Die gingen halt dann vom Gym weg und machten etwas, was ihnen mehr entsprach.
Und glaube mir das: Die meisten jener haben heute einen einträglicheren Job als ich jetzt (!) habe, was für mich völlig ok ist, übrigens.
Bei mir war der Cut nach sehr gutem - sehr forderndem - Job "familiäre Verpflichtungen - nicht nur Kinderbetreuung", die eben dazu führten, mich mit Mitte 40 komplett neu aufzustellen.
Steh ich voll dahinter, auch wenn der Staat das rentenmäßig nicht goutiert.
Nie hätte ich anders reagiert.
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24.05.2018, 00:03
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
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24.05.2018, 00:11Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
ach, so meinst du das, zazu!
ich habe nämlich überlegt, wie es bei mir war: mein abi ist mehr als 30 jahre her, und ich kann mich - in meinem fall - durchaus daran erinnern, es bis zum ende geschafft zu haben. (blöd formuliert: ich meine damit, dass ich die abifächer gut hinbekommen habe.)
tatsächlich haben aber die einen oder anderen die abi-zulassung nicht geschafft. sie sind wirklich abgegangen.
es haben aber nicht alle studiert.
und traurig: wer nicht wusste, was er/sie studieren sollte, machte entweder auf lehramt
oder auf BWL.
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24.05.2018, 06:18
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Mal als Beispiel: ich habe eine gewisse Zahlenaffinität, ich muss ja auch Bilanzen lesen können und das Steuerrecht verbindet ja Zahlenverständnis mit rechtlichen Verständnis. Das kann ich sehr gut, das liegt mir, da habe ich einen Zugang. Ich arbeite in einer Branche mit vielen Mathematikern und mir ist da sehr bewusst, dass man da ein ganz anderes Zahlenverständnis braucht. Und da fehlt mir der Zugang zu diesem abstrakten Denken. Und ich glaube nicht, dass ich das mit Fleiß kompensieren könnte - ich wäre wahrscheinlich einfach gescheitert mit einem Mathematikstudium.
Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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24.05.2018, 06:27
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Mathematik (im Gegensatz zum Beispiel zu französischer Grammatik) hat einen Vorteil: sie ist logisch! sprich, man kann das alles verstehen, wenn man sich nur die Zeit nimmt, eins am andern genau zu studieren.
Vielleicht ist das nicht erreichbar für alle in dem Tempo, das ein Universitätsstudium verlangt, aber erreichbar ist es auf jeden Fall - wenn man sich genug Zeit nimmt, und wenn man das methodisch und schrittweise angeht.
Viele Mathe Didaktik in der Schule ist auch relativ schlecht. Ich hatte schon mehrfach von meinen Nachhilfeschülern in Mathe den erstaunten Ruf gehört "warum hat mir nie jemand erklärt, dass es so leicht ist?" - tja - wenn ich das wüsste....
gruss, barbara
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24.05.2018, 06:31
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Grundsätzlich schon - wenn man genug Zeit hat. Was man in einem Studium längst nicht immer hat. Gerade im englischsprachigen Raum, wenn ich das recht verstehe, geht es in einem Studium nicht zuletzt auch darum, herauszufinden, wie jemand mit Druck umgeht - noch nicht mal so sehr um die Inhalte.
Die hat ja wohl ihre Lehre auch schon eine Weile hinter sich und genug Zeit zum Üben? Mit Friseurlehre und zehn oder zwanzig Jahren Berufspraxis danach... wärst du wohl auch irgendwann richtig gut im Haarschneiden.Klar, die Zugangsvoraussetzungen für eine Lehre könnte ich bewältigen und vielleicht könnte ich im Endeffekt beispielsweise eine Friseurlehre mit viel Üben mit einem ausreichend abschließen.
Hieße aber nicht, dass ich dann so gut Haare schneiden kann wie meine Friseurin.
gruss, barbara
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24.05.2018, 08:07
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Ein Mathestudium ist etwas völlig anderes als Mathe in der Schule...Ich habs mal 6 Wochen versucht und bin einfach nicht in diese Denke vorgedrungen, die man für das Studium braucht....und ich hatte 15 Punkte im Mathe-Abi. Das ist wie marylin schreibt eine ganz spezielle Art den Denkens, die man mE nicht "lernen" kann. Klar, man kann sich irgendwie durchs Studium quälen...meine beste Freundin hats gemacht mit viel Hilfe von anderen Leuten und hat mit 3,5 das Lehramtsexamen bestanden, aber es war eine elendige Quälerei. Den wirklichen Mathe-Nerds fällt das hingegen einfach leicht
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24.05.2018, 08:41
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Mathe im Studium kannst du nicht im geringsten mit Mathe in der Schule vergleichen.
Mein Sohn hat da ein paar Monate rein investiert. Man musste da jede Woche zwei Übungen bearbeiten und abgeben (Bearbeitungsempfehlung pro Übung 8 Stunden). Das wurde dann benotet.
Hat er zwar gut bewältigt, das Umfeld war ihm aber zu nerdig - nicht negativ gemeint, war eben nicht seines.
Eine Cousine von mir zog das Mathe-Studium vor 25 Jahren durch und hat heute einen ziemlich coolen Job, den sie gut mit ihren Kindern vereinbaren kann.
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24.05.2018, 08:49Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Die Behauptung, jeder könne im Grunde alles lernen, ist nur bis zu einem gewissen Level korrekt. Die Basics von allem sind sicher für alle erlernbar, deren IQ nicht allzu weit unter dem Durchschnittswert liegt. Aber wenn es richtig gut werden soll, muss man auch ein Händchen für das Thema haben - und das lässt sich nicht trainieren.
Mathematik ist ein gutes Beispiel: Wer hier keine Ader dafür hat, kommt über Oberstufenmathematik nicht weit hinaus. Mathematik ist eben nicht nur Logik und Regeln, sondern sehr, sehr viel Kreativität. Nicht umsonst sind jede Menge Überlegungen der Mathematik seit Jahrhunderten unbewiesen.
Und die Aussage "ein Studium kann jeder schaffen, der auswendig lernen kann", ist für mich null nachvollziehbar. Aber das könnte natürlich vom Fach abhängen. In meinem Fach jedenfalls hätte man mit Auswendiglernen nicht mal das zweite Semester geschafft, von den Abschlussprüfungen ganz zu schweigen.
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24.05.2018, 08:57Inaktiver User
AW: Akademikerinnen und das Backen der ewig kleinen Brötchen
Da stimme ich zu.
Und mich erstaunt immer wieder, dass zwar gebildeten Menschen "zwei linke Hände" und das Unvermögen, handwerkliches zu können, zugestanden wird - es gleichzeitig aber mit "dümmer" gleichgesetzt wird, wenn jemand, der handwerkliches Können hat und auch hier seinen Beruf ausübt, zugibt, sich mit Lernen wie z. B. für Abitur und Studium erforderlich, schwer zu tun.
Könnte man auch einfach mal so stehen lassen, dass halt Begabungen und Talente bei Menschen verschieden stark angelegt sind.
Weder kann jeder alles, noch ist es ein Zeichen für Dummheit oder weniger Wert, wenn jemand etwas NICHT kann.
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24.05.2018, 09:00Inaktiver User



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