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    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Das ist doch eigentlich die Coachinglektion Nummer Eins, oder? Ziel konkret definieren. Plus Zeitangabe.
    Ach. Zeitangaben.

    Bleib mir weg mit Zeitangaben.

    Es mag Leute geben, für die funktionieren Zeitangaben, bei mir funktionieren die nie. Immer, wenn ich mir so einen super Plan mit Zeitangabe zurecht gelegt hatte... passieren plötzlich eine Menge andere Dinge, die zuerst erledigt werden müssen (ja, sie müssen - geht nicht anders. Die Alternative wäre die Vollblockade, auch schon x mal durchexerziert) - also verzichte ich auf Zeitangaben.

    ich plane eher Prozesse als Ergebnisse. "ich geh zwei Mal wöchentlich trainineren" kann ich mir sehr gut vornehmen und das auch umsetzen. "Bis Datum X bringe ich Leistung Y" - nö. Irgendwie sträubt sich mein ganzes Wesen gegen solche Vorsätze, und die Selbstsabotage läuft zu Hochtouren.

    Erfahrungsgemäss kommt alles irgendwann, aber es kommt halt, wenn es kommt. Wenn ich ältere Wunschlisten betrachte - also was ich in meinem Leben ändern will - so ist zehn Jahre später eigentlich immer alles eingetroffen. ok, fast alles. Aber es kommt halt, wenn es kommt, und wenn die Zeit reif ist, macht es dann auch zackbumm und es ist da, und zwar schöner, besser, cooler als ich es mir je hätte vorstellen können.

    gruss, barbara

  2. Inaktiver User

    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Solange du noch jung bist und verspielt, erscheint diese Haltung wie ein lustiges Add-on deines (vielleicht gerade) etwas langweiligeren Alltags. Behälst du aber diese Einstellung, wird es ein Lebensprinzip: Dann wirst du über alles, was im Grunde braune Scheiße ist, einen rosa Lack drübertackern - und dir vorlügen, es sei tatsächlich rosa.

    Leider aber stinkt es zum Himmel. Und dann fragst du dich mit 30, 40 oder 50, warum das rosa Einhornhäufchen neben dir so garstig stinkt.

    Das Prinzip, das du beschreibst, lautet: Scheuklappen. Diese machen Sinn, wenn du z.B. durch eine schwierige Prüfung durchmusst, gerade einen cholerischen Chef hast, dich aber fleissig rausbewirbst oder du eine Diät machst aus gesundheitlichen Gründen und nicht Halt machst beim Süßigkeitenregal. Dann bringen dich die Scheuklappen zum Ziel, weil du dich darauf konzentrierst (Madonna war es glaube ich, die mal sagte, wenn sie ein Ziel anstrebe, dann bräuchte sie Scheuklappen, um Ablenkendes wie z.B. kritische Presse auszublenden).

    In anderen Fällen tendierst du zur Lebenslüge.
    Äh - nein, überhaupt nicht ! Das nennt sich Phantasie und Lebensliebe!

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    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    @Himiko:

    Ich bin zum Beispiel jemand, die mit Zielen nicht wirklich viel anfangen kann. Ziele machen mich nervös, panisch und lähmen mich, sodass ich gar nicht mehr anfange, etwas zu tun. Und dabei spielt es keine Rolle, wie groß das Ziel ist.

    Natürlich müssen Pflichten erledigt werden, aber wenn etwas nicht unbedingt nötig ist und ich auch keine Lust dazu habe, mache ich es nicht.
    Wenn ich statt des Abwaschens gerade viel mehr Lust auf ein heißes Bad verspüre, weil ich weiß und auch fühle, dass mich gerade DAS gerade sehr glücklich macht, dann mach ich das. Dann bleibt das dreckige Geschirr halt stehen. Ich habe noch genug im Schrank und es läuft mir nicht weg. Irgendwann, das weiß ich, kommt dann der Punkt, wo ich denke, so jetzt ist das Geschirr dran und dann stört es mich auch nicht, dass ich vielleicht 30 oder 40 Minuten dafür brauche.

    Und gerade mit solchen kleinen Dingen fängt es doch schon an. Es muss nicht immer ein großes Projekt sein, manchmal helfen schon klitzekleine Dinge im Alltag.

    Wie hier schonmal jemand sagte, so ein "Gratitude Log", wo man täglich Dinge aufschreibt, die einen glücklich gemacht haben oder die besonders schön waren... Oder schlicht und einfach ein stinknormales Tagebuch führen.

    Ich hatte jahrelang das Gefühl, dass mir irgendwas fehlte, dass ich mich verändern muss, um der Mensch zu werden, der ich sein wollte. Aber weißt du was? Ich war dieser Mensch schon längst. Ich musste einfach nur lernen, wieder einen Freund in mir zu sehen und dann war es plötzlich ganz leicht, auch wieder auf mich selbst zu hören und dem nachzugehen, was ich wirklich aus meinem Inneren heraus wollte und brauchte und nicht, wovon andere der Meinung waren, dass ich sie brauchte. Denn dazu sind wir Menschen einfach zu verschieden...

  4. Inaktiver User

    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ach. Zeitangaben.

    Bleib mir weg mit Zeitangaben.

    Es mag Leute geben, für die funktionieren Zeitangaben, bei mir funktionieren die nie. Immer, wenn ich mir so einen super Plan mit Zeitangabe zurecht gelegt hatte... passieren plötzlich eine Menge andere Dinge, die zuerst erledigt werden müssen (ja, sie müssen - geht nicht anders. Die Alternative wäre die Vollblockade, auch schon x mal durchexerziert) - also verzichte ich auf Zeitangaben.

    ich plane eher Prozesse als Ergebnisse. "ich geh zwei Mal wöchentlich trainineren" kann ich mir sehr gut vornehmen und das auch umsetzen. "Bis Datum X bringe ich Leistung Y" - nö. Irgendwie sträubt sich mein ganzes Wesen gegen solche Vorsätze, und die Selbstsabotage läuft zu Hochtouren.

    Erfahrungsgemäss kommt alles irgendwann, aber es kommt halt, wenn es kommt. Wenn ich ältere Wunschlisten betrachte - also was ich in meinem Leben ändern will - so ist zehn Jahre später eigentlich immer alles eingetroffen. ok, fast alles. Aber es kommt halt, wenn es kommt, und wenn die Zeit reif ist, macht es dann auch zackbumm und es ist da, und zwar schöner, besser, cooler als ich es mir je hätte vorstellen können.

    gruss, barbara
    Unterschreib! Kenne ich ziemlich genau so!

  5. gesperrt

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    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber ich arbeite dran.
    Habe heute mit Coach zwei Mini-Veränderungen überlegt, die ich die nächsten Tage täglich tu.
    Wenn das zwei Minis sind, die beide deine Lebensqualität ein bisschen verbessern: genau so fängt man an.

    Der Anfang mag schwer, langwierig und mühselig sein, aber mit der Zeit kriegt das Ding dann schon Dynamik.

    gruss, barbara

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    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ach. Zeitangaben.
    Bleib mir weg mit Zeitangaben...
    "ich geh zwei Mal wöchentlich trainineren" kann ich mir sehr gut vornehmen und das auch umsetzen. "Bis Datum X bringe ich Leistung Y" - nö.
    Aber "Ich geh zwei Mal wöchentlich trainieren" IST doch eine konkrete Zeitangabe
    (Was? = Trainieren = das Ziel / Wann? = 2x die Woche)...

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    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Äh - nein, überhaupt nicht ! Das nennt sich Phantasie und Lebensliebe!
    2 Menschen, 2 Sichtweisen.

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    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Immer, wenn ich mir so einen super Plan mit Zeitangabe zurecht gelegt hatte... passieren plötzlich eine Menge andere Dinge, die zuerst erledigt werden müssen

    Hast du ein Beispiel dafür? Für mich klingt das eher nach einem sehr starken Ausredenkatalog...

  9. gesperrt

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    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Aber "Ich geh zwei Mal wöchentlich trainieren" IST doch eine konkrete Zeitangabe
    (Was? = Trainieren = das Ziel / Wann? = 2x die Woche)...

    ja, aber eine Zeitangabe dazu, wann ich etwas bestimmtes tun will (egal wie es dann rauskommt), und nicht eine Zeitangabe, die definiert, bis wann ich ein bestimmtes Ergebnis haben will.

    Das ist ein grosser Unterschied.

    gruss, barbara

  10. Inaktiver User

    AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen

    Hast du ein Beispiel dafür? Für mich klingt das eher nach einem sehr starken Ausredenkatalog...
    Das geht mir aber ganz genau so. Ich reagiere auf jede Form von Druck / fester Vorgabe von außen (selbst, wenn von mir selbst gesetzt) mit Verweigerung. Funktioniert aber gar nicht so schlecht: wenn ich alle anderen Dinge erledige, die ich tun könnte, nur um nicht XYZ laut Plan zu machen, ist das ja auch effektiv.

    Das funktioniert für mich manchmal auch gar nicht schlecht bei ToDo-Listen: nicht das Unangenehmste erledigen, sondern erst mal den ganzen etwas weniger schlimmen Kram. Beim Unangenehmsten einfach abwarten, bis etwas anderes kommt, das noch unangenehmer ist. Nur eine Frage der Zeit... so arbeitet sich auch alles ab.

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