Hallo Comsai,
das Gehirn ist träge und faul und lebt am liebsten in Routinen. Um sich umzuordnen braucht es ein lohnendes Ziel. Das ist so. Neuropsychologie. Kannste überall nachlesen. Ohne Anreiz bleibt man stecken im alten Fahrwasser.
Deshalb raten dir hier ausnahmslos alle (und das ist hier im Forum eine Rarität!), dir ein konkretes Ziel zu setzen. Und das bedeutet, eines das man irgendwie messen, riechen, anfassen, spüren kann. Nicht so fischig und schwammig, wie du das hier formulierst.
Wenn dein Coach einfach so kleine Übungen mit dir austüftelt so nach dem Motto „ab morgen nimmst du die Kaffeetasse immer in die linke statt in die rechte Hand.“ dann will er mit dir Geld verdienen, wird dich aber null Komma garnix weiter bringen. Wenn du (vielleicht willst du dich ja auch hier im Forum nicht „nackig“ machen) dein Ziel schon mit ihm konkret gemacht hast wie „in 3 Monaten 5 kg abnehmen“ und die erste kleine Übung ist, den Zucker im Kaffee morgens wegzulassen, dann taugt der Coach was.
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07.11.2017, 21:03Inaktiver User
AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.
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07.11.2017, 21:32
AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.
Wenn du konkrete Ziele hast und weißt, was du tun mußt um sie zu erreichen, dann ist es *das* zumindest nicht, wo sich am Veränderungsprozeß was verbessern läßt....
Ich vermeide Ergebnisziele. Das ist immer so ein Glücksspiel, und dann hat man kein Glück und ist demotiviert.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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07.11.2017, 22:18
AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.
Damit hast Du zwar auf den ersten Blick recht. Doch dieser Strang existiert erst seit kaum mehr als 24 Stunden. Es gibt eine Menge Leute, die noch gar keine Chance hatten, eine ggf. abweichende Meinung zu äußern. Von daher sagt die momentane Einstimmigkeit nicht sonderlich viel.
Es ist in der Regel nur eine Frage der Zeit, bis jede erdenkliche Meinung von irgendwem vertreten wird. Die Stränge, in denen das nicht passiert, sind, wie Du richtig sagst, äußerst rar. Und dieser ist schon mal keiner davon.
Ich z. B. bin nämlich anderer Meinung.
Nicht weil ich grundsätzlich was gegen konkrete Ziele hätte, absolut nicht, sondern weil ich eine Menge von Bauchgefühl halte. Und das sagt der TE offenbar gerade was anderes. Es ist sicher sinnvoll, das noch weiter zu untersuchen, in alle Richtungen. Doch das einfach so abzubügeln, nur weil ein paar Leute hier sich zufällig mal kurzzeitig einig sind, fände ich die falsche Begründung.
Entschuldige, Comsai, eigentlich hatte ich nicht vor, hier zu schreiben (da keine Zeit). Aber diesem „Alle sagen xyz.“ musste ich einfach mal eben kurz widersprechen.
Du bist schon eine Weile hier und hast sicher beobachtet, dass das Forum seine eigene Dynamik hat. Entwicklungen im RL gehen gefühlt immer viel zu langsam. Manchmal passt das zusammen, und die TE brauchen quasi nur einen letzten Anstoß durch die Forumsdiskussion, wie hier z. B. Dann bekommen sie (in diesem Fall absolut zu Recht, wie ich auch finde) viel Applaus und Zustimmung. Aber Entwicklungen verlaufen unterschiedlich, und eher selten ist eine Person, die hier einen Strang eröffnet, zeitgleich auch an einem „Breaking Point“, meist sehr zur Frustration der User, die Action wollen. (Das liegt nicht an den Usern, sondern an den Gesetzen des Forums. Man will eben, dass was passiert und die Geschichte weitergeht! Geht mir auch so – deswegen habe ich persönlich einen Hang zu alten Strängen...
) Wenn Du hier weiter schreibst, wirst Du das vermutlich erleben...
Wie hier schon mehrfach und von sehr vielen geschrieben (aber für TE immer sehr schwer umzusetzen, ich weiß): Nimm, was Du brauchen kannst, und lass den Rest. Am Ende des Tages sind wir alle nur irgendwelche fremden Leute im Internet.
Manchmal, hie und da, haben wir vielleicht mal eine supergeniale Idee. Aber Dein Leben solltest Du trotzdem nicht von uns bestimmen lassen.
We are born to be happy, not perfect.
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08.11.2017, 00:18Inaktiver User
AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.
Mir hilft es, surreal zu sein. Wache ich morgens antriebslos auf, lasse ich nacheinander alle vier Wände des Schlafzimmers sich vor mir verneigen und Guten Morgen, Liebchen sagen. Dann sagen sie es noch dreimal im Chor: Guten Morgen, Liebchen.
Klingt gaga, ist gaga. Und doch: Nach dieser imaginären Begrüßung fühle ich mich besonders und wertvoll und habe den inneren Antrieb, gut mit mir umzugehen.
Im Bad geht das Märchen weiter. Egal, ob ich gerade in einer Beziehung bin oder nicht, steckt ein Paarsymbol am Spiegel. Momentan: https://abload.de/img/win_20171107_233503z3kk3.jpg. Das macht so ein bräutliches Gefühl, das mich ganz von selbst dazu bringt, mich gut um Haut und Haar zu kümmern.
Wenn ich arbeite, was mir wenig Spaß macht, stelle ich mir vor, dass mein Einkommen ein halbes Dutzend Menschen und eine Katze über Wasser hält. Das stimmt nicht und ich habe keine Katze. Doch ich spende jeden Monat an eine Hilfsorganisation für Wohnungslose. Das reicht schon, um die Illusion in Gang zu halten, dass mein Job überlebenswichtig für mehr Menschen als nur für mich selbst ist.
Das Leben an sich ist ein bisschen öde. Deshalb mache ich es künstlich festlicher und inspirierender. Denn in dem Modus mag ich mich lieber und behandle mich selbst besser.
Ich glaube, wir sollten uns alle viel mehr vormachen.
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08.11.2017, 06:17Inaktiver User
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08.11.2017, 06:23Inaktiver User
AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.
wow Zinn.......das sind ja tolle Ansätze!
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08.11.2017, 06:37Inaktiver User
AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.
Liebe TE,
je mehr wir mit unserem Inneren in Verbindung stehen desto einheitlicher und stimmiger können wir unser Leben leben.
Wenn die Zeit reif ist so einen Weg zu gehen, dann taucht kein inneres Schild auf- Wegweiser- der uns sagt, was man konkret tun sollte sondern man wird einfach nur von einer inneren Unzufriedenheit getrieben.
Und man denkt sich dann ganz viele logische Sachen aus, die es wohl gerade braucht damit es einem wieder gut geht
Alles im Außen hat eine Wirkung auf uns Innen und so ist letztlich jede Aktion, die wir ausführen, auch nicht umsonst.
Auch wirkt zB aufräumen oder sortieren auf unser Inneres- es gibt viele Aspekte, die alleine nur dazu wirken.
Es ist halt leichter, wenn wir ein konkretes Problem haben- zB mit dem Partner- und wir das dann a- ganz logisch erkennen können und b- damit dann gezielt arbeiten.
Anders, wenn in uns etwas anklopft, was wir noch nicht erkennen und zuordnen können.
Das sind dann gerne Rufe aus unserem Inneren, die wir nicht gewohnt sind zu hören oder ihnen zuzuhören.
Ich denke, du bist auf dem Weg und da gibt es kein richtig und falsch.
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08.11.2017, 08:35
AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.
Solange du noch jung bist und verspielt, erscheint diese Haltung wie ein lustiges Add-on deines (vielleicht gerade) etwas langweiligeren Alltags. Behälst du aber diese Einstellung, wird es ein Lebensprinzip: Dann wirst du über alles, was im Grunde braune Scheiße ist, einen rosa Lack drübertackern - und dir vorlügen, es sei tatsächlich rosa.
Leider aber stinkt es zum Himmel. Und dann fragst du dich mit 30, 40 oder 50, warum das rosa Einhornhäufchen neben dir so garstig stinkt.
Das Prinzip, das du beschreibst, lautet: Scheuklappen. Diese machen Sinn, wenn du z.B. durch eine schwierige Prüfung durchmusst, gerade einen cholerischen Chef hast, dich aber fleissig rausbewirbst oder du eine Diät machst aus gesundheitlichen Gründen und nicht Halt machst beim Süßigkeitenregal. Dann bringen dich die Scheuklappen zum Ziel, weil du dich darauf konzentrierst (Madonna war es glaube ich, die mal sagte, wenn sie ein Ziel anstrebe, dann bräuchte sie Scheuklappen, um Ablenkendes wie z.B. kritische Presse auszublenden).
In anderen Fällen tendierst du zur Lebenslüge.
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08.11.2017, 08:38
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08.11.2017, 08:42
AW: Lernen "gut" mit sich zu leben.
Wieso steht in nahezu jedem Ratgeber, man möge seine Gedanken in jedem Fall schriftlich fixieren?
Also: Ziele aufschreiben, ausdrucken, sichtbar aufhängen z.B. Oder: Seine Gefühlswelt, die Stürme der Seele ---> aufschreiben.
Das gesprochene Wort ist flüchtig. Schreiben ist verbindlich. Wer schreibt, der bleibt, so heißt es häufig in der Berufswelt.
Wer schreibt, steigt in einen kreativen Prozess ein.
Mir persönlich haben die Stränge geholfen, mich zu sortieren. Und ich konnte viele Aspekte von anderen (hier vor allem im Mütterforum) gut annehmen und umsetzen.


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