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    Wenn sich nichts im Leben richtig anfühlt (etwas länger...)

    Hallo zusammen,

    bisher war ich immer nur stille Mitleserin in diesem Forum, aber ich habe mir überlegt dass es vielleicht ganz hilfreich wäre, meine Situation mal ein paar neutralen Menschen zu schildern.
    100% passt das hier nicht rein, da viele Bereiche betroffen sind, welche in meinem Leben schwierig sind.

    Der Titel fasst mein Problem ganz gut zusammen. Nichts in meinem Leben fühlt sich richtig an. Und das nun schon seit ungefähr 3 Jahren.
    Im Jahr 2014 hat sich mein Lebensgefährte nach 6 Jahren Beziehung von mir getrennt, da er nicht mehr glücklich war in der Beziehung und Angst hatte, was zu verpassen. Eine typische Midlife Crisis.
    Mich hat das sehr plötzliche Ende dieser Beziehung ungemein verletzt, weil er von heute auf morgen einfach gegangen ist. All die gemeinsame Zeit und die Pläne waren nichts mehr wert. Er hat sich direkt danach eine Affäre gesucht. Ja, das tat weh. Ich habe sehr lange gebraucht, um darüber einigermaßen hinweg zu kommen und bin es immer noch nicht vollständig.
    Nach der Trennung habe ich die Stadt in der wir gemeinsam lebten verlassen und bin 600 km ans andere Ende Deutschlands gezogen. Dort habe ich meine Ausbildung beendet. Kurz vor der mündlichen Prüfung Ende 2016 ist mein Vater schwer erkrankt und innerhalb von 3 Wochen gestorben. Mein Verhältnis zu ihm war immer eher distanziert, aber das ganze war natürlich trotzdem schlimm. Nun lebte ich 700 km weit weg von meiner Mutter, welche auch schon alt ist und nicht mehr so kann wie sie will. Ergo habe ich mich bei meinen Bewerbungen eher auf den räumlichen Bereich in ihrer Nähe konzentriert. Geworden ist es nun ein Job, welcher immer noch nicht wirklich nah ist, aber 700 km weit weg von der Stadt, in welche ich 2014 gezogen bin. Hier bin ich nun sehr unglücklich und zermartere mir seit Wochen das Hirn, was ich machen soll. Der Job gefällt mir so sehr gut. Ich habe in dem Bereich in dem ich studiert habe nicht so 100% Selbstvertrauen, und in meinem Job hab ich keinen Druck und kann mehr oder weniger einfach selbstständig arbeiten. Ich hab sehr nette Kollegen, was ja nun auch nicht selbstverständlich ist. Ich hab während des Studiums viel gearbeitet und weiss, wie es in einigen Unternehmen zugeht. Nun finde ich aber vor Ort keine Wohnung. Hört sich komisch an, ist aber so. Heisst ich lebe nun seit 2,5 Monaten quasi aus dem Koffer über Airbnb. Mein Kohle geht bisher dafür drauf, eine doppelte Haushaltsführung zu bezahlen. Da ich über die Situation abseits von meinem Job so dermaßen unglücklich bin, habe ich mir überlegt diesen Job wieder zu kündigen und an meinem eigentlichen Wohnort zu suchen, weiss aber nicht ob das so eine gute Idee ist. Zum einen sieht so eine Kündigung in der Probezeit immer kacke im CV aus, zum anderen habe ich Angst, in einem anderen Job aufgrund viel höherer Anforderungen komplett zu versagen. Dazu muss ich sagen, dass ich auch schon 38 Jahre bin. Ich habe zwar vor dem Studium eine Ausbildung gemacht und gearbeitet, aber nach dem Studium bin ich eben trotzdem in diesem Bereich Berufsanfängerin. Ich habe das Gefühl, wie ich mich auch entscheide, es ist falsch. Ergo fühlt sich nichts richtig an :( Ich habe das Gefühl, dass mein ganzes Denken nur noch von Angst bestimmt wird. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich aufgrund des plötzlichen Todes meines Vaters sehr große Angst habe, dass auch meine Mutter bald sterben könnte. Das sind so krasse existentielle Ängste wie ich sie noch nie zuvor gespürt habe. Ich habe keine eigene Familie, keine Kinder. Ergo wäre ich dann ganz alleine auf der Welt. Wenn ich daran denke, denke ich immer, ich müsste doch die Zeit die mir noch mit meiner Mutter bleibt auch nutzen, das geht aber nicht, wenn ich wieder soweit weg von ihr wohne. Hinzu kommt, dass ich mich auch irgendwo dazu verpflichtet fühle, ihr im Alter beizustehen und sie auch nicht alleine lassen möchte. Im Moment habe ich das Gefühl, als könne ich nie wieder glücklich werden und als befände sich mein Leben seit 3 Jahren in einer stetigen Abwärtsspirale. Ich hoffe dauernd, dass es besser wird und dachte der Job sei die Gelegenheit dazu. Inzwischen bin ich aber von dieser, na ich nenn es mal wohnunglosen Situation ohne eigene richtige Rückzugsmöglichkeit, so angegriffen, dass ich denke dass dies nur ein neuer Teil der Spirale ist. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung zu dem hier geschriebenen mitteilen könntet, aus welcher ich vielleicht ein paar Impulse für die richtige Entscheidung bekomme. Danke wenn ihr bis hierher gelesen habt

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    AW: Wenn sich nichts im Leben richtig anfühlt (etwas länger...)

    Du hast einen Job und Kollegen, die du magst - das finde ich schon mal ziemlich viel! 2,5 Monate sind auch noch nicht sehr lange - das mit der Wohnung kann also durchaus noch dauern, oder wohnst du in München und es ist aussichtslos ...

    Kann dein Arbeitgeber dich vielleicht bei der Suche unterstützen? Schöpfst du alle Möglichkeiten aus oder bist du bei der Suche eher zurückhaltend, weil du ja eh nicht weisst, ob du bleiben wirst?

    Von deiner Mutter würde ich die Entscheidung nicht abhängig machen - sie scheint ja in erreichbarer Nähe. Würdest du denn in ihrer Stadt wohnen wollen, wenn es sie nicht (mehr) gäbe? Du schreibst nichts über Freunde und andere Verwandte... dann bleib doch lieber da, wo du jetzt einen guten Anfang gemacht hast und bau das aus! Vielleicht wäre auch eine WG eine Idee? Muss ja nicht für immer sein.

    Alles Gute!
    Pola

  3. Inaktiver User

    AW: Wenn sich nichts im Leben richtig anfühlt (etwas länger...)

    Woran liegt es mit der Wohnung, alles zu teuer? Könntest Du in einem der umliegenden Orte gucken und reinpendeln?

    Ich würde Dir dringend davon abraten, den Job wieder hinzuschmeißen.
    Ein Job, in dem man sich wohlfühlt, ist unbezahlbar.

  4. Inaktiver User

    AW: Wenn sich nichts im Leben richtig anfühlt (etwas länger...)

    Du schilderst deine Probleme als ein großes Ganzes. Es ist meistens hilfreicher, sie einzeln zu betrachten.

    Das Ende deiner Beziehung - traurig, aber drei Jahre her. Sollte eigentlich kein aktuelles Problem mehr sein und hat auch nichts mit dem Rest zu tun.

    Der Tod deines Vaters - mein Beileid dafür! Aber du schreibst, dass er dir nicht besonders nahe stand. Insofern würde ich schon mal näher schauen, warum das so viel in dir ausgelöst hat. Ich könnte mir vorstellen, dass es dabei eher die eigene Sterblichkeit ist, die in den Fokus rückt? Vielleicht auch irgendwas anderes? Es klingt sehr herzlos, aber den Tod der eigenen Eltern zu erleben ist etwas, das jeder von uns durchstehen muss.

    Dein Job - du bist Berufsanfängerin mit Ende dreißig und hast einen Job in deinem Bereich gefunden, mitsamt angenehmem Arbeitsumfeld. Das ist ein großes Glück! Sieh es als solches und nimm es an!

    Das einzig akute Problem scheint mir die Wohnung. Hast du alle Hebel in Bewegung gesetzt? Die Firma um Hilfe gebeten? Deine Ansprüche mit der Realität abgeglichen? Nimm es als Hürde vor dem Sieg und investiere jetzt alle Energie hinein!

    Auch mit fehlen in deinem geschilderten "Lebensgebäude" die Säulen Freundschaft und Freizeit. Wie sieht es da aus, was machst du für dich in dieser Hinsicht?

    Manchmal haben wir das Gefühl, dass alles Übel immer uns selbst zustößt. Und dann fühlt man diese Abwärtsspirale... aber dieses Bild finde ich nicht hilfreich! Versuch, es loszulassen und die letzten Jahre als normales Auf und Ab zu betrachten. Das wird dir helfen, das "Auf" zu sehen und wertzuschätzen.

  5. gesperrt

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    AW: Wenn sich nichts im Leben richtig anfühlt (etwas länger...)

    ich kenn das alles sehr gut. vater bereits verloren als ich 14 oder 15 wahr, zu mutter ein schlechtes verhältnis. mit mitte 30 10 jährige beziehung verloren. angst allein zu sein/bleiben. viele job und ortswechsel.
    ein kurzer ausschnitt:
    2003 arbeitslos umzug kanada in eine stadt (winnipeg) college job, kein fester vertrag, keine arbeitserlaubnis
    2006 aufs dorf 400 km weg in kanada gezogen, guten job gefunden, keine arbeitserlaubnis, aufgabe
    ende 2006 nach deutschland, südwesten, erster job scheisse, hab nach 3 monaten gekündigt
    2007 umzug nach heidelber, 300km weg
    2008 gefeuert wegen zeitvertrag ablauf
    umzug nach münchen wegen neuem job mit aussicht auf übernahme. übernahme kam nicht wegen wirtschaftskriseneinstellungsstopp.
    2009 umzug in den südwesten weil mutter alt und hilfsbedürftig und dort job mit unbefristetem vertrag - probezeit nicht überlebt
    2010 job in schweiz scheiss kollegen
    2011 job in südwesten - bis heute. alles gut jobmässig
    2012 frau nach 10 jahren weg
    2017 alles stabil - job, frau, familie

    du rbauchst nen anker. dein job klingt dazu tauglich. such dir ne wohnung, zur not pendel ne stunde jeden tag und such weiter und komm mal zur ruhe. der rest wird mit geduld kommen. bin 41 und mit 38 stand ich ausser gutem job auch im leeren.

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    AW: Wenn sich nichts im Leben richtig anfühlt (etwas länger...)

    Strang stand jetzt ein paar Wochen Still. Hat sich was getan?

    Da der Job das einzige ist, das sich anscheinend richtig anfühlt, würde ich alles andere um den herum basteln. Etwas positives zu haben ist Gold wert, weil es Kraft gibt für die zahlreichen Baustellen um einen herum.

    Falls das mit der Wohnung immer noch aktuell ist, würde mich auch interessieren, woran es liegt. Vielleicht könnte die Comunity hier mit Ideen und Erfahrungen behilflich sein.

    Wie weit wohnt die Mutter vom Job weg? Das hab ich noch nicht ganz kapiert.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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