Jepp kann man- und man könnte genauso von Nuancen reden, die ich anspreche.
Nur- geht es genau um diese Nuancen! Es ist oft im Leben nicht DER große Veränderungspunkt oder DAS große Umstellen von vielen Dingen- sondern es geht oft nur um justieren von etwas ganz Feinem.
Ich finde- konkret zu sein in diesem Kontext der TE- wichtig und daher ist dein Satz gut gewesen-- denn es kann einmal mehr deutlich machen, wie genau man erst einmal werden muss um zu verstehen, was gemeint ist.
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19.11.2017, 06:39Inaktiver User
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
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19.11.2017, 06:57Inaktiver User
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
Wieso ein Paradoxon?
Nur weil ich Leistungsgedanken weglasse und NUR beobachte, ist das doch nicht NICHTS!
wobei der Gedanke in unsere Leistungsgesellschaft passt
Gerade das wird superspannend- zu erleben, wie NUR dasitzen und sich beobachten- eine ganze Flut von Gedanken, Gefühlen und Körperreaktionen bringt!
Es ist also alles andere als "nichts"
Und ich schätze, meine Antworten wirken nun zu wenig locker, humorvoll und zu ernsthaft-- ich nehme wiederum diese "geworfenen Bälle" gerne an, weil - wie ich schon bei TT schrieb- genau so einen Austausch gut finde, um einiges noch besser zu verdeutlichen.Geändert von Inaktiver User (19.11.2017 um 07:03 Uhr)
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19.11.2017, 07:45Inaktiver User
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
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19.11.2017, 08:05Inaktiver User
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
Jepp- das ist anstrengend.
Anstrengend ist aber auch das Leben, was sie jetzt führt und in dem sie nicht glücklich und zufrieden ist.
Diese Anstrengungen werden als solche weniger wahr genommen, weil -letztlich wir alle- sehr gewohnt sind in Leistungsschienen zu denken und zu leben. Kraft kostet es dennoch.
Und am Anfang IST es tatsächlich anstrengend - genau hinzusehen und die Feineinstellung zu justieren.
Das hat das Neue so an sich
Auf einem ausgetretenen Pfad muss man nicht merh so genau hinsehen - das ist einfacher- aber wenn dieser Weg nicht glücklich macht, dann muss man einen neuen Weg gehen und da liegt es in der Natur der Sache, dass es anstrengender wird.
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19.11.2017, 11:46Inaktiver User
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
Ich hab die Suche nach der Mitte, nach Spiritualität, nach Erfüllung nie mit Anstrengung in Verbindung gebracht und auch nicht so erlebt. Das kommt ganz einfach und unerwartet und von allein zu einem, wenn man es lässt.
Wie ein Reh, das aus dem Wald tritt im Abendlicht, wenn man einfach auf der Wiese liegt...
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19.11.2017, 11:52
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
liebe Hutzlbrutzl, erstmal will ich dir einfach mitteilen, dass mich dein Thread sehr berührt (auch teilweise die Antworten, die du bekommst), weil ich mich im Grunde mit den selben Fragestellungen und inneren Konflikten herumbalge. Ich habe daher auch keine Antworten, sondern nur ein paar Gedanken dazu.
was schon angeklungen ist: die Gefühlsebene und die Verstandesebene haben unterschiedliche "Gesetze". Gefühle lassen sich nicht festhalten - das wäre Blockade und Blockaden sind eher ungesund. Gefühle sind mehrschichtig, es können ganz unterschiedliche Gefühle gleichzeitig da sein -und darin steckt dann auch eine Sache, die wir oft "vergessen" oder noch gar nicht wirklich realisiert haben: Gefühle beziehen sich nicht immer auf die "Echtzeit", d.h. sie können "Echos" aus einer ganz anderen Zeitepoche sein bzw. aus ganz anderen Zusammenhängen.
Das ist etwas, das ich gerade bei mir vermute: ich habe eine gute, stabile, ruhige Zeit wie ich noch nie in meinem Leben hatte. Und scheinbar trotzdem holen mich jetzt depressive Verstimmungen verstärkt ein. Das kann aber auch ein "Deshalb" anstatt ein "Trotzdem" sein - weil jetzt die Ruhe und Stabilität da ist, um zu spüren, was ich in den Zeiten der Unruhe und Unsicherheit nicht spüren konnte, da das "Überleben" wichtiger war und alle Kraft erfordert hat.
Jedenfalls habe ich es mir angewöhnt, meinen Gefühlen zu lauschen und mit ihnen zu reden. Eine der ersten Fragen ist oft "in welche Zeit gehörst du?" Auch das scheinbare Nichtfühlen behandle ich dann wie ein Gefühl. Denn auch das gefühlte Abhandensein oder das Überschwemmt-Werden von Gefühlen sind Wahrnehmungen von uns selbst. (es gibt übrigens ein sehr inspirierendes Buch dazu: das ABC der Gefühle)
Das mit der Dankbarkeit - ja die Gedanken habe ich auch, aber TTs Ansätze sind da nichts für mich. TT, auch wenn ich es erahnen kann, wie du es meinst, aber bei mir baut alles eher einen Agress auf, das sich anhört, bzw. liest wie "positives Denken". Aus der Körpertherapie weiss ich um die Gefahren des "positiven Denkens", wenn als Konzept gehändelt - oder noch schlimmer - als DIE Lösung wird: es wird damit letztlich einiges zugedeckelt, was "nicht sein darf" und damit neue Blockaden aufgebaut, bzw. alte verhärtet.
Mein Weg ist da eher der der Achtsamkeit und Wahrnehmung, wie es ohnehin Kern sämtlicher Körper- und Kreativtherapien ist.
Das andere Extrem wäre die Absichtslosigkeit anzuvisieren. das ist auch nicht meins. Denn da steckt, wie in den vorangegangen Posts schon anklang, auch schon wieder eine Absicht dahinter bzw. es kann in ein Paradox münden.
Meins ist schlichtweg die "Annahme dessen was ist", auch wenn das auch schon ein inflationärer Begriff sein mag.
Es gibt (witzigerweise aus der Telegym-Reihe) DVDs( bzw frühmorgens auch in Alpha zu sehen) zum Thema Zen-Meditation. Ich bin nun leider absolut nicht der Meditations-Stillsitzer- und-sich-innerlich-Leermacher-Typ, aber es gab eine Einheit, die hat mir sehr gut gefallen und die habe ich in den Alltag mitgenommen. Die Botschaft lautet ganz schlicht:einfach nur hören.
Darauf kann ich mich immer wieder und überall besinnen und das hilft mir runterzukommen und ruhig zu werden.
Generell hilft mir auch alles, was das Zeitgefühl verlangsamt. Das geht allerdings am wirksamsten durch die eine oder andere "Flucht". Sehr deutlich merke ich den Unterschied, wenn ich mindestens 5 Tage eine Rad- oder Wandertour mache, oder als ich mal 6 Wochen auf Sizilien war, wo ich verbal so absolut keine Chance hatte (und dadurch die Erfahrung machte, wie hoch unser Anteil an nonverbaler Kommunikation eigentlich ist und dass der ausreicht, um nicht verhungern zu müssen
). Solche Erfahrungen bremsen bei mir die Grübeltätigkeit (die bei mir auch sehr stark ist) durch die Entschleunigung. Aber erst nach ein paar Tagen konsequenzer Entschleunigung kommt das Gefühl auch in meinem Körper an. Ich müsste das öfter machen, um das im Alltag besser abrufen zu können. Aber auch so ist es schon gut eine (im Körper gespeicherte) Erinnerung an diesen anderen Zustand zu haben. Andere können das vielleicht über Meditation erreichen, bei mir gehts halt eher über Bewegung und Abtauchen in die Natur.
Letztlich wirds aber wohl immer ums selbe gehen, doch die Wege sind sehr verschieden. Deshalb halte ich auch nichts von den "sei-dankbar-woanders-verhungern-die-Leut- und-eigentlich-bist-du-nur-ein-kleines-Licht-Weisheiten. Das mag ja alles sein, aber Gefühle sind was subjektives und mit solcher Denke würde ich mich selbst nicht mehr ernst nehmen in meiner gefühlten, subjektiven Not. Vor einem Wandel, der sich (auch) innerlich vollziehen soll, steht aber nunmal in erster Linie die unzensierte Wahrnehmung und bedingungslose Wertschätzung seiner selbst. Das klingt schön, macht aber auch erstmal Angst vor Schmerzen, die da mit hochkommen könnten, oder hilflos, da das nie gelernt wurde.Geändert von Amelie63 (19.11.2017 um 12:06 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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19.11.2017, 12:14Inaktiver User
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19.11.2017, 13:58
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
ja genau, in dem Fall ging es um die Naturgeräusche, die da dann auch entsprechend deutlicher eingespielt wurden, also das Wasser, der Wind usw. Also die Umgebungsgeräusche. Da kann eine Minute am Anfang schon lang sein. Aber das hilft halt, bewusst immer wieder den Fokus auf das berühmt-berüchtigte Hier-und-Jetzt zu lenken. Natürlich geht das in der Natur nochmal effektiver als vor der Glotze. Aber als Inspiration finde ich solche Videos durchaus nützlich.
Du kannst auch einfach deinem Atem lauschen, das ist halt nicht so meins, weil ich anatomische Einschränkungen habe, auch noch nach einer funktionalen OP. (was nicht heisst, dass ich nicht auf meinen Atem achten würde)
Im Grunde wird bei Entspannungstechniken wie PME und AT auch nichts anderes gemacht, . Auch beim Yoga gehts im Grunde um diesen Fokus. Eben alles, was mit Wahrnehmung und Achtsamkeit zu tun hat. Man muss halt bei diesen Dingen aufpassen, dass sie nicht mißbraucht werden, um die eigene Leistungsfähigkeit wieder optimieren zu wollen, das passiert leider sehr oft, seit das Thema massentauglich vermarktet wird.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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19.11.2017, 14:39
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
Mich macht die Aufforderung, gefälligst dankbar zu sein, regelrecht aggressiv. Dankbarkeit ist ein Gefühl, dass ich habe oder nicht, das lässt sich nicht von außen bestimmen.
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19.11.2017, 14:56Inaktiver User




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