Liebe Mitglieder,
geht es euch auch so, dass ihr immer mal wieder gedanklich mit Geschehnissen aus eurer Kindheit oder Jugend konfrontiert werdet, von denen ihr der Meinung seid, dieses Erlebnis hat euch bzw. eure Entwicklung in eine ganz bestimmt Richtung gelenkt? Natürlich ist es so, dass die Erfahrungen und das Erlebte den Menschen formen…keine Frage, so ist das ganz normale Leben.
Mir ist heute mal wieder aus heiterem Himmel etwas aus meiner frühen Jugend eingefallen. Eine Erfahrung auf die ich gerne verzichtet hätte (natürlich gibt es Erlebnisse anderer Menschen, die „viel schlimmer“, traumatischer etc. sind – aber es soll kein Wettstreit sein, jeder bewertet Situationen anders…) . Ich bin überzeugt, dass ich dadurch eine andere Entwicklung genommen habe oder anders ausgedrückt, das Erlebte wirkt noch immer in meiner Persönlichkeit nach und ich bin mit Mitte 30 gerade dabei, etwas Ordnung in mich zu bringen. Also zu reflektieren, sortieren, mich selbst finden…?
Also…ich muss so 13 Jahre alt gewesen sein, die Pubertät fing so langsam an, ich war nicht mehr Kind aber auch noch kein richtiger Jugendlicher…ihr kennt das :-) Ich habe angefangen mich für Mode, Musik, Outfits etc. zu interessieren – halt so typische Teenager Sachen. Ich trug Lederjacke und Holzfällerhemden, eher Richtung Rock und Grunge…war kein süßes Girlie. Damit eckte ich in unserer kleinen Stadt damals Anfang/Mitte der 90er an, aber nicht schlimm meinte ich. Bis zu einem Nachmittag. Ich war mit meinen Freundinnen nachmittags zur Disco verabredet. Hihi ja…für die Teens gab es damals am Wochenende ab Nachmittag auch schon Disco, 19 Uhr war Schicht im Schacht :-) Egal, für uns jungen Hüpfer war das natürlich was Großartiges. Jedenfalls muss an besagtem Nachmittag der Rädelsführerin einer berüchtigten Mädchengruppe meine bloße Anwesenheit zu viel gewesen sein. Sie hatte mich vorher immer Mal im Visier, was ich aber in meinem kindlichen Leichtsinn immer ignoriert hatte. Meine Eltern hatten mir stets beigebracht, mich nicht provozieren zu lassen. Nunja, ich stehe an der Tanzfläche und schaue meinen Freundinnen beim tanzen zu, da kommt sie mit noch ein paar Mädchen auf mich zu und fängt an mich von der Seite anzumachen, zu beleidigen und zu bedrohen. Ich wusste natürlich überhaupt nicht was los war, ich habe ja nur dort gestanden, habe niemanden angerempelt, beleidigt oder mit Jungs geflirtet, die sie eventuell süß fand. Keine Ahnung. Der Disco-Nachmittag ging weiter, meine Freundinnen und ich hatten Spaß, haben getanzt…dann habe ich mich von der Gruppe getrennt, weil ich zur Toilette musste. Auf dem Rückweg vom Klo hat mich die Mädchen-Gang abgepasst und mich in einer ruhigen Ecke festgehalten. Da war ich ihnen dann ausgeliefert. Sofort fing sie wieder an mich zu beschimpfen. Ich muss versucht haben deeskalierend nicht auf ihre Aggressionen einzugehen, ich hatte mir ja nichts vorzuwerfen. Mutmaßlich habe ich sie dadurch nur noch weiter provoziert. Sie fing an mich zu schlagen, zu boxen, zu treten. Ich weiß noch, dass ich zu überrascht war, um irgendwie zu reagieren, mich zu wehren. Es gingen andere Jugendliche am Geschehen vorbei, das weiß ich noch. Keiner hat eingegriffen, alle sind nur vorbei gegangen. Ich war irgendwann so verzweifelt, dass ich die vorbeigehenden aktiv angesprochen habe, mir zu helfen. Nichts. Einfach weiter gegangen. Dadurch fühlten sich die Mädchen natürlich noch stärker und haben sich darüber lustig gemacht. Ich weiß nicht wie, ich weiß nicht wann….irgendwann konnte ich mich befreien, bin eine meiner Freundinnen in die Arme gelaufen. Da ich geraume Zeit weg war, hatte sie mich suchen wollen. Sie hat mich nach draußen geführt, meine Jacke holen lassen und mich heimgebracht. Ich habe kaum Erinnerungen an das danach. Meine Eltern haben mich daheim gelassen, ich musste nicht in die Schule. Wie lange, was ich in dieser Zeit tagsüber gemacht habe, weiß ich nicht. Ich weiß noch, dass ich meine Eltern angefleht habe, die Mädchen nicht bei der Polizei anzuzeigen. Aus Angst, das würde alles noch schlimmer machen. Was meine Eltern getan haben, weiß ich nicht. Es wurde auch irgendwie nicht mehr darüber gesprochen. Mir war das alles so unendlich peinlich. Ich habe mich geschämt. Ich war so ängstlich und unsicher, wollte unsichtbar sein. Was mir noch im Gedächtnis geblieben ist, mein Onkel hat mir dann Hanteln geschenkt und mit mir Übungen gemacht. Damit ich stärker werde, mich stärker fühle, damit ich das auch ausstrahle…“du weißt, dass du Kraft hast, du musst sie ja nicht einsetzen gegen andere“.
Ok das ist ja jetzt nun alles wahnsinnig lange her. Wieso glaube ich, dass mich gerade DAS verändert hat? Konflikte hat jede( r) von uns im Laufe seiner Jugend, das ist doch nichts Besonderes. Für mich schon. Die Gefühle, die ich während dessen und danach gefühlt habe, lassen mich nicht los und lösen auch heute noch viel aus.
Ich habe mich so unendlich hilflos gefühlt, machtlos, einsam. Weil mir niemand geholfen hat. In den folgenden Jahren habe ich alles dafür getan, dass mir das niemand mehr zufügen kann, dass ich mich so ausgeliefert fühle. Sobald eine Situation in diese Richtung zu gehen drohte, ging ich massiv in Abwehrstellung. Oder – zur vorbeugenden Vermeidung – ich habe einfach niemanden an mich heran gelassen.
Ich konnte und kann keine Hilfe annehmen. Wahrscheinlich, weil in meinem Kopf immer noch drin ist „dir hilft sowieso keiner! Also mach es gleich allein!“. Diese Einstellung verursachte bei mir v.a. Stress und Überlastung, das habe ich mittlerweile (und „Dank“ Burnout) gelernt. Noch immer fällt es mir schwer, mich auf andere Menschen einzulassen und zu verlassen.
Ich bin mir gegenüber wahnsinnig streng, selbstkritisch. Egal was ich tue und wie gut ich etwas tue – ich kann es mir nicht eingestehen, es ist immer ein großes Stück Selbstzweifel im Spiel. Ich lobe mich selbst einfach nicht.
Wenn etwas passiert, fühle ich mich direkt dafür verantwortlich und schuldig – egal wer die Situation ausgelöst hat. Ich bin schuld, ich hab etwas verkehrt gemacht – seht her, ich bin das Opfer, auf dem ihr herum hacken könnt.
So könnte ich noch ewig weiter machen….ich merke, dass meine Einstellung mir gegenüber grundsätzlich nicht positiv ist. Und negative Energien bringen uns nicht weiter, sie fressen uns auf.
Es gab eine Zeit, da habe ich mich für Niederlagen „bestraft“, mir selbst Schmerzen zugefügt. Dies ist zum Glück vorbei. Wobei ich nicht ausschließen kann, dass es erneut passiert, sobald ein gewisses Maß überschritten ist.
Es ist nicht so, dass mich dieses Erlebnis jeden Tag verfolgt. Nein. Aber es kommt alle paar Jahre wieder ins Gedächtnis…und noch immer fühle ich Zorn, Verzweiflung, Angst, Scham
Wie habt ihr es geschafft, Euch von alten Erlebnissen oder Verhaltensmustern zu trennen?
PS: einzig gute Eigenschaft, die vermutlich aus diesem Erlebnis resultiert: ich habe einen wahnsinnig ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ich habe mich immer vor Schwächere gestellt und diese verteidigt. Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, Konfrontationen herauf zu beschwören. Ich wähle auch weiterhin nicht den bequemen Weg des Wegschauens. Wenn mir schon niemand helfen wollte, sollen das andere nicht auch erleben müssen….
Hoppla...das ist jetzt aber ein Roman geworden :-D
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30.01.2018, 14:10
Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließen!
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30.01.2018, 14:43Inaktiver User
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Hallo
es geht mir auch mein ganzes Leben so dass mich bestimmte Gefühlszustände aus meiner Kindheit einholen. Irgendwie war und bin ich ein Mensch der sich unverstanden und ungeliebt fühlte und fühlt.
Aber das schwankt ja im Leben: mal läuft alles einigermaßen gut dann vergisst man diese frühen Traumata und wenn Krisenzeiten sind dann fühlt man (ich) sich wieder so hilflos und von aller Welt verlassen.
Je älter man wird desto mehr kann man dagegen arbeiten und sich viele Teile des Lebens so gestalten wie man sich wohlfühlt.
Also mir hat geholfen dass ich gemacht habe was mir Spaß macht und wo ich mich (relativ) wohl fühle - das ist ja ein immer währender Prozess und hört nie auf so dass man sagen kann: jetzt habe ich es geschafft! jetzt geht es mir gut!
Es kommen ja wieder neue Herausforderungen womit man sich auseinandersetzen muss!
Ich finde es auch besser wenn man das Leben selbst in die Hand nimmt solange man in der Lage ist Lösungsmöglichkeiten zu finden..
Besonders wichtig finde ich dass man etwas hat worauf und worüber man sich FREUEN kann !!!!
Hilfe ja - manchmal geht es nicht anders....
LG
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30.01.2018, 14:52Inaktiver User
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Hallo Ygrid,
Deine Geschichte berührt mich

Tja, hier kann ich nur für mich sprechen.
Auch bei mir haben Verletzungen sattgefunden. In frühester Kindheit und Teeagerzeit. Von Seiten der Eltern. Ich habe das alles innerhalb einer Therapie aufgearbeitet. Dennoch kommt es von Zeit zu Zeit wieder durch. Das Gute jedoch: Ich weiß, was damals geschehen ist - und warum. Das heißt, wenn diese Dinge hochkommen, muss ich nicht immer wieder von vorne Anfangen, um es aufzudröseln. Mein Therapeut hat damals immer von "der alten Melodie" gesprochen, wenn die Platte einen Sprung hatte und das Lied kein Ende nehmen wollte.
Dass Dein Erlebnis Spuren hinterlassen hat, kann ich mir gut vorstellen. Könntest Du Dir vorstellen, Dich mal einem Profi anzuvertrauen? Einem Therapeuten? Muss ja nicht jahrelang sein... ein paar Sitzungen könnten auch schon helfen. Denn dass das was mit Dir gemacht hat, ist ja offensichtlich.
Genau DAS kenn ich auch. Und ich finde es gut, dass es so ist. Ich bin schon oft damit angeeckt. Im Familienkreis und auch bei Freunden. Wem das nicht passt, dass ich so bin, soll mir vom Leib bleiben.
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30.01.2018, 15:29
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Ich habe das Gefuehl, wenn mal eine Kindheitserinnerung hochkommt, dann ist das in einer aehnlich gelagerten Situation, wo eben aehnliche Gedanken oder Gefuehle wie damals vorhanden sind. Vielleicht gleicht mein Gehirn die Situation, die Gefuehle, die Loesung der Angelegenheit ab? Versucht da mein Unterbewusstsein, aus einer vergangenen Situation Schluesse zu ziehen, wie eine Loesung aussehen kann?
In dem Falle ist es positiv, wenn etwas aus der Kindheit wieder hochkommt, wenn das Gehirn meint, hier ist eine Situation, aus der ich gelernt habe, und wo ich jetzt einen Loesungsansatz herbekommeLiebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
Youtas
Das Schönste an mir bin ich.
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30.01.2018, 17:01
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Liebe Ygrid,
ohne auf das Erlebte im Detail einzugehen möchte ich Dir sagen, dass dies tatsächlich eine traumatische Erfahrung war. Du hast urplötzlich eine Bedrohungssituation erlebt und parallel dazu auch noch eine, in der Du Dich ausgeliefert gefühlt hast. Du hast aktiv um Hilfe gebeten und wurdest weder erhört noch geschützt. Dein (Ur)Vertrauen wurde auf so mancher Ebene an diesem Tag in dieser Situation erschüttert und nachhaltig gestört. Das ist ein Trauma. Und da geht es nicht darum, ob andere schlimmeres erlebt haben - für Dich in Deinem Leben ist an diesem Tag etwas Schreckliches geschehen, das Dir Angst gemacht hat und Dich nachhaltig beschäftigt.
Schau doch mal im Netz nach verschiedenen Angeboten zu Traumaaufarbeitung/Traumatherapie, es gibt hier einiges und vor allen Dingen wahnsinnig effektives. Ich kann die Anliegen-Methode nach Prof. Dr. Franz Ruppert empfehlen, und auch EMDR und EFT. Vielleicht spricht dich hier etwas an. Du musst das nicht allein mit Dir ausfechten - darüber hinaus bin ich auch der Überzeugung, dass Traumata nicht alleine und einfach so weg gedacht und weg geatmet werden können.. Das muss man auch nicht, es gibt hierbei sehr gute Unterstützung.
Alles Gute für Dich!
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30.01.2018, 21:27
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Ich habe Distanz geschaffen, indem ich Ereignisse in Worte gefaßt und mitgeteilt habe (nicht unbedingt in realistischer oder autobiographischer Form), und habe sie mir dann aus dieser Distanz angeguckt, um zu beurteilen, welche Dellen in meinem Lack sie hinterlassen haben. Dann konnte ich entscheiden, ob ich die Dellen ausdengele und neu überlackiere, oder ob ich sage, "Charakter!"
Ich gehe immer noch hoch wie eine Silvesterrakete, wenn ich jemanden etwas tun sehe, das meine Mutter mit mir gemacht hat und das echt eine bescheuerte Idee war. Aber ich weiß auch, "jeder hat seine Gründe, jeder hat sein Problem", ich sehe die Folgen bei mir und kann die Effekte, die sie auf mein Leben haben, mäßigen. Was ich nicht kann, ist, die Klappe zu halten, wenn ich jemanden so etwas machen sehe. Charakter.
Die Frage ist auch, was lernt man aus dem Mist, der passiert, und taugt die Lektion was? Aus Konfrontationen mit fiesen Kindern habe ich gelernt, a) ich muß damit selber fertigwerden, da hilft keiner, und b) die für mich beste Lösung ist, wenn sie Angst vor mir haben. Später konnte ich auch diese Lektionen hinterfragen und sehen, daß das Nicht-helfen eine Wahl und kein Naturgesetz war, und was diese Wahl motiviert hat, und daß "die müssen Angst vor mir haben" viel Mist erklärt, den man so sieht, und mit Vorsicht angewendet werden muß. Und in der nächsten Runde gibt es neue Erkenntnisse.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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31.01.2018, 07:15Inaktiver User
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Liebe Ygrid,
ich glaube, fast jeder hat solche Erlebnisse in krasser oder nicht so krasser Form, die einen gut oder weniger gut prägen. Dein Erlebnis war so richtig shice
Wie du das bearbeiten kannst? Natürlich wäre Therapie eine Möglichkeit. Ich denke jedoch, mit ein wenig Fantasie könntest du das auch ohne stundenlange Sitzungen schaffen. Wie das geht?
Setz dich in Gedanken mal auf eine Wolke, entspann Dich und lass langsam das Rad der Zeit rückwärts laufen. Du bleibst dabei auf der Wolke sitzen, vielleicht mit ein wenig Naschwerk und einem Gläschen Irgendwas... und unter dir läuft dein Leben rückwärts, während du zuschaust. Irgendwann kommt der Punkt, wo du die 13jährige Ygrid in der Disco an der Tanzfläche siehst. Sie hat ein wenig verschrobene Klamotten an, gell? Und du schmunzelst ein wenig. Mit 13 sahen wir alle etwas merkwürdig aus. Auch die Rädelsführerin, wenn du sie dir mal aus der Ferne von deiner Wolke aus anschaust, oder?
Und du sitzt weiter auf deiner Wolke, es ist noch gar nix passiert. Und nun bleibst du bitte die erwachsene Ygrid, ja? Nicht reinschlüpfen in den Teenie da unten. Du bist jetzt erwachsen. Du bist selbständig. Du hast seitdem so viel gelernt. Du hast so viele tolle Fähigkeiten, Talente, Eigenschaften. Du bist hilfsbereit, unabhängig und ein eigenständiger wunderbarer Mensch geworden. Und vielleicht hast du sogar ein bisschen Fantasie?
Du weißt, was nun theoretisch als nächstes passiert, drückst aber mal auf PAUSE, lässt den Film anhalten, du sitzt ja da oben auf der Wolke, du kannst das steuern.
Stell dir mal vor, welche Fähigkeit der 13jährigen damals geholfen hätte? Die Leute drum rum ja nicht, das wissen wir. Wie hätte die 13jährige sich mit heiler Haut retten können? Und nun lass einfach mal deine Fantasie spielen.
Sie kann vielleicht Kung Fu? Oder Schwertkampf? Dann wirbelt sie da in der Toilette rum und alle anderen Nasen bluten, die Gang liegt am Boden und die 13jährige läuft schulterzuckend und sich die Hände abklopfend heim?
Oder sie ist ein Comic-Held? Streift das Holzfällerhemd ab und wird unsichtbar... und weg ist sie?
Oder vielleicht ist sie auch wie der Roadrunner „meep meep“................... staubwolke.....
Oder sie ist eine Figur aus einem Thriller... wer sie berührt, zerbröckelt zu Staub?
Oder ist sie die reine Liebe? Wen sie anschaut und berührt, der wird ein guter Mensch?
Oder....
Überleg mal, was dir am besten für die 13jährige gefallen hätte. Wie sie da heil raus kommt. Und dann schenk ihr von deiner Wolke aus genau diese Fähigkeit und drücke auf PLAY... und lass mal den Film laufen mit der neuen Superheldenkraft oder dem Selbstverteidigungskurs oder oder...
Ändert sich was in dem Film?
Ändert sich was bei dir auf der Wolke? Innen drin?
Denk dir ruhig ein paar Sachen aus und spiel das durch... Je mehr Superheldenfähigkeiten deine 13jährige bekommt, desto freier wirst du dich auf der Wolke fühlen. Desto mehr verändert sich dein Gefühl, desto besser kannst du damit umgehen.
Probier es aus. Immer wieder.
So funktioniert es bei mir mit den doofen Sachen ...
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31.01.2018, 08:28
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Ihr lieben, vielen vielen Dank für eure Beiträge! Es erleichtert mich, dass ich wohl nicht komplett bekloppt bin (ein bisschen Beklopptheit hilft jedoch, um das Leben zu meistern :-) )
Distanz zum "Damals" schaffen finde ich einen guten Ansatzpunkt. Und wie BeatrixKiddo schrieb, ich bin nicht mehr die 13 jährige Ygrid! Tatsächlich bin ich gedanklich immer wieder aber genau zu dem hilflosen, überfordertem Teenie geworden, wenn so ein Gedanken-Flashback kam.
Habt ihr Buchtipps zum Thema für mich? Nach Werken von Prof. Dr. Franz Ruppert habe ich gestern Abend schon mal geschaut und gleich noch mehr Buchvorschläge beim elektronischen Buchladen Ämäson :-) bekommen.....das Angebot ist ja schier unerschöpflich...
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31.01.2018, 15:52
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Wie intensiv ist denn das? Ein unschöner Gedanke, durch den du dich schlecht fühlst, und dich kurzzeitig außerstande findest, angemessen auf das hier und jetzt zu reagieren? Eine Schockstarre, die es dir unmöglich macht, dich zu bewegen, einen Gedanken zu fassen (außer Ohgottogottnichtschonwieder) oder Sprachäußerungen von dir zu geben, oder ein kompletter Verlust von hier und jetzt, wo du nicht mehr weißt, wo und wann (und wer) du bist, sondern glaubst, du wärst wieder an dem Punkt in deinem Leben, wo es passiert ist?
Beim ersten Fall würde ich mir ein gut-zurede-Mantra besorgen (z.B. "Sch*** drauf, das ist Geschichte"). Beim zweiten kann es helfen, Reaktionen zu trainineren, wie man für einen Feueralarm trainiert, bei dem man auch nicht rumstehen will wie zur Salzsäule erstarrt. (z.B. sagen, "Sorry, ich kann grad nicht, einen Moment" oder -- wenn man niemandem was erklären muß -- sich eine Tigerkatze vorstellen, die sich putzt, was auch immer) Im dritten Fall wäre wohl Therapie angebracht.Geändert von wildwusel (31.01.2018 um 16:25 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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31.01.2018, 16:18
AW: Die Vergangenheit beeinflusst meine Zukunft oder Endlich mal loslassen/ abschließ
Das ist ja genau die Krux - in dem Moment, in dem Dir dies widerfahren ist, warst Du Teenager und der Teil in Dir, der da mit der Situation emotional und gedanklich verwoben ist, der ist nicht älter geworden. Daher sind die Ratschläge, sich das Ganze wiederholt klarzumachen und sich zu sagen: "nun bin ich groß, mir kann nun nix mehr passieren" zwar genau das: gut gemeint und bzgl. einer "lediglich" blöd-gelaufenen Situation" wohl auch ganz gut umsetzbar - aber ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir hier von einer Traumatisierung sprechen, die nach so vielen Jahren noch merklich nachklingt und da halte ich das Eintreten des gewünschten Effekts für eher minimal.
Aber das ist nur meine Meinung.
Solltest Du neben den Gedanken-Flashbacks auch Angst- bzw. Panikzustände haben, dann schau wirklich mal nach EFT. Kinesiologie ist auch eine gute Sache. Das fiel mir noch dazu ein.


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