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  1. Inaktiver User

    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Ich hab auch viele viele Erinnerungen, die teilweise sehr weit zurückgehen, noch vor die Geburt meines Bruders, das heisst in eine Zeit, als ich etwa zweieinhalb war.
    Ich bin sicher, viele Menschen haben das. Dass deine Eltern darüber erstaunt sind, dass du gewisse Dinge noch weisst, die sie schon längst wieder vergessen haben, will nichts bedeuten - deine Eltern haben auf jeden Fall selber auch Erinnerungen an Dinge, die du wiederum vergessen hast.

    Du hast sehr, sehr viel vergessen, wahrscheinlich das Meiste. Das weisst du nur nicht, weil du es eben vergessen hast.

    Zudem kannst du darauf gehen, dass bei Erinnerungen, von denen du sicher bist, dass sie ganz genauso so sind, wie es damals war, du sie also unverfälscht einnerst, dem gerade NICHT so ist. Jede Erinnerung ist mehr oder weniger gefälscht und sie verändert sich auch mit den Jahren. Dazu gibt es unterdessen genügend Studien. Einer Erinnerung, die du jetzt an ein bestimmtes Ereignis hast (und von der du sicher bist, dass es "damals genauso war") hat 10 Jahre früher in deinem Kopf anders ausgesehen (und auch vor 10 Jahren warst du davon überzeugt, dass es "damals genauso war") und sie wird 10 Jahre später nochmals anders aussehen (und auch dann wirst du davon überzeugt sein, "dass es damals genauso war").

    Will sagen: alles, was wir erinnern bzw. zu erinnern glauben, schaffen wir selber in unserem Kopf, meistens unbewusst. Fast nichts von dem, was wir zu erinnern glauben, ist so, wie es damals "tatsächlich" war.

    Das Erkennen der Relativität jeder Erinnerung hilft, ihr den Stellenwert zu geben, den sie hat: den von etwas, das vergangen ist und nicht jetzt stattfindet.


    Noch was: wenn du etwas nich abhaken kannst, warum dann nicht zu Ende bringen?
    Zum Beispiel die Sache mit der Kollegin, die sich dein Theoriebuch dauerausgeliehen hat - warum gehst du nicht zu ihr und verlangst, dass sie dir das Buch ersetzt, dir also das Geld dazu gibt?
    Ach - zu peinlich und zu kleinlich, das zu tun?
    Dann ist auch das ständige Dran-Denken-und-sich-darüber-ärgern zu peinlich und zu kleinlich.

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    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Ansprechen.
    Meine Sachen wiederholen.
    Vorabkasse .
    Das dritte Beispiel: Herrgott, das geht dich doch gar nichts an? Was beschäftigst du dich damit?

    Du bist nicht aktiv, stellst dich keiner Situation und gleichzeitig gehen dir die Sachen lange im Kopf herum?
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache

  3. Moderation

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    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Ich vergesse nie. Aber ich nehme nur weniges übel. Meistens denke ich mir "Sh** happens" und kümmere mich um meinen eigenen Kram. Das nimmt mir nämlich keiner ab und das hält mich beschäftigt genug.

    Zitat Zitat von musicduck Beitrag anzeigen
    Der Hintergrund meiner Frage ist der, dass ich immer wieder mal auf Menschen treffe, über deren "Sozialverhalten" ich nur den Kopf schütteln kann.
    Wozu brauchst du diese Menschen? Welche Macht haben sie über dich? Kannst du dich dieser Macht entziehen, oder ihnen diese Macht entziehen?

    Wenn mich jemand nervt, ist die erste Frage, kann ich das abstellen? Vielleicht weiß der ja gar nicht, daß er mich nervt, und würde vorziehen, nicht zu nerven. Erster Schritt ist also, ihm zu sagen, daß hier was nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, und was ich gerne in welcher Form anders hätte. Dann mal gucken, was kommt. (Das kann sein, "ruf mich bitte nicht nach Mitternacht an, da schlafe ich"; oder "Nee, ich kann dich nicht zum Flughafen fahren", oder was auch immer. Das muß nichts großes sein.)

    Wenn es ihm dann wichtiger ist, weiter das zu machen, was mich nervt, als mit mir gut auszukommen, frage ich mich, "Brauch ich den? Wofür? Kann ich das, was ich von ihm kriege, auch anders kriegen?" Wenn ich mich von ihm losmachen kann, gut. Wenn ich entscheide, daß ich mit ihm immer noch besser dran bin als ohne, finde ich eine Art, mit ihm umzugehen, die die Konfliktstellen vermeidet, oder ihn motiviert, sie zu vermeiden.

    Wenn wir zwei Hunde sind, die um den gleichen Knochen kämpfen, ist auch die erste Überlegung: Können wir *beide* kriegen, was wir wollen? Dann: Wie wichtig ist mir dieser Knochen? (Es gibt immer andere, saftigere, besser abgelagerte Knochen.) Dann: Wie groß ist der Schaden, wenn ich den Knochen nicht kriege? Am Ende: Was ist das blödere Szenario -- kampflos gehen, oder kämpfen und verlieren? Wenn kämpfen unvermeidbar ist, brauche ich klare Ziele, Ressourcen, und eine Strategie.

    Generell: Einem Lügner glaubt man nicht, einem Intriganten sagt man nichts, einen Kunden, der nicht zahlt, setzt man eine kurze Frist ehe man ihn sausen läßt (das ist der Vorteil daran, keinen Vertrag zu haben), einem Merkbefreiten erklärt man nichts ein zweites Mal. Man ist jemand, auf dessen Wort Verlaß ist, der klare Aussagen trifft und konsistent handelt.

    Das muß man üben. Das, was du beschreibst: Daß ein Intrigant einen so einschüchtert oder verwirrt, daß man sich nicht lösen kann, daß man sich überrumpeln läßt, für lau zu arbeiten, daß man in ein Geschäft schliddert, das man nicht machen wollte -- passiert jedem mal. Den meisten mehr als einmal. Es kommt nicht darauf an, wer jetzt recht hat. Man muß und kann die Leute nicht anders machen. Man sollte nur daraus lernen, damit einem das nicht ein zweites (drittes, fünftes, zwanzigstes) Mal passiert.

    Und daraus lernen ist viel leichter, wenn man das nicht als ein moralisches Problem betrachtet, sondern als ein praktisches.

    "Nachtragen" ist insofern sinnvoll, daß man sich merkt, "da hab ich mich einwickeln lassen, das passiert mir nicht nochmal", oder "dieser Person kann man nicht trauen, ich trau ihr nicht nochmal". "Ärgern" hilft, es sich zu merken. Es ist marginal sinnvoll, zu überlegen, "warum hat sie das gemacht", damit man in Zukunft besser erkennt, wenn jemand ein Motiv hat, einem Probleme zu machen. Es ist aber nicht sinnvoll, diese Person zu seinem eigenen Problem zu machen.

    Ich muß nicht wissen, warum auf dem Weg ein Kuhfladen ist. Im Grunde weiß ich es schon: Es gibt Rindviecher. Ich verziehe das Gesicht, mache einen Schritt zurück, wische meinen Wanderstiefel am Gras ab, gehe um den Kuhfladen rum, und achte etwas besser auf den Weg vor mir -- aber ich baue mir nicht ein "Meine Lebensgeschichte in Kuhfladen" zusammen.
    Geändert von wildwusel (02.04.2018 um 16:46 Uhr) Grund: copypastefehler
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Moderation

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    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Zitat Zitat von musicduck Beitrag anzeigen
    Nachtrag: Ich meine, wenn jeder immer so tut, als wäre nichts gewesen, werden diese Leute annehmen, dass ihr Verhalten in Ordnung war oder akzeptiert wird. Es ist aber nicht in Ordnung und ich habe diesen Menschen gegenüber (das waren ja nur Beispiele), dann logischerweise Vorbehalte.
    Wenn du Freunde schützen willst, wird dir nichts anders übrig bleiben, als dich aus dem Fenster zu lehnen und zu sagen, "diese Frau redet hinter dem Rücken anderer schlecht über sie"; oder "diese Kundin ist unzuverlässig". (OK, geht zurückhaltender oder diplomatischer. Je nach Bedarf.) Das hören die vielleicht nicht gerne, aber wenn du als jemand bekannt bist, aus dessen Wort und Urteil Verlaß ist, werden sie es vermutlich bedenken.

    Wenn du nur den nervenden Leuten selber mitteilen willst, daß du ihr Verhalten nicht OK findest, kannst du ihnen sagen, daß du ihr Verhalten nicht OK findest, und entsprechend handeln. Einheit von Wort und Tat. Nimm Angebote und Wiedergutmachungen ihrerseits an. Wer quitt ist, kann gehen.

    Zitat Zitat von musicduck Beitrag anzeigen
    Im Grunde möchte ich solche Dinge sehr gerne abhaken, kann es aber nicht. Warum? Keine Ahnung. Bei mir ist es so, dass ich Erinnerungen im Kopf irgendwie wie Filme abspeichere, die ich beliebig oft immer und immer wieder hervorkramen kann
    Wenn du so traumatisiert bist, daß du nicht loslassen *kannst*, weil irgendwas in deinem Kopf beim geringsten Anlaß auf "Replay" drückt, dann brauchst du möglicherweise professionelle Hilfe.

    Eine Methode, die auch in Eigenregie helfen kann, ist, die Geschichte zu verändern. Entweder, du betrachtest das Geschene durch eine andere Brille, oder du verfremdest es, oder du spielst "was wäre wenn" oder amüsierst dich mit Rachefantasien, in denen das nicht zurückgegebene Buch Intelligenz entwickelt und sie heimsucht, oder irgendein Unfug. Wenn du darüber lachen kannst, bist du schon halb im Ziel.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  5. Moderation

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    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Erst mal vorab, Menschen wie du faszinieren mich - das meine ich völlig wertneutral.
    Du hast offenbar ein - auf meiner Sicht - phänomenales Gedächtnis.

    Ich bin das Gegenteil davon, ich habe ein sehr schlechtes Gedächtnis.
    Ich erinnere mich an ganz wenige Sachen vor meinem zehnten Lebensjahrs und auch sonst vergesse ich sehr schnell.
    Daraus resultiert, dass ich auch nicht nachtragend bin - weil ich erinnere mich ja nicht.

    Langfristige Erinnerungen habe ich an ein paar belanglose Dinge, ein paar tolle Sachen und ganz weniger schlechte. Tatsächlich scheine ich schlechte Dinge zu erst von meiner Festplatte zu löschen - aber nicht bewusst, sondern das ist eben so.


    Trotzdem habe ich in meinem Leben natürlich einiges gelernt und frühere Verhaltensweisen verändert, aus einer Erfahrung heraus.


    Und nachdem ich mich jahrelang über meine schlechtes Gedächtnis geärgert habe und Menschen mit einem guten Gedächtnis bewundert habe, habe ich in den letzten Jahren für mich festgestellt, dass ich mein schlechtes Gedächtnis eigentlich als etwas sehr angenehmes und entspannendes wahrnehme, weil nämlich die meisten Menschen, die ich kenne, die ein sehr gutes Gedächtnis haben sich eher die schlechten Dinge merken als die guten und ausgesprochen nachtragend und teilweise tatsächlich
    verbittert sind.
    Unabgenehmer ist dabei nur noch, dass ich auch noch ein schlechtes Namensgedächtnis mit einem schlechten Personengedächtnis kombinierte und mich oft Menschen freundlich namentlich grüßen und ich keine Ahnung habe, wer das wohl sein mag - manchmal kann ich es dann im Gespräch herausfinden .... aber das ist ein anderes Thema.

    Das wird dir erst mal nicht helfen, aber vielleicht hilft es dir zum einen, zu erkennen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich vieles nicht merken, sondern dir - obwohl sie dir vor Jahren "etwas angetan haben" - das heutzutage vollkommen vergessen haben und auch vollkommen verständlos darauf reagieren, wenn du "alte Kamellen" aufwärmst. Weil sie sich nicht vorstellen können, dass du das tatsächlich noch präsent hast.


    Aber mein Rat wäre auch, versuche solche Dinge los zu lassen und von den Menschen - gerade denen mit denen du noch zu tun hast - abzukoppeln. Versuche dich auf die positiven Ereignisse aus deinem Leben zu konzentrieren und bei den negativen die Erfahrung als solche zu bewahren, aber das konkrete Erlebnis ziehen zu lassen.


    Ich weiß nicht, ob und wie man das lernen und üben kann, aber ich bin mir sicher, dass dein Leben glücklicher und entspannter wäre, wenn du es könntest.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Die Dinge, die du schilderst, gehören im Leben so oder ähnlich einfach dazu.
    Je eher du das lernst, desto entspannter wird dein Leben sein...

  7. gesperrt

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    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    @musicduck
    lebst du eigentlich ? mir scheint du hast ueberhaupt keine lebensfreude und kannst nichts richtig genießen

    und die sache mit der schwaegerin
    es geht dich nichts an
    es kostet dich nur negative energie
    hast du nichts sinnvolleres zu tun, als dich damit zu beschaeftigen

    wenn ich deine beitraege in diesem thread lese, habe ich das gefuehl du beschaeftigst dich ausschließlich mit deiner vergangenheit und da auch nur mit negativen dingen

  8. Inaktiver User

    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Ich glaube nicht, dass Musicduck "kein Leben" hat.
    Als ob man das nicht kennt, so Phasen oder Tage, wo eine Sache passiert und pronto lauter alte Erlebnisse hochkommen, wo's einem ähnlich ging.
    Das wirkt erstmal geballt, wird aber kein Dauerzustand sein.

    Gestern hatte meine Tochter Spielbesuch, der Opa brachte das Kind. Und ging dann eineinhalb Stunden nicht mehr, obwohl ich schon zu Anfang sagte, dass es für mich praktisch ist, wenn die beiden zusammen spielen, weil ich dann in Ruhe meinen Kram machen kann.

    Erst als ich aufstand und geschäftig Putzzeug herausholte, erhob er sich. Zudem war er eine halbe Stunde früher gekommen und erschien zum Abholen auch eine halbe Stunde später. Abgesehen davon, dass ich das unhöflich finde, weiß ich, wie lange meine Tochter Spielfreunde da haben kann, bis es kippt und plane entsprechend.

    Dass ich das das nächste Mal gleich anders einfädle, damit sich das nicht wiederholt, ist klar.
    Trotzdem hab ich mich sehr geärgert und mir sind in meinem Ärger noch ein paar andere Situationen eingefallen, wo ich mich fragte, was Leute sich so alles herausnehmen.
    Völlig normal.

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    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Zitat Zitat von musicduck Beitrag anzeigen
    Wie genau hakt man denn solche Dinge ab? Wie wird einem denn so etwas egal? Für mich ist das sehr schwer zu begreifen, weil alles immer irgendwie "da"ist und dann doch wieder nicht.
    Versuch's doch mit einem Ritual.
    Du könntest so was auf einen Zettel schreiben und den zeremoniell verbrennen. Oder suche dir sonst etwas was zu dir passt.
    Und die schönen Erinnerungen hängst du an ein imaginäre Pinnwand. Kommt was blödes hoch, schau die Pinnwand an.
    Grüßle
    TM



    Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht. (Adenauer, Konrad)

  10. Inaktiver User

    AW: Wie nachtragend seid ihr/was lasst ihr nicht auf euch sitzen?

    Das wirkt erstmal geballt, wird aber kein Dauerzustand sein.
    Schon - aber bei Musicduck ist es IMMER die doofe Schwägerin in spe, gibt x Stränge dazu. Auch hier wieder: einerseits regt die Frau sie offenbar tierisch und nachhaltig auf, ist wahrscheinlich eine eher schwierige Person, aber anderseits weiss sie immer aufs Mikrodetail genau, was diese Frau, mit der sie eigentlich nichts zu tun haben will, gerade so macht.

    Und genau das ist der Knackpunkt: Leute, die mich nerven, meide ich. Äusserlich, aber vor allem innerlich. Das heisst, ich befasse mich gedanklich nicht mit ihnen und dem, was sie tun, irgendwann mal getan haben, womöglich tun (also was andere erzählen) und womöglich tun werden. Innerliche Distanz, ist das Zauberwort. Zu den Leuten, aber auch zu vergangenen Ereignissen. Und das scheint hier schwierig zu sein.

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