Woraus nun auch nicht notwendigerweise folgt, dass es das Beste ist, ein verbitterter Zyniker zu werden, bloss um nicht in den Verdacht der Scheinheiligkeit zu geraten...
Ich mag Minimalismus, weil er effizient ist: aus dem Vorhandenen das Maximum rausholen. Das spart in der Regel Zeit, Geld und Nerven, ohne Einbusse an Lebensqualität - meist mit Steigerung von Lebensqualität. Wenn es eine Einbusse an Lebensqualität mit sich bringt, würde ich es nicht mehr Minimalismus nennen, sondern eher Geiz.
gruss, barbara
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Thema: Minimalismus
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23.12.2017, 11:09
AW: Minimalismus
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23.12.2017, 11:53Inaktiver User
AW: Minimalismus
Geiz wäre doch eher ein Bezeichnung von außen.
Gut es gibt auch Menschen, die von sich selbst sagen, sie seien geizig sich selbst gegenüber und gönnen sich nichts.
Manche können es aus materiellen Gründen nicht.
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24.12.2017, 07:07
AW: Minimalismus
Der Minimalismus als Trend, wie er auch in vielen Social Media Kanälen gefeiert wird, ist mir zu extrem (nur mit 100 Dingen leben etc).
Aber ich habe viel dazu gelesen und mich inspirieren lassen. Angefangen mit Kleiderschrank ausmisten. Es ist wirklich herrlich befreiend. Ein Drittel ist gleich weggeflogen, ein weiteres Drittel peu a peu. Und ich habe immer noch mehr als genug! Wenn man mal alles auf einen Haufen wirft, bekommt man die Krise, wenn man sieht, wieviel Ballast man durchs Leben schleppt. Gleiches gilt für Deko, Bücher (ja, da bin ich mittlerweile auch da rigoros, ich habe so viele schlechte und vergammelte Bücher rumgeschleppt, die sind alle aus dem Regal geflogen). Abgesehen von der Erleichterung, die ich mit weniger Krimskrams verspüre, komme ich mittelfristig mit weniger Wohnraum aus....ich ziehe nächstes Jahr zurück nach Deutschland und werde mich sehr verkleinern! Auch daher ist Reduktion angesagt und es macht wie gesagt richtig Spaß. Ich war aber eh noch nie so eine Dekonudel und pflege einen eher puristischen Stil. Nix Sammelecken, Kantenhocker, Potpourris, Staubfänger in Vitrinen....
Und beim shoppen bin ich entsprechend auch sehr viel zurückhaltender geworden, ohne dass mir etwas fehlen würde. Insbesondere diese Shoppinganfälle bei den Billigketten finden nicht mehr statt. Das Bedürfnis ist nahezu verschwunden.....
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24.12.2017, 07:44Inaktiver User
AW: Minimalismus
@jule211
Viel Erfolg beim Umzug.
Ich bin ja ein kleiner Nomade. Hab dieses Jahr meinen 15. Umzug hinter mich gebracht. Vielleicht war es auch bloß der 14. - irgendwann wird das Mitzählen mühsam. Da nimmt man eh häufig und viel den Kram in die Hand und es wird insbesondere überlegt, ob das Ding jetzt wirklich nochmal mit muss. Es bleibt trotzdem erstaunlich viel, was sich hält. Vermissen tu ich nix.
Der „Minimalismus“, den da vor allem die Jungspunde auf YouTube so vertreten - ja, das wirkt irgendwie oft ein wenig weltfremd. Mitunter denk ich mir, als ich in dem Alter war, wollte ich die Welt im Großen verbessern - mein Kleiderschrank wäre mir viel zu klein gewesen. Nun ja.
Einen Gedanken finde ich wirklich hochgradig entspannend und fürs Aufräumen hilfreich: ich behalte nichts, wo schlechte Erinnerungen dran haften, was irgendwie schlechte Energie verstrahlt... Mit dem Blick die Wohnung durchzuforsten - das befreit ungemein. Und macht nebenbei richtig gute Laune 😀
Ich wünsche euch opulente oder asketische, aber auf jeden Fall schöne und friedliche Weihnachten. 🎄
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24.12.2017, 12:17
AW: Minimalismus
Vielen Dank! Unter dem Reduzieren Aspekt freue ich mich sogar auf den Umzug, auch wenn es immer wieder mühsam ist. Ja und das mit der schlechten Energie hielt ich auch immer für Humbug. Aber es ist was dran! Ich habe Dinge aufbewahrt, nur, weil man ,sowas doch nicht wegwirft, (Fotos, Bücher, Andenken). Aber einiges davon löst nichts positives aus in mir, wenn ich es wieder in die Hand nehme, also wozu dann aufbewahren? Ebenso hebe ich nicht mehr jede Kinderbastelei auf, sonst müsste ich dafür ein Extra Zimmer anmieten. Die Highlights natürlich
. Aber wenn schon die Kinder fragen: wie? DAS hast Du noch?.. Wozu?... - dann kann das weg 
Frohes Fest!
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26.12.2017, 19:50
AW: Minimalismus
Was tust du, um Scheinheiligkeit zu vermeiden? Einem Fremden kein Glas Bier anbieten und wenn du in einer Höhle mit goldenen Wänden wohntest? Cratchit keinen freien Tag geben? Ist das wirklich eine moralische Haltung, oder lediglich Opportunismus?
Heuchelei ist der Tribut, den die Macht der Tugend zahlt.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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26.12.2017, 23:22Inaktiver User
AW: Minimalismus
Im Stillen Gutes tun. Die Heuchelei und Scheinheiligkeit beginnt doch dort, wo man Applaus für seine guten Taten erwartet. Besser natürlich als gar keine guten Taten - und dennoch, ein fader Nachgeschmack bleibt bei solchen Sachen immer...
Wär ich Krösus, ich wünschte mir, ich würde still und heimlich all meine Reichtümer an Stellen verschenken, die damit wirklich was anfangen können - und mich an dem Gedanken erfreuen. Ob ich die Größe dafür hätte? Keine Ahnung. Aber immerhin die Idee, diesen Anspruch zu haben...
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27.12.2017, 00:28
AW: Minimalismus
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.12.2017, 08:26
AW: Minimalismus
Ich sehe schon, hier wird an einigen Stellen Minimalismus in einen Kontext gesetzt (Geiz, Askese, Scheinheiligkeit), den ich nicht meine. Auch finde ich es selbst befremdlich, von diesen Challenges zu lesen, meinetwegen mit 100 Sachen soundsolange auszukommen. Das halte ich auch für Humbug. Zumal schon der Charakter des Wettkampfes mit all seiner narzisstischen Öffentlichkeit meinem Konzept von Minimalismus vollkommen zuwider läuft.
Soll ja jeder machen wie er mag. Für mich kommt so etwas nicht in Frage. Das ist Selbstdarstellung ohne echtes Selbst.
In diesem Jahr habe ich es langsam ausklingen lassen. Die Geschenke für, beispielsweise, die Kinder habe ich auf 2 pro beschränkt. Zunächst ohne etwas zu sagen. Aber ich hatte mir einige Formulierungen gedanklich zurechtgelegt. Brauchte sie aber gar nicht. Diese je 2 Geschenke waren von mir wirklich gut überlegt. Sie kamen richtig gut an, mit viel Freude und Erstaunen (dass ich mich an etwas erinnert hatte).
Den Erwachsenen habe ich in diesem Jahr gar nichts geschenkt. Mit meiner Schwägerin habe ich mich darüber unterhalten, weil ich weiß, sie kann absolut gar nichts für sich behalten. Ich habe ihr von meiner Idee erzählt, lieber gemeinsame schöne Momente zu verschenken als irgendetwas rasch Gekauftes. Sie fand das - interessant
Aber an einigen Reaktionen über die Feiertage habe ich Sympathie gemerkt. Sogar meine Mutter nahm mich gestern beim Spaziergang um den See am Arm und war sehr versöhnlich gestimmt.
Nun, wo ich das in die Familienwelt gesetzt habe, muss ich natürlich Taten folgen lassen. Nicht nur an Weihnachten, sondern immer. Das ist der schwierige Part daran, das merke ich gerade.
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27.12.2017, 08:30
AW: Minimalismus
oh, Menschen können einige intellektuelle Akrobatik durchführen... wenn jemand sich speziell gut fühlt, weil man Gutes tat ohne es jemandem zu sagen, und sich für diese Tat ausgiebig selbst lobt und auf die Schulter klopft - kann das genauso scheinheilig sein, wie wenn man's an einer öffentlichen Gala gemacht hätte mit lauter, öffentlicher Verkündigung einer gespendeten Summe.
Wäre ich Krösus, würde ich ein paar Dinge auf die Beine stellen, und lenken, die der Menschheit nützen, und zwar auf genau die Art, die ich für gut und richtig halte. Und dafür selbstverständlich mit meinem Namen hinstehen.Wär ich Krösus, ich wünschte mir, ich würde still und heimlich all meine Reichtümer an Stellen verschenken, die damit wirklich was anfangen können - und mich an dem Gedanken erfreuen.
Allerdings... das mache ich ja auch schon, im Rahmen meiner bescheidenen Mittel, ohne Krösus zu sein.
Wenn man anonym Geld gibt, oder etwas spendet, hat man dann nichts mehr zu sagen über den Verwendungszweck, wenn es erst mal weg ist. Was man selbst kontrolliert... kann man kontrollieren.
gruss, barbara



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