein Thema). Ich merke, dass die alten Gefühle, Freude und Stolz in Massen wieder da sind. Und dennoch kenne ich immer noch die kleine innere Stimme in mir, die ab und zu meint, man solle ja nicht zuuu freudig über die Promotion sein, das könnte angeberisch wirken. Denn Menschen, die damit ein Problem haben, laufen einem leider immer wieder mal über den Weg.

    So ganz ablegen kann ich es nicht, aber es ist schon ziemlich gut eingependelt, würde ich sagen. Insgesamt also freudig und stolz, aber in stillem, ruhigen Masse.

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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weil es sonst ja auch „jeder“ kann. Und dann ist es nichts mehr wert. Das sieht man zB relativ deutlich am Stellenwert eines Hochschulabschlusses: in Deutschland, wo das grundsätzlich jeder ohne große finanzielle oder sonstige Klimmzüge erreichen kann, hat ein akademischer Abschluss längst nicht den gleichen Stellenwert wie in anderen Ländern, wo der Zugang zu Hochschulen über Studiengebühren limitiert ist.
    Das ist jetzt aber auch schon sehr überzogen dargestellt. Zudem war bis vor ein paar Jahren die Akademiker-Rate in Deutschland vergleichsweise gering, wenn ich mich richtig erinnere.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Den Doktor kriegt man nicht fürs Forschen, sondern für‘s fertig machen - so war‘s zumindest bei mir, ich hatte da auch so meine Herausforderungen. Umgekehrt war „einfach weiter hingehen, trotz aller Widrigkeiten“ für mich am Ende einfacher als die Variante „hinschmeissen und dann vor dem Nichts stehen“. Die Promotion ist daher wirklich der Part, auf den ich am allerwenigsten stolz bin.
    Fertig machen ist aber auch eine wichtige Fähigkeit (prominentes Beispiel Berliner Flughafen ).
    Und bei den Leuten, die ich kenne, gehörte zur Promotion auch ordentlich echte Arbeit dazu.

    Ich war zu Schulzeiten so drauf, dass ich immer betont habe, wie leicht alles ist und wie wenig ich fürs Abi lerne - ich habe erst im Nachhinein bemerkt, wie sehr ich damit Leute vor den Kopf stoße und wie ich andere, aber auch mich selber damit eigentlich abwerte. Wobei das natürlich bei anderen als Angeberei ankam.

  9. Moderation

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    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Für mich sehe ich einen Unterschied zwischen stolz auf von mir erreichte Abschlüsse/Titel/Meilensteine zu sein, im Sinne von "das habe ich geschafft, das habe ich gut gemacht, darüber bin ich froh", und stolz zu sein im Sinne von "damit bin ich mehr wert als andere".


    Letzteres ist vermutlich das, was nicht akademisch Ausgebildete gelegentlich befürchten oder als trennend empfinden. Letzteres habe ich durchaus schon bei Kollegen erlebt, und das hat nicht zum guten Miteinander in Teams beigetragen.


    Meine persönliche Erfahrung ist, dass mein Studium und meine Kenntnisse oft eine Anerkennung finden, schon alleine die, dass mir zugetraut oder auch zugedacht wird, bestimmte Aufgaben oder Probleme zu lösen. Oder eine Einschätzung/Expertise abzugeben. Und da das öfter auch meiner Kompetenz entspricht, gehe ich ziemlich selbstverständlich damit um.


    Andersherum, und das ist die Crux der Sache in meinen Augen, respektiere ich andere Leute auf die gleiche Weise. Also sehe auch ihre Aufgaben und Kompetenz, kann mich mit ihnen darüber unterhalten, konsultiere sie gegebenenfalls und gebe ihnen für ihre eigenen Bereiche auch die gleiche Art von Anerkennung.


    Das hat bislang in ziemlich vielen Berufsjahren dazu geführt, dass ich mit anderen Professionen, auch mit nicht-studierten (in Deutschland zum Beispiel Krankenpfleger, die in Skandinavien allerdings ein Hochschulstudium absolvieren), immer gut ausgekommen bin und gut in professionell gemischten Teams arbeiten kann.




    Auf der anderen Seite empfinde ich selbst, je länger ich in meinem Bereich arbeite, wie wenig ich eigentlich kann. Ich lerne und lerne, das ist geradezu zur Lebensform geworden, und entdecke nur immer wieder neue Dinge. Gleichzeitig muss ich manchmal meine theory of mind (ToM) ein bisschen rütteln, damit nicht so ein merkwürdiger Automatismus bei mir einsetzt, "was ich weiß/kann, ist trivial, ergo wissen/können alle anderen es auch". Denn natürlich stimmt das nicht. Und schon allein in beruflichen Gesprächen muss ich klar haben, wo ich ansetzen, wovon ich ausgehen kann.


    Aber irgendwo so zwischen einer, glaube ich, gesunden Zufriedenheit mit meinen bisherigen Fähigkeiten, der Wissenslust auf Neues, Weiteres, und einer Demut vor dem Vielen, was ich nicht weiß, und den Vielen, die viel wissen und können, auch mehr wissen und können als ich, bewegt sich das.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  10. Inaktiver User

    AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weil es sonst ja auch „jeder“ kann. Und dann ist es nichts mehr wert. Das sieht man zB relativ deutlich am Stellenwert eines Hochschulabschlusses: in Deutschland, wo das grundsätzlich jeder ohne große finanzielle oder sonstige Klimmzüge erreichen kann, hat ein akademischer Abschluss längst nicht den gleichen Stellenwert wie in anderen Ländern, wo der Zugang zu Hochschulen über Studiengebühren limitiert ist.
    Das kann man in einschlägiger Literatur unter Akademisierung finden, wird grad sehr kritisiert, dieser Trend. Wenn man für Berufe, die früher mit Haupt-oder Realschulabschluß möglich waren, Abitur braucht, streben bis zur Hälfte eines Jahrgangs das Abitur an.

    Das Gleiche an den Hochschulen. Die Leute werden nicht klüger, man passt das Niveau an. Vor zwei Jahren an der RWTH durch meinen Sohn "miterlebt", Durchfallquote 90%, da hinterfragt man nicht die Lehrqualität, sondern senkt das Niveau der Prüfung.

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