Hallo Mandelmilch,
ich bin stolz auf Abitur und Studium, würde allerdings heute einen anderen Studiengang wählen.
Ich denke, ob jemand stolz darauf ist oder nicht, hängt von den Begleitumständen ab, also dem familiären Hintergrund (mit Akademikereltern hat man kaum eine andere Wahl), dem eigenen Intellekt (es macht vielleicht stolzer, wenn gute Noten harte Arbeit voraussetzten) und davon, ob Abitur und Studium das eigene Ziel gewesen sind.
Meine Eltern haben beide selbst nicht studiert, haben mir aber keine Steine in den Weg gelegt, kurzfristig auch mal Nachhilfe bezahlt (berüchtigte Mittelstufe) und Studiengebühren (ich war auf einer privaten Akademie), die allerdings überschaubar waren. In der Grundschule fiel mir das Lernen extrem leicht, ich übersprang die dritte Klasse und kam mit 9 Jahren ins Gymnasium. Da musste ich erst lernen, wie man lernt und war keine Spitzenschülerin, wollte aber immer Abitur machen. Glücklicherweise habe ich den Schalter noch rechtzeitig in der Oberstufe umlegen können und ein recht passables Abitur geschafft, obwohl ich 6 von 9 Jahren tatsächlich ziemlich faul war. Mein Studienfach wählte ich wieder aus Faulheit, weil ich wusste, dass es mir leichtfallen würde. Das würde ich heute sicher anders entscheiden.
Dennoch sehe ich die Sache wie du: meinen Abschluss kann mir keiner nehmen, er hielt mir alle Berufswege offen, auch wenn ich mich vielleicht nicht für den richtigen entschieden habe. Die Umstände in meiner Familie waren nicht optimal und ich habe es trotzdem geschafft. Ich bin tatsächlich stolz darauf und nur ein bischen tut es mir leid, dass ich nicht noch mehr daraus gemacht habe.
LG
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24.05.2018, 14:46
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
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24.05.2018, 14:58Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Hi all,
also ich kann das Eingangspost nur bestätigen - leider.
Sobald ich in einer Nicht-Ärztlichen-Umgebung sage oder erkennen lasse, dass ich Ärztin bin, geht häufig das Gemobbe los. Solange ich sage, dass ich im "medizinischen Bereich" tätig bin, ist alles tutti und okay.
Vll schotten sich Ärzte auch deshalb privat nach außen oft ab, was dann natürlich wieder als perfekter Arroganzvorwurf verwendet werden kann.
Mir ist das aber schon oft passiert und Kolleginnen und Kollegen ebenfalls, sobald man "zugibt" Arzt bzw Ärztin (fast noch schlimmer) zu sein, gehts los mit der Ausgrenzung. Warum das so ist, kann ich nicht nachvollziehen.
ist aber intern ein running gag.(also unter Ärzten hier)Besonders Krankenschwestern können arg ungut werden und nutzen jede tatsächliche oder auch nur vermeintliche Machtposition gegenüber einer Ärztin manchmal gnadenlos aus. Dabei war mal eine meiner besten Freundinnen Krankenschwester und sie war Trauzeugin bei meiner ersten Ehe. Nunja, lang lang ist´s her.
Ich habe daher auch schon öfters meinen akademischen Grad verschwiegen und einfach "medizinsicher Bereich" geantwortet, wenn mich jemand nach meinem Beruf fragte.
Irgendwann dachte ich mir dann, dass das doch blöd von mir ist, ich habe nichts verbrochen, Arztsein ist auch nicht ehrenrührig.
Magdalena
Edit: und um das "böse" Maß vollzumachen, erzähle ich auch noch, dass ich einen IQ von 135 habe. Hm so what, außer Probleme bringt derlei als Frau wenig ein.Geändert von Inaktiver User (24.05.2018 um 15:05 Uhr)
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24.05.2018, 16:26
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Was du schilderst, spiegelt meine eigenen Erfahrungen überhaupt nicht wider.
Ich merke wohl, dass manchmal ein Schweigen entsteht, wenn ich meinen Beruf nenne. Aber das währt eigentlich nicht lange, und ich füge auch meistens dann einen Satz nach, was ich so ungefähr mache, fachlich. Dann wird es konkret und entweder ist es dann gut, oder das Gegenüber fragt konkreter weiter nach.
Bis vor ein paar Jahren kam es auch noch vor, daß ich nach der Nennung meines Berufes gefragt wurde, ob ich denn schon wirklich fertige Ärztin sei oder noch in der Ausbildung. Ab vierzig fand ich das eher komisch, aber ich antworte immer höflich und geduldig.
Irgendwie schlecht behandelt oder merkwürdig angesprochen worden, bin ich wegen meines Berufes noch nie, soweit ich mich erinnern kann.
Auch nicht von Krankenschwestern. Mit denen komme ich durch die Bank gut aus, auch schon in Studium und PJ.
Wäre ja interessant, woran es liegt, dass Leute so unterschiedlich reagieren.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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24.05.2018, 16:35
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Da würde ich maximal fragend entgegnen, ob zum Medizinstudium jetzt auch Grenzdebile zugelassen werden.
Sag mal, das mit dem IQ ist doch nicht ernst gemeint, oder?
Ich ernte ja auch offene Münder und viele Fragen bei meinem Beruf und definitiv jeder kann dazu irgendeine Geschichte erzählen und polarisieren tut es auch.
Die Reibereien zwischen Ärzten und medizinischem Personal kenne ich aus Erzählungen auch und mal ehrlich, wir alle wissen doch, dass Krankenschwestern (die ja gar nicht mehr so heißen) eigentlich die kompetenteren Ärzte sind. ;)
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24.05.2018, 16:39
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
ich bin keine Ärztin (aber was Ähnliches...), aber bei mir liegt es einfach an der Gruppe der Zuhörer. Ich passe dementsprechend auch die Auskünfte über meinen Job/Ausbildung an: In einer Runde mit anderen Kindergartenmüttern erwähne ich kaum Details zu Job/Ausbildung, weil ich keine Lust auf Kommentare a la "Ahhh ein Frau Doktor" habe. Ja doch, ich gebe zu, da ist auch manchmal ein bisschen Angst vor Ausgrenzung oder Gerede dabei.
Im Umfeld mit anderen Akademikern oder vergleichbaren Berufsgruppen erzähle ich, was ich beruflich genau mache und wie ich dazu kam. Und wenn mir gegenüber einer prahlt, was er (sind immer Männer...) alles tolles erreicht hat und macht, dann kann ich da auch kontern...
Also Bescheidenheit nach Bedarf oder so...oder das ewig weibliche gefallen wollen?
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24.05.2018, 17:00Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Das "böse Maß" ist natürlich Ironie
. Der IQ ist Tatsache. Aber wirklich was bringen im zwischenmenschlichen Bereich tut der nicht. Eher im Gegenteil - so meine Erfahrung.
Ja es polarisiert, ich kann mir dann oft gute und böse Geschichten über meine Kollegen und Kolleginnen anhören. Ich bin aber nicht für jede Fehlleistung , die auf medizinischem Gebiet jemals passierte, verantwortlich. Wenn ich das dann sage, geht's oft erst richtig los.
Jap deinen letzten Satz hab ich schon oft gehört, das erste Mal als Studentin. Damals habe ich in den Sommerferien als Stationsgehilfin gearbeitet.
Krankenschwestern können zu ihren weiblichen Arztvorgesetzten richtig fies sein. Und auf medizinischem Gebiet sind wir das, die Vorgesetzten, sie hören es nur nicht gerne.
Trotzdem war mal eine Krankenschwester meine beste Freundin und Trauzeugin. Es sind also nicht alle gleich.
Lg
Magdalena
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24.05.2018, 17:04Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Das bestätigt doch das Eingangspost , lieber tiefstapeln als sich blöd anmachen lassen. Kenn ich und hab ich auch schon oft gemacht.
Aber warum sollen wir das tun? Weil wir Frauen sind? Müssen/sollen wir deshalb akademische Würden verstecken? Haben wir deshalb studiert?
Ich find die Fragen im Eingangspost sehr berechtigt.
Magdalena
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24.05.2018, 17:36
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Ich wuerde mich echt freuen, wenn Mandelmilch hier nochmal aufschlagen wuerde und bin gespannt, wie sie sich dann aeussert.
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24.05.2018, 18:10
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24.05.2018, 18:15Inaktiver User


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