Danke.
Oh Himmel, ja, sorry,Hast Du vielleicht eine andere Userin gemeint?
Denn @kenzia hat sich in diesem Strang (noch?) nicht zu Wort gemeldet.
danke fürs Aufmerksammachen.
Ich hatte zwei verschiedene Threads mitgelesen und angefangen, dazu zu schreiben und dann ist mein Laptop abgestürzt und das mit kenzia (Tribuns Thread) ist falsch hier gelandet, ich hatte die Wiederherstellfunktion benutzt.
Korrigiere ich gleich, danke.
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12.11.2017, 10:14Inaktiver User
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Geändert von Inaktiver User (12.11.2017 um 10:20 Uhr)
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12.11.2017, 11:43
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Vielen Dank, liebe Sternenfliegerin, für deinen Beitrag.
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Vieles war mir in dieser Tiefe und so geordnet nicht klar.
Tatsächlich wünsche ich mir seit meinem ersten Umzug als Kind nichts sehnlicher als ein richtiges Zuhause, aus dem ich nicht vertreiben werden kann. Meine Kindheit war nicht sehr geborgen. Gartenarbeit, handwerkliche Tätigkeiten, Geschichten und Geschichte befriedigen mich von damals in der Kindheit an bis heute zutiefst. Es gibt mir das Gefühl, unabhängig vom Wohlwollen anderer Menschen für mich sorgen zu können.
Ich kann mich auf keine Männer einlassen, ich habe einfach zu viele schlechte Beispiele vor Augen. Meine Eltern. Die paar Bekannten, die ich habe, trennen sich gerade oder wo das nicht geht machen sie sich seit Jahren das Leben zur Hölle. Was ich selbst erlebt habe, hat mir den Rest gegeben. Die Ansprüche, das ständige Gemecker, das brauche ich alles nicht, ich habe immer nach ein paar Wochen das Handtuch geworfen. Eine Beziehung bietet einem in zu vielen Fällen kein Zuhause. Die große Liebe verkert sich nach kurzer Zeit ins Gegenteil und abgesehen davon, dass man die Hölle erlebt bringt mich das Ganze sogar noch von mir selber weg, was das Alleinsein nicht tut.
Nur einmal, da habe ich bewusst eine Affäre mit einem verheirateten Mann angefangen. Bewusst, weil den Alltag, die Ansprüche, den ganzen Kampf und Krampf wollte ich der Ehefrau überlassen und nur das Schöne haben, nur die Sahne abschöpfen. Und jederzeit problemlos wieder aussteigen können. Und keine Angst haben müssen, ihn zu verlieren, denn da eine Trennung für ihn nie zur Debatte stand, "hatte" ich ihn ja gar nicht. Ich habe mich total verliebt. Es war so wunderschön mit ihm. Ich habe mir mehr Zeit mit ihm gewünscht. Ich habe mir Alltag mit ihm gewünscht. Ich habe mir gewünscht, dass wir morgens nebeneinander aufwachen und abends nebeneinander einschlafen, so wie es in unseren Kurzurlauben immer war. Deshalb haben wir die Affäre beendet. Mir hat es so nicht mehr gereicht und ihn plagte zunehmend ein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Frau. Ich bin heute noch sehr froh um dieses Erlebnis. Dadurch weiß ich, dass ich lieben kann, wenn auch (noch) nur unter solchen verknorzten Umständen.
Mein Vater hasst das Haus wie einen Eiterpickel und will es weg haben, weil er immer außen vor ist und er die Gefühle meiner Mutter mehr für sich haben will. Sie führen eine gleichberechtigte Ehe. Keiner lässt sich vom anderen unterbuttern. Sie hat auch mal gesagt "dem piept's, das ist mein Haus, damit mache ich was ICH will!" Er will auch nicht, dass sie hingeht, um zu räumen und die Sachen zu sichten (wenns nach ihm ginge, würde der Entrümpelungsdienst alles rausräumen und dann sofort zum Makler zum Verkaufen), aber sie geht dann entweder heimlich, wenn er nicht da ist oder sie lässt ihn halt meckern.
Nochmal vielen Dank an alle Beitragschreiber(innen)!Geändert von Dauerkultur123 (12.11.2017 um 12:03 Uhr)
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12.11.2017, 11:54
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass man manchmal zu drastischen, irrationalen Maßnahmen greifen muss, um sein Leben gut zu leben. Hab ja auch damals den Job, in dem ich unglücklich war, geschmissen um nach Hause zu kommen, in dem Bewusstsein, dass ich wohl den Rest meines Berufslebens Supermarktregale auffüllen muss, das war mir aber total egal und es war die richtige Entscheidung. Und es ist beruflich ja noch nicht mal so gekommen, sondern viel besser!
Allerdings: Wenn ich in das Haus ziehen würde... Ich glaube, das hätte keinen Sinn. Der Gedanke fühlt sich falsch an. Ich würde einer Vergangenheit hinterherrennen, die es so wahrscheinlich nie gab, nur in meinen Träumen. Es wäre der Asche hinterherjagen. Es würde mich nur noch mehr an etwas binden, das nicht gut ist. Ich brauche ein richtiges Zuhause. Dieses hängt mit Menschen zusammen. Leider empfinde ich Kontakte mit Menschen nicht als verlässlich.
Direkt nach der Schule habe ich ein Jahr in einer anderen Familie gelebt. Ich war dort glücklich, musste aber wieder weg. Ich habe Jahre gebraucht, um darüber wegzukommen. Wir haben viele Jahre Kontakt gehalten, inzwischen haben wir uns auseinandergelebt. Aber damals war das wirklich grauenhaft, als ich dort wegmusste. Immer wenn ich etwas fand, musste ich wieder weg. Ich schaffe es nicht mehr, mich auf engere Bindungen einzulassen. Aber mit ein paar Freundinnen, mit denen man rumblödeln kann, hätte ich nicht dieses Problem, das wäre schön.
Ich würde nie meine Arbeit aufgeben. Sie ist, seit ich diesen Job habe, die andere Konstante in meinem Leben. Mein Beruf ist nicht so häufig, ich fände auch keinen näher am alten Haus (hab schließlich vor meinem jetzigen Job 10 Jahre lang danach gesucht).Geändert von Dauerkultur123 (12.11.2017 um 12:01 Uhr)
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12.11.2017, 14:31Inaktiver User
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Das halte ich grundsätzlich für eine gute und richtige Erkenntnis
. An der Abhängigkeit von Menschen würde ich aber arbeiten, denn wie du selbst schon sagst: Menschen kommen und gehen. Wer sich auf Menschen als Fundament seines Lebens verlässt, baut meiner Erfahrung nach auf Sand. Das heißt ja umgekehrt nicht, dass Sozialkontakte nicht das „Sahnehäubchen“ sein können. Nur wenn das Leben ohne Sahne so gar nicht schmeckt, hat man auch ein Problem. Und zu viel Sahne ist auch ungesund.
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12.11.2017, 16:20
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Das Leben ist immer im Fluss, anders kann es gar nicht sein. Es fängt etwas an und es hört etwas auf, manchmal muss auch erstmal etwas aufhören, damit etwas anderes neu anfangen kann.
Meine Erfahrung aus 51 Jahren: an nichts sein Herz hängen, was nicht auch sein Herz an mich hängen kann!
Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)
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12.11.2017, 22:00
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Sowas kann nur ein Mensch schreiben, der, wenn ein Kontakt endet, in absehbarer Zeit einen neuen findet. Wer nach einem Kontakt, der einem wirklich etwas bedeutet jahrelang allein ist bis sich wieder etwas vergleichbares ergibt, wird das anders sehen. Nenn es von mir aus Abhängigkeit. Ja ich bin davon abhängig, weil ich weiß, dass danach sobald keine Alternativen kommen und ich einer sehr, sehr langen Zeit allein entgegebnblicke. Aber ich bin wahrscheinlich eh nur zu doof meinen Arsch hochzukriegen, ansonsten hätte ich ja immer Freunde und wenn die wechseln ist ja kein Problem, ein paar mal das Haus verlassen dann lernt man wieder jemanden kennen. Klappt bei anderen ja auch. Dann hätte ich auch kein Hausproblem und überhaupt kein Problem, das Leben ist so einfach.
Tschuldigung, das musste jetzt mal raus, aber manche Sprüche kann ich echt nicht mehr hören.
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12.11.2017, 22:33Inaktiver User
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Hallo Dauerkultur,
ich finde deine Posts sehr berührend.
Hast du schonmal eine Therapie gemacht?
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12.11.2017, 22:42Inaktiver User
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Kara_Thrace hat im Grunde Recht; nur in emotionaler Abhängigkeit zu anderen zu existieren ist gefährlich.
Man schwebt ständig in der Gefahr, die Basis zu verlieren, auf der das Leben aufgebaut ist. Das macht unentspannt, ängstlich, eifersüchtig, neidisch, unterwürfig... unglücklich.
Kein anderer Mensch kann einem geben, was nicht zumindest im Ansatz in einem drin ist.
Das Bewusstsein, liebenswert zu sein. Interessant zu sein. Wertvoll zu sein. Unabhängig und stark zu sein. Liebevoll und zugewandt zu sein, gut zu sich selbst und zu anderen. "Richtig" zu sein.
Heimat ist zuallererst in Dir. Liebe zu Dir ist zuallererst in Dir.
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13.11.2017, 06:17Inaktiver User
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Nellifer,
dein Post würde ich schon unter "ärgerlich" einordnen, zaghaft ausgedrückt.
Wir brauchen nämlich alle Beziehungen um uns weiter zu entwickeln, ja, sogar um nicht an Einsamkeit zu sterben.
Gerade wird mir das wieder stark bewusst weil ich endlich das Buch von Patti Smith gefunden habe: Just Kids
Darin beschreibt sie ihre im Grunde genommen lebenslange Beziehung zu ihrem Freund Robert Mapplethorpe.
Sie haben sich gegenseitig befruchtet.
Was du hier Abhängigkeit nennst ist eben das was ein Mensch braucht um sich entwickeln zu können.
Wie soll das alles alleine gehen? Ohne die Auseinandersetzung, ohne den Schutz manchmal weil man in manchen Phasen des Lebens so verletzlich ist etc.....
Diese Abhängigkeit zu akzeptieren halte ich für Reife.
Deshalb lebt man noch lange nicht wie ein Schoßhündchen.
Was du da in deinem Post beschreibst ist ja eher ein Zu-machen. Und das finde ich eher gefährlich.
Lieben als solches hat vielleicht mit Abhängigkeit zu tun, aber nicht im Sinne von minderwertig.
Oder auch mit Brauchen, um auch noch das andere schreckliche Wort hier rein zu bringen.
Ich denke mal wem das nicht bewusst ist - der kann einfach nicht wählen.
Und das müssen wir schon, und ein klein wenig nimmt man immer mit.....
Man geht nie so ganz ohne. Auch wenn es nach außen hin so aussieht.
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13.11.2017, 07:57
AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen
Danke, Riesenschnecke. So sehe ich das auch.
1. Ich halte es für ein natürliches Bedürfnis des Menschen, Sozialkontakte zu haben.
2. Wenn dieses über Jahrzehnte hinweg kaum befriedigt wird und man deshalb traurig ist, halte das ich für normal.
3. Dieses als zu bekämpfende Abhängigkeit hinzustellen halte ich für zynisch. Ich sag ja einem Unterernährten auch nicht, gewöhne dir deine Abhängigkeit vom Essen ab, man braucht es gar nicht.
Therapien habe ich schon en Masse gemacht. Die letzte Therapeutin konnte sich auch nicht erklären, warum ich keine Leute kennenlerne. Sie riet mir, immer dran zu bleiben, es sei halt ein zähes Geschäft.
Obwohl ich in gewisserweise ein Wrack mit tausend Baustellen bin und mich die Situation zur Zeit belastet, empfinde ich mich als Menschen, der in sich ruht. Dies wurde mir sogar schon von anderen gesagt, dass ich in mir ruhen würde und sie das bewundern.
Ich hoffe, wenn ich Menschen kennenlerne, die mir wirklich etwas bedeuten, würde ich mich nicht an sie klammern, einfach weil mir diese Kontakte zu wichtig sind um sie durch dumme Abhängigkeiten kaputtzumachen.Geändert von Dauerkultur123 (13.11.2017 um 07:58 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler




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