Ich brauche die Schwarmintelligenz und ich falle gleich mit der Tür ins Haus. Ich weiß nicht, was ich will. Und das macht mich langsam wahnsinnig! An manchen Tagen habe ich tausend Ideen und ganz viel Energie und würde am liebsten alles mögliche ausprobieren. Und an anderen Tagen fühle ich mich wie gelähmt und bin mutlos. Aber dennoch nicht depressiv. Eher gebremst wie mit angezogener Handbremse und jede Richtung scheint unpassend zu sein.
Ich bin Anfang 40 und gerade arbeitslos geworden. Und bis vor kurzem war ich davon überzeugt, dass ich meine Arbeit sehr gern mache. Mittlerweile fühlt es sich falsch an. Aber auch nicht immer. Ihr merkt, ich bin zerrissen.
Vielleicht liegt es daran, dass die letzten zwei Jahr auf Arbeit sehr chaotisch waren. Die Firma stand kurz vor der Insolvenz und der Druck wurde an die Mitarbeiter weitergegeben.
Ähnlich geht es mir mit meiner Beziehung. Sie ist nicht so schlecht, dass ich gehen muss. Aber richtig zufrieden bin ich auch nicht. Und das schön länger. Aber ich empfinde viel für ihn und ein Rest Hoffnung auf bessere Zeiten ist auch da. Aber ich bin nicht sicher, ob es noch Liebe ist. Wir haben ein gemeinsames Kind. Das macht es nicht einfacher. Möglicherweise würde ich mir sonst eine Auszeit für ein paar Wochen gönnen.
Es ist ungewöhnlich für mich, dass ich nicht weiß, was ich will. Normalerweise weiß ich das oder ich weiß zumindest, was ich nicht will. Und Veränderungen haben mir früher meist besser gefallen als Routine. Warum scheint das jetzt anders zu sein?
Das fühlt sich alles an, wie ein Mantel, der mir nicht mehr passt. Gut, dann brauche ich also einen neuen Mantel. Oder eine Jacke oder nur ein Kleid. Oder ich gehe nackt ;) Nein, im Ernst, ich weiß wirklich nicht, wo ich hin will. Irgendwas muss ich doch tun. Ich bin mir nicht mal wirklich sicher, ob der Job nicht mehr passt. Vielleicht habe ich einfach nur zu viel Angst vor einer falschen Entscheidung, weil ich für ein Kind mit entscheide? Oder irgendwelche unbewussten Glaubenssätze behindern mich?
Vielleicht kennt jemand von euch Techniken, die mir helfen, den inneren Nebel zu lichten.
Einfach aufschreiben, was mir in den Sinn kommt, habe ich schon probiert. Besonders erhellend war das nicht. Und meine Tagträume sagen mir nicht viel und sind meist erotischer Natur. Nachts träume ich zur Zeit sehr intensiv und chaotisch.
Habt ihr Ideen?
Antworten
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05.01.2018, 09:12Inaktiver User
Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
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05.01.2018, 10:05
AW: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
als erstes eine struktur in den tagesablauf bringen und sich selbst organisieren
dann hast du auch nicht so viel zeit ueber die dinge nachzudenken
hinzu kommt, es ist winter, wenig licht, wenig draußen aufhalten, auch das drueckt auf die stimmung und laesst einen gruebeln
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05.01.2018, 10:08
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05.01.2018, 11:04Inaktiver User
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05.01.2018, 11:34
AW: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
Außerdem ist Reha ein Programm, kein Urlaub. Da bist du von morgens bis abends beschäftigt und hast gar nicht so viel Zeit zum Abschalten.
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05.01.2018, 13:15
AW: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
Mal vor allen anderen Ideen: Was muß gemacht werden?
Dann, was ereS sagt: Ordnung in den Tagesablauf bringen.
Meine Methode, um den Kopf zu klären, ist Bewegung, am besten bis dicht-vor-ausgepowert. Und Tee.
Ein Vorteil an z.B. langen Spaziergängen ist, daß man ungestört das Gehirn arbeiten lassen kann.
Die Gedanken müssen kommen, bevor sie sortiert werden können.
Aufräumen/entrümpeln hilft mir auch, neue Möglichkeiten zu sehen und alte Gewohnheiten gehen zu lassen.
Wenn ihr ein *gemeinsames* Kind habt, warum nicht eine Woche Auszeit?
Ich würde die Ideen mal fassen und erst mal aufschreiben. "Ich könnte Zirkusdirektor werden". "Ich könnte mich mit einem Bleistiftspitzmaschinenvertrieb selbständig machen." "Ich könnte mein Geld nehmen und in die Karibik auswandern und dort alle Tage am Strand liegen". "Ich könnte meinen Freund vor die Tür setzen." "Ich könnte Posaune spielen lernen". So ein ganz zwangloses Brainstorming Vielleicht auf Karteikarten.
Und dann mit den Ideen rumspielen. Was kommt dir in den Sinn, wenn du die Karte mit der Idee aus dem Stapel ziehst? Wie würde es sich anfühlen, das zu machen? Allmählich fliegt alles raus, was doch nicht so brilliant ist, was gut, aber so nicht machbar ist, wird geändert ("Zirkusdirektor -> viel unterwegs sein; mit Tieren arbeiten "), was kein klares Kopfbild gibt, wird so lange bebrütet, bis es eines ergibt ("mit Tieren arbeiten -> Schafe halten") , was unmöglich umsetzbar ist, wird angepaßt, was nicht gut ist, wird aussortiert. (Das kann man alles auch im Kopf machen, aber dann muß man alles gleichzeitig im Kopf behalten.) Manches hättest du vielleicht immer schon machen können und hast es immer aufgeschoben (Neue Frisur, ein Wochenende Paris, ...). Da ist die Zeit, es mal hervorzuholen und zu gucken, ob es überhaupt noch von Interesse ist oder nur aus Gewohnheit mitläuft. Und ob du es mal machen kannst.
Wenn du nicht ganz so frei herumspielen willst, oder ein bißchen enger auf Kurs bleiben, wäre auch ein Coaching eventuell eine Idee.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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05.01.2018, 13:33Inaktiver User
AW: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
Vielen Dank für die Antworten!
Spazieren liebe ich. Sport sollte ich sowieso wieder mehr machen.
Die Struktur im Tagesablauf ist nicht das Problem. Ich bin noch nicht lange arbeitslos und hatte schon einige Vorstellungsgespräche. Ich befürchte nur, dass ich dort keinen überzeugenden Eindruck hinterlassen habe, weil ich eben nicht überzeugt war, dass ich dort wirklich arbeiten möchte. Hm.
Das mit den Karteikarten gefällt mir. Werde ich ausprobieren.
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06.01.2018, 08:20Inaktiver User
AW: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
Hallo,
wenn du an manchen Tagen zig Ideen hast- dann schreib sie alle auf.
Das befreit und kann dir Wege zeigen, die vielleicht in dir liegen und ncoh auf Entdeckung warten. (wir alle können mehr als wir tun und manches Talent kann erst in späterem Alter ausgelebt werden- warum also nicht anschauen, was in dir schlummert?).
Die Liste kannst du dir dann ansehen und dich fragen, was jeweils in dir erfüllt wird, wenn du es umsetzen würdest.
Auf die Art kommst du auf die Bedürfnisse, die gerne gefüttert werden würden
Wiederholt sich das eine oder andere immer wieder- könntest du überlegen, wie du dieses Bedürfnis im Leben erfüllen könntest.
Und all das ist nur Denken und kein aktives Tun.
Was deinen Job angeht- den ehemaligen
- könnte ich mir vorstellen, dass du erstmal "runter kommen" musst....den Stress und Druck loslassen.
Das dauert eine Weile und Ruhe kann helfen- aber auch "Gegenbewegung", die dieses Level erst einmal herabsetzt- zB Sport machen und sich dort auspowern (natürlich nicht nur 1x
).
Deine Beziehung klingt mir zu seicht- du kannst dich dort scheinbar zu wenig spüren.
Hier gibts zig Ansätze- von Bücher lesen und das Wissen in die Beziehung tragen, über Vorträge, die neuen Input geben oder Paarberatung, zu der man gehen könnte um Bewegung in alles zu bekommen. Setzt Aktivität voraus, die du- geben willst??? Frag dich das erst einmal.
Manchmal sind solche Zeiten im Nebel gut- sie zeigen, dass man Orientierung braucht und das bisherige nicht mehr reicht.
Wie würde man sonst zu einem neuen Weg kommen?
Diese Gefühle können wirklich nerven- auch das ist eine Lebenserfahrung (die übrigens nciht weh tut sondern sich nur ungut anfühlt) und meiner Erfahrung nach, klärt es sich von ganz alleine.
Wo es nicht langgeht- das spürt man sehr deutlich und machmal hilft nur ausprobieren.........tun und hinspüren- ist es das?.......wenn nein zieht man weiter.
Du hast nach Glaubenssätzen gefragt, die haben wir alle in uns und ob sie dich jetzt gerade behindern, ist nicht zu sagen.
Die Angst vor Neuem, gehört zum Leben dazu und muss nicht immer her-gedacht sein.
Statt den Überblick über das große Ganze sehen zu wollen- hilft es dir vielleicht, wenn du nur diesen Tag heute so erlebst, wie es dir gefällt.
Bis zu unseren Füßen können wir auch bei Nebel schauen.......na dann gehen wir auch nur soweit
Aus jedem Schritt wird ein Weg.
Und statt diesen Zustand jetzt unbedingt weg haben zu wollen- es annehmen und wahrnehmen, was es mit dir macht und hinschauen, was das Gute darin ist!
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06.01.2018, 09:01
AW: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
"Gerade" bedeutet... seit Ende Jahr? seit gestern? Seit drei Monaten?
Von sowas muss man sich auch erst mal erholen.Vielleicht liegt es daran, dass die letzten zwei Jahr auf Arbeit sehr chaotisch waren. Die Firma stand kurz vor der Insolvenz und der Druck wurde an die Mitarbeiter weitergegeben.
Meine Faustregel in solchen Situationen: erst mal schätze ich, wie lange ich für die Erholung wohl brauchen werde. Dann verdopple ich diese Zeitspanne. Dann verdopple ich diese Zeitspanne nochmals. Dann liege ich meist ungefähr an einem realistischen Ort, weil: meist geht das länger, als ich denke!
Bevor diese Zeitspanne vorbei ist, habe ich nicht den geringsten Druck, irgend eine gute Idee zu haben oder irgend eine Entscheidung zu treffen, weil ich weiss: es braucht Reifezeit, Brütezeit.
Weil du erst mal Erholung brauchst und dich neu sortieren muss.Es ist ungewöhnlich für mich, dass ich nicht weiß, was ich will. Normalerweise weiß ich das oder ich weiß zumindest, was ich nicht will. Und Veränderungen haben mir früher meist besser gefallen als Routine. Warum scheint das jetzt anders zu sein?
Diese leeren Zeiten fühlen sich immer voll doof und unangenehm an, aber sie gehen vorbei. Irgendwann.
Klingt mir doch nach einem guten Ansatz und einer guten Idee und könnte vielleicht auch der wackligen Beziehung etwas auf den Sprung helfen?Einfach aufschreiben, was mir in den Sinn kommt, habe ich schon probiert. Besonders erhellend war das nicht. Und meine Tagträume sagen mir nicht viel und sind meist erotischer Natur.
Nicht zu wissen, wohin das eigene Leben führt, ist zwar eine blöde Situation, aber wenn man während dieser Situation Sex und/oder Erotik haben kann, ist man immerhin entspannt und friedlich dabei und kann die Reise geniessen.
Eine meiner Techniken ist, konsequent jeden kleinen positiven Impuls anzunehmen und zu schätzen - das ermutert das Unbewusste dazu, mehr Inhalte ins Bewusstsein zu tragen.
Gerade und besonders auch jene Inhalte und Themen, die "eigentlich" gar nichts mit dem zu tun haben, worin man gerade feststeckt. Doch, oft hat es damit zu tun, und das wird sich dann auch irgendwann zeigen.
gruss, barbara
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06.01.2018, 14:10
AW: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
Vor ähnlicher Fragestellung stand ich auch mal (und es passiert mir immer noch manchmal, na klar).
Ich empfehle dir das Buch "Durchstarten zum Traumjob - das Workbook" von Richard Bolles.
Vor Jahren habe ich an einem seiner Seminare an einer Uni teilgenommen (da kann jeder teilnehmen!), und wurde sehr bereichert. Auch Entscheidungshilfs-Tools haben wir gelernt. Anschließend habe ich herausgefunden, dass der angepeilte Traumjob solcher gar nicht war, in der Praxis, und anderes interessantes mehr. Das war insgesamt eine tolle, spannende Zeit!
Bitte schau dir auch die Seite "lifeworkplanning.de" an.
Ich hoffe, du wirst begeistert sein!
LG Karla
The original Karla
est. 2006













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