Das macht doch automatisch jeder, dass er die Stimmung im Raum wahrnimmt.
(Das ist auch ein Grund, warum ich am liebsten ein Einzelbüro habe.)
Ich wüßte ehrlich gesagt nicht, was daran nun so Besonders sein soll, dass man das als Hochsensibilität labelt. Zumal es ja HOCHsensibel heißt und nicht einfach nur sensibel oder eben feinfühlig.
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06.12.2017, 00:12Inaktiver User
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
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06.12.2017, 00:17Inaktiver User
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
@Antithese
Nach deinem anderen Thread kann ich dir sagen, dass du definitiv mehr als andere Stimmungen wahrnimmst, alleine schon als Überlebensmechanismus als Kind.
Und zu sagen, jeder fühlt es doch, kann zu gewaltigen Fehleinschätzungen führen. Nein, die meisten spüren es tatsächlich nicht, auch wenn es für mich häufig unbegreiflich ist.
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06.12.2017, 00:28Inaktiver User
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
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06.12.2017, 00:32Inaktiver User
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
Aber nicht zwischen einzelnen Personen, die nicht miteinander kommunizieren. Man achtet auf andere Dinge als auf das Offensichtliche, taucht tief in die Situation ein und ist auch recht erschöpft danach, was für andere vollkommen unverständlich ist. Die halten einen dann für eine Mimose.
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06.12.2017, 06:47Inaktiver User
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
die Gedanken kamen mir auch!
Viel interessanter finde ich die Ursache für HSP- die ja ganz im Unklaren liegt.
Dafür scheinen aber einheitlich - alle?- mit schwierigen Kindheiten konfrontiert gewesen zu sein.
Unberechenbarkeit, Angst und Unsicherheit führt dazu, dass sich die natürlichen Antennen des Kindes immer stärker ausgeprägt werden und als Erwachsener erhalten bleiben.
Gleichzeitig ist eine Reizüberflutung dadurch schnell möglich und führt zu einem Gefühl von "zuviel"- was wiederum mehr Rückzug und Ruhe benötigt.
Unter solchen Gesichtspunkten, gibt es die Chance an sich zu und mit sich zu arbeiten um das Ganze zu mildern und umzugehen.
Man muss sich dann ein wenig mehr um sich selbst kümmern (was wir doch eh alle tun sollten
)
Und ich denke nicht, dass eine Freundin sich nun ändern sollte- statt dessen gemeinsam erforschen und erfahren, was gut tut und was nciht. Nicht andere sollen meine Welt gestalten sondern jeder für sich in seine Verantwortung gehen- ich gestalte mir meine Welt.......
Allerdings- siehe Anfang- in dem Fall hinterfrage ich wie ambiva.
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06.12.2017, 06:52
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
@Kenzia: es scheint so zu sein, dass die ausgeprägte Sensitivität zu größeren Teilen angeboren ist. Unter dem Stichwort "differential susceptibility" kann man, allerdings auf englisch, ganz ok fundierte Veröffentlichungen dazu lesen.
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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06.12.2017, 08:57Inaktiver User
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
Theoretisch interessant. In der Praxis halte ich das für wenig erfolgversprechend. Realität ist für jedes Individuum immer subjektiv, d.h. Du erwartest in diesem Moment von anderen Menschen, ihre Subjektivität zu Gunsten Deiner aufzugeben. Das mag manchmal gelingen - aber je höher der situative Stresslevel dieser Menschen, desto weniger Ressourcen werden sie mobilisieren, um durch Deine Brille zu schauen.
Der Dissens hinsichtlich der Bandbreite dessen, was es wahrzunehmen gäbe, bleibt daher bestehen.
Es ist darüber hinaus auch nicht der Job der anderen, MEINE Grenzen zu setzen. Sie haben das Recht, diese Grenzen aus ihrer Perspektive heraus in Frage zu stellen, das ist eine permanente Debatte im Kontext "gemeinsame Zeit verbringen", die nur im günstigsten Falle im Konsens mündet.
Für mich ist es sinnstiftender, mich damit anzufreunden, dass ich andere Dinge brauche als jemand, der weniger "vulnerabel" oder, from my point of view, breiter aufgestellt und beweglicher, ansprechbarer ist. Mir diese Dinge, die ich berade brauche, zu nehmen ist meine Verantwortung - dazu gehört manchmal auch, andere durch Verhaltensweisen zu irritieren, die sie eben nicht nachvollziehen können. Beispielsweise mitten in einem gemütlichen Beisammensein in meinem Haus aufzustehen und zu sagen: So, Ihr Lieben, ich muss jetzt ins Bett. Bitte bleibt sitzen, Ihr wisst, wo Ihr alles findet - geniesst die Nacht, ich verabschiede mich allerdings jetzt. Das kann durchaus das Folgende auslösen:
Ja. Tough bananas. Wer meint, das auf sich beziehen zu müssen, ist frei, genau das zu tun. Ich erkläre, warum ich etwas jetzt tun möchte, aber ich kann nicht sicher stellen, dass mein Gegenüber die Bereitschaft mitbringt, sich selbst zu sagen: Okay, sie ist halt gerade anders aufgestellt als ich, das hat mit ihr, nicht aber mit mir zu tun.Mir geht es öfters so, dass jemand es als gegen sich gerichtet empfindet wenn ich eben eine Ruhe- oder Regenerationsphase brauche, obwohl das nichts mit ihm, sondern nur mit mir zu tun hat.
Genau. Allerdings setzt Du Dich hier selbst unter Druck, indem Du von ANDEREN erwartest, dass sie Deine Sichtweise teilen und verstehen. Das KÖNNEN sie meiner Ansicht basierend auf ihrer eigenen Subjektivität / Wahrnehmung dessen, was Realität ist, nicht leisten. Sie können es vielleicht kognitiv erfassen, emotional allerdings bewegst Du Dich hier in ein Konfliktfeld, das wenig Aussicht auf Konsens bietet. Das Beste, was sich hier oft erreichen lässt, ist die Übereinkunft, sich darauf zu einigen, dass man sich nicht einigen kann.Da wünschte ich mir oft ein wenig mehr Verständnis statt einem "komm, stell dich halt nicht so an, das wird bestimmt soooo lustig...". Nein, für mich nicht, wenn ich schon so an der Grenze bin dass ich weinen könnte bei der Vorstellung ich soll mich jetzt in den nächsten Trubel stürzen. Ich brauche Rückzug zum Regenerieren, und andere erholen sich halt in Gesellschaft, ist doch beides wunderbar, man muss nur jeden so lassen wie er ist statt daraus dann eine Ablehnung zu konstruieren, die gar nicht gegeben ist.
Du verursachst Dir selbst ausserdem Ungemach, indem Du nicht ruhig und souverän bei Deinen Bedürfnissen bleiben kannst, wenn Du nicht auf Verständnis und Empathie triffst. Hier bist Du gefragt - Entspannung tritt ein, sobald Du Dir selbst erlauben kannst, den Raum, den Du brauchst, auch dann zu beanspruchen, wenn das nicht den Beifall der anderen findet.
Niemand zwingt Dich, Dich auf Diskussionen oder gar darauf einzulassen, Dich anders zu verhalten als es Dir jetzt gut täte. Auf der anderen Seite kann Dir auch niemand diktieren, wann Du Dich dafür entscheiden möchtest, Deine persönliche Wohlfühlzone einmal zu verlassen und ein Experiment zu wagen.
Das sind allein Deine Entscheidungen, für die Du auch jeweils die Konsequenzen tragen musst.
Ich kann andere nicht verändern - nur mich selbst und habe daher aufgehört, meine Erwartungen an andere und das, was sie mir entgegenbringen sollen, so hoch zu schrauben.
Auch das kannst Du nicht beeinflussen. Wenn jemand diese Gleichung Telefonzeit = Zuneigung für sich aufstellen möchte, kann nur er selbst diese hinterfragen und korrigieren. Mehr noch: Wenn dieser Mensch genau das BRAUCHT, ist es sein gutes Recht, sich Partner zu suchen, die die Sache ähnlich bewerten. Du bist dann aussen vor, Eure Beziehung kann zu diesem Zeitpunkt nicht so gedeihen, wie Du Dir das vielleicht wünschen würdest. Dazu müsste sich hinsichtlich der Bedürfnisse zunächst etwas bewegen.Ich kann für mich gut damit umgehen, wenn man eben meine Zuneigung nicht daran bemisst wie lange und wie oft ich z.B. abends noch mit jemand telefonieren mag.
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06.12.2017, 09:01
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
Hier

Ich bin seit fast einem Jahr mit einem HSP zusammen. Vorher hatte ich kaum etwas darüber gewusst bzw. es als Modebegriff und Spinnerei abgetan. Wir sind übrigens beide ü50.
Nach einem etwas holprigen Anfang (der aber beleibe nicht nur mit seiner Veranlagung zu tun hatte, sondern auch mit dem Umstand, dass wir beide durch hässliche Scheidungen gehen mussten und mit alten Verletzungen noch nicht ganz abgeschlossen haben) ist das Zusammenraufen nun gelungen und ich bin zutiefst glücklich über diesen wunderbaren Menschen in meinem Leben.
Allerdings habe ich seine Eigenheiten akzeptieren müssen. Dazu gehört, dass er viel Ruhe, Rückzug und Zeit fü sich selbst braucht, vor allem um sich von seinem Berufsalltag zu regenerieren. Am Anfang habe ich das immer auf mich bezogen und seinen Rückzug als Zurückweisung empfunden. Mittlerweile kann ich mich besser in ihn hinein versetzen. Es macht mir nichts mehr aus, dass wir unter der Woche keinen Kontakt zueinander haben. Umso größer ist die Freude, wenn wir uns am Wochenende sehen.
Ich bin anders als er: geselliger, unempfindlicher gegen Lärm, nicht so nah am Wasser gebaut, irgendwie "handfester", dennoch würde ich mich keineswegs als unsensibel oder un-empathisch bezeichnen. Auch ich kann die Stimmungen anderer sehr schnell und präzise wahrnehmen, nur kann ich sie gegebenenfalls auch ausblenden, und er kann das eben nicht.
Jedenfalls bin ich mittlerweile der Ansicht, dass HSP und Nicht-HSP einander wunderbar ergänzen können.
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06.12.2017, 09:09Inaktiver User
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
Rebellischer Gedanke: Warum sollte ich das tun wollen? Ich liebe gerade diese Beweglichkeit, Lebendigkeit in mir. An mir arbeiten = mich diesbezüglich verändern? Nein, das möchte ich gar nicht. Ich muss nur lernen, mir selbst den Raum zu nehmen, den ich brauche und damit leben, dass das nicht immer auf Beifall und Verständnis stösst.
Natürlich kann man das dann auch Egoismus nennen. Es ist ja so viel angenehmer, die EINE Seite der Medaille, die quasi seismographisch erfasst, gern anzunehmen, voraus gesetzt, sie mündet in einer Negierung der eigenen Bedürfnisse und fokussiert sich stattdessen darauf, die wahrgenommenen Bedürfnisse anderer zu erfüllen. Dann ist man überall gern gesehen, die Liebste, Beste, Klügste von allen.
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06.12.2017, 09:46Inaktiver User
AW: Hochsensible Menschen - Erfahrungen!?
Geändert von maryquitecontrary (06.12.2017 um 10:52 Uhr) Grund: Bitte keine Vollzitate. Sie erschweren das Lesen der Stränge. Danke!



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