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Thema: Disziplin

  1. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Ich bin seit ....... *grübel* ........ unterdessen fast 30 Jahre am Bergsteigen / Klettern / Hochtourengehen / Skitourengehen. Da war mitnichten immer alles innerhalb meiner eigenen Grenzen (bzw. dem, wa sich dachte, was meine Grenze wäre). Wenn du in 16 Stunden über 6 technisch schwierige Viertausendergipfel rüber willst, dann bist du nicht 16 Stunden lang in einem Flow, sondern es gibt Momente, Viertelstunden, ganze Stunden, da beisst du dich einfach durch, da hast du Durst, da bist du müde, da tut dir so einiges weh, da haust du dir den Ellbogen an einem Felsen an, da frierst du oder der starke Wind nervt oder umgekehrt die Höhensonne kocht dich und dann hast du als Dessert noch 3000 Höhenmeter Abstieg ins Tal vor dir, die ganz besonders nerven.

    Ohne Disziplin geht so was nicht. Disziplin am Tag selbst, an dem man so was durchzieht, und Disziplin die ganze Saison bzw. die Jahre vorher, um immer wieder unterwegs zu sein, regelmässig zu klettern, immer wieder die Höhenakklimatisation durchzumachen, immer wieder lange Tage und weite Strecken zu gehen/wandern/klettern, auch sonst Training zu betreiben.
    Natürlich zieht man das nur durch, wenn es grundsätzlich Spass macht, auch in den Jahren vorher, immer wieder. Wenn die freudigen Momente jene des Durchbeissens deutlich überwiegen. Aber ganz ohne Durchbeissmomente oder -phasen geht so etwas nicht.

    Nach einer solchen Monstertour tut mir ein paar Tage lang einiges weh, muskelkatermässig und blauefleckenmässig, und ich bin ganzkörpermüde - wer Marathon oder Langstreckentriathlon wettkampfmässig betreibt, kann das nachfühlen. Das sind die Nachwehen des deutlich-über-die-Grenzen-hinausgegangen-Seins. Aber: ich laufe in dieser ganzen Zeit mit einem gewaltigen, debilen Dauergrinsen im Gesicht herum (ziemlich genau so: ) , weil es so viele tolle Momente beinhaltete (trotz der harten Momente) und ich einfach nur zufrieden bin.

    Aber eben: ohne Disziplin geht so was nicht.

    Ohne Disziplin kriegt man auch die "Sechs Metamorphosen nach Ovid" von Benjamin Britten auf der Solo-Oboe hin. Das dauert Jahre - Jahre, um genau diese 6 Stücke zu üben, aber auch x andere, um das Oboenspiel grundsätzlich zu verbessern. Und nein, es macht überhaupt nicht immer Spass.

  2. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Toller Beitrag, Horus!

    Aber ich habe den Eindruck, es gibt Menschen, die lieben genau diese Grenzzustände (und das Danach und Drumherum) - und andere, die bleiben bei allem lieber in der Komfortzone. Sei es, weil ihnen die Grenzzustände wirklich keine Freude bereiten - oder sei es, weil sie das so intensiv noch nie kennengelernt haben. Das weiß ich nicht, ob das in jedem Menschen drin ist oder nicht.

    Ich selbst bin da durchaus auch zwiespältig: einerseits schinde ich mich gern - aber dann doch auch nicht immer. In manchen Bereichen lieber als in anderen.

  3. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Prioritäten setzen.
    Gewohnheiten aufbauen.
    Den eigenen inneren Schweinehund besser einschätzen lernen. Das ist kein intelligentes Tier, es läuft nur auf sehr leisen Pfoten.
    Sich klarmachen, was der Sinn von etwas ist.
    Sich klarmachen, daß keine Entscheidung auch eine Entscheidung ist.
    Nicht erwarten, daß es einfach ist.
    Leute haben, die einem den Rücken stärken.
    Das, was zu tun ist, in zu bewältigende Häppchen zu zerlegen, und sie nach einem realistischen Plan abarbeiten.
    Was man nicht tut, passiert nicht. Weder der Weihnachtsmann noch die Heinzelmännchen nehmen Aufträge an.
    Was nicht getan werden kann, muß nicht getan werden.
    Wenn es so nicht geht, geht es vielleicht anders.
    Wenn du eine kleine Schaufel und einen großen Haufen Sand hast, konzentriere dich nicht auf den Haufen, sondern aufs Schaufeln.
    Schöne Liste... Und was ich auf solchen Lebensweisheit-Sammlungen aus der Zeitmanagement/Work-Life-Balance-Ecke immer wieder vermisse und wozu ICH mich mittlerweile DISZIPLINieren muss, um nicht unterzugehen:

    PAUSEN MACHEN


    Egal, ob ich beruflich ein Ziel erreichen oder sportlich weiter kommen will... Neben all der Disziplin, die selbstredend umso leichter fällt, je mehr Spass ich bei der Tätigkeit hab, je mehr ich in den Flow kommen kann - es ist so immens wichtig, auch mal alle viere von sich zu strecken und zu sagen: "SO! Und jetzt mach ich gar nix. Bis mir das zu den Ohren rauskommt. Erst dann darf ich wieder diszipliniert sein."

  4. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Einfach machen ist eine wirklich gute Maxime!
    Sehe ich ja auch so. Andererseits gibt es ja genügend Leute, die das nicht für die Bereiche umgesetzt kriegen, von denen sie zumindest glauben, dass sie wichtig sind (s. Eingangspost der TE). Es ist da schwierig, was zu raten. Ich kann auch schwer abschätzen, welchen Einfluss die Erziehung hat. Bei uns zuhause wurde Disziplin sehr hoch gehängt (Schularbeiten wurden regelmäßig kontrolliert, und eine Sportentschuldigung gabs nur, wenn ich den Kopf unter dem Arm trug; mein Vater ging 5x die Woche trainieren und hatte eine beachtliche Medaillensammlung zuhause, was den entsprechenden Erfolg dokumentierte). Streng genommen konnte ich eigentlich nicht anders als diszipliniert sein.

  5. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Hallo, ein sehr interessanter Beitrag

    ich halte mich für sehr disziplinlos. Ich bin eher so ein mit Erfolg (immerhin) durchs Lebenmogler.
    Ich bluffe auch ....

    leider funktioniert das natürlich nicht immer

    Ich arbeite erfolgreich in meinem Job, da bin ich auch diszipliniert denke ich weil er mir Spaß macht.

    Aber ich habe z.B. eine Ausbildung begonnen und die Prüfung versemmelt. Der Beginn der Ausbildung (es war eine IHK Ausbildung wo ein adäquate Studiengänge gibt) habe ich in einer internen Bewerbungsphase als Aufhänger benutzt und auch den Job erhalten - ich hatte keine Disziplin mehr die Prüfung noch mal durchzuziehen.
    Warum auch, ich konkurriere mit Akademikern und ich hatte den Job ja bekommen

    ...ganz zu schweigen vom Abnehmen oder Sport ....schwieriges Thema,...da fehlt mir sehr viel Disziplin

    für mich hat Disziplin auch mit Zwang zu tun, und ich hasse Zwänge

  6. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    für mich hat Disziplin auch mit Zwang zu tun, und ich hasse Zwänge
    Spannend.

    Für mich hat Disziplin null mit Zwang zu tun. Zwang ist Ketten, Fesseln, Gefängnis, Bestrafung...



    Disziplin ist freiwillig: also sie hat eher mit "Durchhalten um ans Ziel zu kommen" zu tun, mit "Beissen-können", mit "Beharrlichkeit". Und schliesslich am Ende mit ganz viel BELOHNUNG

  7. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Bei mir trifft es eigentlich eher: leidenschaftlich undiszipliniert.

    Ich kann nicht nach strengen Plänen. Druck und Zwang bewirken bei mir eine heftige Gegenreaktion. Aber wenn ich was will, kann ich mir dafür auch den Arsch aufreißen. Und es gibt eben auch Dinge, da muß man einfach durch. Disziplin... ach, ich weiß nicht. Pflichtbewußtsein vielleicht. Oder Einsicht in die Notwendigkeit. Und der Wille zum Erfolg.

  8. gesperrt

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    AW: Disziplin

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    für mich hat Disziplin auch mit Zwang zu tun, und ich hasse Zwänge
    Disziplin mit Zwang kann ich auch nicht. Vor allem nicht, wenn mich die Sache nicht interessiert oder ich sie unsinnig finde, da blockiert alles in mir. Das bringt mich zum Erstarren.

    Das Wort Disziplin ist verwandt mit dem lateinischen "discipulus", das bedeutet "Schüler". Wenn ich Disziplin auffasse als eine Haltung zu lernen und zu forschen, wie weit ich komme - das geht gut. Da kann ich mich auch darauf freuen, mich auf etwas Schwieriges einzulassen.

    Ich hab mir in den Kopf gesetzt, die Mondscheinsonate von Beethoven spielen zu lernen - die ersten zwei Linien kann ich auch schon wirklich super. - ob ich damit je zum Ende kommen werde? - wer weiss, aber ich hab ja, wenn alles gut läuft, noch 30-40 Jahre Zeit, da liegt wohl noch etwas mehr drin. Und wenn ich es nicht hinkriege, weil das eben wirklich schwer ist für mich - ist auch in Ordnung.

    Es ist auch eine Disziplin, konstant nach Tricks Ausschau zu halten, wie man sich selbst das Leben vereinfacht...

    gruss, barbara

  9. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Spannend.

    Für mich hat Disziplin null mit Zwang zu tun. Zwang ist Ketten, Fesseln, Gefängnis, Bestrafung...



    Disziplin ist freiwillig: also sie hat eher mit "Durchhalten um ans Ziel zu kommen" zu tun, mit "Beissen-können", mit "Beharrlichkeit". Und schliesslich am Ende mit ganz viel BELOHNUNG
    Interessanter Ansatz - aber um Durchzuhalten muss erst mal etwas "WIRKLICH" wollen - ich bin da eher so der Typ - schauen wir mal was kommt. Ich will und habe Spaß im Leben, arbeite eher nicht auf irgendein Ziel hin - ausser im Job, der ist mir sehr wichtig ...aber auch da nehme ich es lockerer hin als andere
    Mir ist erst vor kurzem bewusst geworden das ich im Leben nie Ziele hatte - ich nahm das Leben wie es wie es kam und bin glücklich wie es gekommen ist. Vielleicht weil ich auch nie Erwartungen an das Leben hatte.

    Ich glaube ich bin eher so ein Lebenskünstler ...hihi

    Den Kurs habe ich wahrscheinlich nicht abgeschlossen weil ich ihn unsinnig fand ...

    Meine Tochter ist das ganze Gegenteil, sie hat trotz Kind Ihr Medizinstudium nach 5 Jahren Wartezeit mit 2 durchgezogen und ihren Dr. gemacht - Hut ab vor so viel Disziplin. Allerdings ist sie auch sehr "unlocker" wie ich sie manchmal nenne. Sehr diszipliniert, kann aber ihre Erfolge nicht genießen ..

  10. Inaktiver User

    AW: Disziplin

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Interessanter Ansatz - aber um Durchzuhalten muss erst mal etwas "WIRKLICH" wollen - ich bin da eher so der Typ - schauen wir mal was kommt. Ich will und habe Spaß im Leben, arbeite eher nicht auf irgendein Ziel hin - ausser im Job, der ist mir sehr wichtig ...aber auch da nehme ich es lockerer hin als andere
    Mir ist erst vor kurzem bewusst geworden das ich im Leben nie Ziele hatte - ich nahm das Leben wie es wie es kam und bin glücklich wie es gekommen ist. Vielleicht weil ich auch nie Erwartungen an das Leben hatte.
    Schau her... es bleibt spannend. Ich wusste schon als Dreijährige, was ich mal werden will. Und das wird einem nicht geschenkt. Also war Disziplin ganz logisch, weil es gar keine andere Möglichkeit in meinem Kopf gab, was aus mir werden könnte. Genauso blieb es auch später. Ich hatte immer Ziele vor Augen und die meisten hab ich auch erreicht. Mit Beharrlichkeit und Durchhalten und Enthusiasmus.
    Ich glaube ich bin eher so ein Lebenskünstler ...hihi
    Sind wir das nicht alle?
    Den Kurs habe ich wahrscheinlich nicht abgeschlossen weil ich ihn unsinnig fand ...
    Da war keine Motivation, weil kein Ziel, kein SINN dahinter...
    Meine Tochter ist das ganze Gegenteil, sie hat trotz Kind Ihr Medizinstudium nach 5 Jahren Wartezeit mit 2 durchgezogen und ihren Dr. gemacht - Hut ab vor so viel Disziplin. Allerdings ist sie auch sehr "unlocker" wie ich sie manchmal nenne. Sehr diszipliniert, kann aber ihre Erfolge nicht genießen ..
    Das kommt noch, das Geniessen können - hoffe ich jedenfalls für Deine Tochter.... Vielleicht schaut sie sich ja dann noch was bei dir ab?

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