Zitat Zitat von Avocado_Diaboli Beitrag anzeigen
Ich muss mal wieder schubsen.
Bin ich ein grober Klotz, wenn ich den Emotionsforderungen der Medien nicht angemessen nachkomme?

Beispiel: Artikel unten "Gänsehaut pur! Mütter singen mit ihren Kindern mit Down-Syndrom". Ich kenne das Video teilweise. Aber wieso soll ich Gänsehaut bekommen? Die singen halt und gestikulieren ein bißchen rum. Genauso wenig bin ich bei "schockierenden Bildern" (Courtney Love besoffen) oder "schockierenden Nachrichten" (ein Promi hat seine Frau gehauen) tatsächlich schockiert. Genauso bin ich nicht fasziniert von "faszinierenden" Bildern (Schmetterling flattert durchs Bild). Ich bekomme keine Tränen in den Augen, wenn bei "Zuhause im Glück" eine überschuldete Familie mit behindertem Familienmitglied die Hütte renoviert kriegt oder die Geschichte über die "tapfere" kleine Alina mit dem Prothesenbein einem "zu Herzen gehen" soll.

Mach ich da was falsch?
Sind solche Attribute (schockierend, zu Herzen gehend usw.) von den Medien bewusst übertrieben oder gibt es tatsächlich Leute, die bei sowas emotional mitgehen?
Du machst nichts falsch, Du hast nur eine andere Sich auf die Dinge und lässt Dich von so Sachen halt nicht beeindrucken. Mich berühren die singenden Kinder sehr, weil ich drei Jahre in einer inklusiven Kita gearbeitet habe und daher weiß, wie schwierig das Leben für diese Familien sein kann. Auch lernt nicht jedes Kind mit Downsyndrom sprechen oder auch Laufen, von daher ist das Video schon toll. Auch das Mädchen mit Prothese berührt mich, weil ich diese drei Jahre speziell für ein körperbehindertes Kind zuständig war und auch da mitbekam, wie schwierig das Thema für es war. Das Angestarrt werden, übergriffige Bemerkungen von Leuten, Kinder draußen, wenn wir unterwegs waren, die ihre Mütter natürlich laut fragten, was das Kind denn da hat...

Doch kann ich nachvollziehen.

Ich bin aber grobklotzig bei ganz vielen Sachen, die ganz viele Leute ganz schrecklich finden.