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  1. User Info Menu

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen
    Jemand soll sich mal um mich kümmern, sehen, was zu tun ist.
    Diesen Kümmerer, diesen "Retter", den wirst du nirgends finden. Warum nicht? Eine Illusion.
    Gerade dieses sich-abhängig-machen (Ich will, dass jemand mich rettet) sorgt dafür, dass du da vielleicht auch quengelig und inkonsequent rüberkommst.

    Und JA, bitte: Morgen mit dir ab in den Supermarkt oder noch besser zum Italiener, her mit Eis!

    JAAA. Sorge du selbst gut für dich. Jaaaa.

    Zum Beispiel heute Abend: Was könntest du ganz praktisch jetzt, hier, heute für dich tun? Was Gutes. Was Schönes. Was dich-selbst-Wertschätzendes?

  2. User Info Menu

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In meiner Erfahrung verdrängen viele Kinder sehr viel, schützen damit das ihnen einzig bekannte Familienkonstrukt, nahe Angehörige- und sich selbst, weil sie der Situation ja sowieso nicht entkommen können.


    Deswegen, finde ich, kommt es bei dem Satz: „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.“ sehr darauf an, wie er gemeint ist. Heißt er: „Stell Dich nicht so an, ist doch alles vorbei! Also tu einfach (weiter) so, als sei alles in Ordnung.“?

    Oder heißt er: „Du fühlst Dich jetzt ganz mies - und daran bist Du nicht schuld. Aber es gibt Hoffnung.“?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eines meiner Lieblingsthemen mittlerweile sind Fassaden und Masken- und es ist erstaunlich, daß viele Menschen, die mir jahrelang mit ihrer "Heile Welt-Maske" entgegentraten, diese ebenso fallen ließen, als ich das - endlich- tat.

    Viele Menschen verbergen so viel,
    einerseits aus Schmerz oder Scham, aus Rücksichtnahme, aus Angst oder Unsicherheit oder Verletzlichkeit.

    Seit ich mich verletzlicher zeige, haben das auch ganz viele in meinem Umfeld begonnen.


    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen
    Ich denke ganz oft: aber ich muss doch auch mal DRAN sein! MIr soll es doch auch mal GUT gehen.
    Unbedingt.

    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen
    Jemand soll sich mal um mich kümmern, sehen, was zu tun ist.
    Ja. Du. Und zwar heißt das nicht: „Du musst Dich um Dich kümmern.“ Sondern: „Du darfst Dich um Dich kümmern.“ Tu für Dich alles, was Du für andere getan hast. Mit aller Aufmerksamkeit und Achtsamkeit und Liebe. Und lass die anderen für sich selbst sorgen. Die sind nämlich schon groß – und das dürfte an vielen Stellen selbst für die Teenager-Kinder gelten...
    Wenn Du findest, dass Du auch Gutes verdient hast (womit Du m. E. völlig Recht hast), dann handle danach. Erwachsensein heißt nämlich, für die eigenen Werte einzustehen und sie, so gut man kann, umzusetzen.
    Ich weiß, das wurde Dir nicht vorgelebt. Mir auch nicht. Es lässt sich trotzdem lernen. Mit Entschlossenheit, Überzeugung, Kreativität – und viel Geduld.

    Und ein Tipp: mach Dir selbst keine Vorwürfe, nie, für gar nichts. Das lähmt Dich nur. Mach´s einfach das nächste Mal anders...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Time to grow up! Zeit wird´s...
    Erwachsenwerden auf Kommando ist ungefähr so einfach wie Stress runterfahren auf Kommando.
    Just saying...
    We are born to be happy, not perfect.

  3. User Info Menu

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von Cassie71 Beitrag anzeigen
    ... ich habe jahrelang in einer lieblosen Ehe ausgeharrt, in der ich Aufmerksamkeit und Zuwendung vermisst habe (wie als Kind) – diese Zeit ist jetzt aber nicht mehr rückgängig zu machen – und was nützt es mir, dass ich jetzt weiß, wo es herkommt? Zuwendung und Zuneigung kann ich von Freunden bekommen, aber das ist doch nicht das gleiche? Ich kann mir selber Blumen kaufen, ich kann im Prinzip alles selber machen, aber ich empfinde das nicht als gleichwertigen Ersatz für das, was ein liebevoller Partner oder liebevolle Eltern hätten tun können.?
    Ich finde schon, dass dieses Wissen etwas nützt. Auch ohne dieses Wissen könntest du übrigens die damalige Elternliebe heute nicht bekommen. Aber MIT dem Wissen kannst du vielleicht beginnen, die Situation so zu akzeptieren, wie sie nun mal geworden ist. Und auch wissen, dass du selbst etwas für dich tun kannst.

  4. Inaktiver User

    AW: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, oder doch?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen
    Die Erkenntnis, daß in jeder Familie irgendwelche Dinge falsch laufen, hat mich weitergebracht. In jeder Familie stimmt irgendetwas nicht. Die Erkenntnis, daß jeder für sein glücklich sein selber verantwortlich ist, hat dazu geführt, daß ich nicht von anderen erwarte, daß sie mich glücklich machen, ich mache das selber.
    Guter Ansatz.

    Viele Leute sind heute so drauf, dass sie anderen weismachen wollen, sie und nur sie hätten das Glück für sich gepachtet. Das zieht einen nur noch mehr herunter, gerade wenn man selber keine glückliche Kindheit und Jugend hatte, im Grunde die ganze erste Lebenshälfte eher von Kummer, Angst und Sorgen als von schönen Ereignissen geprägt war und sich dies auch auf das weitere Leben nur nachteilig ausgewirkt hat. Andere interessiert es nicht, wenn du von Anfang an schlechtere Chancen auf ein glückliches Leben hattest. Selbst wenn sie die Umstände, die dazu geführt haben, zumindest zum Teil kennen, ist es ihnen egal. Hauptsache, ihnen geht es gut und sie können sich selbst einreden, das hinge damit zusammen, dass sie viel toller, attraktiver und interessanter sind und alles richtig gemacht haben. Dass sie mehr Glück hatten, bessere finanzielle und soziale Rahmenbedingungen, mehr Unterstützung durch andere Menschen, das wird einfach ausgeblendet. Ich kenne genügend Menschen, die sich einbilden, alles aus eigener Kraft erreicht zu haben, von denen ich genau weiß, dass das nicht stimmt. Aber sie glauben sich ihre Lebenslügen selbst.

    Man muss lernen, sich gerade dann erst mal um sich selbst zu kümmern. Nicht mehr so viel Rücksicht auf andere nehmen, vor allem nicht auf diejenigen, die selber im umgekehrten Fall nur an sich selbst denken. Ich brauche keine Heile-Welt-Maske.

    Wenn ich mich an Szenen aus meiner Kindheit erinnere, auch an Situationen, wo ich herabgesetzt oder sonstwie falsch behandelt wurde, versuche ich das im inneren Dialog mit dem zu ersetzen, wie ich selbst mich als Mutter verhalten hätte. Man darf sich auch mal Dinge gönnen, die man früher nicht bekommen hätte.

    Bei manchen geht die Nachbeelterung sogar so weit, dass sie sich noch als Erwachsene genau das Spielzeug kaufen, das sie sich in ihrer Kindheit sehnlichst gewünscht, aber nie bekommen haben. Ginge mir persönlich zu weit, mag in Einzelfällen aber helfen.

    Aber wenn man als Erwachsener das Geld dazu hat, kann man zumindest Reisen und Hobbys nachholen, für die in der Jugend das Geld fehlte, sich schicker kleiden, sich pflegen, passende, aufbauende Lebenshilfebücher lesen. Die Beziehung zu Gott intensiver pflegen, wenn man gläubig ist, hilft im Grunde am meisten.

    Ganz wichtig ist auch, sich konsequent von Menschen zu distanzieren, die einem nicht guttun.
    Diese Personen muss man loslassen können, auch wenn es schwerfällt. Das ist auch noch eine Baustelle bei mir - einzusehen, dass sich Menschen nicht ändern und es keinen Sinn hat, sie ändern zu wollen, wenn sie seit 10, 20, 25 Jahren nicht anders geworden sind. Man ärgert sich nur immer wieder aufs Neue. Solche Leute muss man innerlich abhaken können, und zwar so, dass sie einem wirklich gleichgültig sind.

    Ich mache oft noch den Fehler, immer wieder zu denken, dass es vielleicht doch auch an mir liegt, dass ich großzügiger, toleranter sein sollte etc. Immer noch nicht perfekt genug. Prompt rächt sich das. Andere Leute quälen sich gar nicht erst mit solchen Selbstzweifeln, sie lassen an ihrem eigenen Lebensmodell nicht rütteln, alles davon Abweichende betrachten sie als kümmerlichen Ersatz. Und dementsprechend wird man von diesen Zeitgenossen dann auch behandelt. Einladungen werden - wenn überhaupt - nur ausgesprochen, um seine Statussymbole und alles andere vorführen zu können, womit man glaubt, den anderen übertrumpfen und "pieksen" zu können. Der Mensch selbst, das aufrichtige Interesse am anderen, an einem wirklichen Gedankenaustausch mit wohlwollender Grundhaltung - all das spielt überhaupt keine Rolle.

    Man bildet sich unterschwellige Feindseligkeiten und offensichtliches Konkurrenzverhalten auch nicht nur ein. Denn wenn andere Leute einen wirklich mögen, dann spürt man das. Dann entsteht eine ganz andere Gesprächsatmosphäre, man fühlt sich geschätzt, es werden keine Sticheleien und kleinen Gehässigkeiten von sich gegeben, es wird nicht geprahlt, sondern interessiert nachgefragt, zugehört und auf den anderen eingegangen. Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist, äußert man sich respektvoll und nicht pikiert. Jeder kommt in einem solchen Gespräch zu seinem Recht. Man fühlt sich frei, muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, ohne eine spitze Bemerkung zu riskieren, kann sogar Schwächen und Misserfolge zugeben. Man lacht miteinander und nicht über einander oder über andere. In Gesprächen mit solche Leuten fühlt man sich ganz anders, während der Zusammenkunft und auch hinterher. Man hat ein gutes Gefühl und ärgert sich nicht noch wochenlang im Nachhinein über die geltungssüchtige Selbstgefälligkeit und Selbstbeweihräucherung anderer.

    Wichtig ist es, seiner Wahrnehmung zu trauen, nicht erst, nachdem man über Jahre und Jahrzehnte immer wieder hereingefallen ist, wenn man zum gefühlt 100sten Mal vergeblich versucht hat, ein herzlicheres Verhältnis zu gewissen Leuten aufzubauen, denen man mehr oder weniger gleichgültig ist oder die einen in der einen oder anderen Hinsicht sogar beneiden. Aussortieren und nicht weiter beachten, damit tut man sich selbst etwas Gutes.

    Zitat Zitat von Himiko Beitrag anzeigen
    Tu für Dich alles, was Du für andere getan hast.
    Genau. Denn die meisten anderen können ganz hervorragend für sich selbst sorgen. Sie haben den allzu Rücksichtsvollen, Bescheidenen darin Jahrzehnte an Übung voraus.
    Geändert von Inaktiver User (14.11.2017 um 08:55 Uhr)

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