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    AW: No pain = no gain?

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen

    Einiges Leid ist auch hausgemacht und trägt nicht zur Persönlichkeitsentwicklung bei, sondern ist einfach nur doof. [...]
    Selbst verschuldete Krankheit oder Arbeitslosigkeit ist kein Schicksalsschlag, sondern eigene Dummheit. Bei unabsehbaren Dingen wie einer Firmeninsolvenz gibt es zwar Anzeichen und Gerüchte, aber kaum ein Angestellter wird rechtzeitig die Stelle wechseln (können) und so den Folgen entgehen. Aber sich dann auf anderen auszuruhen und nicht selbst wieder aktiv zu werden, mündet in ein "Schicksal" und meistens Jammertiraden.
    Dass Krankheiten oder Arbeitslosigkeit das Produkt eigener Dummheit sind ist in meinen Augen eine ziemlich steile These.
    Wer an Krebs erkrankt ist zu dumm gesund zu leben? Das kann doch nicht Dein Ernst sein.
    Ich gehe noch insofern mit dass Krankheiten und Arbeitslosigkeit Gründe haben die u.a. in der Person liegen.
    Aber die persönlichen Veränderungen die notwendig zur Heilung sind oder zu neuem Erfolg, die sind eben oftmals mühsam und sehr schmerzhaft, weil eingefahrene Muster aufgebrochen werden müssen.

    Ich finde auch dass die o.g. Ereignisse kein Anlass sind, zu jammern und passiv zu werden. Aber manchmal ist die Herausforderung eben etwas komplexer als nur ein Pflaster draufzukleben oder eine neue Bewerbung zu schreiben.
    Unverletzbarkeit ist das Privileg der verkommenen Seele.
    Nicolás Gómez Dávila

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    AW: No pain = no gain?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen

    Ich halte das für, sorry, Dummfug.

    Da wird aus dramaturgischen Gründen der Karren vor das Pferd gespannt. Schmerz, Unglück und Unbequemlichkeit sind keine Tugenden und kein Werte an sich. Der Wert -- oder nicht -- ist das, was man tut, was man erreichen will. Der Wert darin, ein Haus zu bauen, ist nicht, daß man sich dabei mit dem Hammer auf den Daumen hauen kann.

    Und für jeden, der sich aus einem Schlamassel freikämpft, gehen hundert unbesungen unter, oder verkrüppelt durchs Leben -- das stumme Zeugnis des Friedhofs, wie Taleb es nennt.
    Nein, keine Tugend an sich, aber Wegbereiter zur Tugend. Wenn immer alles glatt läuft weiß ich eben gar nicht zu schätzen wie gut ich es habe und verzweifelt bei kleinsten Hindernissen, da bin ich ganz bei Chryseis.

    Dankbarkeit ist zB in meinen Augen eine Tugend. Ich persönlich habe mir Dankbarkeit angeeignet indem ich gelernt habe dass nichts selbstverständlich ist. Nur wenn ich Krankheit kenne weiss ich was Gesundheit für ein Geschenk ist.
    Natürlich gibt es auch Menschen die schwere Zeiten erleben und keine Dankbarkeit entwickeln und darüber verbittern.
    Aber Dankbarkeit ohne vorherige Krise ist in meinen Augen noch unwahrscheinlicher.
    Unverletzbarkeit ist das Privileg der verkommenen Seele.
    Nicolás Gómez Dávila

  3. Inaktiver User

    AW: No pain = no gain?

    Naja, für manche gilt das sicher, für andere wieder nicht. Ich sehe da nichts, was man verallgemeinern könnte.

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    AW: No pain = no gain?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wer immer das gesagt hat: Ich habe selten solchen Unsinn gelesen.
    Kein Problem. Ich finde Meinungsverschiedenheit bereichernd.
    Unverletzbarkeit ist das Privileg der verkommenen Seele.
    Nicolás Gómez Dávila

  5. gesperrt

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    AW: No pain = no gain?

    Zitat Zitat von Waldhexi Beitrag anzeigen
    Dass Krankheiten oder Arbeitslosigkeit das Produkt eigener Dummheit sind, ist in meinen Augen eine ziemlich steile These.
    Wer an Krebs erkrankt ist zu dumm gesund zu leben? Das kann doch nicht Dein Ernst sein.
    Tja, wenn du nur selektiv liest....

    Was bitte ist an selbst verschuldeter Krankheit und oder Arbeitslosigkeit unverständlich?

    Es geht nicht um Krebserkrankungen oder Entlassung in der Probezeit, sondern um Umstände, die der Mensch bewusst herbeigeführt und oder nicht vermieden hat. Wer ständig zu spät kommt, muss sich nicht wundern, wenn er abgemahnt und irgendwann entlassen wird. Wer in den Tropen ohne Schutzimpfungen und ohne Medikamente Urlaub macht und Wasser trinkt, was nicht abgekocht ist, der ist an seinem Durchfall und den Folgen selbst schuld.
    Ich nehme die selbstverschuldeten Unfälle auch noch hinzu. Wer wie heute auf der Autobahn bei regennasser Fahrbahn zu schnell fährt (mehr als 150 km/h) und zu wenig Abstand zum Vordermann lässt, ist an einem Unfall selbst schuld.

    Zitat Zitat von Waldhexi Beitrag anzeigen
    Ich finde auch, dass die o.g. Ereignisse kein Anlass sind, zu jammern und passiv zu werden. Aber manchmal ist die Herausforderung eben etwas komplexer, als nur ein Pflaster draufzukleben oder eine neue Bewerbung zu schreiben.
    Vielleicht.
    Manchmal reicht es auch, festzustellen, dass das Leben (besser) weiter geht, wenn man seinen Blickwinkel ändert. Dann geht das Berufsleben eben in einer anderen Stadt weiter. Oder man macht einer Fortbildung oder andere Qualifikation.
    So schwer ist das nicht - nur der erste Schritt tut weh.

  6. Moderation

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    AW: No pain = no gain?

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Was bitte ist an selbst verschuldeter Krankheit und oder Arbeitslosigkeit unverständlich?
    Weil es immer hunderte von Leuten gibt, oft in Medien gefeiert, die mit dem gleichen durchgekommen sind, was man bei dem Bekannten, der kein Bein auf den Boden bringt, als Resultat von Dummheit sieht. Risiken eingegangen. Optimistisch gewesen. Mehr gewollt. Der eigenen Taffness oder dem eigenen Charisma oder Talent vertraut. Jeden Tag auf der Autobahn sehe ich hundert Leute, die jeden Tag damit durchkommen, zu fahren wie der letzte Henker. Eine Menge Leute bekämpfen ihre ständigen Kopfschmerzen mit Paracetamol, ohne sich die Leber zu zerlegen.

    Dann gibt's natürlich noch die Leute, die dumm geboren sind und keine Gelegenheit hatten, was dazuzulernen. Die jetzt als "selber schuld" zu bezeichnen wirkt mir aber auch nicht wirklich stimmig.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: No pain = no gain?

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Tja, wenn du nur selektiv liest....

    Was bitte ist an selbst verschuldeter Krankheit und oder Arbeitslosigkeit unverständlich?

    Es geht nicht um Krebserkrankungen oder Entlassung in der Probezeit, sondern um Umstände, die der Mensch bewusst herbeigeführt und oder nicht vermieden hat. Wer ständig zu spät kommt, muss sich nicht wundern, wenn er abgemahnt und irgendwann entlassen wird. Wer in den Tropen ohne Schutzimpfungen und ohne Medikamente Urlaub macht und Wasser trinkt, was nicht abgekocht ist, der ist an seinem Durchfall und den Folgen selbst schuld.
    Ich nehme die selbstverschuldeten Unfälle auch noch hinzu. Wer wie heute auf der Autobahn bei regennasser Fahrbahn zu schnell fährt (mehr als 150 km/h) und zu wenig Abstand zum Vordermann lässt, ist an einem Unfall selbst schuld.
    Danke für die Erläuterung auch wenn ich Deinen Tonfall gewöhnungsbedürftig finde.

    Wie Du bei meinem vorher formulierten Gedankengang zuerst an die selbstverschuldeten Fälle denken kannst erschließt sich mir nicht recht. Ich würde behaupten dass die wenigsten Krankheiten und Arbeitslosigkeiten das Resultat von eigenem Verschulden sind. Deine Beispiele sind ja auch entsprechend weit hergeholt, zumindest was das Thema Krankheit betrifft. Weil Du selbst merkst dass die Suppe dünn ist nimmst Du noch die Unfälle dazu die aus völligem Leichtsinn resultieren.
    Natürlich gibt es Personen, die negative Ereignisse durch ihr Verhalten provozieren. Das hatte ich aber nicht gemeint.

    Mir ging es um die Fälle die ihr vorheriges Verhalten eben nicht in Zusammenhang mit dem Ereignis bringen können und das Ereignis dann als Schicksalsschlag erleben.
    Unverletzbarkeit ist das Privileg der verkommenen Seele.
    Nicolás Gómez Dávila

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    AW: No pain = no gain?

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen

    Vielleicht.
    Manchmal reicht es auch, festzustellen, dass das Leben (besser) weiter geht, wenn man seinen Blickwinkel ändert. Dann geht das Berufsleben eben in einer anderen Stadt weiter. Oder man macht einer Fortbildung oder andere Qualifikation.
    So schwer ist das nicht - nur der erste Schritt tut weh.
    Auch hier bagatellisierst Du das Problem.
    Natürlich geht es darum zu begreifen dass das Leben besser weitergehen kann, wenn auch vielleicht in einer anderen Qualität.

    Allerdings unterschätzt Du die Wachstumsschmerzen mehr ganz gewaltig.
    Hängt ja auch nichts dran zB für eine Person mittleren Alters mal eben wegen einem neuen Job in eine andere Stadt zu ziehen...
    Unverletzbarkeit ist das Privileg der verkommenen Seele.
    Nicolás Gómez Dávila

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    AW: No pain = no gain?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ich denke schon, dass ein Leben auf der Sonnenseite dazu führen kann, seicht zu bleiben.n

    Wenn ich mich änderte, und zu einem andern Menschen wurde - dann meist, weil ich musste. Nicht, weil ich es interessant fand. Sondern weil es eine klare, dringende Notwendigkeit dazu gab.

    Aber es gab auch gelegentlich das, was ich unter dem Begriff "heilige Unzufriedenheit" kenne - eigentlich ist alles gut, super, geordnet und nach Plan - und dennoch ist da das ständig nagende Gefühl, da fehlt noch was, war das jetzt wirklich alles?

    gruss, barbara
    Hallo Barbara,

    Ich hoffe Du siehst mir nach dass ich mich zunächst den kritischen Feedbacks gewidmet habe.
    Habe mich sehr gefreut dass Du meinen Gedankengang nachvollziehen konntest.

    Den Begriff mit der "heiligen Unzufriedenheit" finde ich sehr interessant.
    Wie ich es das verstehe beschreibt das so die Grautöne zwischen Aktiver Zielsetzung und erzwungener Veränderung qua "Schicksalsschlag " .
    Meinst Du das so?
    Geändert von Waldhexi (31.12.2017 um 08:09 Uhr)

  10. Moderation

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    AW: No pain = no gain?


    Ich bitte euch, von persönlichen Auseinandersetzungen im Strang abzusehen und diese ggfs per PN auszutragen.

    Des weiteren hilft es, Beiträge anderer User im Ganzen zu lesen und ggfs nachzufragen, wie etwas gemeint ist.

    Danke! Mary/Moderation

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