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    Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Hallo,
    nachdem ich schon viele Jahre als Gast immer wieder hier im Forum mitlese habe ich mich entschlossen jetzt selbst einen Beitrag zu verfassen. Ich möchte ihn gerne etwas allgemeiner halten, da ich sicher bin, dass es viele gibt, die ähnliche Erfahrungen kennen.

    Ich glaube, dass ich im Großen und Ganzen mein Leben ganz gut gemeistert habe. Es gibt einige Dinge die ich bereue aber ich muss auch sagen, dass ich denke, dass ich im Rahmen meiner Fähigkeiten im Großen und Ganzen das getan habe was für mich möglich und richtig war, auch wenn ich im Nachhinein sicher einiges anders machen würde.

    Die letzten Jahre waren für mich schwierig und auch jetzt im Moment gibt es eine schwierige Phase in der viele Veränderungen und noch mindestens ein oder zwei größere Kraftakte anstehen. Oft wünsche ich mir, dass es jemanden gäbe der an mich glaubt, mir gut zu spricht, mich in Momenten in denen ich zweifle und keine Kraft finde etwas tröstet und aufbaut. Leider gibt es einen solchen Menschen im Moment nicht. Letztendlich ist es auch so, dass ich ganz grundsätzlich auch gerne in der Lage sein möchte in solchen Situationen nicht darauf angewiesen zu sein, dass jemand Händchen hält. Auch wenn ich es mir oft wünsche und auch wenn es mir sicherlich Kraft schenken würde. Irgendwie gehört es meiner Meinung nach auch zum vollständigen Erwachsensein, zum "freier Mensch" sein, dazu, dass man in solchen Situationen eben niemanden "braucht".

    Rückblickend war vieles im Leben für mich ein einziger Kampf. Oft weiß ich nicht mehr was ich eigentlich will und ob ich eigentlich noch etwas will. Das macht es schwer die Kraft zum Durchhalten zu finden, die ich im Moment benötige und das macht es vor allem auch schwer die Kraft und Motivation zu finden um die Dinge zu tun die notwendig sind und so verliere ich oft ganze Tage oder Wochen in denen ich keinen Schritt weiter komme, weil ich das Gefühl habe ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr.

    Wie motiviert ihr euch in solchen Zeiten? Worin findet ihr Halt? Wie feuert ihr euch innerlich an, wenn niemand da ist, der aufbaut, tröstet, die richtigen Worte findet? Wie hält man durch, wenn man das Gefühl hat vollkommen auf sich allein gestellt zu sein, nirgendwo positiven Rückhalt findet, aber trotzdem nicht aufgeben will? Wie hilft man sich in solchen Situationen selbst den Fokus nicht zu verlieren und das zu tun was notwendig ist ohne sich ablenken zu lassen?

    Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen :) Vielen Dank schon Mal im Voraus :)

    Liebe Grüße

  2. Inaktiver User

    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von Sabina79 Beitrag anzeigen
    Hallo,
    nachdem ich schon viele Jahre als Gast immer wieder hier im Forum mitlese habe ich mich entschlossen jetzt selbst einen Beitrag zu verfassen. Ich möchte ihn gerne etwas allgemeiner halten, da ich sicher bin, dass es viele gibt, die ähnliche Erfahrungen kennen.


    Auch wenn ich es mir oft wünsche und auch wenn es mir sicherlich Kraft schenken würde. Irgendwie gehört es meiner Meinung nach auch zum vollständigen Erwachsensein, zum "freier Mensch" sein, dazu, dass man insolchen Situationen eben niemanden "braucht".
    Liebe Grüße
    Hallo Sabina79,

    dein Beitrag hat mich angesprochen, eben weil ich auch, die von dir beschriebenen Erfahrungen/Gedanken sehr gut in meinem Leben kenne. In den großen Krisen meines Lebens habe ich mich ebenso oft nach einem Menschen gesehnt, der mir eine zusätzlich Stütze ist. Dem war aber nicht so...musste ebenso wie du erleben, da ist niemand....

    Dieses Anlehnungsbedürfnis, dass man sich oft als Erwachsener "verbietet", weil man ja kein Kind mehr ist, zeigt uns aber eine ganz wichtige Komponente und sollte nicht "abgetan" werden. Bei mir war es einfach eine mangelnde Zuwendung in der Kindheit, wo wichtige Bezugspersonen nicht immer zuverlässig zu einem gestanden sind. Da bleibt ein Defizit im Älterwerden, dass gerade in Anfechtungen des Lebens immer wieder aufbricht.

    Wie ich damit umgegangen bin? Manchmal hilft schon ein Gespräch/Herzausschütten mit einer guten Freundin...die einem dann Mut zu spricht. Bei größeren Bergen, die es zu überwinden gilt, hatte ich auch schon therapeutische Hilfe gesucht. Natürlich sehnt man sich dann als Single in solchen Zeiten nach einem Partner, an den frau sich anlehnen kann (die berühmte starke Schulter). Seit ein paar Jahren habe ich nun einen Freund (nach dem ich mein Burn Out überwunden hatte), doch auch dieser kann einem nicht jede Last abnehmen.

    Daher ist es in erster Linie, so meine Einstellung, wichtig, sich selber beizustehen. Als innere, gute Freundin sich selber Kraft und Trost zusprechen: " Du schaffst das". Habe mir das dann innerlich wiederholt oder auch ein Buch mit Sprüchen zum Aufmuntern gekauft. Nur wenn du dir das selber regelmäßig vorsagst/vorliest kann es auch dein Unterbewusstsein wahrnehmen.

    Alles Gute für dich

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    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie ich damit umgegangen bin? Manchmal hilft schon ein Gespräch/Herzausschütten mit einer guten Freundin...die einem dann Mut zu spricht. Bei größeren Bergen, die es zu überwinden gilt, hatte ich auch schon therapeutische Hilfe gesucht. Natürlich sehnt man sich dann als Single in solchen Zeiten nach einem Partner, an den frau sich anlehnen kann (die berühmte starke Schulter). Seit ein paar Jahren habe ich nun einen Freund (nach dem ich mein Burn Out überwunden hatte), doch auch dieser kann einem nicht jede Last abnehmen.

    Daher ist es in erster Linie, so meine Einstellung, wichtig, sich selber beizustehen. Als innere, gute Freundin sich selber Kraft und Trost zusprechen: " Du schaffst das". Habe mir das dann innerlich wiederholt oder auch ein Buch mit Sprüchen zum Aufmuntern gekauft. Nur wenn du dir das selber regelmäßig vorsagst/vorliest kann es auch dein Unterbewusstsein wahrnehmen.

    Alles Gute für dich
    Vielen lieben Dank.

    Leider scheinen meine Freund an dieser Stelle alle zu pragmatisch veranlagt zu sein, oder gehen das ganze vielleicht zu rational an. Letztendlich sagen sie alle "du musst das schaffen", "was willst du denn machen wenn du es nicht schaffst" und irgendwie setzt mich das noch mehr unter Druck. Letztendlich wünsche ich mir dann einfach nur jemanden der sagt "hey, war doch schon öfter schwierig, das hast du auch geschafft und jetzt wirst du das wieder schaffen". Das kann man jedoch nicht fordern, denke ich. Ich denke jeder versucht so gut es geht zu "helfen". Ich brauche jedoch nicht wirklich Hilfe. Das Thema kann ich nur selbst erledigen... Es hilft mir auch nicht die Situation noch einmal bis ins allerkleinste Detail zu analysieren und irgendwie scheint jeder den Wunsch danach zu haben. Mir würde ein einfaches "Kopf hoch, es kommen wieder bessere Zeiten" reichen, "ich glaub an dich".

    Naja, und deshalb muss und möchte ich es irgendwie selbst schaffen. Ich habe auch schon jahrelang therapeutische Unterstützung bekommen und möchte das eigentlich nicht mehr. Ich bin froh, dass ich zum großen Teil aufhören konnte alles bis ins kleinste Detail zu analysieren. Ich weiß, dass mir da vielleicht etwas fehlt, aber eine Therapie repariert meine Kindheit nicht mehr. Mit meiner Geschichte habe ich mich zum größten Teil ausgesöhnt.

    Nur meinen Selbstzweifeln bin ich oft nicht alleine gewachsen und da gibt es auch keine Stimme von außen die sagt "du bist toll, bin stolz auf dich, schaffst du schon, gib jetzt nicht auf". Ich kann und konnte das lange Zeit selbst und eigentlich brauche ich dafür auch niemanden. Im Moment kriselt es bei mir allerdings heftig und ich komme so langsam an meine Grenze. Ich finde oft einfach keine Ruhe und lenke mich dann ab, aber das ist eigentlich schon zu einer Weglauftendenz geworden.

    Deshalb hoffe ich, dass es andere gibt die ähnliche Situationen kennen und vielleicht Wege gefunden haben um sich selbst Mut zu zu sprechen.

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    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von Sabina79 Beitrag anzeigen
    Letztendlich sagen sie alle "du musst das schaffen", "was willst du denn machen wenn du es nicht schaffst" und irgendwie setzt mich das noch mehr unter Druck. Letztendlich wünsche ich mir dann einfach nur jemanden der sagt "hey, war doch schon öfter schwierig, das hast du auch geschafft und jetzt wirst du das wieder schaffen". Das kann man jedoch nicht fordern, denke ich. Ich denke jeder versucht so gut es geht zu "helfen". Ich brauche jedoch nicht wirklich Hilfe.
    Vielleicht kannst du Ausschau halten nach Menschen, die mehr an dir interessiert sind?
    Gute Freunde sind was tolles.

    Naja, und deshalb muss und möchte ich es irgendwie selbst schaffen.
    Letztendlich schaffst du es auch selbst. Es ist allerdings ein Unterschied, ob jemand Anteil nimmt.

    Deine Freunde lesen sich nicht sonderlich interessiert an dir. Es ist ja ein Unterschied, ob man "zuhört" oder "z.B. ständig mit Ratschlägen kommt". Zwei völlig verschiedene Dinge, wie ich finde.

  5. Inaktiver User

    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von Sabina79 Beitrag anzeigen
    Leider scheinen meine Freund an dieser Stelle alle zu pragmatisch veranlagt zu sein, oder gehen das ganze vielleicht zu rational an. Letztendlich sagen sie alle "du musst das schaffen", "was willst du denn machen wenn du es nicht schaffst" und irgendwie setzt mich das noch mehr unter Druck. Letztendlich wünsche ich mir dann einfach nur jemanden der sagt "hey, war doch schon öfter schwierig, das hast du auch geschafft und jetzt wirst du das wieder schaffen". Das kann man jedoch nicht fordern, denke ich. Ich denke jeder versucht so gut es geht zu "helfen". Ich brauche jedoch nicht wirklich Hilfe. Das Thema kann ich nur selbst erledigen... Es hilft mir auch nicht die Situation noch einmal bis ins allerkleinste Detail zu analysieren und irgendwie scheint jeder den Wunsch danach zu haben. Mir würde ein einfaches "Kopf hoch, es kommen wieder bessere Zeiten" reichen, "ich glaub an dich".
    ich denke, das kannst du ihnen schon sagen, dass du lieber mal gedrückt werden willst und schulterklopfer brauchst als lange analysen!



    mir kommen deine bedürfnisse ganz normal vor und auch erwachsen. der mensch ist doch ein herdentier! es hat mit erwachsensein nichts zu tun, wenn man sich nach geborgenheit und unterstützung sehnt.

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    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von liz1980 Beitrag anzeigen
    Deine Freunde lesen sich nicht sonderlich interessiert an dir. Es ist ja ein Unterschied, ob man "zuhört" oder "z.B. ständig mit Ratschlägen kommt". Zwei völlig verschiedene Dinge, wie ich finde.
    Ich denke auf ihre Weise tun sie was sie können. Versuchen mich abzulenken, rufen an, fragen wie es mir geht usw. Also Anteilnahme ist in jedem Fall da. Ich denke dass mein Bedürfnis nach Halt an der Stelle einfach auch den Rahmen dieser Freundschaften sprengt. Im Grunde ist ja jeder für sich selbst verantwortlich.

    Manchmal bin ich schon auch ein bisschen bitter, wenn ich zum Beispiel daran denke, dass ein Freund nach fünf Jahren aus dem Dunkel wieder auftaucht, weil es in seiner Beziehung kriselt. Ich ihm helfe das wieder gerade zu biegen und er dann irgendwie wieder verschwindet. Andererseits könnte ich mich vielleicht auch deutlicher bemerkbar machen. Schließlich muss er auch Kind, Exfrau, neue Beziehung und Job unter einen Hut bringen und kann sich nicht ständig um mich kümmern. Und auf seine Art und Weise versucht er für mich da zu sein, hat mich für Sylvester eingeladen, vorgeschlagen, dass wir zusammen weggehen, damit ich etwas Abwechslung habe. Das ist halt im Moment nicht unbedingt das was ich bräuchte... einen Vorwurf kann ich ihm da nicht wirklich daraus machen, wenn er seine eigenen Worte findet und nicht die, die ich hören möchte oder mir wünsche.

    Es fühlt sich oft so an als wären andere, wenn ich mich schwach fühle, ebenso hilflos wie ich. Also ich habe das schon oft erlebt, dass wenn ich nicht stabil bin um mich herum alle anderen instabil werden. Das löst in mir eine unglaubliche Unsicherheit aus, weil ich genau spüre, dass wenn ich "falle" um mich herum alle anderen mitfallen. Woran das liegt weiß ich nicht. Im Moment möchte ich nur einen Weg finden, mit dem ich dafür sorgen kann, dass es mir besser geht und ich in bzw. mit mir den Halt finde den ich gerade so dringend brauche.

    Ich versuche es mit solchen Formeln wie von dieElvis vorgeschlagen, aber das hilft leider nur begrenzt. Es hält dann nur wenige Stunden an und oft hilft es gar nicht.

  7. Inaktiver User

    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von Sabina79 Beitrag anzeigen
    Es fühlt sich oft so an als wären andere, wenn ich mich schwach fühle, ebenso hilflos wie ich. Also ich habe das schon oft erlebt, dass wenn ich nicht stabil bin um mich herum alle anderen instabil werden. Das löst in mir eine unglaubliche Unsicherheit aus, weil ich genau spüre, dass wenn ich "falle" um mich herum alle anderen mitfallen. Woran das liegt weiß ich nicht. Im Moment möchte ich nur einen Weg finden, mit dem ich dafür sorgen kann, dass es mir besser geht und ich in bzw. mit mir den Halt finde den ich gerade so dringend brauche.
    das hilft dir jetzt nicht weiter, aber mir geht das ganz genau so.
    ich glaube, meine freunde sehen und mögen mich als stark und selbstständig, und so bilden sich meine beziehungen. ich bin meinerseits auch immer wieder abgegrenzt.
    wenn ich dann wanke, passt nichts mehr... so kommt es mir vor. aber ich habe es auch selbst so eingefädelt...

    aber vielleicht ist es ja auch ein ganz normaler reflex zurückzuweichen, wenn ein bedürfnis nach einer zuwendung auftaucht, das den rahmen einer freundschaft überschreitet? da würde ich mich umgekehrt auch nicht von freisprechen...

    ich jogge dann. keine ahnung warum, aber es hilft. es ist das einzige, was wirklich hilft. joggen, und manchmal auch schreiben.

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    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich denke, das kannst du ihnen schon sagen, dass du lieber mal gedrückt werden willst und schulterklopfer brauchst als lange analysen!



    mir kommen deine bedürfnisse ganz normal vor und auch erwachsen. der mensch ist doch ein herdentier! es hat mit erwachsensein nichts zu tun, wenn man sich nach geborgenheit und unterstützung sehnt.

    Ja, ich sehe das auch so und möchte mich für mein Bedürfnis auch nicht rechtfertigen. Wenn aber gerade niemand da ist, muss man es irgendwie selbst bewältigen.

    Wie sagt man das ohne das es vorwurfsvoll klingt?

    Das letzte Mal als ich versucht habe das zu formulieren kamen Aussagen wie "ich kann das doch nicht wissen, ob du es schaffst, wenn du es selbst nicht weißt", oder "ich sage was ich will", "ich bin niemand der Dinge schön redet", "wenn ich sagen würde kopf hoch wüsstest du doch, dass ich es nur sage um dich aufzubauen".

    Ich denke es ist aussichtslos. Also versuche ich es mittlerweile nicht mehr. Ich kenne "sie" und ihre Grenzen ja und ich kann mir ja jetzt keine neuen Freunde suchen und sagen "los, sei für mich da". Also irgendwie glaube ich, dass ich da einfach durch muss und danach schaue ich mal, wie ich das weiter gestalte.

    Letztendlich habe ich den Eindruck, dass jeder so mit sich selbst beschäftigt ist und alle es gewohnt sind, dass ich klarkomme. Ich bin deswegen auch nicht wirklich sauer, das liegt ja auch an mir.

    Im Moment muss ich einfach irgendwie aus diesem Tief kommen über meine Freundschaften denke ich dann im Anschluss nach :) und vor allem konzentriere ich mich dann ganz sicher mehr auf die Menschen die mir gut tun und nicht mehr so sehr auf die die mich brauchen. Das ist einer meiner größten Fehler, dass ich Zeit für Menschen finde die mich brauchen und dann keine für die habe die mir gut tun.

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    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wenn ich dann wanke, passt nichts mehr... so kommt es mir vor. aber ich habe es auch selbst so eingefädelt...
    Denselben Gedanken hatte ich auch :)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    aber vielleicht ist es ja auch ein ganz normaler reflex zurückzuweichen, wenn ein bedürfnis nach einer zuwendung auftaucht, das den rahmen einer freundschaft überschreitet? da würde ich mich umgekehrt auch nicht von freisprechen...
    Ja... und jeder hat da seine Grenze an einem anderen Punkt und deshalb mache ich das auch niemandem zum Vorwurf. Und doch, es hilft :) es hilft zu wissen, dass andere das kennen und es auch "überstehen".

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich jogge dann. keine ahnung warum, aber es hilft. es ist das einzige, was wirklich hilft. joggen, und manchmal auch schreiben.
    Ja, ich sollte wieder schreiben. Joggen würde ich gerne, das ist das wonach mein Körper manchmal geradezu ruft, alles weglaufen und voller Endorphine nachhause kommen. Leider geht das im Moment nicht. Naja, vielleicht finde ich einen Weg. Ich muss dieses Bedürfnis vielleicht doch ernster nehmen.

  10. Inaktiver User

    AW: Anlehnungsbedürfnis/Halt finden

    Zitat Zitat von Sabina79 Beitrag anzeigen
    Irgendwie gehört es meiner Meinung nach auch zum vollständigen Erwachsensein, zum "freier Mensch" sein, dazu, dass man in solchen Situationen eben niemanden "braucht".
    Angenommen, Du würdest mit einem schweren Rucksack eine Treppe hochlaufen.
    Würdest du dann auf den Halt vom Geländer oder einer Bank zum Ausruhen und Anlehnen auch verzichten?
    Sowas erscheint uns ganz absurd- aber genau genommen ist es ebenso absurd, dass wir alle von Menschen umgeben sind- wir sind soziale Wesen und damit ganz leicht in der LAge in Kontakt zu gehen- und uns denken, dass wir "doch alleine müssten".
    Nein- müssen wir nicht- warum auch?
    Frei bleibst du doch immer, denn du musst - selbst bei Gedanken anderer- selbst den Weg gehen.

    Das im Laufe des Lebens die Kraft für Kämpfe nachlässt, ist ganz normal.
    Oder gab es je einen Kriegsherren in der Weltgeschichte, der ununterbrochen Krieg geführt hätte? - wobei die noch dazu ein ganzes Team an Unterstützung hatten

    Ich habe mich bei deinen Zeilen gefragt, ob du dir im momenten Abschnitt nicht Unterstützung über zB jemanden aus der Lebensberatung holen solltest.
    Das würde vieles erleichtern.
    Denn es geht NUR um DICH (während die meisten Menschen kaum zuhören können und immer wieder nur sich ins Spiel bringen).
    Du kannst offener und freier reden, denn der Lebensberater unterliegt der Schweigepflicht und damit bleibt alles in dem Raum zwischen euch- keine Angst oder Scham, die man vor Freunden haben könnte.
    Vielleicht reicht richtiges empathisches Zuhören (was man lernen muss und eben nicht einfach so kann- zumindest kaum jemand) - ansonsten wird ein Lebensberater immer noch etwas aus seinem Methodenkoffern anbieten können um dich zu unterstützen.
    Da die Chemie immer stimmen muss zwischen Klient und demjenigen, der gegenüber sitzt- wird Gefühl genauso dabei sein- Halt und Anlehnen, können als Gefühl durchaus sehr zentral werden.

    Nur eine Idee.

    Und nochmal -es ist ganz normal sich bei Belastung nach Unterstützung zu sehnen.
    Natürlich wäre es schön, wenn du eine Freundin hättest, bei der du dich einfach mal ausweinen könntest.
    Vielleicht wäre es möglich, wenn man dem anderen deutlich macht- sagt- , wie sehr man so etwas nun bräuchte.
    Normalerweise helfen Menschen sehr gerne.

    Zu erwarten, der andere müsste es erahnen oder am Gesicht erkennen.....ist nicht gut.
    Menschen sind gerne und viel mit sich selbst und ihrem ganz eigenen Leid beschäftigt- da muss man sich schon Raum verschaffen

    Und wenn du sonst immer das Bild von hart und tough abgegeben hast- ist klar, dass keiner auf die Idee kommt, du bräuchtest Hilfe.
    Zusätzlich gibt es häufig die Konstellation, dass Starke Schwache um sich sammeln......der Starke braucht niemanden und die Schwachen halten sich dort gerne fest.
    Wird dann der Starke mal schwach- wird es richtig schwierig, denn was soll der Schwache nun machen? der wird nicht zum Starken!
    Rückzug, Ausweichen, schlimmstenfalls Angriff sind die Folgereaktionen, die dem Starken einmal mehr bestätigt, dass er "alleine muss".

    Fatal, denn nur die Adresse für Unterstützung ist falsch- nicht der Wunsch dazu!

    Manchmal wachsen Freunde an der eigenen Schwäche- man wird "menschlicher"- manchmal halten das Freunde auch nicht aus und dann gehen sie aus dem engen Kreis.

    Letztlich ein gesundes Aussortieren, denn deine Vielfalt- zu der auch das Schwache gehört- braucht genauso ein Willkommen wie deine Stärke.
    Geändert von Inaktiver User (30.01.2018 um 06:33 Uhr)

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