Ich habe tatsächlich keine Ahnung, was Du ausdrücken willst– aber wenigstens so viel dazu: meiner Erfahrung nach machen sich Leute, die arrogant sind, selten großartig Sorgen darum, ob sie arrogant rüberkommen...
(Dein Problem hängt vielleicht damit zusammen, dass der sozio-kulturelle Kontext, in dem wir uns befinden, es schwer macht, Unterschiede zu benennen, ohne sie gleichzeitig zu werten. D. h., sogar wenn etwas an sich neutral formuliert ist, wird nicht selten dennoch eine Wertung hineingelesen (und oft sogar zu Recht). Genau dieser Automatismus wird hier im Forum ja auch gern genutzt, wenn User einer TE sagen: „Also, ich könnte mir das für mich ja nicht vorstellen.“ Und wenn die TE dann immer noch nicht versteht (oder verstehen will), dass das ein Tadel sein soll, wird noch ein: „Also, ich wäre mir da mehr wert.“ nachgeschoben. Spätestens dann ist allen klar, was gemeint ist.Rein formal die perfekte Ich-Botschaft, doch von der Intention und Wirkung her – eher nicht so... :
)
Danke!Ja, war es. Ich habe viel mehr erreicht, als ich zu hoffen gewagt hätte, es hat aber auch noch viel länger gedauert, als ich je gefürchtet hatte. (Gut, dass ich vorher nicht wusste, wie lange es dauern würde. Ich glaube, ich hätte aufgegeben.)
Ich finde das Leben jetzt keine Last mehr, und das war es lange für mich. Für jemanden, der das nicht kennt, ist es schwer zu beschreiben, was der fundamentale Unterschied ist. Denn natürlich habe ich heute immer noch manchmal Probleme, und früher habe ich teilweise auch sehr Schönes erlebt und war (sehr punktuell, aber doch) auch hie und da jubelnd glücklich. Vielleicht so: früher gab es Himmel und Hölle, aber keine Erde. Zwar schon mal Routine, oder ein Gefühl von "eigentlich ganz o.k., aber irgendwie „hohl“ oder „leer“" (oft sogar), dazu sehr enthusiastisch betriebene Hobbys (ich bin ein leidenschaftlicher Mensch, ich muss mich begeistern und finde da auch immer was), aber kein dauerhaftes Gefühl von: „Hier bin ich, hier passe ich, hier gehöre ich hin.“, von „Voll-da-sein“. Irgendwie war „das Eigentliche“ immer flüchtig, unerreichbar oder nur in Nebensachen präsent.
Jetzt habe ich das. Ich bin ich in meinem Leben. Und wenn es mal schwierig wird, habe ich heutzutage oft schon eine Idee, was ich da machen kann. Zumindest als ersten Schritt. Das hatte ich früher oft nicht. Da war der Rand der Verzweiflung nie so ganz weit weg. (Und zwar ausdrücklich nicht, weil ich damals doof gewesen wäre, sondern weil die Grundgegebenheiten meines Lebens andere waren. Ich könnte meinem damaligen Ich aus heutiger Sicht auch nichts anderes raten, als einfach so weiter zu machen und Geduld zu haben.)
Ich warte immer, dass es aufhört und wieder anders wird – aber irgendwie tut es das schon seit ein paar Jahren nicht, und allmählich gewöhne ich mich dran... (Und fange sogar an, mich ab und zu über Dinge zu beklagen, die ich früher für totale Luxusprobleme gehalten hätte– wenn ich es dann merke, muss ich echt über mich lachen. Rumnörgeln kann ein Zeichen von Gesundheit sein...
)
Ja. Dharma hatte dazu ja im anderen Strang schon was gesagt. Meine Erfahrung mit mir ist, dass ich unbewusst sehr effektiv Dinge torpedieren kann, wenn sie mir zu viel Angst machen - ohne dass ich genau weiß, wie ich das hinkriege. Deswegen arbeite ich an solchen Stellen gerne präventiv (und das war es auch, was ich mit dem „Gefühle vorstellen“ meinte). Aber das bin zugegebenermaßen sehr ich: ich bin gut, was Prävention, Planung und Strategie betrifft und nutze das auch gerne. Spontan kann ich nur sein, wenn ich mich ziemlich sicher fühle...Nur wenn er sich auch einließe...
Je mehr Kontakt zu den unterschiedlichsten Seiten von mir ich spüre, umso lebendiger fühle ich mich. Ob das nun z. B. meine Härte, Aggressivität, Tödlichkeit einerseits oder meine Peinlichkeit, Jämmerlichkeit, Lächerlichkeit andererseits sind. Und das, vermute ich mal, dürfte den meisten Leuten so gehen. Doch wie Menschen jeweils mit ihren „unterirdischen“ Facetten in Verbindung treten, ist vermutlich unterschiedlich. Bei mir funktioniert einfach sehr viel über die Innenschau. Im Sinne von: mache ich gerne, habe ich oft eine Idee zu, wie es gehen könnte, und funktioniert dann auch.
Das ist doch super!„If it´s not broken – don´t fix it!“* - wie der Engländer sagt...
* Für die Nicht-Englischsprachigen unter uns sinngemäß: „Wenn es nicht kaputt ist, dann solltest Du es auch nicht reparieren.“![]()
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Ergebnis 51 bis 60 von 71
Thema: Guten Morgen!
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03.11.2017, 21:56
AW: Guten Morgen!
We are born to be happy, not perfect.
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08.11.2017, 06:21Inaktiver User
AW: Guten Morgen!
Guten Morgen!
Ich wollte noch einmal "danke" sagen - und ein kurzes Feedback geben: Ich hab einiges aus diesem und dem vorherigen Strang für mich gezogen, das für mich Wichtigste ist aber: Yoga! Einfach nur entspannte Dehnungspositionen laaange halten und atmen. Zunächst fühle ich, wieviel Streß da ist - und dann, wie er weggeht. Mein ganzer Körper atmet und wird tief und weit. Das ist großartig - die Pille, die ich gesucht habe!
Danke!!!
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08.11.2017, 08:46
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09.11.2017, 14:39
AW: Guten Morgen!
"If yoga were a pill - believe me, everybody would take it." (Bikram)
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09.11.2017, 16:35
AW: Guten Morgen!
Boah...immer dieses Kokettieren mit Yoga...Jeder Depp glaubt heutzutage, er habe tierisch was mit Yoga zu tun, wenn er nur mal ein paar Mal im schicksten Yogadress den Krieger vorm Spiegel gibt. Ach und wir sind ja alle so achtsam und zentriert und überhaupt...(Ich mach seit 10 Jahren Hatha-Yoga...soviel nur).
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09.11.2017, 19:10Inaktiver User
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09.11.2017, 21:19
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10.11.2017, 06:35
AW: Guten Morgen!
Das ist doch in Ordnung. Jeder fängt irgendwann mal irgendwas an und ist damit begeistert.
Ich mach das zwar eher im Kung Fu, aber Achtsamkeit und (Kon)Zentriertheit sind wichtig, sonst dauert es nicht lang und es setzt Schläge. Und auch: man will ja nicht die Trainingspartner vergraulen durch Unachtsamkeit. Und ich bin nach dem Training in der Tat auf eine tiefere, intensivere Weise wach als üblich. Die richtige Motivation ist doch sehr hilfreich!
gruss, barbara
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10.11.2017, 07:01Inaktiver User
AW: Guten Morgen!
Guten Morgen mal wieder!
Also falls das mir galt: Ich habe nicht behauptet, jetzt die fernöstlich erleuchtete Yogini (?) schlechthin zu sein. Es tut mir gut, zu dehnen und zu atmen und den Körper zu spüren. Und da ich das im Rahmen von Yoga-Posen und zu Yoga-Videos mache, habe ich mir erlaubt, das Yoga zu nennen.
Ich behaupte auch nicht, Marathon-Läuferin zu sein. Aber wenn ich mit Jogging-Schuhen an den Füßen 5, 10 oder 15 Km laufe, dann nenne ich das Laufen, ja. Ohne spezielle Trainingspläne und Lauf-ABC. Und wenn ich dann sage, Laufen tut mir gut, dann ist das so.
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10.11.2017, 08:47Inaktiver User
AW: Guten Morgen!
Offenkundig ist das, was die TE macht (wie würdest du es denn nennen, Stretchübungen für Anfänger?) doch sehr hilfreich für sie, wozu dann dieser Rundumschlag?
Ich gestehe aber, ich weiß noch nicht mal, was Hatha-Yoga ist. (Keine Erklärung nötig, ich kann eine Suchmaschine bedienen.)



– aber wenigstens so viel dazu: meiner Erfahrung nach machen sich Leute, die arrogant sind, selten großartig Sorgen darum, ob sie arrogant rüberkommen... 
Rein formal die perfekte Ich-Botschaft, doch von der Intention und Wirkung her – eher nicht so... :
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– wenn ich es dann merke, muss ich echt über mich lachen. Rumnörgeln kann ein Zeichen von Gesundheit sein... 

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