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    Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Hallo,

    bin ganz frisch hier, weil mich eine Frage umtreibt - vielleicht kann jemand was dazu sagen... ziemlich lang nur, mein erster Post...

    mich treibt gerade folgende Frage um: kann man die die Mängel, die man in der Kindheit erfahren hat jemals wirklich ausgleichen und wenn ja – wie macht man das?

    Manche vertreten die These, man müsse mit der Vergangenheit seinen Frieden machen – sie „einfach“ abhaken, nach vorne schauen. Andere Thesen besagen, man muss die Vergangenheit aufarbeiten /z.B. durch eine Familienaufstellung etc.)

    Ich habe nun beides versucht – komme aber nicht richtig weiter. Mein Problem, das mir im familiären Kontext (Exmann, Kinder) wirklich immer wieder zu schaffen macht, sind Verhaltensmuster und Kommunikationsstrukturen, die ich aus meiner Ursprungsfamilie kenne: Sachen unter den Teppich kehren, Form wahren, Schuldzuweisungen, Sachen aus dem Weg gehen, fliehen auf der einen Seite, – und, eigentlich das Schlimmste – auf meiner Seite-, für alles verantwortlich sein und mit allem allein gelassen werden und eine daraus resultierende Kontrollsucht (wenn ich es nicht mache, macht es keiner – oder schlecht). In meinem Fall ist es tatsächlich so – Kinder und Exmann wissen in der Regel alles besser – kümmern sich dann aber um nix – dafür bin ich schließlich da. Mein Dilemma dabei: ich habe die Wahl zwischen Variante a) sich um alles kümmern und die nervige Mutter sein oder b) gegen die Wand fahren zu lassen (und ich rede jetzt nicht von vergessenen Schulbroten, sondern von Dingen, die wirklich weitreichende Folgen haben). Jetzt weiß ich ja, dass mein Verhalten aus meiner früheren Situation heraus resultiert, aber ich kann es einfach nicht lassen, denn es geht ja um meine Kinder und nicht nur um mich...

    Zweite Überlegung: ich habe jahrelang in einer lieblosen Ehe ausgeharrt, in der ich Aufmerksamkeit und Zuwendung vermisst habe (wie als Kind) – diese Zeit ist jetzt aber nicht mehr rückgängig zu machen – und was nützt es mir, dass ich jetzt weiß, wo es herkommt? Zuwendung und Zuneigung kann ich von Freunden bekommen, aber das ist doch nicht das gleiche? Ich kann mir selber Blumen kaufen, ich kann im Prinzip alles selber machen, aber ich empfinde das nicht als gleichwertigen Ersatz für das, was ein liebevoller Partner oder liebevolle Eltern hätten tun können.

    Jetzt bin ich wieder an dem Punkt, an dem ich an eine weitere Therapie denke (ich war über die Jahre hinweg immer mal wieder, das hat auch geholfen, aber irgendwann schleichen sich die alten Muster und Verletzungen wieder ein, deswegen weiß ich nicht, was das bringen könnte). Im Prinzip WEISS ich ja, was schiefgelaufen ist, aber ich fühle es nicht wirklich. Deswegen habe ich die Familienaufstellung gemacht, weil das ja auf einer anderen Ebene abläuft, leider war ich mit dem Ergebnis auch ratlos – und jetzt steh ich wieder mal alleine mit allem da.

    Außerhalb der Familie habe ich genügend Kontakte und Freundschaften, in denen ich als Mensch gecshätzt werde und mir Zuwendung entgegengebracht wird – aber innerhalb der Familie???

    Kennt das jemand und hat einen guten Rat?

  2. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    willkommen, @ Cassie!


    ja, kenne ich sehr gut

    mein guter Rat ist:

    Achtsamkeitstraining

    lernen, bewusst im Hier und Jetzt zu leben

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    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?



    Liebe Cassie,

    ich kenne das

    Wenn 71 dein Geburtsjahr ist, bin ich älter.

    "Sich selbst beeltern"......langer Weg und ich war viele, viele!!! Jahre nicht dazu in der Lage.

    Weil ich den Mangel des Entbehrten so stark spürte und für mich nichts mit " Original" vergleichbar schien

    Keine tolle Kindheit, Lieblosigkeit in der Ehe und dann noch Alleinverantwortung für Kinder
    Wo ich selber auch mal gern zwischendurch Kind gewesen wäre

    Von meinen Eltern oder auch den Eltern der gelegentlichen Partnern

    Es kamen auch keine Partnerschaften zustande, in denen ich mich hätte mal zurücklehnen können

    Stattdessen lange "die Böse", die es nicht vor die Wand laufen lassen konnte
    Kontrolle musste sein!! Wer hätte es denn sonst getan!!!?

    Ich hatte gute Freunde, aber keine große Unterstützung.

    Die bekam ich GsD durch die vielennTherapien und auch Familienaufstellungen.

    Aber nicht mit dem Zackzackerfolg, sondern sehr laangsam

    Immerhin: das was ich mir step by step erarbeitet habe, nahm/nimmt mir keiner

    Dazu war die Zeit meine Verbündete-Kinder werden groß

    Tolle Empfehlungen kann ich nicht bieten, stattdessen ein "Kenn ich und Anerkennung für das, was Du da lebst"
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

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    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen
    Mein Problem, das mir im familiären Kontext (Exmann, Kinder) wirklich immer wieder zu schaffen macht, sind Verhaltensmuster und Kommunikationsstrukturen, die ich aus meiner Ursprungsfamilie kenne:
    Das oben Zitierte und die Aussage des Strangtitels sind mE zwei
    verschiedene Paar Schuhe.

    Mit "nachträglich" eine glückliche Kindheit haben ist gemeint, sich nicht
    als Opfer der Vergangenheit zu begreifen, trotz aller Prägungen, sondern
    durch differenzierte Betrachtung die Kindheit auch als eine Quelle der
    Kraft zu begreifen. So ungefähr, denke ich, stimmt das ;).

    Meinst Du mit Deinem Problem denn Deine eigenen hinderlichen Verhaltes- und
    Kommunikationsmuster?

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    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Ich meine beides - dass meine Verhaltensweisen die mein aktuelles Leben beeinträchtigen, damit zu tun haben, was ich früher "gelernt" habe.

    Und dass ich einerseits dieses Verhalten ablegen möchte, mir andererseits der erfahrene Mangel auch persönlich - über die Verhaltensweisen hinaus, immer wieder zu schaffen macht. Hoffe das ist verständlich ausgedrückt.

  6. User Info Menu

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Familienaufstellungen nicht helfen. Therapien haben mir nichts gebracht.

    Die Erkenntnis, daß in jeder Familie irgendwelche Dinge falsch laufen, hat mich weitergebracht. In jeder Familie stimmt irgendetwas nicht. Die Erkenntnis, daß jeder für sein glücklich sein selber verantwortlich ist, hat dazu geführt, daß ich nicht von anderen erwarte, daß sie mich glücklich machen, ich mache das selber.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  7. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen
    Ich meine beides - dass meine Verhaltensweisen die mein aktuelles Leben beeinträchtigen, damit zu tun haben, was ich früher "gelernt" habe.

    das kann man auch wieder "verlernen" i.S. von überschreiben mit adäquaterem/sinnvollerem Verhalten....

    Und dass ich einerseits dieses Verhalten ablegen möchte, mir andererseits der erfahrene Mangel auch persönlich - über die Verhaltensweisen hinaus, immer wieder zu schaffen macht. Hoffe das ist verständlich ausgedrückt.[/QUOTE]

    bisherigen Mangel kannst Du nicht wieder "gutmachen"-

    doch Du kannst ab Jetzt gut zu Dir sein und Dir jetzt selber geben, was Du brauchst!

    Letztlich sind wir alle im Grunde allein auf der Welt und es wird uns nur gut gehen, wenn wir selbst gut für uns sorgen-

    keiner sonst ist dafür zuständig-

    das nennt man dann erwachsen sein

  8. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen

    Die Erkenntnis, daß in jeder Familie irgendwelche Dinge falsch laufen, hat mich weitergebracht. In jeder Familie stimmt irgendetwas nicht. Die Erkenntnis, daß jeder für sein glücklich sein selber verantwortlich ist, hat dazu geführt, daß ich nicht von anderen erwarte, daß sie mich glücklich machen, ich mache das selber.
    tja, das deckt sich mit meiner Meinung- hat sich eben überschnittten

  9. User Info Menu

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?



    Ich schreibe mal, was mir geholfen hat:

    Jeden Tag eine Stunde Yoga,
    jeden Tag 20 Minuten Meditation.


    Bücher, die mir geholfen haben:

    Dalai Lama, Der Weg zum Glück
    Jack Kornfield, Das weise Herz
    Matthias Ennenbach, Buddhistische Psychotherapie.

    Was die Bücher bei mir bewirkt haben, hat kein Therapeut geschafft. Im Gegenteil, ich habe mich mit Therapeuten herumgezofft, weil sie einen grottigen Käse geredet haben. In den Büchern habe ich mich wiedergefunden, alles war für mich logisch und es gibt Erklärungen, wie der Geist, Gefühle und der Mensch geschaffen sind und, was ich wichtig finde, was man tun kann.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  10. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen

    Was die Bücher bei mir bewirkt haben, hat kein Therapeut geschafft.
    danke, bei mir dito..

    ...und die Auseinandersetzung mit mir und dem Sinn des Lebens..... (gute Buchtipps!)

    kann dazu nur heftig nicken....

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