Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 143
-
17.11.2017, 21:05
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
-
17.11.2017, 21:39Inaktiver User
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
Bei mir ist es so: Ich brauche immer ein oder zwei leuchtende Leidenschaften für irgendwelche Projekte, Ziele oder Hobbys, die alles andere in meinem Leben erwärmen und glänzen lassen.
Es kann alles Mögliche sein, was meinen Freudenturbo antreibt. Manchmal hält die Begeisterung für ein Thema nur wenige Wochen an. Manches bleibt in abgemilderter Version für immer in meinem Leben.
Festlich ist das Adjektiv, das meinen Wunschzustand beschreibt. Ich finde immer irgendetwas, für das ich mich dermaßen begeistere, dass es die Leere mit Euphorie füllt.
Für mich ist das positiver, aufbauender, aktiver Eskapismus. Denn Alltag ist oft zusammenhanglos, unerfüllend, leer und langweilig. Egal wie viel zu tun ist. Freude fügt alles zu etwas Sinnvollem zusammen.
Zum Durchdenken der Café-Idee fällt mir die Perlentaucher-Technik ein. Gibt ein peinlich innerlichkeitstümelndes Buch darüber, das ich nie kaufen würde. Ich habe das Filetstück neulich am Zeitschriftenregal in der neuesten Ausgabe der Maxi aufgeschnappt. Die zu kaufen ich mich ebenfalls geweigert habe. Weil die Methode so übersichtlich ist, dass sie nach einem Blick darauf im Kopf verankert ist:
Vier Fragen:
1. Was ist das Beste, wenn ich ein eigenes Café habe?
2. Was ist das Schlimmste, wenn ich kein eigenes Café habe?
3. Was ist das Beste, wenn ich kein eigenes Café habe?
4. Was ist das Schlimmste, wenn ich ein eigenes Café habe?
=> Fazit aus den Antworten
-
17.11.2017, 21:43
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
Danke erstmal für eure Antworten - es tut wirklich gut sich mal auszutauschen ohne immer wieder zu hören "jetzt sei doch mal zufrieden mit dem was du hast".

Ja, das mag viel sein, aber das ist eben nicht die innere Zufriedenheit nach der ich strebe.
@ Dharma: Den Kontakt zu mir selbst dachte ich mal zu haben - halten konnte ich ihn nicht. Ich sollte mir sicher mehr Zeit zur Meditation nehmen, bisher kreiseln die Gedanken noch so in der Gegend rum, dass es mich wieder unzufrieden macht es nicht "perfekt" zu können (Perfektionismus ist sicher ein großes Thema).
@Blue: klar fehlt mir eine Partnerschaft ab und an, ich knabber auch noch an meiner letzten Trennung, ich wehre mich nur so gegen den Gedanken, dass es nur mit gut sein kann. Ich will mir selbst genug sein und mir selbst der gute wohlwollende Partner sein. Bisher bin ich eher der fordernde und wohl auch harte Partner der mehr will.
@ThirdThougt:
Das mit der Dankbarkeit versuche ich über die Meditation zu üben aber ich nehme mir wirklich zu wenig Zeit dazu und erwarte zu viel von mir (ich will immer alles sofort toll können). Manchmal durchflutet mich eine sehr große Dankbarkeit, wenn ich Zeit mit meinen Nichten verbringe oder tief berührende Konversationen mit meinen Freunden habe - manchmal aber auch mal beim blödeln und Spaß haben. Das Tief was dann folgen kann ist leider genauso intensiv und ich fühle dann das ich diese Emotion nicht halten kann...
@believe: ich würde nicht behaupten direkt so erzogen worden zu sein - also nicht bewusst von meinen Eltern - es war eher so, dass ich als das Chaoskind das ich war irgendwann gemerkt habe, dass der Ärger sich legt wenn ich gut in der Schule bin und mich gut verhalte. Ich wurde nicht direkt zu Leistung erzogen aber habe gelernt dass es mir etwas bringt diese zu zeigen. Nach der Schule habe ich mehrere Anläufe gebraucht um meinen Weg zu finden, habe Ausbildungen begonnen und abgebrochen und irgendwann den Ehrgeiz entwickelt jetzt alles wozu ich mich entscheide perfekt durchzuziehen um zu beweisen, dass ich eben nicht alles abbreche. Also habe ich mich am Ende wahrscheinlich selbst zu Leistung erzogen
Never forget to love yourself 
-
17.11.2017, 21:43
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
Guten Abend,
schönes Post, third thought
das mit dem "ans Cafe am WE denken " , liebe H., würd ich ein wenig anders machen; Vorschlag:
Du stellst Dir das Cafe vor, den Geruch, die Stimmen, das Lachen, das Hin und Hergerenne, die Farben....
und dann achtest Du darauf, was Du dabei fühlst:
welche Bilder es sind und was Du mit diesen Bildern verbindest: Gemeinschaft, Geselligkeit, Tiefsinn,
und diesen Gefühlen nachspüren, die stehen nämlich für was
für.....?
Viel Spaß dabei und alles Gute
Refugees welcome
-
17.11.2017, 21:49
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
@Zinn: Die Begeisterung für so vieles kenne ich - momentan fühle ich es aber noch als "nicht gut genug gekonnt ", wenn ich ein Interesse wieder fallen lasse. Da setze ich mich wieder unter Druck- wieso können andere an Hobbies so gut festhalten, diese zum Teil sogar ihr Leben lang ausführen - ich aber nicht.
Die vier Fragen gefallen mir sehr gut und über die möchte ich gerne hirnen und einiges dazu für mich aufschreiben. Ganz lieben Dank dafür
Die Beschreibung eines emotionalen Zustandes als "festlich" finde ich wunderschön!
Never forget to love yourself 
-
17.11.2017, 21:51
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
@geka: Ich habe lange in der Gastronomie gearbeitet, daher weiß ich wie sich vieles davon anfühlen kann - auf die Idee es gezielt mit "meinem Cafe" bin ich derzeit noch nicht gekommen...
Lieben Dank für die schöne Idee!
Never forget to love yourself 
-
17.11.2017, 22:00Inaktiver User
-
17.11.2017, 22:01Inaktiver User
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
@Hutzlbrutzl: so eine Phase hatte ich auch mal (dazu gibt es sogar noch einen alten Strang von mir hier im Forum). Die Ursache war letztlich, dass ich zwar einen fordenden Job hatte, der mich aber eigentlich unterforderte, da ich schon ein paar Jahre auf der Position war. Durch eine unerwartete Fügung konnte ich das ändern und mehr Führungsverantwortung übernehmen, und seitdem ist das Problem weg. Meditieren, Achtsamkeit und der ganze Kram sind dagegen gar nix für mich, habe ich in dieser Phase festgestellt - ich bin und bleibe ein Adrenalin- bzw. Endorphin-Junkie, das kriegt man nicht mehr umgebogen.
Ich denke, wenn du dein Studium fertig hast und den Job gefunden hast, den du suchst, wird dir das ähnlich gehen
.
-
17.11.2017, 22:06
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
Ich würde vermuten, du bist einfach erschöpft. Emotionale Energie ist eine nachwachsende Ressource, aber man kann sie schneller abbrennen als sie nachwächst. Oder vielleicht machst du so viele interessante Sachen, daß für keine davon genug Leidenschaft da ist, weil sie es sich teilen müssen?
Bei einem Büffet mit zu vielen guten Sachen entsteht Überdruß.
Guck dir mal alles an, was du tust. Mach dir eine Liste, wenn das dein Stil ist. Überleg dir (am besten an einem Ort, wo absolut niemand dich dabei stört, und wo kein "ich müßte eigentlich" an die Tür klopft): Warum mache ich genau das? Was will ich damit erreichen? Ist es ein Mittel oder ein Zweck? Warum ist es mir wichtig? Wie hat sich meine Einstellung dazu, seit ich das mache, geändert? Will ich das in zwei, in fünf Jahren noch machen? Wie würde ich mein Leben ändern, wenn ich es anders machen würde oder bleiben ließe? Was hoffe ich, daß in diesem Bereich passiert? Wenn die gute Fee von (Bereich) vor der Tür stände und mir einen Wunsch erfüllen würde, welcher wäre das?
Idealerweise tut das mehere Sachen:
- Es verschafft dir einen Überblick darüber, was du alles tust.
- Es hilft dir, jedes Teil im Einzelnen und nicht als Teil eines "alles zu viel!" zu betrachten.
- Es gibt dir Ideen über Alternativen
- Es zeigt dir, was eine Aufgabe ist, die irgendwann erledigt ist, was ein Bestandteil deiner Identität ist, was lebensnotwendig ist, und was dich regeneriert.
Ich habe festgestellt, daß bei mir so ein Gefühl von "vanitas vanitatem" letztlich durch eine Dynamik im Job verursacht wurde, wo ich strampeln konnte wie der Frosch in der Milch und doch nie auf einen Berg Butter kam. Alles andere leistete dem nur Gesellschaft darin, sich wie eine Arbeit anzufühlen, die vergeblich war. Vielleicht hast du auch so einen Dementor in deinen Tätigkeiten, der alle positiven Gefühle aus allem raussaugt.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
17.11.2017, 22:10
AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag
@ThirdThougt: Gut ist gut genug... Genau daran kranke ich noch, ich versuche mich immer mehr darauf einzulassen... und ich werde das definitiv üben denn die Idee gefällt mir sehr gut!
@Kara: Ja da liegt sicher ein Teil des Hasens im Pfeffer... Ich bin äußerst beschäftigt - aber nicht immer gefordert... Das Hirn ist manchmal zu sehr auf Abwegen. Dafür auch das Studium um mich entwickeln zu können (leider geht es nicht ohne und dauert noch bisschen).
Never forget to love yourself 



Zitieren

