Also mir ist unklar, wie ihr jetzt auf sowas kommt?
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26.05.2018, 14:14Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
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26.05.2018, 14:16Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
tja, da habe ich leider andere beobachtungen gemacht, und stehe damit nicht allein - ich darf an dieser stelle nochmal auf die probleme bei den medizindissertationen hinweisen. Die Hochschulrektorenkonferenz schrieb 2016 dazu:
über deine frage, wie forschung vorankommt, gibt es eine sehr vielschichtige debatte. für mich sprengt das jetzt den rahmen hier. aber: eine dissertation ist - leider! - nicht automatisch ein zeugnis von wissenschaftlicher befähigung. das dürfte schon klar werden, wenn du dir anschaust, wie viele dienstleistungen in dem bereich angeboten werden. vom "lektorat" bis zum ghostwriting (nennt sich häufig "beratung").Die Promotionspraxis in der Medizin ist seit Längerem sowohl in der Fachöffentlichkeit als auch in der breiteren Öffentlichkeit Kritik ausgesetzt. Die Bandbreite in der Qualität der medizinischen Promotionen in Deutschland ist groß, d. h. medizinische Dissertationen erfüllen vielfach nicht die Anforderungen an eine wissenschaftliche Forschungsarbeit, wie sie in anderen Fächern im Rahmen einer Promotion gestellt werden.
Dies hat dazu geführt, dass der Europäische Forschungsrat (European Research Council), der inzwischen weltweit anerkannte Standards in der europäischen Forschungsförderung setzt, Antragsteller mit einem deutschen Dr. med. nur zulässt, wenn seine Trägerin/sein Träger nachweist, eine Position innezuhaben, die einen PhD-äquivalenten Titel erfordert.
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Zur Qualitatssicherung der Promotion in der Medizin - Hochschulrektorenkonferenz
und ob jeder prof jede dissertation gründlich liest, die ihm zugeleitet wird, darfst du auch getrost bezweifeln.
deshalb neige ich, wie schon geschrieben, immer mehr dazu, mich nicht am formalen verfahren zu orientieren, sondern lieber am ergebnis.
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26.05.2018, 14:17Inaktiver User
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26.05.2018, 14:18
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Ich kann natürlich nur für meinen Bereich sprechen - das ist in anderen Feldern evtl anders.
Aber mein akademischer Titel ist bei einer Bewerbung bspw kein Thema - die Studieninhalte von anno tobak sind überholt, die Rechtssprechung auf einem anderen Stand und ich selbst übe eine Funktion aus, die es so vor 15 Jahren nicht mal gab.
Da muss ich tatsächlich mit was ganz anderen punkten als der Tatsache Akademiker zu sein.
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26.05.2018, 14:19Inaktiver User
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26.05.2018, 14:20
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Vor 3 Tagen hast du das in Beitrag 62 geschrieben.
Und ehrlich: Ich finde es Hammer, was du da schreibst. Alle Achtung.
Ich "freu" mich so über diesen Satz. Weil er mich an meine Therapie erinnert.
Ich sitz da, erzähl meinem Therapeuten über meine Erfolglosigkeit, bla, Studium etc. - und er immer: "NEIN. Kein Glück! Sie haben etwas dafür GETAN." Und ich: "Ja, abba...." Er: "Naaaiiin. Sie HABEN etwas dafür getan. Und zwar NICHT zu knapp. So auch in anderen Bereichen ihres Lebens."
Erfolg ist kein Zufall. Nie.Be a voice not an echo.
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26.05.2018, 14:23Inaktiver User
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26.05.2018, 14:24
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Nun ja - zum einen die Diskussion darüber, dass ja schon eine Promotion nichts besonderes ist, also warum dann auf ein Popeldiplom stolz sein. Andererseits Diskussionen darüber, dass man nun unbedingt mit dem Titel angesprochen werden will - einerseits ist der Grad nichts Besonderes, aber er bekommt dann doch so eine Sonderstellung, die für mich zumindest andere akademische Grade wieder kleiner wirken lässt. Für mich jetzt.
Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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26.05.2018, 14:24
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Deine Gefühle finde ich interessant. Ich habe ja „nur“ einen Bachelor (wie mir schon gesagt wurde, von den abfälligen Äußerungen, die es regelmäßig über meine Berufe, mein Studienfach und meine Arbeit gibt ganz zu schweigen), kenne aber viele promovierte Leute, die privat wenig über ihren oder ihre Titel sprechen. Die aber zugeben, dass es in der Kommunikation z.B. mit Lehrern als sehr „interessant“ erwiesen hat.
Ich lese hier mit Erstaunen mit, wie wichtig so ein Titel für viele ist und es scheint ein hoher Identifikationsfaktor zu sein.
Mein Kollege hat kürzlich erwähnt, dass er zu einem Thema promoviert hat - weil es ihn interessierte. Das Interesse für das Thema finde ich in dem Fall viel spannender als der Titel an sich. Andere Promovierte berichten teilweise lapidar von ihren Promotionen, auch Männer, das mag am Studiengang liegen, aber es wird oft als Pflicht dargestellt und nicht als Interesse.
Ich fühle mich nicht entwertet, denn seit meinem Studium weiß ich, dass das alles nicht so schwierig ist, wenn man das passende Fach studiert und Freude am wissenschaftlichen Arbeiten hat.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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26.05.2018, 14:26Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
auf einen abschluss war ich noch nie stolz, aber auf meine erfolge.
ich bin zum beispiel bis heute stolz auf eine abiclausur, bei der ich die volle punktzahl geholt habe. das floß mir aus der feder und war richtig gut. ich wusste es und die prüfer haben es eingesehen
meine abschlüsse ansonsten waren irgendwie teil des pflichtprogramms und ich wär nur stolz drauf, wenn ich da was richtig gutes geleistet hätte. habe ich aber nicht, meiner meinung nach.


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