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  1. Inaktiver User

    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von zio Beitrag anzeigen
    Liebe Samtreh!

    Ich habe mir Deinen Eingangsbeitrag durchgelesen und mich danach gefragt, was Deine Wut ausgelöst haben könnte. [...]

    Aber wenn ich mir das so vorstelle, da ist ein unschuldiges kleines Baby, das Wärme, Aufmerksamkeit und Liebe, Liebe und nochmals Liebe braucht und die Mutter ist absolut nicht in der Verfassung, das dem kleinen, hilflosen und von ihr abhängigen Wesen zu geben, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass hier der Samen für eine nicht greifbare, verzweifelte Wut gesetzt wird.
    Borderline hat oft seine Ursache in der frühen Kindheit und die Wut ist ein Symptom von Borderline.
    Samtreh ist sich über ihre Diagnose im Klaren, ist auch seit Langem in Behandlung, wie sie schreibt. Ich glaube nicht, dass sie noch auf der Suche ist, wo diese Wut herkommt, sondern dass ihr Anliegen eher ist, wie sie damit klarkommen kann, ohne ständig andere Menschen zu verletzen?

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    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Borderline hat oft seine Ursache in der frühen Kindheit und die Wut ist ein Symptom von Borderline.
    Samtreh ist sich über ihre Diagnose im Klaren, ist auch seit Langem in Behandlung, wie sie schreibt. Ich glaube nicht, dass sie noch auf der Suche ist, wo diese Wut herkommt, sondern dass ihr Anliegen eher ist, wie sie damit klarkommen kann, ohne ständig andere Menschen zu verletzen?
    So verstehe ich das auch. @Red_gillian: Kennst du dich genauer mit der Borderline Störung aus?

  3. Moderation

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    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von zio Beitrag anzeigen
    Kann sein, dass das unwichtig ist, dann ab in die Tonne mit meinem Gedanken. Aber wenn ich mir das so vorstelle, da ist ein unschuldiges kleines Baby, das Wärme, Aufmerksamkeit und Liebe, Liebe und nochmals Liebe braucht und die Mutter ist absolut nicht in der Verfassung, das dem kleinen, hilflosen und von ihr abhängigen Wesen zu geben, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass hier der Samen für eine nicht greifbare, verzweifelte Wut gesetzt wird.

    Zu dieser Frage kann ich aus meiner Erfahrung etwas beisteuern, wobei ich natürlich nicht weiß, wie es bei @samtreh gewesen ist und ob das auch für sie zutrifft.


    Was man sich klarmachen muss, ist die unbedingte Abhängigkeit von Säuglingen und Kleinkindern von den Erwachsenen. Da in den meisten Fällen die Mutter anfangs der nächste und wichtigste Erwachsene ist, kommt ihr eine zentrale Rolle zu - und ist ihre seelische Beeinträchtigung ein so großes Risiko fürs Kind.

    Bei YouTube kann man sich das "still face" paradigm ansehen, das gibt einem eine Vorstellung davon, wie wesentlich der Kontakt zwischen Kind und Elternteil ist und wie sehr eine ernsthafte Störung des Kontaktes das Kind beeinträchtigt.

    Was für Säuglinge/Kleinkinder auch schwer erträglich ist, sind intensive negative Gefühlsäußerungen, die ihnen entgegengebracht werden. Wenn sie sich dem nicht entziehen können, werden sie so gestresst und überlastet, dass sie dissozieren.

    Im Innerseelischen verarbeiten die Kinder dies aber, sobald sie können, auf eine aktive Weise.Da nichts unerträglicher ist, als hilflos der lähmenden, überwältigenden Bedrohung ausgeliefert zu sein, wird versucht, Kontrolle darüber zu erlangen.

    Indem die Aggression integriert und damit "eigen" wird, indem die Aggression gerechtfertigt und damit normalisiert und überschaubar gemacht wird, indem Verhalten benutzt wird, das die Aggression auslöst - damit der Zeitpunkt steuerbar wird und das Ganze ein Narrativ bekommt, das zwar furchtbar schmerzhaft aber auszuhalten ist.


    Denn das Narrativ "ich wurde geboren und konnte nichts dafür, aber ich wurde in Schüben gehasst, meine Lebensäußerungen wurden fehlinterpretiert und brutal erwidert, ich war nie sicher und ich war so hilflos, dass ich immer wieder dissozieren musste, weil es so schlimm war" - mit dem will niemand leben.

    Wenn auch noch abwechselnd Liebe zum Haß kam, wird es nicht einfacher. "Ich brauchte die Liebe so notwendig, ohne sie hätte ich nicht überlebt. Daher musste ich mich lieben lassen und die Liebe wie ein Verdurstender aufsaugen, obwohl sie vom gleichen Menschen kam, der mich so gehasst hat. "

    Wie soll man sich fühlen als geliebter gehasster kleiner Mensch? Und wie entwickelt man da Liebe zu sich selbst und anderen?



    Die Liebe zu uns selbst lernen wir aus der Liebe in den Augen unserer Nächsten. Und aus den vielen Erfahrungen der Fürsorge, des Interesses an uns, unserer eigenen Wirkmächtigkeit (self-agency) und des Glücks, sich mit einem anderen auszutauschen. Being-with.

    Mangel früh im Leben macht viel aus.

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    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Bei YouTube kann man sich das "still face" paradigm ansehen, das gibt einem eine Vorstellung davon, wie wesentlich der Kontakt zwischen Kind und Elternteil ist und wie sehr eine ernsthafte Störung des Kontaktes das Kind beeinträchtigt.

    Was für Säuglinge/Kleinkinder auch schwer erträglich ist, sind intensive negative Gefühlsäußerungen, die ihnen entgegengebracht werden. Wenn sie sich dem nicht entziehen können, werden sie so gestresst und überlastet, dass sie dissozieren.

    Mangel früh im Leben macht viel aus.
    Ich hab mir das gerade angesehen, Danke fürs Teilen, ich kannte das Experiment nicht. Was ich mich jetzt frage: Wenn Kinder diese Zuneigung im frühen Alter bekommen haben, sie aber im Grundschulalter plötzlich schüchtern, ängstlich und zurückhaltend werden, woher kommt das denn? Wie kann es sein, dass sie als Kleinkind (also da wo man geprägt wird) fröhlich sind und dann plötzlich machen sie eine hunder Grad Wendung? Reicht dann diese Aufmerksamkeit im Kleinkindalter nicht aus um sie zu starken, selbstbewussten Kindern und Jugendlichen wachsen zu lassen?

  5. Inaktiver User

    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Schüchtern, ängstlich und zurückhaltend sind ja an sich keine Störungen, oder? Jedenfalls nicht, wenn ein Sozialleben dadurch noch möglich ist.

  6. Inaktiver User

    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von Jasmin84 Beitrag anzeigen
    So verstehe ich das auch. @Red_gillian: Kennst du dich genauer mit der Borderline Störung aus?
    Außer Eigenerfahrung nein. Ich bin kein Profi.

  7. Inaktiver User

    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von Jasmin84 Beitrag anzeigen
    Wenn Kinder diese Zuneigung im frühen Alter bekommen haben, sie aber im Grundschulalter plötzlich schüchtern, ängstlich und zurückhaltend werden, woher kommt das denn? Wie kann es sein, dass sie als Kleinkind (also da wo man geprägt wird) fröhlich sind und dann plötzlich machen sie eine hunder Grad Wendung? Reicht dann diese Aufmerksamkeit im Kleinkindalter nicht aus um sie zu starken, selbstbewussten Kindern und Jugendlichen wachsen zu lassen?
    Man kann einen guten Grundstock legen, aber das Kind wächst nicht in einer sozialen Blase auf. Das Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sind keine festen Größen, die einmal aufgebaut, nicht mehr absinken können. Egal, was man erlebt.

    Da die wenigsten Eltern es schaffen, durchgängig ausreichend für ihr Kind zu sorgen und auf dessen Bedürfnisse optimal einzugehen, kann eins zum anderen kommen.

  8. Inaktiver User

    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Die Liebe zu uns selbst lernen wir aus der Liebe in den Augen unserer Nächsten. Und aus den vielen Erfahrungen der Fürsorge, des Interesses an uns, unserer eigenen Wirkmächtigkeit (self-agency) und des Glücks, sich mit einem anderen auszutauschen. Being-with.

  9. User Info Menu

    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Außer Eigenerfahrung nein. Ich bin kein Profi.
    Du bist auch betroffen? Das hätte ich nicht gedacht. Es tut gut zu wissen, dass man nicht allein damit ist

  10. User Info Menu

    AW: Kein Selbstwertgefühl - ich bin ein schuldiger, böser, schlechter Mensch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schüchtern, ängstlich und zurückhaltend sind ja an sich keine Störungen, oder? Jedenfalls nicht, wenn ein Sozialleben dadurch noch möglich ist.
    Störungen vorerst nicht, es sind Schwächen, meine ich. Nur, warum ist man schüchtern? Aus Angst zu versagen oder etwas falsch zu machen, was ja auch wieder eine Ursache hat, warum man so denken muss. Warum ist man eingeschüchtert und von wem und wieso. Vermutlich wird man Schüchtern gemacht. Viele Fragen können da schon auftauchen. Wenn man sich innerhalb eines Soziallebens darüber austauschen kann, ist es gut, wenn nicht, wird man diese Merkmale nicht los, oder kann in dieser Schnelllebigen Zeit überhaupt kein Sozialleben aufbauen. "Angst essen Seele" da ist schon was dran.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



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