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    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Zitat Zitat von starsandstripes Beitrag anzeigen
    Könntest du nicht eine Pflegekraft organisieren für die Zeit, in der du weg bist? Oder versorgen sich v.a. deine Eltern noch selbst und es geht tatsächlich "nur" darum, bereit zu sein, wenn Dinge wie Operationen o.ä. anstehen?
    Eine Pflegekraft wäre natürlich eine Möglichkeit. Auch mein Freund, der sowieso hier bleiben müsste, könnte einspringen. Er ist zwar auch gehandicapt, aber seine OPs stehen definitiv erst im nächsten Jahr an. Allerdings ist seine Krankheit unberechenbar. Er wird häufig von jetzt auf gleich bettlägerig und ansteckend krank. Sein Immunsystem ist im Eimer. Da kann man nicht wirklich planen.

    Was mich davon abhält, eine Auszeit zu nehmen, ist nicht die Organisation der Haushalts meiner Eltern oder meines Bruders. Eher die Angst, dass in meiner Abwesenheit etwas passiert, dass ich nicht sofort da bin. Wenn meine Mutter endlich ein Bett im Krankenhaus bekommt und operiert wird, möchte ich anwesend sein. Es ist nicht klar, ob die OP so verläuft, wie man sich das wünscht.

    Ich habe in den letzten Jahren große Verlustängste entwickelt. Nach jeder Hiobsbotschaft mehr.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Sabrina, kennst du keine Leute, die selbständig genug sind, daß sie mal eine Weile ohne dich klarkommen können?
    Es geht ja nicht darum, dass irgendjemand unselbständig ist. Es geht um kranke Menschen, die sich zum Großteil nicht mehr selber versorgen können.


    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Habt deine Mutter vielleicht Pflegestufe? Gibt es denn keine Freunde, die deine Mutter ab und an besuchen können?
    Was ist denn mit deinem Vater?
    Ja, meine Mutter hat eine Pflegestufe. Mein Vater auch. Es geht auch nicht um die Pflege an sich, wie ich gerade schon geschrieben habe.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Übrigens gibt es in vielen Krankhäuser sogenannte ehrenamtliche Besuchsdienste.
    Wenn was schief geht bei der OP, dann hilft ein ehrenamtlicher Besuchsdienst auch nicht weiter. Auch für meine Mutter wäre das nichts, da würde sie eher gar keinen Besuch haben wollen. Sie möchte auch nicht jeden Tag Besuch, das ist nicht das Problem.

  2. Inaktiver User

    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Da ich bis vor einigen Jahren auch extrem mit dem gleichen Helfersyndrom "gesegnet" war, kann ich dir nur eins raten:
    Abgrenzung.
    Setze dir und vor allem den anderen Menschen, Verwandten und Bekannten Grenzen! Die haben dich gut erzogen, sobald irgendwo ein Furz quer hängt, du springst. Wobei diese sich selbst versorgen können, sie werden nicht sterben wenn du mal ein paar Tage nicht da bist, auch werden sie es überleben, wenn verschiedene notwendige Tätigkeiten von anderen ausgeübt werden....
    Solange es nicht brennt oder sich wer in Lebensgefahr befindet, solltest du auch mal ausschließlich an dich denken. Wenn du ...krass gesagt...vor lauter Erschöpfung tot umfällst, müssen sie auch damit klar kommen.

  3. Moderation

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    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Zitat Zitat von Sabrina26 Beitrag anzeigen
    Es geht ja nicht darum, dass irgendjemand unselbständig ist. Es geht um kranke Menschen, die sich zum Großteil nicht mehr selber versorgen können.
    OK, ich hatte das jetzt als emotionales Problem verstanden, nicht drei pflegebedürftige Menschen, die du alleine versorgst.

    Warum ist dann, wie du sagst, "Pflege an sich" sei nicht das Problem?

    (Die letzte beiden Zitate, die du mir zuschreibst, sind nicht von mir.)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Zitat Zitat von Sabrina26 Beitrag anzeigen
    Wenn was schief geht bei der OP, dann hilft ein ehrenamtlicher Besuchsdienst auch nicht weiter. Auch für meine Mutter wäre das nichts, da würde sie eher gar keinen Besuch haben wollen. Sie möchte auch nicht jeden Tag Besuch, das ist nicht das Problem.
    Wenn etwas schief geht bei der OP, dann geht's schief, ob du da bist oder nicht. Daran kannst du doch auch nichts ändern?
    Auch Kinder, die weiter weg wohnen, können sich mal aufteilen und ein paar Tage freinehmen. Dein Partner ist auch noch da. Im Grunde suchst du überhaupt keine Lösung sondern zählst nur vorgeschobene Gründe auf, warum du nicht dein eigenes Leben leben "kannst".

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    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Zitat Zitat von Sabrina26 Beitrag anzeigen
    .
    Was mich davon abhält, eine Auszeit zu nehmen, ist nicht die Organisation der Haushalts meiner Eltern oder meines Bruders. Eher die Angst, dass in meiner Abwesenheit etwas passiert, dass ich nicht sofort da bin. Wenn meine Mutter endlich ein Bett im Krankenhaus bekommt und operiert wird, möchte ich anwesend sein. Es ist nicht klar, ob die OP so verläuft, wie man sich das wünscht.

    Ich habe in den letzten Jahren große Verlustängste entwickelt. Nach jeder Hiobsbotschaft mehr.
    Liebe Sabrina,

    dann dürfte ich auch nicht wegfahren, weil ich Angst hätte, meiner Mutter (lebt im Pflegeheim) könnte etwas schlimmes passieren oder meinem behinderten Kind passiert etwa in der Kurzzeitpflege. Mein Schwager ist letztes Jahr an Krebs gestorben als wir in Urlaub waren. Und das haben wir auch erst zwei Tage später erfahren. Und haben unseren Urlaub auch
    nicht abgebrochen, der war nämlich bis auf ein paar Tage fast zu Ende. Hätte ich mich da verrückt machen sollen? Nein,
    damit hätte ich mich ins Burnout katapultiert. Warum? Weil ich durch die Betreuung und Pflege meines Kindes mein körperliches und psychisches Limit überschritten habe. Ich mußte einfach die Reißleine ziehen.

    Das Problem ist man macht sich einfach verrückt und das ist ziemlich ungesund für die Psyche und Körper.

    Gibt es denn einen ungefähren Plan, wann deine Mutter operiert werden soll? Oder dürft ihr bis zur Unendlichkeit warten.?

    LG Jedi

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    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Ich kann Sabrina schon verstehen, anscheinend sind die OPs ja auch nicht in weiter Ferne, sondern können jederzeit auf einmal anstehen.

    Allerdings gibt es auch viele Möglichkeiten eine Auszeit zu nehmen, ohne gleich ans Ende der Welt zu fliegen. Wenn du in Europa bleibst, bist du in 2-3 Stunden Flugzeit wieder Zuhause, sollte etwas sein. Oder du gönnst dir mal ein schönes Wellnesswochenende in Deutschland, lässt dich mal selbst verwöhnen und kommst erholt wieder.

    Man muss nicht abrufbereit Zuhause sitzen und warten. Bleib einfach Erreichbar und in einer Entfernung, mit der du dich wohlfühlst und zur Not schnell Zuhause bist, sodass du kein schlechtes Gewissen hast. Dein Leben muss wegen so etwas nicht pausieren oder hinten anstehen.

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    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    OK, ich hatte das jetzt als emotionales Problem verstanden, nicht drei pflegebedürftige Menschen, die du alleine versorgst.

    Warum ist dann, wie du sagst, "Pflege an sich" sei nicht das Problem?

    (Die letzte beiden Zitate, die du mir zuschreibst, sind nicht von mir.)
    Das ist hast Du schon richtig verstanden. Es ist ein emotionales Problem meinerseits. Meine Angehörigen üben keinerlei Druck auf mich aus. Keiner von ihnen.

    Die direkte Pflege kann ich auch für die Zeit an einen Pflegedienst dirigieren.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch Kinder, die weiter weg wohnen, können sich mal aufteilen und ein paar Tage freinehmen. Dein Partner ist auch noch da.
    Eine meiner Töchter lebt im Ausland. Sie kann leider nicht mal eben ohne lange Vorlaufplanung herkommen. Bei meiner anderen Tochter ist es auch schwierig, mal spontan frei zu nehmen und anzureisen. Die Frage ist ja auch immer, ob der Arbeitgeber mitspielt. Mein Partner würde einspringen, keine Frage. Leider ist er aufgrund seines Gesundheitszustandes sehr "unzuverlässig". Wir hatten in diesem Jahr schon einige Termine, die ich letztendlich alleine wahrnehmen musste - obwohl wir uns als Paar drauf gefreut hatten - weil er plötzlich bettlägerig war.

    Zitat Zitat von Jedimeisterin Beitrag anzeigen

    dann dürfte ich auch nicht wegfahren, weil ich Angst hätte, meiner Mutter (lebt im Pflegeheim) könnte etwas schlimmes passieren oder meinem behinderten Kind passiert etwa in der Kurzzeitpflege. Mein Schwager ist letztes Jahr an Krebs gestorben als wir in Urlaub waren.
    Ich bewundere Dich dafür, wie Du das meisterst.



    Zitat Zitat von Jedimeisterin Beitrag anzeigen
    Gibt es denn einen ungefähren Plan, wann deine Mutter operiert werden soll? Oder dürft ihr bis zur Unendlichkeit warten.?
    Wir warten seit fast drei Monaten. Es kann jeden Tag sein, dass der Anruf kommt und sie ins Krankenhaus geht. Ich habe schon etliche Male mit dem Krankenhaus telefoniert. Sie können mir nicht sagen, wann Tag X sein wird. Die Kapazitäten sind mehr als ausgeschöpft. Auch ihre Ärztin hat sich schon gekümmert. Das Problem ist, dass wohl viele Akutfälle reinkommen, die dann sofort operiert werden müssen. Einen Termin gab es schon, da hatte meine Mutter aber einen Magen-Darm-Virus und musste absagen. Ich habe fast das Gefühl, man "bestraft" sie jetzt für die Absage .... aber das ist nur subjektiv.

    Zitat Zitat von starsandstripes Beitrag anzeigen
    Ich kann Sabrina schon verstehen, anscheinend sind die OPs ja auch nicht in weiter Ferne, sondern können jederzeit auf einmal anstehen. .
    Was meine Mutter betrifft: Ja. Die beiden OPs bei meinem Partner werden voraussichtlich erst im nächsten Jahr sein. Er wird (zumindest nach einer OP) lange Zeit aufgrund von körperlichen Einschränkungen Hilfe bei ganz alltäglichen Verrichtungen brauchen.

    Zitat Zitat von starsandstripes Beitrag anzeigen
    Oder du gönnst dir mal ein schönes Wellnesswochenende in Deutschland, lässt dich mal selbst verwöhnen und kommst erholt wieder.
    Das ist das, was ich ins Auge gefasst hatte, mich aber nicht traue zu buchen, weil ich Angst habe, dass meine Mutter ausgerechnet dann im KKH ist.

    Aber ich werde am Wochenende in mich gehen. Ihr habt schon alle Recht. Ich kann ohnehin nichts durch meine Anwesenheit ändern und muss mit meinen Kräften haushalten.

  8. Inaktiver User

    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Die Idee, unersetzlich zu sein und das Gefühl, dass ohne einen selbst alles den Bach runtergeht, scheinen bei der TE tatsächlich noch wichtiger zu sein, als die eigene Gesundheit. Da finden sich dann eben tausend Gründe, warum das Leben grad nicht will, dass Frau mal was für sich selbst tut. Altruismus kann schon auch zur Sucht werden...

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    AW: Ausgebrannt und unzufrieden oder egoistisch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Idee, unersetzlich zu sein und das Gefühl, dass ohne einen selbst alles den Bach runtergeht, scheinen bei der TE tatsächlich noch wichtiger zu sein, als die eigene Gesundheit. Da finden sich dann eben tausend Gründe, warum das Leben grad nicht will, dass Frau mal was für sich selbst tut. Altruismus kann schon auch zur Sucht werden...
    Ich denke, manchmal muss es erstmal lernen, dass man auch an sich denkt. Spätestens dann wenn man selber ziemlich fertig psychisch und physisch . Weil man so nicht weitermachen kann. Ich brauchte auch mal den Schuss vor dem Bug. Freunde sagten, "Jedi, wenn du so weiter machst, dann geht alles erst recht den Bach runter". Das kannst du dir nicht erlauben.
    Irgendwann zog ich die Notbremse. Für mich war es dann auch wichtig, Freiräume zu haben, wo ich das Wann und Wo selber bestimmte. Die meisten fanden es gut, auch ein Teil aus meiner Familie. Bis auf eine Angehörige. Die war dann plötzlich der Meinung, ich sollte mich noch mehr um unsere Mutter kümmern und damit meine Belange mal nach hinten stellen inkl. die meiner Familie. Das machte ich aber nicht. Meine Mutter hatte auch nicht danach gefragt. Für sie waren die Besuche von mir
    ok. Hatte schließlich mit behinderten Kind und Familie genug um die Ohren. Und seit dem ist zwischen mir und meiner Angehörigen Funkstille. So traurig es auch ist.

    LG Jedi

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