Ich fürchte, mein Gesicht ist ein offenes Buch. Meine Gefühle und Gedanken sind dort für andere ablesbar, auch wenn ich anderes sage und meine inneren Impulse zu verbergen versuche. Das führt mich immer wieder in schwierige Situationen. Ich wünschte mir ein Pokerface und kann doch nichts verbergen.
Es ärgert mich, wenn andere mich so leicht durchschauen, wie ein Kind, das jeden Gedanken laut ausspricht.
Sehr seltsam.
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Ergebnis 1 bis 10 von 128
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27.12.2017, 00:22
Mein Gesicht ist ein offenes Buch
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27.12.2017, 00:34Inaktiver User
AW: Mein Gesicht ist ein offenes Buch
Sind es Situationen, in denen du keine Missbilligung zeigen möchtest? Du musst dann lernen dich abzuschotten, innerlich eine Mauer aufzubauen und ein ausdrucksloses Gesicht. Vielleicht vor dem Spiegel üben?
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27.12.2017, 00:42
AW: Mein Gesicht ist ein offenes Buch
Ja, genau solche Situationen beispielsweise.
Mein Eindruck kann sich dann auch im Laufe der Zeit ändern, aber manchmal ist das Kind dann schon in den Brunnen gefallen ...
Erst jetzt wieder habe ich mich gefragt, weshalb sich eine bestimmte Gruppe anhaltend abweisend und kühl gegenüber mich verhielt, obwohl ich (so meine ich) offen auf die Menschen zuging. Und ich habe nur eine Erklärung: Meinen ersten Eindruck konnte ich nicht verbergen und habe es mir in dieser Gruppe damit selbst ungewollt verscherzt.
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27.12.2017, 00:46
AW: Mein Gesicht ist ein offenes Buch
Ich versuche oft, Fremden mit einem Lächeln zu begegnen, um das Eis zu brechen. Wenn ich aber z.B. leicht genervt (egal wegen was) oder verunsichert oder egal was bin, bin fällt dieses Kartenhaus schnell ineinander und meine tatsächlichen Gefühlsregungen treten ans Licht.
Total uncool.
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27.12.2017, 01:51Inaktiver User
AW: Mein Gesicht ist ein offenes Buch
Was sind deine tatsaechlichen Gefuehlsregungen? Das Genervt/Verunsichertsein?
Und wieso fuerchtest du, dass diese auf andere abstossend wirken koennten?
Oder hast du das explizit so beobachten koennen - bzw. Feedback diesbezueglich bekommen?
Hast du den Eindruck, dass du authentisch bist - dich so gibst, und auch so rueberkommst?
Denn ein Mangel _daran_ ist das einzige, von dem ich denke, dass eine Mehrheit das wirklich ablehnen wuerde. Du kannst zwar immer noch nicht bei jedem 'punkten' (nicht, dass es darauf hinauslaufen muss - schreib das hier sehr verkuerzt), wenn du ganz 'du selbst bist - aber immerhin bist du dann wirklich bei dir, und das ist doch eine wesentlich bessere Grundlage fuer jegliche Interaktion als sich zu maskieren.
Und - (un)cool? Das war doch schon in den spaeten 90ern keine wirklich interessante Waehrung mehr ...
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27.12.2017, 02:34
AW: Mein Gesicht ist ein offenes Buch
Wie wäre es einfach mal mit authentisch sein? Warum versuchst du Anderen was vorzuspielen, was du nicht fühlst? Ich finde sowas ebenfalls sehr unsympathisch, wenn ich sowas merke.
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27.12.2017, 06:16Inaktiver User
AW: Mein Gesicht ist ein offenes Buch
Hallo Trolll,
Man kann einiges dagegen machen.....was wirklich kein Fehler ist
Je betroffener man ist - je mehr Emotion im Spiel ist- desto stärker fällt die Gesichts - Reaktion aus.
Und ein amüsiertes, lachendes oder auch nur freundilches Gesicht ist seltener das Problem- es ist ja das Missfallen, der Ärger oder die Ablehnung, die maskiert werden möchte oder sollte.
Bedeutet- wurde schon erwähnt- man kann sich selbst stärken, indem man Wege findet, nicht so angreifbar zu sein.
Das Herz nicht so offen herum tragen.
Wir sind alle gelassener, wenn wir uns ganz sicher und geschützt fühlen- dann kann man Aussagen wie im TV anhören......weiter weg von uns.
Sich nicht so offen in die Welt begeben, ist damit ein erster Schritt.
Und man verbiegt sich dabei nicht- man bleibt, man selbst- aber - bildlich gesprochen- lädst du nicht jeden in dein Wohnzimmer ein sondern bleibst an der Eingangstür stehen oder noch besser........am Gartenzaun.
Alternativ dazu kannst du ein besseres Gespür für deine Gesichtsmimik bekommen.
Beobachte dich im Spiegel- filme dich mit dem Handy während du sprichst.......schon alleine Reden bringt Mimik, die oft typisch für eine Person ist- musst mal bei anderen drauf achten!
Auch, wie sehen deine Gesichtsausdrücke aus, wenn du aufmerksam, konzentriert, überrascht bist- wie, wenn dir anfängt was nicht zu passen.....?
Ich bin im Rahmen von Bewerbungsverfahren über die Mimik gestolpert, denn wenn Menschen konzentriert sind, neigen sie dazu die Stirn kraus zu ziehen und - simpel gesagt- unfreundlich auszusehen. Und bei einer Freundin ist mir das dann auch total aufgefallen- wenn die zuhört, dann könnte man meinen sie ist stinksauer
Seitdem erinnere ich mich daran und - je nachdem mit wem ich spreche- achte ich bewusst auf eine entspanntere Augenpartie- eher lächeln......hier trete ich dann auch einen Schritt von den Gefühlen zurück, die grad in mir sind und kann korrigieren.
Letztlich hat jeder Mensch diese sogenannten Mikrobewegungen an sich und wenn du einen aufmerksamen Beobachter hast, dann kannst du immer gelesen werden. (kann aber kaum jemand)
und auf die hat man auch kaum Einfluss (ganz schwer abzutrainieren)- beobachte mal die Menschen, wenn du mit ihnen sprichst......Augen, Mundwinkel......das zuckt und arbeitet bei jedem, wenn man drauf achtet
Zum Thema Authentizität- wir spielen fast alle Theater und zeigen uns kaum so, wie wir uns fühlen. Ist auch gut so, denn Gefühle sind immer in Bewegung und es würde sehr anstrengend, wenn dieser ständige Wechsel von genervt, freundlich, glücklich, wütend etc.......so sichtbar wäre, wie es in uns auftaucht.
Menschen mit einem Lächeln zu begegnen wird zwar in so manchen Büchern als Türöffner beschrieben- die Frage ist aber doch eher, ob DU so einladend sein möchtest?
Was möchtest du denn damti erreichen? "Das Eis brechen" heißt konkret was?
Bist du dann NUR bei dem anderen und gar nicht bei dir?
Ein Lächeln ist immer eine Einladung und die Frage ist, ob du tatsächlich einladen willst UND ob die andere Person so einer Einladung folgen möchte.
Für manche mag das zu nah kommen, verärgern, aufdringlich sein........auch so kann es verstanden werden- nicht immer nur positiv.
Man kann auch einfach freundlich und offen schauen und damit dem Gegenüber mehr Freiheit lassen zu reagieren- gleichzeitig bleiben auch dir mehr Handlungsmöglichkeiten.......
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27.12.2017, 06:51Inaktiver User
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27.12.2017, 09:03
AW: Mein Gesicht ist ein offenes Buch
Vermeide Situationen, in denen du etwas verbergen mußt, und Menschen, vor denen du etwas verbergen mußt.
Wenn du nicht neutral gucken kannst, übe vielleicht ein "ich weiß noch nicht, was ich davon halte"-Gesicht zu machen, das paßt auch für jede Gelegenheit, und Ambivalenz/Unentschlossenheit/Verwirrung ist ein emotionaler Zustand, in den oft leichter zu kommen ist als in heitere Gelassenheit. Da kann man dann auch auf ein "wie guckst denn du?" sagen "Ich war überrascht, euch hier zu sehen. Gib mir eine Minute, mental umzuschalten". Oder so.
Eine andere Möglichkeit ist "ich guck halt so".
Oder seine Sichtweise zu ändern. Die Socken, die mir die Großmutter geschenkt hat, sind richtig scheußlich, also denke ich nicht an die Socken, sondern daran, daß ich die Großmutter mag, daß Weihnachten ist, daß es gleich Kuchen gibt... Manchmal stellt sich auch raus, daß Mißbilligung genau das ist, was man zeigen *will* und sollte, und nur die internalisierte Aufforderung, keinen Zirkus zu machen, einen davon abhält zu sagen, "Bist du von allen guten Geistern verlassen, was soll der Blödsinn?"
Ein ausdruckstarkes Gesicht ist eines der Bestandteile von charismatischem Auftreten. Man muß sich nur in Einklang bringen zwischen Denken, Gucken und Wollen. Wer immer guckt wie ein Hefeteig im Kühlschrank kann zwar gut Poker spielen, kommt aber leicht als fade und uninteressiert rüber.
Ich stell mir gerade vor, daß man am 26. im Hausanzug die Beine hochlegen wollte, es sich gerade mit Buch und Katze bequem gemacht hat, und dann klingelt's an der Tür und 15 Kumpels stehen mit Geschenken, Kuchen, Glühwein und guter Laune vor der Tür. Da würden mir auch die Gesichtszüge entgleisen.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.12.2017, 09:16Inaktiver User


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