Hallo Ihr Lieben
ich brauche mal ein paar Denkanstösse und hoffe damit meinen Knoten auflösen zu können.
Ich hab vor einiger Zeit ein hart erarbeitetes (berufliches) Ziel erreicht. Eigentlich könnte ich stolz sein und mich zurücklehnen und nun einem Hobby bzw. ein anderes Ziel angehen. Stattdessen mache ich mir Druck, dass das erreichte Ziel nicht ausreicht und ich noch mehr machen müsste (zwecks Statuserhalt oder noch weitere Entwicklung).
Realistisch betrachtet macht aber die Weiterverfolgung keinen Sinn und es wäre eigentlich tatsächlich an der Zeit mich zu freuen und mal einen Gang runter zu schalten und mal etwas anderes (z.B. für meine Gesundheit) tun.
Aber ich kann nicht loslassen und stolz auf mich sein irgendwie auch nicht, weil ich das Gefühl habe ungenügend zu sein ... obwohl verglichen zu dem Zustand vor z.B. 20 Jahren ein sattes +++ auf meiner Entwicklungsliste steht ...
Ich hab früher nie so gehadert, aber momentan steh ich vor dem Berg "was wäre wenn ... hätte ich doch mal ... nicht das ich die falsche Entscheidung treffe ... Und dazu kommt das ich merke das mir mit zunehmenden Alter weniger Kräfte zur Verfügung stehen und ich längere Regeneration brauche ...
Steigt mit der Zielerreichung auch der Druck für weitere Ziele? Weiter schneller höher - ist das mein Problem? Oder erkenne ich meine Leistung nur nicht an weil andere es weiter schaffen ? Ich hirne seit einger Zeit rum und muss eine Entscheidung treffen und kann irgendwie nicht :-( weil ich die Aufgabe der weiteren Zielverfolgung (was ja ursprünglich gar nicht mein Ziel war) als scheitern empfinden würde, was es aber gar nicht ist ...
Oje ich dreh mich im Kreis.... und weiss noch nichtmal warum eigentlich ...
hat jemand ne Idee wie man da sich selbst gegenüber wieder klarer wird?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 74
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02.02.2018, 20:03
Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Geändert von jasmintee (02.02.2018 um 21:27 Uhr)
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02.02.2018, 20:53Inaktiver User
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Ich kenne das grundsätzliche Problem ganz gut, ich brauche auch ständig was Neues, was mich anspornt. Wenn du Lust drauf hast, dann mach es. Es gibt Leute, die sich jeden Tag auf den Feierabend freuen, um dann im Gartrn auszuspannen oder was Schönes mit der Familie zu machen. Und dann gibt es eben die andere Sorte, die sich für so was nicht längerfristig begeistern kann. Ich habe das für mich immer so gesehen, dass ich mich noch jahrelang ausruhen kann, wenn ich in Rente bin. Und wenn es nicht „jahrelang“ ist, ist das auch ok.
Geändert von Inaktiver User (02.02.2018 um 21:00 Uhr)
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02.02.2018, 21:18
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Mir geht es auch so ähnlich wie dir.
Ich habe nun allerdings seit 2 Jahren zurück geschaltet. Das ist nicht einfach, wenn man jahrelang auf Hochtouren gearbeitet hat.
Aber es macht mich nicht glücklich. Ich werde nun wieder nach neuen Herausforderungen suchen bzw. bin schon mitten drin.
Ich nehme nur an, dass die Gründe ganz individuell sind. Bei mir ist das berufliche Umfeld nicht ideal. Ich kann mich, so empfinde ich das, nur zurück entwickeln. Und dafür habe ich mich nicht so angestrengt. Die Arbeit sollte mir schon weiter Spaß machen und ich möchte motiviert sein. Sonst wird die Qualität über Kurz oder Lang auch leiden.
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02.02.2018, 22:09
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Also an Herausforderung mangelt es nicht... auch das Alternativprogramm wäre mit einer gewissen Anstrengung verbunden, aber eben auf einer ganz anderen Schiene.
Ich weiss nur nicht warum ich mich so schwer tue auf das erreichte stolz zu sein und diesen Abschnitt abschliesse und mich eben anderen Dingen wie ursprünglich geplant widme. Ich empfinde es als scheitern und versteh nicht warum .
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02.02.2018, 23:28
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Mir hilft immer ein Antrag auf Vertagung: Für ein Jahr ist es meine Prio1-Anforderung an mich selber, das neue Territorium kennzulernen. In einem Jahr geht dann "wohin von hier aus?" zur Wiedervorlage. Dann weiß ich mehr und kann klüger handeln, als wenn ich jetzt umherlaufe wie ein kopfloses Huhn auf der Suche nach einer Zeitmaschine.
Wenn es schon ein Jahr her ist, daß du das Ziel erreicht hast, gib dir trotzdem ein Jahr von jetzt an, in dem du kein kopfloses Huhn bist und ohne "es muß etwas geschehen! jetzt! hier! am besten gestern!" guckst, wo du bist und wie es da zugeht.
Oft dauert es einfach nur, den Vortrieb herunterzufahren. Dann hilft Zeit es zu tun. Oder man ist ein Typ, der lieber was neues macht als zu verbessern was da ist, lieber aufbaut als pflegt: Dann ist die Pause frustrierend, aber wahrscheinlich notwendig, weil man sonst anfängt, Grundlagen zu übersehen.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.02.2018, 01:24Inaktiver User
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Hallo Jasmintee,
ich bin mir nicht sicher, ob ich so richtig verstehe, was du meinst.
Du schreibst von beruflich "erreicht", Statuserhalt, Druck, fehelnde Zufriedenheit.
Und für mich klingt das nach einem erreichten Ziel, welches dein Herz nicht erreicht hat.
Man kann sicherlich sehr viel im Leben erreichen- beruflich, per Ausblidungen, mehr Geld, mehr Ansehen - ob es eine innere Zufriedenheit bringt, ist nicht garantiert.
Denn diese Ziele haben primär ihre Zielerreichung im Äußeren- es hat viel damit zu tun, wie wir uns beschreiben oder andere uns sehen (in einer Leistungsgesellschaft wird Leistung belohnt und anerkannt).
Wie ich mich beschreibe oder wie andere mich sehen- muss jedoch meine Innenwelt gar nciht erreichen!
Status oder Geld macht nicht zwangsläufig glücklich oder zufrieden.
Innere Ruhe, ein Ankommen- erleben wir, wenn unser Herz berührt wird- wenn wir Bedürfnisse wie Zugehörigkeit, Angenommen sein, Gesehen werden, geliebt werden- erleben und spüren.
Je mehr wir uns nach außen richten desto mehr vergleichen wir- das ist ganz normal.
Und ein "mehr" gibt es immer....das macht das Antreiben ja so einfach
Was willst du wirklich?
Was muss erfüllt sein, damit du dich innerlich satt und ruhig fühlst?
Es ist ein Unterschied ob ich aus der Motivation "Neues und Fremdes entdecken" immer weiter mache oder ob ich aus Angst und Orientierungslosigkeit weiter gehe.
Das zu klären wäre sicher hilfreich.
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03.02.2018, 09:21Inaktiver User
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Das ist Gefühl ungenügend zu sein tragen die meisten Menschen in sich. Jeder kompensiert es auf seine Weise. Viele versuchen es über Leistung, Status. Es ist eher ein grundsätzliches Problem, welches Du auf die berufliche Ebene ausgelagert hast, so scheint es.
Deine anhaltende Unzufriedenheit zeigt Dir das dort nicht die Lösung sein kann.
Ich nehme an, dass sich jetzt ein Loch auftut, weil Du es nicht aushälst nichts zu tun und Dich auf Deinen Lorbeeren auszuruhen. Was nun? Ich müsste, sollte doch eigentlich....Steigt mit der Zielerreichung auch der Druck für weitere Ziele? Weiter schneller höher - ist das mein Problem? Oder erkenne ich meine Leistung nur nicht an weil andere es weiter schaffen ?
Schau Dir Deinen inneren Antreiber an, welche Motivation dahinter steckt. Es liest sich als hättest Du Angst.
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03.02.2018, 10:47
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Denk mal ernsthaft nach: Fürchtest du dich ggf doch, dass du dich „zurückentwickeln“ könntest?
Hier musst du nicht beweisen, dass du super bist. Wir kennen dich nicht.Geändert von animosa (03.02.2018 um 10:54 Uhr)
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03.02.2018, 16:45
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Vielen Dank für eure Rückmeldungen

Leider entspricht es so überhaupt nicht meiner Natur irgendetwas zu vertragen oder gar still zu halten/abzuwarten. Ich bin leider ehern "ich will jetzt und zwar alles" ... vermutlich einer der Gründe warum ich momentan so überhaupt gar nicht "vom Fleck" komme mit meinem inneren Chaos.
Doch eigentlich schon, aber das was du hier schreibst spielt da vll. mit rein:
Ich hatte das Ziel ursprünglich nur für mich um es mir zu beweisen. Dein Hinweis mit der Außensicht ist ein Punkt den ich näher betrachten sollte.
Genau solche Hinweise und Fragen hatte ich erhofft. Das ist tatsächlich etwas worüber ich mir wieder klar werden sollte. Und dieses "je mehr wir nach aussen richten" ... ganz lieben Dank dafür
denn es ist tatsächlich ein Punkt an den ich erstmal gar nicht so in der Form gedacht habe.
Ja, das mit der Angst scheint tatsächlich gar nicht so verkehrt zusammen mit dem obigen "Aussensicht/Wirkung" ergibt das tatsächlich auch Sinn
Zurückentwickeln ... mh nein das eigentlich nicht.
Aber die Frage "wovor/warum" habe ich Angst sollte ich wirklich für mich beantworten.
Ich hatte beim lesen Eurer Antworten schon das ein oder andere mal ein "aha" im Kopf .
Ich muss also folgende Themen in Bezug auf meine Entscheidung sortieren:
Angst, Motivation, Aussen-Innensicht, Veränderung der Zielbewertung durch Änderung meiner Person oder durch Einflüsse von aussen.
Vll. sollte ich eine simple Liste machen ...
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03.02.2018, 17:44
AW: Ziel erreicht und doch irgendwie nicht genug :-(
Angst : Wovor und warum?
Motivation: ... ? Tja, hier muss ich lange überlegen und finde zu wenig in mir selbst ... Weil ich es kann ist keine Motivation mehr. Ich kann es aber mit zu viel Aufwand und Einbusse an anderer Stelle. Also scheint mir die innere Motivation zu fehlen.
Aussen - Innensicht: Wieso hat sich das umgekehrt? Nachdem ich hier den Hinweis von Kenzia darauf bekommen habe, ist mir das erst total aufgefallen ... ich habe in all der Zeit wie ich an meinem Ziel gearbeitet habe mich selbst vernachlässigt ... so dann vermutlich auch klar warum die Aussensicht mehr Raum eingenommen hat als die Innere Wertschätzung und das "mir selbst genug" ...
Veränderung der Zielbewertung durch Änderung meiner Person oder durch Einflüsse von aussen:
Hab ich mich mit der Zielerreichung verändert? Die Personen und Anforderungen haben sich auf jeden Fall verändert ... und damit auch die Wertigkeit meines Zieles?
Als Beispiel ... persönliches Ziel Halbmarathon, Personen im Umkreis sind dabei alle eher Sportmuffel und finden das Ziel schon bemerkenswert.
Ziel erreicht ... Personengruppe im Umfeld sind dabei jetzt ehern Läufer und man tauscht sich auf dieser Ebene aus und nun meint man irgendwie weiterlaufen zu müssen und noch den Marathon angehen ... Jetzt sind viele Menschen im persönlichen Umfeld die schon Marathon laufen. Damit steht der Halbmarathon irgendwie in einem ganz anderen Licht, denn die laufen die 21 km mit links und finden daran nix bemerkenswertes.
Meine Bewertung des Ziels Halbmarathon hat sich also an mein Umfeld angepasst.
Das kann ja aber auf Dauer nicht funktionieren... ich will ja schliesslich kein Ultraläufer werden. Also rausfinden wo hier mein Fehler liegt, dass ich mit dem Erreichen des Halbmarathons nicht einfach "satt" bin.
Liegt es nur an meiner mangelnden inneren Aufmerksamkeit? Wo liegen hier meine Ängste ? ....


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