Doch, das geht.
Ich verlinke einen Artikel von Schore dazu, leider auch in Englisch (ist meistens so in dem Fach). Der Artikel greift das psychoanalytische Konzept der P.I. auf und bettet es in moderne Neurobiologie ein.
Und in der Tat, wenn man sich die Implikationen von affektiver Neurobiologie, vor allem Spiegelneuronen anschaut, kann man sich heute ganz gut vorstellen, welche Prozesse da ablaufen.
Antworten
Ergebnis 21 bis 25 von 25
-
06.12.2017, 18:41
AW: Anfälligkeit für projektive Identifizierung?
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
-
06.12.2017, 22:57Inaktiver User
AW: Anfälligkeit für projektive Identifizierung?
Danke für den Artikel, maryquitecontrary.
Ich frage mich gerade, ob man eigentlich bei der Abgrenzung letztlich einfach nur indirekt die Aktivität seiner Spiegelneuronen reduziert?
Wie würde man das bei sich selbst wahrnehmen? Irgendwie müsste sich das doch abgrenzen lassen voneinander.
Ob das nun umbedingt mit Hochsensibilität zu tun haben muss, bezweifle ich. Jedenfalls finde ich, dass unter hochsensibel so allerhand zusammengefasst wird, das aber verschiedene Ursachen haben kann. Ich finde das alles in allem recht schwammig. In manchem kann ich mich zwar wiederfinden, aber das halte ich nicht für so "exklusiv", dass man das extra labeln müsste, und in einigem kann ich mich auch gerade nicht wiederfinden.
Je nachdem wie das beschrieben wird, klingt das für mich einfach nach einer sensiblen bis etwas neurotischen Person, bei anderen Beschreibungen kommt mir etwas böse ausgedrückt selbst unwillkürlich die Assoziation mit einem ziemlich überempfindlichen fast lebensunfähigen Menschen, der aus einer Behinderung eine Besonderheit macht. Hochsensibel klingt dann auch besser als Selbstbeschreibung , als "ich bin besonders behindert." oder "ich bin besonders schlecht an meine Umwelt angepasst von meinen Sinnen her". ... Ganz schlimm wird es, wenn es was Verstrahltes aus der Eso-Ecke ist.
-
06.12.2017, 23:40Inaktiver User
AW: Anfälligkeit für projektive Identifizierung?
@Antithese
Ich komme mit meiner Hochsensibilität bestens zurecht, danke. Ich meide das, was mir nicht gut tut, wie jeder andere Mensch auch.
HSP haben häufig besonders Schwierigkeiten sich abzugrenzen, aber das müssen wir halt lernen.
Zu den fremden Gefühlen - wenn ich irritiert feststelle, dass ich starke Emotionen verspüre ohne erkennbaren Auslöser, dann fange ich an zu suchen, wessen Gefühle es sein könnten. Und meistens fällt es mir recht schnell ein, in wen ich mich unbewusst reingefühlt habe. In dem Moment verschwindet die starke Intensität und ich erkenne sie als fremde Gefühle.
-
07.12.2017, 07:13Inaktiver User
AW: Anfälligkeit für projektive Identifizierung?
Hallo mary,
ich werde mir diesen Artikel einmal vornehmen- was Zeit und leo.de brauchen wird
danke dafür.
Das Konzept der Spiegelneuronen schau ich mir auch nochmal genauer an.
Vielleicht, weil mir jetzt noch Wissen fehlt, bleibt für mich dennoch die Frage, ob der Mensch auf etwas reagieren kann, was er als Anlage NICHT in sich hat?
Das stelle ich in Frage- mal sehen, ob der Artikel mir dazu neue Sichtweisen gibt.
-
07.12.2017, 07:19
AW: Anfälligkeit für projektive Identifizierung?
@Kenzia: ich glaube, dass dein Ansatz zu fragen in diesem Thema (PI also) nicht so fruchtbar ist.
Wenn man sich anschaut, wie sich die etwas komplexeren Gefühle überhaupt entwickeln, so ist das von Geburt an im Miteinander. Wir lernen konkret über Gefühle, indem wir sie haben, indem wir erleben, wie andere sie haben, und indem wir dieses innerhalb einer Beziehung erleben.
Insofern ist die Frage nach dem Erleben "ohne Anlage" im besten Fall akademisch, aber eigentlich auch nicht zutreffend.
Es gibt ein ganz phantastisches Buch dazu von Ammanitti und Gallese, "The birth of intersubjectivity", aber das ist ziemlich komplex und lässt sich vermutlich auch nicht mit Leo durchqueren ;-)that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum



Zitieren
