Da muss ich dich korrigieren: Es ist kein Psychoversprechen, dass sich mit der äußeren Ordnung auch eine innere Ordnung einstellt, es stimmt so.
Nur - das Aufräumen wird nicht dein Leben von jetzt auf gleich komplett umkrempeln, so dass du nie wieder Probleme haben wirst. Was du tatsächlich nach der ersten großen Ausmistaktion spürst, ist die Erleichterung, dich von Unnötigem befreit zu haben. Diese Erleichterung brennt sich ein, so dass du dich am frei gewordenen Platz erfreust und ihn nicht gleich wieder füllen musst.
Damit beginnt dann das Nachdenken: Was kannst du noch entsorgen, weil es dich belastet? Gelingt es dir, vor jedem Neukauf und jedem Geschenk kurz innezuhalten und dich selbst zu fragen, ob du es wirklich willst?
Deine Werte musst du schon selbst suchen und bestimmen.... ist aber leichter, wenn der Konsummüll* abgetragen ist.
*Konsummüll: Trends, must haves, Dekoration en masse, volle Wohnung, weil nicht weggeworfen werden darf...auch die Definition, sich ausschließlich über Besitz und Geldausgaben wertzuschätzen.
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Thema: Minimalismus
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22.12.2017, 11:39
AW: Minimalismus
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22.12.2017, 11:45Inaktiver User
AW: Minimalismus
Die Frage ist, ob die hier gemeinte innere Ordnung wirklich so erstrebenswert ist?
https://www.welt.de/img/kultur/liter...yroecker-5.jpg
Das ist ja sogar schon Messietum, aber wenn das auf "innere Unordnung" schließen lässt, dann kann ich das so negativ nicht sehen.
Ich neige eher zur Ansicht, dass wer innerlich tatsächlich aufgeräumt ist (im Sinne von klar), dass der sich von der materiellen Außenwelt gar nicht so beeinflussen lässt. Das kann auch innerliche Freiheit sein, Materie soviel Gewicht gar nicht zu geben.
Minimalismus hat oft auch mit Kontrolle zu tun, und die mit Angst. Kann man auch mal drüber nachdenken.
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22.12.2017, 12:01
AW: Minimalismus
Eine gewisse Grundordnung mit Übersicht hilft, die inneren Gedanken besser zu strukturieren. Deswegen ist das Ausmisten gut.
Wer es übertreibt, neigt sicherlich zu Angst und Kontrollzwang.
Da ist die Wohnung extrem leer und der Kopf dazu ist es wahrscheinlich auch.
Bei diesem Foto hat es mich gegruselt. So viel Papier! Bei einigen solcher Anblicken juckt es mich in den Fingern, dort aufzuräumen und für Ordnung zu sorgen. Ich denke, ich fange bei mir mal gleich an....
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22.12.2017, 12:58Inaktiver User
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22.12.2017, 13:04Inaktiver User
AW: Minimalismus
Wenn das für Dich Gültigkeit hat, lohnt sich das sicher. Ich bezweifle aber, ob es sinnstiftend ist, daraus eine verallgemeinernde Aussage abzuleiten. Ich sehe in vielen minimalistischen Ansätzen gerade den Aspekt des Loslassens und damit der Freiheit. Dieses Loslassen bringt Raum, den man eben nicht ausfüllt, um sich darin "sichere" Anker/Kompensationspunkte zu schaffen, es entsteht Frei_Raum, der mit eigenen Impulsen und Gedanken gefüllt werden kann - oder auch nicht.
Indem ich mich einigem verweigere, das "man" eigentlich tut oder hat, wage ich mich auch aus der Deckung, werde beäugt, hinterfragt. Allein durch mein anderes Sein stosse ich so manchem vielleicht auf, weil ich, ohne etwas laut formulieren zu müssen, ein statement setze, auch wenn das gar nicht mein Ziel ist. Das ist beileibe nichts für ängstliche Naturen, die die Auseinander_setzung scheuen.
Minimalismus hat für mich viel mit Großzügigkeit zu tun - der des Herzens, der der Gedanken. Ich leiste mir, aus vielen Hamsterrädern auszusteigen, Ressourcen frei zu machen - und die kann ich anders einsetzen. Es ist erstaunlich, wieviel Zeit beispielsweise "frei" wird, wenn man sich nicht mehr um so viele DINGE kümmern muss.
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22.12.2017, 13:15
AW: Minimalismus
Danke @rotz-frech, ich war gerade dabei, ein Zitat zu kopieren, als ich dich las. Es passt umso mehr:
"Minimalism is a tool that can assist you in finding freedom. Freedom from fear. Freedom from worry. Freedom from overwhelm. Freedom from guilt. Freedom from depression. Freedom from the trappings of the consumer culture we’ve built our lives around. Real freedom."
(Quelle: theminimalists)
Freie Übersetzung von mir:
Minimalus ist ein Werkzeug, das dir dabei behilflich sein kann, deine Freiheit zu finden. Freiheit von Angst. Freiheit von Sorgen. Freiheit von Überwältigung. Freiheit von Schuld. Freiheit von Niedergeschlagenheit. Freiheit von all den Fallen der Konsumwelt, die wir um unsere Leben herum aufgebaut haben. Wahre Freiheit."
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22.12.2017, 13:16
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22.12.2017, 13:17
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22.12.2017, 13:23
AW: Minimalismus
Wie kommst du darauf, Minimalismus habe oft auch mit Kontrolle zu tun, und diese dann mit Angst? Ist das dein eigener Schluss?
Das Bild ist grauenhaft, es hat sicher eine überbordende Komponente.
Die bei mir so nicht zutrifft. Meine Wohnung ist nicht zugemüllt, ich bin kein "Messi" im pathologischen Sinne. Und doch ist mein Eindruck, dass die Welt um mich herum immer unstrukturierter wird. Die Ebenen, sowohl die vertikale als auch Horizontale Gesellschaft, vermischen sich. Rollen, die ich spiele, duplizieren sich, aber überschneiden sich teilweise auch. Das bedeutet nicht, dass ich in einer festen Struktur innerlich den Faden verloren habe, es bedeutet, dass ich ein Fadenende suche, es jedoch mangels fester Strukturen nicht mehr zu finden in der Lage bin.
All der Konsumwahn um uns herum, und auch in uns selbst als Sinnbild von irgendetwas, das wir aus irgendwelchen Gründen meinen darstellen zu müssen. Nicht mehr nur ein Auto, nein ein ganz bestimmtes Auto. Status-Plus sozusagen. (Wieder nur ein Beispiel.)
Ich habe keine übermäßig großen Ängste, weder vor einem Zuviel an Unordnung noch einem Zuviel an Ordnung. Da neige ich, glaube ich, nicht dazu. Vielleicht trifft es ja das: Werde zu dem, der du bist! - Auf diesem Weg befinde ich mich.
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22.12.2017, 13:23



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