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01.03.2018, 06:28
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
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01.03.2018, 06:47
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
Das ist nicht bequem, das ist schlicht die Realität.
Ich halte es für sinnlos, angenommen man sei ein Mensch mit schwacher Willenskraft, zu versuchen so zu tun, als ob man ein Mensch mit starker Willenskraft sei. DAs kann nicht klappen, ergo machen entsprechende Versuche nur unglücklich, und warum sollte man sich selbst durch eine Illusion unglücklich machen wollen? - dann doch lieber andere Wege suchen, um mit dem eigenen Leben klar zu kommen.
Sicher wollen die meisten Menschen irgendwas. So will der RAucher eher rauchen als nicht rauchen, und der Trinker will eher trinken als nicht trinken.Wollen tun die meisten Menschen irgend etwas.
Das sagt aber noch gar nichts über die Möglichkeit aus, einen Willen zu ändern.
Natürlich geht das. Das nennt sich in der Regel "schwere Depression" und ist ein riesiger Mist.Aber einfach nicht mehr wollen wollen und willenlos ins ewige Nichts transzendieren - das geht eben nicht.
ja, eben drum ist es gelegentlich sinnvoll, Fragen zu stellen, ob man sich wohl noch auf dem richtigen Weg beffinde, ob man wohl wirklich das tut, was der eigentliche Wille ist - oder nicht doch etwas ganz Anderes?Problematisch ist es, wenn zu viele andere Dinge unseren eigentlichen Willen überlagern, so daß wir ihn gar nicht mehr fühlen können. Wenn dem andere Dinge gegenüber stehen, Zwänge, Verstrickungen, Ängste...
und logischerweise ist es sinnvoll, solche Dinge regelmässig und systematisch zu untersuchen, und entsprechend zu handeln, und nicht erst dann, wenn man durch das Folgen von nicht-meinem-Willen krank wurde - weil das so etwas ist wie eine ständige Vergewaltigung seiner selbst.
Das begründe ich auch nicht so. Ich sage "wer keine Willenskraft hat, muss andere Wege finden" - solche, die eben zum Beispiel auf der Freude an einer Sache beruhen. Oder solche, die Gewohnheiten zur Hilfe nehmen (zB ein fester Termin, den man immer wahrnimmt und auf Autopilot hingehen kann). Oder solche, die das Soziale zur Hilfe nehmen (ich arbeite besser in einer Bibliothek, wo rundherum auch gearbeitet wird, als alleine im stillen Kämmerchen) und so weiter.Aber das Argument: "Ich hab halt nicht genug Willenskraft" als Begründung für "Ich muß es gar nicht erst versuchen und mich anstrengen" - das zieht nicht.
ja, das sind dann eben oft die, die entsprechende Fragen als Zumutung empfinden.Und die Energie, die manche Menschen darauf verwenden, daß sich in ihrem Leben NICHTS ändert, um ungesunde Muster und Strukturen aufrecht zu erhalten, um im Gefängnis ihres Jammerns zu bleiben - die ist nicht zu unterschätzen.
Da hat man ungesunde Strukturen und Muster, die einen über längere Zeit auch körperlich krank machen - da hat man vielleicht eine Freundin, oder Therapeutin, die diese ungesunden Strukturen hinterfragt, oder analysiert, oder darauf hinweist - und dann ist man natürlich erst mal kräftig beleidigt, was es einem auch erspart, inhaltlich auf das Gesagte einzugehen.
nun ja, Essen hält Leib und Seele zusammen, das ist nichts Neues. Kohnlenhydrate sind nicht nur selbst süss, sie vermitteln auch Süsse - Nähe, Geborgenheit, Freundlichkeit, Wohlbefinden. Die Welt ist eindeutig schöner nach einem Teller Spaghetti als vor einem Teller Spaghetti.Und dann gibt es da übrigens noch eine physiologische Komponente: Willenskraft hängt im Gehirn irgendwie mit Kohlenhydraten zusammen.
ich hab ja jetzt so ein längeres Abnehmen hinter mir. Das Einzige, was klappte, war ein Jahr so voller Sorgen, dass ich schlicht nichts runterkriegte. irgendwas "einkalkulieren" oder überhaupt kalkulieren - Punkte, Zeiten, whatever - nö klappt bei mir nicht. und so eine halbe Stunde Sport ändert am Gewicht auch nichts.Das erklärt, warum Diäten so schwer durchzuhalten sind. Aber Abnehmen kann trotzdem jeder. Ja, jeder. Und das muß nicht mit eiserner Disziplin (als Interpretation von Willenskraft = Härte gegen sich selbst) sein. Man kann das Stück Kuchen nachmittags, wenn die leeren Kohlenhydratspeicher Alarmsignale geben, auch einfach einkalkulieren. Oder abends eben noch 30 Min. auf den Crossi gehen.
Was hilft, ist, wenn der Körper selbst seine Muster ändern, seinen Appetit ändert. Aber damit er das tut... brauchte es doch eine Menge überraschender Dinge. Von denen die allermeisten mit Essen im engeren Sinn genau gar nichts zu tun haben. Aber es hat eine Menge mit den Fragen und Themen zu tun, die zB Dahlke in seinen Büchern anhand von Symptomen stellt. Sich diesen Fragen zu stellen, sie ehrlich zu beantworten und darüber nachzudenken, ist auch eine Form der Verantwortung gegenüber sich selbst. Auch wenn da "nur" rauskommen sollte "ein neuer Bürostuhl wäre eine gute Idee"
gruss, barbara
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01.03.2018, 20:35
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
Kennst du den Spruch "fake it till you make it"?
Sich gewisse Sachen einzureden, kann durchaus eine suggestive Kraft entwickeln. Sicher müssen die von Innen heraus genährt werden. Also z.B. wenn ich weiß, dass Rauchen mich vergiftet und faktisch nach und nach krank macht, kann ich mir sehr wohl in den ersten Tagen meiner Nikotinentwöhnung einreden: "Ich bin Nichtraucher. Ich bin Nichtraucher. Ich bin jetzt Nichtraucher." Die Kraft wirkt suggestiv. Ich glaube an mich. Glaube an die Entgiftung. Will weg vom Nikotin.
Dann ist das Sich-was-einreden eine Brücke, die mir hilft hin zum festen Willen. In meinem gewählten Beispiel: Der Wille für immer Nichtraucher zu sein.
Esoterik lehne ich ab. Denn Esoterik bedient leider meist nur die eigene Faulheit.
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02.03.2018, 06:11Inaktiver User
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
Ich schrieb: "nicht wollen wollen" - das ist ein unlösbares Paradox.
Siehst Du, das meinte ich vorher: Willenskraft bedeutet nicht, mit Disziplin und Härte ständig gegen sich selbst zu handeln.ja, eben drum ist es gelegentlich sinnvoll, Fragen zu stellen, ob man sich wohl noch auf dem richtigen Weg beffinde, ob man wohl wirklich das tut, was der eigentliche Wille ist - oder nicht doch etwas ganz Anderes?
und logischerweise ist es sinnvoll, solche Dinge regelmässig und systematisch zu untersuchen, und entsprechend zu handeln, und nicht erst dann, wenn man durch das Folgen von nicht-meinem-Willen krank wurde - weil das so etwas ist wie eine ständige Vergewaltigung seiner selbst.
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Das begründe ich auch nicht so. Ich sage "wer keine Willenskraft hat, muss andere Wege finden" - solche, die eben zum Beispiel auf der Freude an einer Sache beruhen. Oder solche, die Gewohnheiten zur Hilfe nehmen (zB ein fester Termin, den man immer wahrnimmt und auf Autopilot hingehen kann). Oder solche, die das Soziale zur Hilfe nehmen (ich arbeite besser in einer Bibliothek, wo rundherum auch gearbeitet wird, als alleine im stillen Kämmerchen) und so weiter.
Wie kommst Du selbst auf die Idee, Du hättest einen schwachen Willen? Den Eindruck habe ich nicht.
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02.03.2018, 06:27
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
ja, ich kenn den Spruch, und ja, der ist ein möglicher Workaround bei schwacher Willenskraft. Aber auch da muss ein Mensch erst ehrlich genug zu sich sein, und erkennen: "make it" geht gerader nicht, aber ok, "fake it" geht. Manchmal. Gelegentlich. WEnn man nach drei Minuten "fake it" sich auch wieder für drei Stunden ins stille Kämmerchen verziehen und sich erholen kann.
Das wirkt bis zu einem gewissen Mass; funktionieren tut es nur, wenn der tatsächliche Wille wenigstens einigermassen neutral ist; funktioniert aber nicht, wenn der eigentliche Wille nach wie vor ist "rauchen wollen".Also z.B. wenn ich weiß, dass Rauchen mich vergiftet und faktisch nach und nach krank macht, kann ich mir sehr wohl in den ersten Tagen meiner Nikotinentwöhnung einreden: "Ich bin Nichtraucher. Ich bin Nichtraucher. Ich bin jetzt Nichtraucher." Die Kraft wirkt suggestiv.
Den tatsächlichen Willen erstens erkennen, zweitens verändern - ist oft eine Sache von Jahren und Jahrzehnten. Nicht eine Sache von Tagen oder Monaten. und selbstverständlich ist es angebracht, mit allen, die sich auf einem solchen Weg befinden, sanft und rücksichtsvoll umzugehen.
Du lehnst lediglich deinen Strohmann ab, deine eine Privatdefinition von "Esoterik", in der offenbar alles an Eigenschaften gelandet ist, das du als schwach und schlecht empfindest.Esoterik lehne ich ab. Denn Esoterik bedient leider meist nur die eigene Faulheit.
Kann man so machen, hat mit dem, was Esoterik tatsächlich ist und kann (bei guter Anwendung) nichts zu tun.
Das positive Denken, das du hier als Technik erwähnst, kommt ja auch von der Esoterik her...
gruss, barbara
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02.03.2018, 06:31
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
als intellektuelles Spiel mag es ein unlösbares Paradox sein, als praktische Realität - der Feststellung, da ist ein Mensch, dessen Willenkraft reicht noch nicht mal, um sich täglich die Zähne zu putzen - ist es ein riesiger Mist.
Es gibt aber viele Menschen, die Willenskraft genau so nutzen, nämlich um hart gegen sich selbst zu sein. Musst nur in einen beliebigen Diätstrang gucken hier auf dem Forum, um diesem Phänomen zahlreich zu begegnen.Siehst Du, das meinte ich vorher: Willenskraft bedeutet nicht, mit Disziplin und Härte ständig gegen sich selbst zu handeln.
Ich lass meinen Willen seinen Willen sein und versuche nicht an ihm rumzubasteln, weil ich nach mehrfachen Experimenten einsah, das klappt einfach nicht.Wie kommst Du selbst auf die Idee, Du hättest einen schwachen Willen? Den Eindruck habe ich nicht.
Sich konsequent auszurichten auf das, was funktioniert, und alles andere wegzulassen, mag den Eindruck eines starken Willens erzeugen, ist aber bloss Pragmatismus. Das Gefühl "ich schwimme mit im Fluss meines Lebens" ist dabei nie weg.
gruss, barbara
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02.03.2018, 07:17
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
Ich erinnere noch mal daran, dass das Thema dieses Stranges nicht abwegige Theorien per se, und auch nicht der eigene Umgang mit abwegigen Theorien ist.
Sondern der Umgang mit Freunden/Bekannten, die abwegigen Theorien anhängen und einen mit diesen konfrontieren.
Bitte versucht, euch auf das Thema zu fokussieren und nicht immer wieder in die Theorien selbst abzuspuren.
Danke!that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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02.03.2018, 10:53
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
Um Marys Einwand gerecht zu werden, bemühe ich mich, zum Strangthema zurückzugehen.
Wie ich bereits schrieb, ist meine Schwester eine starke Verfechterin esoterischer Themen. Das geht schon immer so. Ich zähle zu Esoterik auch so etwas wie Bachblüten, eben alle Themen, die auch im Buchladen gerne in dieser Ecke stehen.
Dabei war von Numerologie, Schamanismus, Hexen, Zauberei, schwarzer Magie, Kartenlegen, Engel etc. wirklich echt alles dabei.
In der Zeit, als sie Verfechterin von Numerologie war, bekam das fast schon neurotische Züge. Beispielsweise saßen wir zusammen in einem Restaurant, ihr Mann setzte sich kurz an den Spielautomaten - und holte da tatsächlich 50 Euro raus.
Plötzlich nimmt meine Schwester die Serviette, schreibt mit Kulli seltsame Zahlen drauf, haut plötzlich mit der Hand auf den Tisch und guckt mich triumphierend an: "WUSST ichs doch! Ein 8er-Tag! Glück bei Finanzen!"
Ich weiß noch, dass diese Jahre die Zeit waren, in der mir bei jedem Kontakt schmerzlich bewusst wurde, wie anders sie doch lebt/denkt/fühlt/tickt als ich. Und dass es da für mich eigentlich nichts Nährendes gibt...
Ich selbst habe mich einige Jahre mit esoterischen Themen befasst. Bei mir wars das Kartenlegen, was ich jahrelang mit Begeisterung machte. Heute kommt mir das völlig absurd vor.
Irgendwann habe ich überlegt: Wieso Esoterik? Und wieso mach ich da mit, wenn ichs doch bei meiner Schwester quatschig finde? Meine persönliche Antwort war: Weil ich etwas Religiöses suchte. Als ich das fand, war Esoterik nicht mehr nötig.
Ich warf meinen esoterischen "Giftschrank" weg. Ich verkaufte es auch nicht, nein, damit wollte ich gar kein Geld mehr machen.
Als ich meinen "Giftschrank" entsorgte, war meine Schwester beim Thema Reiki angelangt. Ich empfand es als sehr übel und sehr ungesund, wie sie sich da auslebte an anderen...Ich begann, diese Themen zu meiden und wenn sie am Telefon anfing mit ihrem absurden "Soll ich dir Reiki schicken?", fühlte ich mich peinlich berührt.
Irgendwann habe ich verstanden: Die Beschäftigung mit diesen absurden Theorien dient häufig nur der Verdrängung. Man bildet sich ein, ein inneres Thema anzugehen, aber eigentlich ists nur ein bischen Pusten in Sand und wie ein Spiel.
Die Esoterik war lange zwischen mir und meiner Schwester eine Möglichkeit, wenigstens noch ein bischen Verbindung zu haben. Als die Esoterik wegbrach, wurde mein Leben unfassbar erfüllt und das wurde auch im Außen so klar und unmissverständlich sichtbar. Meine Schwester kam überhaupt nicht damit klar, dass ich mit Esoterik nix mehr anfangen konnte. Ich habe zugelassen, dass die Kluft zwischen uns nun sichtbar, fühlbar wurde.
Schön ist das nicht. Aber für mich fühlt es sich ehrlicher an.
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02.03.2018, 16:16Inaktiver User
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
Blue, eine offene Frage (und das soll nicht als Angriff rüberkommen):
Gläubige Menschen sagen ja auch oft "Ich bete für Dich". Findest Du das auch albern? Was ist daran anders, als "Reiki rüberschicken"? Es ist beides der Glaube daran, daß da noch eine höhere Macht / Kraft in der Welt ist, und der Versuch, auf spiritueller Ebene irgend etwas zu bewirken, in dem Falle Gutes. Oder?
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02.03.2018, 17:18
AW: Umgang mit abwegigen Theorien
Bei all deinen esoterischen Beispielen und wenn manche Menschen danach leben, sind diese Menschen besonders angreifbar, taxierbar, manipulierbar und das ist doch an sich die größere Gefahr für die Anwender. Nicht für diejenigen, welche mit ihnen zu tun haben, denn die könnten indirekt damit arbeiten. Esoteriker bewegen sich nicht besonders frei in verschiedenen Situationen. Diese Symboljagd übertragen sie doch in ihr reales Leben. Heute ist Mittwoch und ich gehe nicht zum Arbeiten, Die Karten sagen nichts Gutes; zum Beispiel.
Auf der anderen Seite Symbolik hat Bedeutung. Vor allem für Gruppen Zugehörigkeiten. Politische oder andere Organisationen. Zeichensprache ist auch weit verbreitet.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee



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