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Thema: Verlorene "Lebensintensität"
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01.11.2017, 12:29Inaktiver User
AW: Verlorene "Lebensintensität"
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01.11.2017, 12:37
AW: Verlorene "Lebensintensität"
Hä, das verstehe ich jetzt nicht. Die TE schreibt explizit, sie war nie verliebt, hast Du das gelesen?
Es gibt einige Frauen, die aus Pragmatismus Partnerschaften eingehen, da kenne ich auch einige. Das ist Dir doch sicher nicht fremd, dass nicht alle Paare aus Liebe zusammenkommen?
Man liest das hier in Strängen ja auch öfters. "War nie wirklich verliebt, aber er ist ein Guter". Das ist doch jetzt wirklich nichts Neues.
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01.11.2017, 12:40Inaktiver User
AW: Verlorene "Lebensintensität"
@strolinka
die Frage war auch mehr für die TE gedacht. Manchmal vergisst man nämlich auch einfach im Alltag, wie es früher war, als man sehnsüchtig auf seinen Anruf gewartet hat, als das Herz ein paar Takte schneller schlug, während man sich für das Treffen aufgerüscht hat und wie beschwingt man war, als der erste Kuss dann endlich stattgefunden hatte...
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01.11.2017, 12:42
AW: Verlorene "Lebensintensität"
Absolut. Meinen Kerl könnte ich täglich dreimal auf den Mond schießen und wir streiten uns wie die Kesselflicker aber ich liebe ihn heiss und innig ohne das genau begründen zu können.
Klar hat er positive Eigenschaften aber die Liebe zu ihm kommt woanders her und ist rational nicht fassbar.
Davor hatte ich zweimal zuverlässige, gesetzte Männer, mit denen ich intellektuell auf einer Wellenlänge war und dachte, dass so etwas Solides haltbarer wäre als eine leidenschaftliche Liebe zu einem Bad Boy (steh ich leider drauf). Hatte da auch jeweils das Gefühl, mir fremd im eigenen Leben zu sein.
Und irgendwann war der Freiheitsdrang so unbändig, dass ich binnen kürzester Zeit ausgebrochen bin.
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01.11.2017, 12:49
AW: Verlorene "Lebensintensität"
Das beschreibst Du toll. Ich stehe zwar nicht auf bad Boys
, aber Liebe ist eben nicht rational begründbar anhand "guter Charaktereigenschaften". Liebe ist nicht rational.
Von aussen sehen Menschen dann manchmal bei Beziehungen "Probleme", nur weil zwei sich streiten oder heftig miteinander sind - das ist aber nur ein Aussenblick, so eine Beziehung kann viel glücklicher sein als eine vermeintlich perfekte Rama-Familie.
Und das scheint ja hier im Strang auch so in eine ähnliche Richtung zu gehen. Perfekter Lebensentwurf, zuverlässiger Mann, er sieht gut aus, schöne heile Fassade - aber kein Verliebtsein? Kann man das kompensieren durch tausend Hobbies und gute Freundinnen? Ich meine nein.
Aber bevor man überstürzt handelt: Vielleicht ein guter Zeitpunkt, mal darüber nachzudenken, ob der eigene Lebensentwurf tatsächlich immer noch so stimmig für einen ist, wie er vor 9 Jahren mal war? Vielleicht will man inzwischen was ganz Anderes?
Mein Lebensentwurf hat sich, für mich manchmal selbst überraschend, immer wieder mal verändert. Auf einmal habe ich gemerkt: Das will ich nicht mehr. Oder: Das will ich jetzt aber doch!
Vielleicht mal tief in sich hineinsehen...
Was möchtest Du, liebe TE, vom Leben? Wirklich wirklich? Welche Worte kommen Dir in den Sinn? Bruchstücke? Gedanken? Gefühle?
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01.11.2017, 13:14
AW: Verlorene "Lebensintensität"
Ich denke, zum Teil ist das das Alter. Daß die eigene Reaktion aus die Welt etwas ist, daß einen komplett unterhalten und beschäftigen kann ist eine mentale bzw. hormonelle Situation, die sich in den Mittwzanzigern auswächst, zum Guten und zum Schlechten.
Intensität bedeutet auch "Neues", bedeutet auch "Risiko". Neues muß man sich ins Leben holen. Risiken muß man eingehen. (Und klug, aber nicht zu klug auswählen.)
Hast du Pläne, Ziele, Hoffnungen? Etwas zu gewinnen? Etwas, wofür sich Anstrengung lohnt? Zeit für dich?
Ist die Milchglasscheibe Entfremdung (ich bin nicht hier, das bin nicht ich, ich habe mit euch und dem, was hier abläuft nichts gemein, ich tu nur so, ...) oder Abstumpfung (alles nicht so wichtig, seht ihr, kennt ihr ja, nichts berührt mich, nichts ist von Interesse und nichts ist es wert)? Ich habe in der Vergangenheit diese Metapher eher für Entfremdung verwendet...** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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01.11.2017, 13:44Inaktiver User
AW: Verlorene "Lebensintensität"
Schade, dass der Verlauf des Strangs sich so an dem Mann und der Beziehung aufhängt. Ich denke, die Wahl der TE, ihn hier unter Persönlichkeit zu posten – und nicht unter Beziehung im Alltag o.ä – ist richtig und gut, denn m.E. geht es wirklich um die Frage ihrer Persönlichkeit und nicht um ein klassisches Beziehungsthema. Mit "trenn dich und such dir einen Kerl, der wirklich zu dir passt" ist der TE bestimmt nicht gedient.
Liebe Lilaka,
du stehst jetzt mitten im Leben: Studium geschafft, den Einstieg ins Berufsleben bzw. sogar in die Selbständigkeit geschafft, geheiratet und Haus und Haustiere angeschafft … Du hast viel geschafft! Zunächst einmal: Hut ab!
Und du scheinst echt Hummeln im Hintern zu haben – und dich vielleicht ja sogar, sobald etwas in geregelten Bahnen verläuft und in trockenen Tüchern ist, ein bisschen zu langweilen. Oder sogar ziemlich zu langweilen. Kann das sein?
"Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis tanzen."
Das ist nicht böse gemeint, ganz im Gegenteil kann ich mich in fast jeder deiner Zeilen wiederfinden – und auch meinen Mann in vielen der Zeilen, die du über deinen Mann geschrieben hast.
Dennoch – oder gerade deshalb – denke ich nicht, dass es bei dir ein Beziehungsthema ist, sondern ein generelles Thema deines Charakters. Du brauchst, so meine Mutmaßung, den Grenzgang, das nahezu ständige Ausloten und überwinden deiner Komfortzone, du brauchst das Aufregende, Neue, Spannende. Und das bitte immer und immer wieder … Sollte ich damit ungefähr richtig liegen, dann google mal das Thema "Scanner Persönlichkeit"
Und du brauchst auch – zumindest ging und geht es mir so – einen verlässlichen Partner, einen Fels in der Brandung, jemanden, der dir Sicherheit gibt und dich auch mal wieder auf den Teppich holt. Nicht ständig, aber genau immer dann, wenn du zu allzu hohen Höhenflügen ansetzt. Insofern habe ich – natürlich nur aus meinem ganz persönlichen Erfahrungshorizont – eigentlich das Gefühl, dass du es ganz schön gut getroffen hast! Ein "Hallodri" in einer Beziehung reicht völlig. (Und er hat es vielleicht ja auch ganz gut getroffen, weil ihn vielleicht genau deine "verantwortungslosen", "leichtfertigen", "flatterhaften", "wilden" und "unberechenbaren" Anteile immer wieder ein bisschen beflügeln?)
Schau mal genau hin, ob das wirklich so ist – oder ob es nur glaubst, dass es so zu sein hat, wenn man einen langjährigen Partner hat, verheiratet ist, Haus und Firma zusammen hat. Kann es wirklich in deinem Leben nicht raus oder hältst du es nur zurück, weil du irgendwelchen Rollenbildern oder Beziehungsdefinitionen folgst, die gar nicht deine (eure) sind?
Nun, das mag dir gerade so erscheinen – auch das kenne ich aus meiner Vergangenheit –, aber vielleicht ist es genau anders herum: Vielleicht kannst du genau innerhalb dieser Beziehung diese Frau sein. Nämlich weil dir diese Beziehung und dieses Leben möglicherweise die Sicherheit und den Rückhalt geben, diese Anteile auszuleben – ohna dabei das Risiko einzugehen, kompletten Schiffbruch zu erleiden.
Schaff dir diese Freiräume. Entweder als Routine – einmal die Woche oder im Monat einen freien Tag nur für dich, an dem du flattern kannst, wie es dir in dem Moment beliebt – oder spontan, wenn dir alles Geregelte zu viel wird. Ich bin auch selbstständig, allerdings sehr frei in meiner Zeiteinteilung und ich lasse daher, wenn die "Milchglasscheibe" hervorkommt, gerne mal alles stehen und liegen und genehmige mir meinen Ausbruch, um wieder zu mir selbst zu kommen.
Das waren jetzt viele Mutmaßungen von mir, aber vielleicht hilft dir ja das eine oder andere.
GlG
LuL
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01.11.2017, 13:50
AW: Verlorene "Lebensintensität"
Mehr von der Faktenlage her betrachtet:
Du hast 1 Jahr, nachdem du dein Studium beendet hattest, deinen Langzeitfreund geheiratet. Sprich: Damit bist du in eine neue, etwas gesetteltere Lebensphase eingetreten. Hattest du ausreichend Gelegenheit nach dem Studium dein Eigenes zu spüren? Oder war da eben schon diese bereitliegende Schablone von: Mann - Haus abbezahlt - Firma?
Ihr arbeitet gemeinsam in einer eigenen Firma. Das bedeutet: 24/7 beeinander. Selbst, wenn nicht räumlich, seid ihr sowohl im Privaten als auch im Beruflichen verknüpft. Vielleicht ist das too much?
Zu schnell alles zu eng?
Dein Mann ist vermögend schreibst du. Vielleicht hast du dich zu früh und zu schnell in diese finanzielle Sicherheit eingekuschelt? Und spürst jetzt nach, dass du vielleicht ein wenig zu sehr aufs Äußere gesetzt hast, also das eher Materielle, das eher Sichere?
Aber diese andere Frau, die möchte (noch) gar nicht (soo) fest angebunden sein?
Gib ihr ein bischen Freiheit? Vielleicht erstmal einen Job woanders suchen? In Eigenverantwortlichkeit?
Die Ehe selbst würde ich nach 9 Jahren Beziehung und gerademal 2 (!) Jahren Ehe nicht in Frage stellen ohne triftigen Anlass. Erst würde ich "meins" angehen.
Viel Glück.
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01.11.2017, 13:54
AW: Verlorene "Lebensintensität"
Also, wenn die TE in den Momenten ohne ihren Mann mehr Spaß hat und sich lebendiger fuehlt als mit ihm - dann ist doch eigentlich alles klar, oder?
Ich hatte fuenf bedeutende Beziehungen bisher - und nur an drei erinnere mich intensiv (bei einer nur an die ersten sechs Monate intensiv), die anderen fuehlen sich an, als hätte ich ueber die in einem Roman gelesen (unbedeutend, unecht, belanglos).
Weil das die waren, in die ich nicht voller Verliebtheit gegangen bin.
Dieses Gefühl ist so stark, das pimpt das ganze Leben.
Dieses “Inseln schaffen” um die Beziehung zu pimpen klingt traurig. Hat was von spannenden Hobbies suchen um den langweiligen Job zu kompensieren.
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01.11.2017, 14:06
AW: Verlorene "Lebensintensität"
Ich würde erstmal bei mir selbst anfangen anstatt mit dem inneren Finger auf meinen Partner und meine Ehe zu zeigen.
Häufig ist die Sehnsucht nach "Intensität" nur die Suche nach einer Illusion, weil man Reize im Außen sucht, die man mit sich selbst in der Stille nicht fähig ist, zu finden. Daher "britzeln" viele Menschen, wenn es in einer Partnerschaft ruhiger wird...Sie halten diese Ruhe nicht aus.



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