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Thema: Stress - immer hausgemacht?
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01.11.2017, 13:02
AW: Stress - immer hausgemacht?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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01.11.2017, 13:18
AW: Stress - immer hausgemacht?
Sicher ist Stress nicht immer hausgemacht - man kann nicht alle äußeren (negativen) Stress-Faktoren elimieren (zumindest nicht ohne strafrechtliche Konsequenzen in Kauf zu nehmen). Aber so einige schon.
Ich selber habe mir mein Leben weitgehend unstressig eingerichtet. Wenn ich immer höre/lese, man habe nach Feierabend und Erfüllung sämtlicher "Pflichten" nur noch die Kraft um erschöpft aufs Sofa oder gleich ins Bett zu sinken .... hmhmm, ohne zu sagen dann haben die anderen wohl was falsch geplant im Leben, möchte ich sagen, dass ich wohl einiges richtig gemacht habe; nach der Arbeit habe ich keine Verpflichtungen mehr (na gut, nur selten).
Richtig gemacht m.E., indem ich mir mein Leben unstressig einrichtete = ein Job, der ein akzeptables, aber nicht großes Einkommen und damit einen bescheidenen, nicht ärmlichen Lebensstil ermöglicht, der aber keine "Karriere" oder große Aufstiegschancen bietet, eine Wohnung, die nicht überdimensioniert groß ist und deshalb nicht 3 Stunden täglicher Putzerei erfordert, einen sehr überschaubaren Bekannten-/Freundeskreis, der nicht an mir zerrt (nervige Verwandte wurden im Laufe der Jahre rigoros aussortiert - brauche ich nicht), eher ruhige Hobbys, denen ich nachgehen kann oder auch nicht, jedenfalls aber nicht "muss". Mein Leben dürfte von außen betrachtet eher langweilig wirken - ich mag es, es ist ruhig, recht planbar und vor allem - weitgehend - unstressig.
Auf Arbeit wird es seit etlichen Monaten zunehmend stressiger, aber noch in einem Maße welches mir behagt. Ich kann allerdings auch ganz prima nach Feierabend das Büro im Büro lassen und kaum noch einen Gedanken daran verschwenden, was auch sehr zu einer stressfreien Freizeit führt.
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01.11.2017, 13:33Inaktiver User
AW: Stress - immer hausgemacht?
Ja, da ist was dran, wenn man sein Leben unstressig einrichtet, hat man auch weniger davon.
Andererseits: im Beruf mag ich gern ein gewissen Level von Stress, weil ich mich dann lebendig fühle und auch gut in den Flow kommen kann. Mein Alptraum wäre ein gaaanz ruhiger Job mit viel Routine. So lange ich das Gefühl habe, ich hab noch alles im Griff, ist das wunderbar. Kommt es über diesen Pegel des „ich Kriegs noch in den Griff“ hinaus, wird es für mich sehr unangenehm. Aushalten ist für mich persönlich schwieriger als schneller und effizienter Arbeiten plus Überstunden machen, also ist die Lösung klar. Daran arbeite ich und muss ich weiter arbeiten.
Im Privaten hab ich den Stress auch gut im Griff, ich mache das ähnlich wie Poison und unternehme einfach wenig. Aber ich sehe auch, dass andere in ihre Freizeit gefühlte 378 Unternehmungen reinpacken, dauernd ist was. Da sind die sozialen Medien auch sicher schuld dran. Ich bin ja nur bei FB zum Gucken und poste selber nie was, aber diejenigen, die das machen, hui, haben die viele Aktivitäten. Ich kann mir gut vorstellen, dass man seine Aktivitäten danach aussucht, ob sie Facebook-tauglich ist, wenn man für diese Form der Anerkennung anfällig ist.
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01.11.2017, 13:37
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01.11.2017, 13:48Inaktiver User
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01.11.2017, 13:48
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01.11.2017, 13:59
AW: Stress - immer hausgemacht?
Ich bemühme mich, mich überwiegend mit un-stressigen Leuten zu umgeben. Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, daß es mir *überhaupt nichts* gibt, nachts um zwei panische Anrufe zu kriegen, um jemands anders Glück oder Unglück zu zittern, mich in Drama zu involvieren, Leute vor sich selber zu retten, oder einer Primadonna Kamelien, und nur Kamelien! zu präsentieren, wann immer ihr danach ist. Ich bin großzügig mit Gefallen und Notfallhilfe, aber ich ermutige keine Ansprüche.
Aber auch da: Ich habe die Möglichkeit, diese Prioritäten zu setzen ohne daß es mich allzuviel kostet. Zum Beispiel ist meine Familie selbständig, pflegeleicht, und weit entfernt, und mir gefällt das so. Wenn ich eine engere Bindung an meine Familie wollte, oder wenn sie nicht selbständig und pflegeleicht wären, müßte ich schmerzhaftere Entscheidungen treffen, um meinen Wunsch nach "keine stressigen Leute" zu realisieren.
Wenn ich mir etwas anhänge, was mich streßt, weiß ich das meist vorher und erlaube es mir, weil es das wert ist. Aber auch, weil es irgendwann erledigt sein wird, und viel schöner aussehen, wenn es hinter mir liegt als wenn es vor mir liegt.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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01.11.2017, 14:00
AW: Stress - immer hausgemacht?
Einige Zeit hatte ich beruflich in einem Klinikum viel mit Vorstand und Chefärzten, auch Oberärtzen, zu tun.
Was ich da mitbekommen habe, war: Je mehr Stress diese Leute über die Jahre auszuhalten fähig waren (ohne woanders Ersatzbefriedigungen zu suchen), je ruhiger, je gelassener, je (tatsächlich - aus Erfahrung?) kompetenter.
In einem gewissen Toleranzbereich scheint es also zu "trainieren", wenn ich Stress aushalten kann. Diesen meist sehr sympathischen Ärtzen war z.B. allen eine gewisse Demut vor dem Leben inne. Sprich: Obgleich sie fähig waren, so viele Menschen zu heilen oder ihnen sogar das Leben zu retten, war bei allen eine Akzeptanz da von "Kontrolllosigkeit", die akzeptiert und respektiert wurde.
Dies merkt man häufig auch bei Leuten aus dem Vorstand oder dem Aufsichtsrat. Vielen ist gemein, dass sie durch jahrelanges Training Druck und Stress gewohnt sind. Und vieles, was einen Anfänger noch stresst, für einen Profi mit Gelassenheit betrachtet wird.
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01.11.2017, 14:14
AW: Stress - immer hausgemacht?
Ich bin zum Beispiel absolut nicht stressresistent und ich lerne gerae, wie ich damit umgehen kann, sprich, wie ich die stressigen Sachen aus meinem Leben entferne. Dazu gehört nicht nur der Kontaktabbruch zu Menschen, die mich stressen, sondern auch das Absagen bzw. Nicht-Zusagen von Treffen und dem Ausmisten meiner Wohnung, um so wenig Arbeit zu haben, wie nur nötig.
Auch das Herunterfahren von Ansprüchen hilft sehr gut. Früher dachte ich, ich müsste neben meinem Job auch noch die perfekte Hausfrau sein und eine blitzblank geputzte Wohnung haben und jeden Abend Abendessen auf den Tisch zaubern. Das mache ich nur noch, wenn ich Lust dazu habe und wenn es mir gut geht. Ansonsten heißt es: Lieferdienst und die Wäsche und das Geschirr dann eben an einem anderen Tag.
Auch auf Arbeit lerne ich gerade, mich nicht mehr stressen zu lassen. Wozu? Ist doch unnötig. Ich habe selten richtige Deadlines und kann mir meine Arbeit hervorragend selbst einteilen. Und ob andere Stress haben, braucht mich nicht zu interessieren.
Das ist wahnsinnig schwer, das zu lernen... Aber ich hoffe, es klappt irgendwann.
Ist Stress hausgemacht? Nein, nicht wirklich. Aber das Sich-stressen-lassen vielleicht schon?
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01.11.2017, 14:34



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