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  1. User Info Menu

    Frage Was tun bei Zukunftsangst?

    Hallo zusammen,

    Ich habe mich eben neu angemeldet, lese schon eine Weile hier in den Foren mit, aber habe keine Ahnung, ob ich in diesem Bereich nun richtig bin. Ich versuche, meine Gedanken etwas zu sortieren - ich habe das Gefühl, dass aktuell einfach alles zusammen kommt und bin nicht einmal sicher, warum ich all das nun hier runterschreibe - vielleicht für Tipps, einen guten Rat, einen Tritt in den Allerwertesten oder einfach, um all das mal loszuwerden, was mich beschäftigt.

    All meine Probleme lassen sich wohl unter dem Stichwort Zukunftsangst zusammenfassen.

    Rational gesehen hat diese keinen wirklich fassbaren Grund. Ich habe einen Master erfolgreich abgeschlossen, arbeite seit vier Jahren, verdiene zwar nicht top, aber ok. Neben dem Vollzeitjobn studiere ich mittlerweile wieder an der Fernuni - nicht aus Karrieregründen, sondern um "den Horizont zu erweitern". Leider ist mein Job nur befristet und es handelt sich um ein sehr kleines Unternehmen, das meine Stelle eventuell in Zukunft nicht halten kann. Ärgerlich ja, aber ich mache den Job sehr gerne und selbst wenn es nichts wird - rational gesehen würde ich bestimmt in meinem Bereich etwas Neues finden.

    Also Angst 1: Mein Job fällt weg.

    Ich bin seit rund 10 Jahren mit meinem Freund zusammen. Er hatte eine psychisch sehr schwere Zeit, v.a. prüfungsbedingt. Er steht kurz vor dem Staatsexamen, hat ein Jahr durch psychische Probleme verloren. Dann gab es einen schweren Trauerfall in der (entfernteren) Familie. Es war kein nahestehender Verwandter, aber die Todesumstände waren sehr schwer und tragisch.

    Mein Freund hatte dann eine Woche vor dem Examen einen Zusammenbruch, der Amtsarzt hat ihm bescheinigt, dass er nicht prüfungstauglich ist. Das Examen, das eigentlich schon vor 1,5 Jahren hätte stattfinden können, wurde somit wieder um ein halbes Jahr verschoben. An sich verständlich, nur dass ich eben den Großteil des Finanziellen für uns stemme und einfach am Ende meiner Kräfte bin, dieses ständige herausschieben, verlängern, hinauszögern. Während ich im Berufsleben stehe, mein Leben planen möchte, Haus, Kinder, die Zukunft gestalten, hängt mein Freund im Studium fest.

    Seit zwei Jahren gab es keinen Urlaub (da er ja lernen muss, die Prüfung steht kurz bevor), er hat keinerelei finanzielle Rücklagen und steuert auch so kaum etwas bei (nicht aus Faulheit, sondfern aus oben geschilderten Gründen). Für mich ist es i.o. ihn zu unterstützen, aber ich fühle mich am Ende meiner Kräfte, da sich die Situation ständig verlängert, um ein weiteres Jahr verschiebt.

    Angst 2: Mein Job ist nur befristet, mein Freund schafft sein Studium nicht, wie soll es finanziell weitergehen?

    Hinzu kommt eben, dass ich gerne ein Haus möchte, Kinder. Ich bin fast 30, die Hormone spielen total verrückt, ich fühle mich bereit. Aber wie ich es drehe und wende - ich lege Geld zurück, aber längst nicht so viel, dass wir daraus eine Immobilie finanzieren könnten. Sollte bald ein Kind kommen, falle ich als "Hauptverdiener" aus. Wie soll es dann weitergehen?

    Angst 3: Bald zu alt, um Kinder zu bekommen, bald zu alt, um eine Immobilienfinanzierung abschließen zu können

    Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, kommt dann das schwierige Verhältnis zu meinen Eltern hinzu. Es klingt hart, aber meine Eltern sind verbittert, ihnen geht jegliche Empathie ab, sie sehen nur das Negative im Leben.

    Als Beispiel: Als ich anrief, um meine Eltern über den Todesfall in der Familie meines Freundes zu benachrichtigen und Trost zu suchen, da es auch für mich ein ziemlicher Schlag war, kam nur ein "können wir nichts zu sagen, wir kannten die Person ja nicht. ABER die Mutter meiner Arbeitskollegin hat ja Krebs und das ist das allerschlimmste" - anschließend folgte ein langer Monolog über Krebs (weit am Thema vorbei), während mein Vater regelrecht seinen Hass auf das Gesundsheitssystem ins Telefon brüllte. Ich war wirklich fix und fertig, konnte nur noch auflegen. Statt wenigstens ein aufmunterndes Wort zu hören, wussten meine Eltern nichts anderes als Hass zu verbreiten und mich über ihre eigenen Ängste zu informieren.

    Als es dann um die Entscheidung meines Freundes ging, die Prüfung zu verschieben, ging es weiter: Mein Vater kennt ja keine Trauer, er würde sich in die Prüfung setzen und dann würde das schon gehen, man darf sich nicht von solchen Kleinigkeiten aus der Bahn werfen lassen usw ... Statt zu fragen, wie es mir oder meinem Freund mit der Entscheidung geht nur Negatives - der Zug ist abgefahren, das wird nichts mehr, Haufen Schulden für nichts, ihr seid ja beide bescheuert, wie will er mit 30 ins Berufsleben einsteigen usw ... Ich fühle mich so allein - ich hätte wirklich etwas gut zureden brauchen können, stattdessen geht es mir in der Situation nun schlechter als je zuvor.

    Angst 4: Ich bin alleine, ich bekomme keine emotionale Unterstützung, die ich aktuell brauche

    Seit ich 12 Jahre alt bin, habe ich mir geschworen, unabhängig zu sein. Ich bin nie wirklich geliebt aufgewachsen, kannte das Gefühl einfach nicht "willkommen" zu sein. Mein Freund hat das geändert. Ich liebe ihn über alles und will ihm einfach nur in dieser schweren Zeit Kraft geben.

    Nur fühle ich mich selbst mit meiner Kraft am Ende. Ich stehe noch ein Jahr Ungewissheit einfach nicht durch. Ich verstricke mich in "was-wäre-wenn"-Gedanken. Was wäre, wenn wir einfach vor zwei Jahren nochmal Urlaub gemacht hätten um Kraft für die Prüfung zu tanken? Was passiert, wenn es mit dem Examen nicht klappt? Was passiert, wenn es mit der Familiengründung nicht klappt?

    Jetzt habe ich es geschafft, mich von den Eltern zu distanzieren, finanziell unabhängig zu sein, jetzt bin ich doch irgendwie davon abhängig, dass mein Freund endlich seine Prüfung ablegt und wir gemeinsam in unsere geplante Zukunft starten können. Ich kann es nicht beeinflussen - und das macht mich wahnsinnig.

    Ich sollte meinem Freund Kraft geben, aber ich kann es einfach nicht. Die Zukunft ist für mich gerade wie ein riesiges schwarzes Loch. Ich weiß nicht, wie ich aus diesen Gedanken ausbrechen kann, was hilft, wie ich die nächsten Monate angehen soll. Es fühlt sich so an, als hätte ich jeden Optimismus aufgebraucht. Über allem schwebt so eine diffuse Angst, das, wofür ich immer gekämpft habe, aufgeben zu müssen und nicht mehr selbstständig und unabhängig sein zu können.

    Angst 5: Ich muss die hart erkämpfte Unabhängigkeit ablegen, ich schaffe mein Leben nicht mehr allein, ich versage

    Eine Menge Text, ich weiß. Danke, falls es jemand bis hierher geschafft hat. Ich bin einfach nur durcheinander und müde. Vielleicht kennt ja jemand diese "Angst vor dem, was kommt" und kann mir einen Ratschlag geben? Vielleiht reicht auch ein Wachrütteln, eine andere Perspektive, irgendetwas? Fühle mich mit dem sprichwörtlichen Latein am Ende ...

    Ich danke euch,
    Cere

  2. User Info Menu

    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    Ich kenne diese Aengste so gut! Ich finde es schon mal gut, dass Du sie in verschiedene Kapitel unterteilst, da kannst Du sie auch einzeln angehen und manche einfach draussen lassen.

    Z.B. ist es auch für mich hart zu akzeptieren, dass ich von meinen Eltern keine Hilfe bekommen kann sondern dass sie eher Hilfe von mir brauchen (das kommt aber erst noch auf Dich zu).

    Mit Deinem Freund würde ich nicht verzweifeln. Er braucht Deine seelische Unterstützung aber vor allem, dass Du an ihn glaubst! Und das ist eine Kombination aus Aufmunterung und manchmal auch Deine Sorgen mit ihm teilen. Dass er auch sieht, wie Dich seine Situation runter zieht. Ich habe das bei meinem Partner sieben Jahre lang betrieben und er hat tatsächlich noch ein Zweitstudium drauf gesetzt und jetzt einen richtig guten Job gefunden. Ehrlich gesagt bin ich jetzt etwas am Ende meiner Kräfte! Das war nicht einfach.

    Und mit Deinen Zukunftsvorstellungen: man kann Kinder auch in Wohnungen bekommen und dort auch gross ziehen! Ich wollte auch immer ein Haus und zwei Kinder und habe beides nicht. Jetzt würde ich mich freuen, es hätte wenigstens zu einem Kind gereicht. Aber, dass mein Freund mit mir in die Kinderwunsch Klinik gegangen ist, das war schon sehr schön. Auch wenn es nicht geklappt hat.

    Also, vielleicht kann ich Dir nur sagen: es geht auch schlimmer! Vielleicht hilft das ja etwas. Dein Freund macht sein Examen und wenn das nicht geht, kann er einen anderen Job machen. Ich kenne einige Frauen, die alleine ein Kind bekommen haben. Also wirst Du es doch auch noch mit einem Partner an Deiner Seite schaffen.

  3. Inaktiver User

    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    Ich möchte nur mal zu bedenken geben, dass, wenn alles nach deinen Wünschen liefe, dein Leben nicht automatisch schön, harmonisch und unbeschwert wäre. Ich sehe es im Bekanntenkreis, welche Sorgen kranke Kinder bringen und Wohneigentum kann auch in mancher Hinsicht ein Fass ohne Boden sein. Von all dem bist du jetzt noch frei, du bist noch jung und hast dazu ausgezeichnete Perspektiven. Ängste können unbegründet sein und beispielsweise durch Überlastung und Grübeln entstehen, oder sie sind begründet, dann sind sie ein Hinweis auf ein reales Risiko. Da kann man dann ja Vorsorge treffen.

  4. Inaktiver User

    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    Also, erstmal die Geschichte mit Haus und Kindern - dafür hast Du noch genug Zeit, das würde ich vorläufig ausklammern.

    Ich würde mal schauen, was im Moment für Dich die größte Sorge ist und was im Gegenzug der Punkt ist, an dem man am einfachsten ansetzen kann. Zum Beispiel die Angst vor Jobverlust: Hier könntest Du proaktiv anfangen, Deinerseits was anderes zu suchen.

  5. Moderation

    User Info Menu

    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    Deine Ängste scheinen mehr daher zu kommen, daß du emotional und organisatorisch allein bist und am Ende deiner Kräfte.
    Dann sieht alles schrecklich aus.

    Was bedeutet es für dich, die "Unabhängigkeit abzulegen"? Ein berufliches Netzwerk aufzubauen, daß dich voranbringt und dir Kontakte vermittelt? Eine Freund zu haben, der für sich selber sorgen kann? Zu heiraten? Schulden zu haben? Beim Amt auf dem Gang zu sitzen?

    Immobilie: Mancher war noch niemals in New York und noch niemals auf Hawaii, oder merkt mit 37, daß sie nie in einem Cabrio durch Paris fahren wird. Man kann ohne das leben. Man kann auch ohne eine Immobilie leben. Sogar ziemlich gut. Vor allem, wenn man in etwas unklaren finanziellen Verhältnissen (Alleinverdiener) lebt. Sich zu sagen, daß man dabei sein muß, einen sechsstelligen Kredit abzubezahlen ehe man Kinder kriegt, Elternzeit nimmt und dann noch Teilzeit macht, ist reine Selbstsabotage, die einem erspart, Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.

    Job: Wenn du den Job verlierst, brauchst du einen neuen. Tu das, was nötig ist, damit es dir leicht fällt, einen neuen zu kriegen, wenn du einen brauchst (Qualifikation auf dem Laufenden halten, Leute kennen, den lokalen Jobmarkt im Auge behalten, nach Verbesserungsmöglichkeiten gucken, nicht ausbrennen.)

    Studium vom Freund: Wenn dein Freund sein Studium nicht schafft, heißt das nicht, daß er niemals Arbeit oder Einkommen haben wird. Er muß dann unstudiert einen Job finden, oder eine Ausbildung machen. Das würde ich im Moment aber nicht so über den Horizont heben, für ihn ist es vermutlich wichtiger, sein Ziel (Studienabschluß) im Auge zu behalten. Wenn das gemacht ist, muß er aber trotzdem einen Job finden....

    Deine ganzen Ängst und Sorgen sind normal. Die hat praktisch jeder: Arbeit/Arbeitslosigkeit, Beziehung, Gesundheit, Geld, Familie, Identität/Autonomie. Sie sind deswegen normal, weil das real die Punkte sind, die einem das Leben zur Hölle machen können wenn sie schlecht laufen -- das heißt, sie sind nicht irrational, im Gegenteil. Aber genau deswegen muß man Wege finden, mit ihnen umzugehen und zu leben, und sich nicht von ihnen blockieren oder in den Untergang hetzen zu lassen. Das Leben ist ein Langzeitprojekt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    Zukunftsangst bekämpft man am besten durch nüchternes Abarbeiten seiner Baustellen.
    Aaaalso, lass mal sehn...Ok, Master erfolgreich abgeschlossen - seit 4 Jahre Job - jetzt einen Job gefunden, der gut passt: Zu all diesen Dingen erstmal: Super! Ist doch spitze!

    Zu 1.
    Wenn du Angst hast, du verlierst deinen Job aufgrund der Befristung, müßtest du ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten suchen: "Ich muss mich absichern. Ich liebe diesen Job hier sehr. Gerne hätte ich von ihnen eine Richtlinie: Gehts weiter für mich hier in diesem Unternehmen oder nicht?". JEDER Chef wird das verstehen. Keiner hat heute einfach nur auf "Hoffnung" setzen. Du brauchst Sicherheit! Gibt er dir diese akut nicht: Rechtzeitige Meldung beim Arbeitsamt (wg. ALG) - und dann bewerben, bewerben, bewerben.

    Zu 2 und 3.
    Dein Freund ist psychisch stark instabil. Bitte verzeih die Frage - sie ist naheliegend: Wäre es ratsam, mit einem solchen Mann Kinder zu bekommen? Zumal er ja auch jobtechnisch Probleme hat...Sobald Kinder da sind, wird die Belastung auf allen Ebenen steigen. Ein starker Partner ist da ein Segen...
    Du wünschst dir ein Haus. Verständlich! Aber: Das muss weder heute noch jetzt sein. Denn ein Haus bedeutet auch Risiko, Langzeitbelastung, evtl. Baurenovierungen, die an die Nieren gehen. Sieh das mal ein bischen nüchterner anstatt nur die glückliche RAMA-Familie zu sehen, die mit ihren blondgelockten Kindern im bunt beblühten Garten sitzen. Die Realität sieht häufig anders aus (kann dir JEDER von erzählen, der schonmal ein Haus gekauft hat, geschweige denn renoviert hat auf hohem Niveau mit Ausbau, Wand rausbrechen und Co.).

    Zu 4.
    Du bist eine erwachsene Frau. Du brauchst keine "emotionale" Unterstützung. Diese gibst du dir selbst.

    Zu 5.
    Ok. Nehmen wir den worst case an. Du versagst. Alles geht schief. Was dann?.....Dann hast du IMMER noch deinen Master. Dann hast du IMMER noch auf dem Papier stehen, dass du 4 Jahren oder sogar noch länger im Job warst, ggf. sogar mit sehr guten Zeugnissen. Auch ein Leben ohne Haus kann ein Segen sein, weil keine Kredite, räumlich mehr Flexibilität, etc. pp.

    Ich persönlich lese dich hier als gestandene Frau. Die weiß, was sie will, fähig ist, für ihre Ziele zu kämpfen...
    Ich gewinne beim Lesen eher den Eindruck, es ist deine Beziehung, die ständig mit einem instabilen Partner deratig am Abgrund steht, dass du selbst ständig das Gefühl hast, am Abgrund zu stehen...

    DEINE Lebensrealität sieht aber anders aus. Du hast dein Leben im Griff.

    Eltern. Ja, man wünschst sich Anlehnung. Und wenn sie jetzt halt mit 30 auch nimmer kommt? Was passiert dann? Kannst du als erwachsene Frau dies aushalten? Du bist ja kein Kind mehr.....

    Schau nüchtern auf dein Leben. Analysiere rational. Und dann schau: "Was darf ich an kindlich geprägten Bedürfnissen jetzt als erwachsene Frau loslassen?".


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    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    es wurde schon viel geschrieben. Ich will deshalb nur nochmal die Belastung deines Freundes rauspicken, denn diese Situation scheint mir derzeit dein Hauptstressor zu sein, da andere Ängste (Arbeitsplatz- und Einkommensverlust, Unabhängigkeit) dadurch verstärkt werden.

    Dein Freund sollte sich schleunigst professionelle Unterstützung holen, damit seine psychischen Probleme ein Stück weit aus eurer Beziehung "ausgelagert" werden und du einen Teil der Verantwortung abgibst, der nicht deiner ist. Er hat trotz seiner schwierigen Situation schon den Hauptteil der Verantwortung, für sich selbst zu sorgen. Du übernimmst dich, wenn du ihn sozusagen durch diese Krise hindurch "tragen" willst. Du kannst nur für den Teil Verantwortung übernehmen, auf den du Einfluss hast und für den du auch die Ressourcen hast (emotional und auch wirtschaftlich). Ansonsten wirst du deiner eigenen Verantwortung für deine Gesundheit und Stabilität nicht mehr gerecht.

    Kurzfristige Möglichkeiten für ihn wären z.B. eine Sozialberatung oder psychologischer Dienst (Uni, Beratungsstelle).
    Das schlimmste bei psychisch belastenden Krisen ist die Isolation. Ihr müsst beide gucken, dass ihr euch nicht in eine Isolation begebt, sondern diese durchbrecht.

    Ich theoretisiere übrigens nicht, sondern ich bin selbst in einer Beziehung mit einem psychisch belasteten Menschen. Wir haben es genau so gemacht und dadurch haben wir eine stabile und sehr innige Beziehung. Manche Dinge fallen dem allerdings zum Opfer. Ich würde mit ihm keine Kinder wollen, was in unserem Alter zum Glück auch kein Thema mehr ist.

    Aber ich halte diesen weiter oben geschriebenen Einwand, dir zu überlegen, ob er der Richtige für Familiengründung ist, für wichtig. Auch wenn er die jetzige Krise übersteht, aber es kann sein, dass er immer viel Zeit für sich brauchen wird, um sich zu stabilisieren, und vielleicht nie der Partner wird, wie du ihn dir herbeisehnst. Daher ist es wichtig sich zu überlegen, ob man den Partner, so wie er jetzt ist, so akzeptieren und mit ihm leben will, auch wenn das den bisherigen Lebensentwurf "übern Haufen" wirft.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  8. Inaktiver User

    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    es wurde schon viel geschrieben. Ich will deshalb nur nochmal die Belastung deines Freundes rauspicken, denn diese Situation scheint mir derzeit dein Hauptstressor zu sein, da andere Ängste (Arbeitsplatz- und Einkommensverlust, Unabhängigkeit) dadurch verstärkt werden.

    Dein Freund sollte sich schleunigst professionelle Unterstützung holen, damit seine psychischen Probleme ein Stück weit aus eurer Beziehung "ausgelagert" werden und du einen Teil der Verantwortung abgibst, der nicht deiner ist. Er hat trotz seiner schwierigen Situation schon den Hauptteil der Verantwortung, für sich selbst zu sorgen. Du übernimmst dich, wenn du ihn sozusagen durch diese Krise hindurch "tragen" willst. Du kannst nur für den Teil Verantwortung übernehmen, auf den du Einfluss hast und für den du auch die Ressourcen hast (emotional und auch wirtschaftlich). Ansonsten wirst du deiner eigenen Verantwortung für deine Gesundheit und Stabilität nicht mehr gerecht.
    Das sehe ich auch als zentrales Problem. Es können jetzt auch gern alle über mich herfallen, aber ich finde es bei Weitem nicht selbstverständlich, dass man einen Partner, mit dem man nicht verheiratet ist, im Studium finanziell über längere Strecken mit durchzieht (gut, ich weiß, dass die Behörden das im Fall von H4 z.B. anders sehen). Was ist mit seinen Eltern, hat er da keine Unterstützung?

  9. gesperrt

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    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    Ich werd jetzt hier wohl auch gesteinigt - aber ich empfinde diese Ängste hier als Jammern auf höchstem Niveau. Viele Menschen hätten gerne, was du gerade hast. Ob es so bleibt? Keine Ahnung, das weiß Niemand.

    Weiß nicht - warst du schon immer sehr verwöhnt und behütet (von deinen Eltern)? Meine Güte, das nennt sich LEBEN.
    Und ja, deinem Freund geht es anscheinend gerade nicht sehr gut - und ich finde auch, er sollte sich professionelle Unterstützung suchen.

  10. User Info Menu

    AW: Was tun bei Zukunftsangst?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das sehe ich auch als zentrales Problem. Es können jetzt auch gern alle über mich herfallen, aber ich finde es bei Weitem nicht selbstverständlich, dass man einen Partner, mit dem man nicht verheiratet ist, im Studium finanziell über längere Strecken mit durchzieht
    finde ich auch nicht selbstverständlich u.v.a. ist das in erster Linie eine Frage der eigenen Möglichkeiten. Wenn jemand sehr gut verdient, dann belastet ihn das u.U. gar nicht sonderlich. Aber das ist hier ja mitnichten der Fall.

    Ich halte es daher für legitim (und da können jetzt gerne alle über MICH herfallen), wenn ein Paar unter diesen Umständen nicht zusammen lebt, und der finanziell schwächere Partner HartzIV beantragt (was in dem Fall vielleicht nicht greift, aber nur als grundsätzliche Überlegung).

    Liebe ist für mich keine Verpflichtung die eigene Existenz für den Partner zu gefährden. Das macht auf Dauer die größte Liebe kaputt. Dann lieber die Liebe durch Entflechtung der Probleme retten, um dann später in eine gegenseitige, gewachsene und gesunde Verantwortung zu gehen.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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