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  1. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen

    Zweite Überlegung: ich habe jahrelang in einer lieblosen Ehe ausgeharrt, in der ich Aufmerksamkeit und Zuwendung vermisst habe (wie als Kind) – diese Zeit ist jetzt aber nicht mehr rückgängig zu machen – und was nützt es mir, dass ich jetzt weiß, wo es herkommt? Zuwendung und Zuneigung kann ich von Freunden bekommen, aber das ist doch nicht das gleiche? Ich kann mir selber Blumen kaufen, ich kann im Prinzip alles selber machen, aber ich empfinde das nicht als gleichwertigen Ersatz für das, was ein liebevoller Partner oder liebevolle Eltern hätten tun können.
    ich würde dir raten, mal deine Erwartungshaltung zu überdenken. Woher soll ein Partner wissen, wie und wie oft er dir genau die Zuwendung geben soll, die du brauchst? Er kann ja nicht in deinen Kopf hineinschauen.

    Meine Empfehlung wäre, deinen Denkansatz hier umzudrehen: sich selbst Blumen schenken (zu können), mit sich zufrieden zu sein, schöne Dinge allein oder mit Freunden zu machen - das ist die Essenz des Lebens. Ein Partner kann da immer nur ein Add-on sein, also das Sahnehäubchen oben drauf. Wenn das Leben ohne das Sahnehäubchen nicht schmeckt, hat es in meiner Sicht einen grundsätzlichen Fehler . Nur wer sich selbst genügt, ist wirklich frei. Ansonsten schaffst du immer Abhängigkeiten - willst du das?

  2. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Mir hat die Erkenntnis geholfen, dass Eltern auch Opfer ihrer Verhältnisse waren. Lieblose Eltern hatten. Oft nicht aus ihrer Haut heraus konnten. Nie gelernt haben, zu reflektieren. Einfach nicht besser konnten. Die Erziehung war früher viel strikter, Kriegserlebnisse waren traumatisch ... Prügelnde Eltern sind selbst geprügelt worden. Wie sollen sie es besser wissen, wenn sie es nicht vorgelebt bekommen haben.

    Dieses Bewusstsein lässt mich heute alles milder betrachten. Es gibt immer zwei Seiten.

    Aber natürlich kommen alte Verhaltensmuster immer wieder wieder durch. Konflikte nicht ansprechen. Schweigen. Beleidigt sein. Man kommt aber nicht weiter damit. Das mache ich mir dann jedes Mal wieder bewusst. Und ja, das nennt man erwachsen sein. Ist auch eine Frage das Alters. Heute bin ich meinen Eltern nicht mehr böse. Aber zu ihren Lebzeiten war ich noch nicht fähig dazu.

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    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    @ Perlengazelle, diese Erkenntnisse kamen bei mir dazu.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

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    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    danke, bei mir dito..

    ...und die Auseinandersetzung mit mir und dem Sinn des Lebens..... (gute Buchtipps!)

    kann dazu nur heftig nicken....
    So ist es
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  5. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Dieses Bewusstsein lässt mich heute alles milder betrachten. Es gibt immer zwei Seiten.


    weise Worte- wohl dem, der zu dieser Gelassenheit gelangt ist....

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    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Ich weiß dass es immer zwei Seiten gibt. Ich mache ihnen auch keinen Vorwurf (mehr). Es macht die Folgen aber auch nicht leichter... Besonders, wenn ich mich dabei erwische, genauso zu handeln wie meine Mutter. Was ich nie wollte.

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    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    "ich würde dir raten, mal deine Erwartungshaltung zu überdenken. Woher soll ein Partner wissen, wie und wie oft er dir genau die Zuwendung geben soll, die du brauchst? Er kann ja nicht in deinen Kopf hineinschauen. "

    Eigentlich war es mehr als lieblos. Ein ständiger Kampf/Krampf. Vermutlich weil er genauso in seinen Mustern gefangen war wie ich.

    Das ist auch so ein wunder Punkt von mir: warum muss man immer alles SAGEN? Es gibt auch Leute/Männer (?) die SEHEN was gerade zu tun ist. Ist ja nicht so, dass ich irgendwelche Extrawünsche gehabt hätte. Ich könnte da 1000 Beispiele aufzählen, in denen jemand anders sich definitiv anders verhalten hätte. Nützt ja nur nix mehr. Die Frage ist halt, warum hab ichs mir gefallen lassen. Und da kommt halt wieder die Schleife zurück - zu früher.

  8. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen

    Das ist auch so ein wunder Punkt von mir: warum muss man immer alles SAGEN? Es gibt auch Leute/Männer (?) die SEHEN was gerade zu tun ist. Ist ja nicht so, dass ich irgendwelche Extrawünsche gehabt hätte. Ich könnte da 1000 Beispiele aufzählen, in denen jemand anders sich definitiv anders verhalten hätte. Nützt ja nur nix mehr..
    Hätte, hätte, Fahrradkette.... andere Menschen sind keine Marionetten, die wollen meist nicht fremdgesteuert werden und sind auch keine Klone von dir. Lass doch alle einfach mal machen. Man muss sich nicht jeden Schuh anziehen und nicht jedes Problem zu seinem eigenen machen. Und meist besteht auch nicht die Notwendigkeit, seinem Umfeld permanent die Welt zu erklären. Ich weiß, dass das oft schwerfällt (konnte mich früher auch maßlos über die Unfähigkeit von Leuten in meinem Umfeld aufregen). Aber am Ende vom Tag ist jeder für sich selbst verantwortlich.

    Und erstaunlicherweise kriegen die Menschen Dinge dann doch irgendwie hin. Und wenn nicht, wollten sie es halt nicht so dringend, und das ist dann auch eine Entscheidung, die man akzeptieren muss. Es hilft häufig, das große Ganze und nicht kleine Details zu betrachten. Ist das Leben insgesamt völlig schief gegangen? Nein, wahrscheinlich nicht. Wird morgen die Sonne wieder aufgehen? Vermutlich ja. Wird Sohnemann oder Tochter morgen auf der Straße stehen? Wohl eher nicht.

    Wie alt sind denn die Kinder, wenn sie immer noch so ein hohes Maß an elterlicher Guidance brauchen?

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    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen
    "ich würde dir raten, mal deine Erwartungshaltung zu überdenken. Woher soll ein Partner wissen, wie und wie oft er dir genau die Zuwendung geben soll, die du brauchst? Er kann ja nicht in deinen Kopf hineinschauen. "

    Eigentlich war es mehr als lieblos. Ein ständiger Kampf/Krampf. Vermutlich weil er genauso in seinen Mustern gefangen war wie ich.
    Stimmt. Genauso ist es.

    Und was war daran lieblos? Wenn man nicht sagt, was man möchte, bekommt man es nicht.
    Und es kann passieren, wenn man sagt, was man möchte, bekommt man es auch nicht.
    Und jetzt?
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  10. User Info Menu

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Ich möchte keinem Mann sagen, dass er mich bitte grüßt wenn ich heimkomme. Oder als Beispiel: wenn dein Parter mit tausend schweren Tüten beladen vom einkaufen kommt (gemeinsame wohlgemerkt) muss man dann jedes Mal extra sagen, komm und hilf mir? Und sich dann noch einen Scheißspruch anhören?

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