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    AW: Asexualität & Körperbild

    Asexualität gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen, aber heißt doch tatsächlich nur, dass man sich weder zu Männern noch Frauen noch sonstwas sexuell angezogen fühlt - und das ganze eben nicht aufgrund von Krankheit, traumatischen Erlebnissen oder weil man sich in seinem Körper unwohl fühlt etc. Und davon gibt es unterschiedliche Ausprägungen: Es gibt Leute, die verspüren die sexuelle Anziehung extrem selten, manche gar nicht, manche tun es, dem Partner zu liebe, manche nur mit sich selbst, etc.

    Und Attraktivität und körperliche Anziehung sind doch zwei verschiedene Dinge. Attraktiv ist für mich einfach nur ästhetisch schön, wie ein Gemälde schön sein kann. Und da kann ich unabhängig von meiner sexuellen Orientierung doch als Frau auch eine weibliche Figur schön finden oder eine androgyne.

    Ich kann doch sowohl meinen Körper, egal wie die sekundären Geschlechtsmerkmale ausgeprägt sind, ästhetisch empfinden als auch den anderer Personen, ohne mich sexuell zu diesen Menschen oder zu mir hingezogen zu fühlen oder genau sowas zu beabsichtigen - genauso wie ich jemanden anziehend empfinden kann, der mich optisch nicht ganz so anspricht.

    Sich weiblich fühlen, weil man nun mal weiblich ist, so aussieht und für sich selbst attraktiv wirken, hat doch nicht nur was mit Sexualität zu tun, sondern doch auch was mit Ästhetik - wenn es nur ums Äußere geht - daher verstehe ich die Frage nicht. Es gibt doch androgyne Frauen, die hetero oder homo oder bi sind. Und ich fühle mich als Frau, weil ich eine bin, unabhängig davon, ob mich jemand anderes als attraktiv empfindet - hauptsache ich empfinde mich als attraktiv.

    Jemand asexuelles merkt evtl. auch sowas wie dieses Umwerben, etc. gar nicht, von daher kann man sich doch auch als asexuelle Person mit großen Brüsten und Starren wohl fühlen, weil man den Teil halt gar nicht so im Alltag integriert oder wahrnimmt, wie jemand der gerne umworben werden will.

    Klar wenn sowas dann aufdringlich wird, wird man sicher irgendwann nen weniger tiefen Ausschnitt anziehen, weil man die Wirkung kennt, aber das hat doch nichts mit der eigenen Figurvorliebe zu tun. Das ist ne Reaktion auf die Außenwirkung. Oder evtl. ist es auch die Kultur, in asiatischen Ländern sind viele Frauen androgyn, tragen aber gerne mal oversized noch zusätzlich und wirken trotzdem ziemlich weiblich.

    Leute, die Probleme mit ihrem Körper haben und sich deshalb runterhungern und sich als asexuell bezeichnen, haben doch eigentlich ein anderes "Problem" und benennen es nur unzureichend.
    Geändert von weristdennda (25.03.2018 um 09:52 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Asexualität & Körperbild

    Und was genau ist jetzt dein Problem oder deine Frage?

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    AW: Asexualität & Körperbild

    Zitat Zitat von Avalanches Beitrag anzeigen
    Das kann ich tatsächlich nicht. Ich genieße es, wenn es eben eine Interaktion ist, ich Signale gebe, der Mann welche gibt. Bei Frauen tue ich das nicht und bin dann eben total irritiert, wenn ich anziehend gefunden werde, ist es mir unangenehm, weil ich es nicht verstehe... Für mich muss es einfach eine Stimmung zwischen zwei Menschen geben, eine gegenseitige Anziehung. Ich kann mich auch sehr unwohl fühlen, wenn ein unpassender Mann um mich wirbt. Das heißt letztlich aber auch, dass ich wohl ebenfalls Anziehung für einen Mann empfinden muss, um mir in meiner Weiblichkeit bewusst zu werden.
    Das ist eine Beschreibung, die sehr anschaulich macht, wo für Asexuelle das "Problem" besteht: Nicht-Asexuelle fühlen sich anscheinend nur unwohl, wenn BESTIMMTE Personen ihnen Begehren entgegenbringen, Asexuellen geht das eben bei ALLEN Personen so, unabhängig von Geschlecht oder sonstigen äußeren oder Verhaltensmerkmalen.
    Um auf die Fragestellung einzugehen: Ich kann nur für mich sprechen, habe aber auch aus den Erzählungen anderer Asexueller mitgeschnitten, dass wir uns, vor allem, solange wir uns der eigenen Asexualität nicht bewusst sind, zu "verstecken" versuchen. In meinem Fall waren erhebliche Gewichtszunahme und "Hässlichmachen" damit verbunden - der Wunsch, bloß nicht als "weiblich", als "Frau" gelesen zu werden. Ich trug schon als Jugendliche nichts lieber als weite Kleidung, nicht nur, weil sie bequemer ist, sondern auch, weil ich meine Figur nie "betonen" oder zeigen wollte. Lange dachte ich, es hätte mit meinem Übergewicht zu tun, doch selbst jetzt, wo ich mir selbst recht gut gefalle und mich auch schön finde (nur noch leichtes Übergewicht, ca. 73 kg bei ca. 1,65 m und kräftig-muskulös gebaut), kann ich mich nicht überwinden, enge Kleidung zu tragen. Ich möchte noch immer vermeiden, "auf diese Weise" angeschaut zu werden. Komplimente bezüglich meines Äußeren fühlen sich unecht an und ich frage mich dann beständig, ob mich die Person da gerade verarschen will (während das Gegenüber anscheinend glaubt, ich würde "Fishing for compliments" betreiben *augenroll*) bzw. was die Person da eigentlich gerade von mir will. Ich hasse es, als Frau wahrgenommen zu werden, weil sich dann das Verhalten und die Blicke ändern. Das fiel mir irgendwann im Alter zwischen 12 und 13 Jahren unterschwellig auf und ich mochte es nicht, weshalb ich mich hinter zunehmender "Hässlichkeit" und abweisendem Verhalten versteckte. Wenn Leute sich mir gegenüber nicht anders verhalten als jeder anderen Person gegenüber, wenn mein Geschlecht keine Rolle spielt, sondern ich quasi "neutral" gelesen werde, fühle ich mich wohl und angenommen.
    Es scheint einige Asexuelle zu geben, die sich ähnlich wie ich quasi vorsorglich oder aus gegebenem Anlass davor schützen, potentiell als "Objekte des Begehrens" betrachtet zu werden, indem sie entweder extrem ab- oder zunehmen, oder indem sie sich mittels Kleidung oder Körperhaltung "uninteressant" zu gestalten versuchen. Das muss nicht miteinander zusammenhängen, kann aber.

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    AW: Asexualität & Körperbild

    Zitat Zitat von weristdennda Beitrag anzeigen
    Jemand asexuelles merkt evtl. auch sowas wie dieses Umwerben, etc. gar nicht, von daher kann man sich doch auch als asexuelle Person mit großen Brüsten und Starren wohl fühlen, weil man den Teil halt gar nicht so im Alltag integriert oder wahrnimmt, wie jemand der gerne umworben werden will.

    Klar wenn sowas dann aufdringlich wird, wird man sicher irgendwann nen weniger tiefen Ausschnitt anziehen, weil man die Wirkung kennt, aber das hat doch nichts mit der eigenen Figurvorliebe zu tun. Das ist ne Reaktion auf die Außenwirkung.
    Irgendwann bemerken auch Asexuelle diese Blicke. Nur verstehen Asexuelle die Intentionen und Gefühle dahinter eben nicht - und was die mit ihnen zu tun haben. Dass das eigene Aussehen, die Aufmachung, das Verhalten, manchmal auch nur der Umstand, dass eins ein bestimmtes Geschlecht hat, diese Blicke hervorruft, dieses vermeintliche Ursache-Wirkungs-Prinzip, wird den meisten bereits in der Jugend mehr als deutlich gemacht ("Zieh das nicht an, wenn du nicht als Schlampe gelten willst." etc.). Und damit wir diese Wirkung nicht erzielen, passen die weniger Selbstsicheren unter uns (die zum Beispiel, die nicht so gut darin sind, Grenzen zu setzen oder für sich einzustehen) unser Äußeres eben an, um weniger anziehend zu wirken. Dass es nicht allein am Äußeren liegt, ob uns jemand anziehend findet, sagt uns ja niemand. Dass Anziehung ein komplexes Zusammenspiel zu sein scheint, in dem das Äußere nur eine Rolle zu spielen scheint, ist für mich als asexuelle Person schwer zu verstehen, weil ich die Welt nun einmal nicht aus allosexueller Sicht wahrnehme. Es befremdet mich beispielsweise, wenn das Äußere einer Person (häufig höre ich das nichtssagende "gutaussehend") ohne jeden für mich erkennbaren Zusammenhang (ohne, dass jemand danach gefragt hat), erwähnt wird.

    Zitat Zitat von weristdennda Beitrag anzeigen
    Leute, die Probleme mit ihrem Körper haben und sich deshalb runterhungern und sich als asexuell bezeichnen, haben doch eigentlich ein anderes "Problem" und benennen es nur unzureichend.
    Wenn es sich so herum verhält, stimme ich zu. Allerdings kann zum einen beides zusammen vorkommen, ohne dass das eine das andere bedingt - so, wie auch Asexuelle Opfer sexualisierter Gewalt sein können, ohne dass sie deswegen weniger asexuell sind - zum anderen kann das "Problem mit dem eigenen Körper" ja daher kommen, DASS er von anderen als sexuell anregend betrachtet wird, die asexuelle Person das nicht möchte und DESHALB ihren Körper - als "Ursache" für die begehrlichen Blicke - nicht mehr mag.

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    AW: Asexualität & Körperbild

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich vermute, dass es bei einem asexuellen Menschen umgekehrt ist: Im Kopf ist keine Libido, und der Körper lebt keinen Sex. Wenn dann auf einmal der Körper sexuelle Signale aussendet (- ein großer Busen wird nun mal so wahrgenommen, s. a. Nachtclubwerbung, etc.) und lüsterne Blicke erntet, entsteht sicherlich auch ein Ungleichgewicht.
    In beiden Fällen passt das Körperliche nicht zur sexuellen Identität.
    Das würde ich so unterschreiben. Ungleichgewicht und Unbehagen. Und da es in manchen Regionen unseres ach so sexuell aufgeklärten Deutschland (*hust*) immer noch genügend Leute gibt, die zum einen "per Default" alle Menschen für heterosexuell halten, an die Existenz von Asexualität sowieso nicht glauben, und die sich (und leider auch anderen) einreden, dass nicht sie die eigenen sexuellen Wünsche auf eine andere Person projizieren, sondern dass das "Objekt der Begierde" "eindeutige Signale ausgesandt" hätte, wird es manchmal schwer, an der eigenen sexuellen Identität und den eigenen Wünschen nicht zu zweifeln.

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    AW: Asexualität & Körperbild

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Das mag sein. Doch das ist nicht die Norm sexuelle Identitäten einzustufen oder abzustufen wie auf einer Skala. Ich bin jetzt von natürlichen Menschen ohne die Misshandlungen ausgegangen. Freilich genauso wie Beschneidungen bei Frauen eine Auswirkung haben.
    Wir existieren, unabhängig davon, ob du es glaubst oder nicht ;-)

    Menschen mit Missbrauchshintergrund (welcher Art auch immer) sind leider ebenso natürlich und echt wie solche ohne den ganzen Mist. Die meisten Opfer von sexuellem Missbrauch leben wohl laut einiger Bekannter, die ihrerseits in diversen Überlebenden-Foren unterwegs sind, durchaus in sexuellen Beziehungen, leben ihre Sexualität also aus - teilweise mit Einschränkungen wegen PTBS. Asexualität wird nicht durch Missbrauch bedingt - so wenig, wie Hetero-/Bi-/Homosexualität durch Missbrauch dauerhaft blockiert wird. Es mag einige wenige Missbrauchsopfer geben, die sich hinter, nennen wir es mal: "gewählter", Asexualität verstecken und denen es so psychisch besser geht. Es gibt asexuelle Missbrauchsopfer. So wie es lesbische, bisexuelle und schwule Missbrauchsopfer gibt oder wie es unter Transpersonen Missbrauchsopfer gibt.
    Wie bei jeder anderen sexuellen Orientierung handelt es sich bei Asexualität um eine Veranlagung, die angeboren ist und die sich in der Pubertät zeigt. Sonst würde uns nicht schon bei Beginn der Pubertät klar, dass wir uns irgendwie von den anderen Gleichaltrigen unterscheiden (und dass die anderen sich auf einmal irgendwie seltsam verhalten).
    Da gibt es keine Ursachen, so wenig wie bei anderen sexuellen Orientierungen.

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